HTC Rhyme angetestet: Android-Smartphone für Design-Fans

von Daniel Schraeder und Rich Trenholm am , 19:47 Uhr

HTC bringt im Oktober mit dem Rhyme einen Androiden, der gesteigerten Wert auf Innvation, Design und Style legt. Das fängt bei der Farbgebung an – die zugegebenermaßen Geschmackssache ist – und geht beim mitgelieferten Dock weiter bis hin zu Charm, einem kleinen Anstecker, der bei neuen Nachrichten leuchtet. Wir haben einen Prototypen getestet.

Das HTC [1] Rhyme ist nicht einfach mal wieder irgendsoein neues Android [2]-Smartphone [3] von HTC – sondern eins, was voll den Zahn der Zeit treffen könnte. Zu Zeiten, in denen sich die Handys ohnehin immer ähnlicher werden und sich kaum noch durch Ausstattungsmerkmale unterscheiden können, muss man sich eben etwas Besonderes einfallen lassen, um sich nicht auf einen Preiskampf einlassen zu müssen. Das haben die Taiwaner offensichtlich gemacht. Das Gerät soll schon im Oktober für knapp 480 Euro in Deutschland erhältlich sein.

Design

Das Rhyme hat ein zweifarbiges Unibody-Design. Der unseren Kollegen von CNET in England vorliegende Prototyp ist dabei so purpurfarben wie die Unterwäsche der Königsfamilie. Wer das auf der anderen Seite des Kanals nicht mag, hat Pech gehabt: In Großbritannien gibt es keine andere Farbgebung. Nach Deutschland wird das Gerät neben dem lilafarbenen Schema namens Plum auch in einem Weiß-Grau namens Hourglass geben.

Optisch hat HTC das Rad nicht neu erfunden. Und so lehnt sich das Rhyme vom Design her an seine aktuellen Brüder aus gleichem Hause an. Auffällig ist hier allerdings das im Vergleich zur Größe recht geringe Gewicht. Apropos Größe: Mit einer Display-Diagonale von 3,7 Zoll ist das Gerät minimal größer als das aktuelle iPhone (3,5 Zoll). Bei der Anzeige handelt es sich um das von HTC bekannte Super LCD. Die Darstellung ist hell und dank der Auflösung von 800 mal 480 Pixeln angenehm scharf.

Die Kombination aus der Hardware und der tollen Sense-Oberfläche von HTC gefällt uns besonders gut. Überall gibt es flotte, hübsche Animationen – das sieht gut aus.

Kamera

Die 5-Megapixel-Kamera ist mit Autofokus und LED-Blitzlicht ausgestattet. Wir freuen uns über die umfangreichen Funktionen, die man ansonsten bei kompakten Digitalkameras vermutet – etwa eine Gesichtserkennung, die sich darum kümmert, dass auf dem Foto möglichst alle Freunde scharf dargestellt werden. Dazu kommt ein Serienbildmodus, der mit einem Druck auf den Auflöser gleich fünf Bilder direkt hintereinander auf die Speicherkarte schreibt. Außerdem freuen wir uns über einen Panorama-Modus, der mehrere nebeneinander geknipste Bilder zu einem großen kombiniert.

Wer auf Effekte steht, dürfte sich über den HDR-Modus freuen. Dabei schießt die Handy-Kamera drei Bilder mit unterschiedlichen Belichtungseinstellungen hintereinander, um auch von in normalen Umgebungen über- oder unterbelichteten Bereichen zusätzliche Details aufzunehmen, und kombiniert diese wiederum zu einem Foto. Das sorgt für dramatisch wirkende Ergebnisse – und macht einfach Spaß.

Für die Bildqualität sorgt ein rückseitig belichteter CMOS-Sensor in Kombination mit einer 28-Millimeter-Linse und einer kleinsten Blendenzahl von 2,2. Um die Bildqualität abschließend bewerten zu können, warten wir allerdings noch auf ein finales Gerät.

Android mit Sense 3.5

Auf dem Rhyme läuft die aktuelle Android-Version 2.3, die sich wie gehabt an die Bedürfnisse des Nutzers anpassen lässt. Alle wichtigen Anwendungen wie Webbrowser, Kalender, E-Mail, SMS & Co. sind natürlich schon vorinstalliert, und weitere Programme und Spiele kann der Nutzer aus dem umfangreichen Angebot des Google [4]-App-Stores Android Market herunterladen.

Wie üblich bringt HTC die hauseigene Sense-Oberfläche mit. Neu ist die Version 3.5. Natürlich gibt es auch hier mehrere Homescreens, die der Anwender mit Verknüpfungen zu Apps und Kontakten, Miniprogrammen wie der Wettervorhersage oder einem Facebook-Widget und so weiter frei belegen kann. Neu bei Sense 3.5 ist beispielsweise ein Widget, das eine vertikale Liste mit vier Icons im linken Bereich des Bildschirms anzeigt. Der Nutzer kann dabei frei wählen, welche Apps oder Verknüpfungen hier auftauchen. Mit einem Fingertipp klappen Widgets auf, um beispielsweise aktuelle Updates anzuzeigen, ohne die App tatsächlich zu starten. Zumindest beim Prototypen wirkt das ganze gut durchdacht, allerdings noch etwas hakelig.

Außerdem hat diese Leiste noch einen weiteren Haken. Letztlich ist sie nämlich ein einzelnes, großes Widget. Wer sie auf einem seiner Homescreens ablegt, kann keine weiteren Verknüpfungen oder Mini-Programme auf diesem Bildschirm ablegen.

Wer sich in sozialen Netzen zu Hause fühlt, darf sich darüber freuen, dass HTC die Facebook-Chat-Anwendungen der beiden Facebook-Smartphones Salsa und Chacha nun auch auf Rhyme installiert. Außerdem ist DropBox vorinstalliert – ein Online-Dienst für Speicherplatz, der das Hochladen und Teilen von Dateien ermöglicht. Käufer des Rhyme erhalten 3 GByte Speicherplatz in der Wolke gratis.

Lautsprecher-Dock

Im Lieferumfang des Rhyme ist ein hübsches Dock mit integriertem Lautsprecher enthalten. Wer das Smartphone dort hineinlegt, stellt die Verbindung über Kontakte auf der Rückseite her. Ohne fummelige Stecker und verhedderte Kabel lädt so der Akku nach, während das Rhyme zu einem Radiowecker wird und Sound automatisch über den Lautsprecher des Docks ausgibt.

In dem Moment, in dem wir das Rhyme auf seine Basis legen, dreht sich der Bildschirm ins Querformat und zeigt Verknüpfungen zu den Apps, die man in dieser Situation wohl nutzen möchte – etwa zum MP3-Player. Ein weiterer Button dimmt die Display-Beleuchtung, damit das Gerät auch schlafzimmertauglich wird.

Unterwegs lässt sich der Stromspeicher des HTC natürlich auch wie üblich über Micro-USB aufladen. Über die gleiche Schnittstelle ist das Übertragen von Fotos, Musik und anderen Dateien möglich.

Außerdem ist im Lieferumfang ein Stereo-Headset enthalten. Der Hersteller legt noch ein Lederetui bei – und ein kleines, eckiges Teil, das man per Kabel mit dem Smartphone verbinden kann. Geht eine SMS, eine E-Mail oder ein Anruf ein, fängt der Charm genannte Kubus an zu leuchten. Der stolze Rhyme-Eigner kann das Smartphone dann am Kabel aus der Hosentasche ziehen.

Weiteres Zubehör ist optional erhältlich, darunter ein kabelloses Bluetooth-Headset, eine Armband-Tragetasche für Sportler und ein Bluetooth-Lautsprecher fürs Auto.

Vorläufiges Fazit

Das Rhyme ist von der technischen Seite her nicht die Neuerfindung des Rades. Aber es sieht gut aus, liegt toll in der Hand und wirkt angenehm wertig. Dazu ist eine großzügige Auswahl an Zubehör im Lieferumfang enthalten – und gerade das Dock und der Charm sind dabei auch noch überdurchschnittlich innovativ. Der Prototyp gefällt uns schon mal. Jetzt warten wir gespannt auf ein serienreifes Testgerät.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[1] HTC: http://www.cnet.de/unternehmen/htc/

[2] Android: http://www.cnet.de/themen/android/

[3] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/

[4] Google: http://www.cnet.de/unternehmen/google-inc/