Leistung

Bei der Geschwindigkeit liefert die Nikon 1 J1 eine etwas gemischte Leistung ab. Auf der einen Hand ist die Auslöseverzögerung wirklich extrem kurz. Bei guten Lichtverhältnissen benötigt die Kamera lediglich 0,2 Sekunden, um auf das Motiv zu fokussieren und das Foto einzufangen. Und auch im Zwielicht ist die Auslöseverzögerung mit 0,4 Sekunden noch hervorragend. Hier macht sich der im Sensor integrierte Phasenvergleichs-Autofokus bezahlt, der außerdem für eine hohe Treffsicherheit sorgt. Allerdings braucht ist die Kamera nicht besonders schnell betriebsbereit: Bis nach dem Betätigen des Einschalters das erste Foto im Kasten ist, vergeht etwa eine Sekunde.

Auch die Verschnaufpausen zwischen zwei Fotos lassen zu wünschen übrig. Im JPEG-Modus genehmigt sich die Kamera Auszeiten von 1,1 Sekunden zwischen zwei Fotos. Wer im Rohdatenformat fotografiert, muss 1,3 Sekunden warten. Das ist zwar nicht furchtbar, aber dennoch verhältnismäßig langsam. Mit zugeschaltetem Blitz verschlechtert sich der Wert auf 1,6 Sekunden.

In dem flachen Gehäuse der J1 hat leider kein so starker Akku Platz wie in der deutlich dickeren V1.
In dem flachen Gehäuse der J1 hat leider kein so starker Akku Platz wie in der deutlich dickeren V1.

Der Standard-Serienbildmodus fängt fünf Fotos pro Sekunde ein, was ein sehr guter Wert ist. Und wie gesagt muss sich der Fotograf nicht mit ewigen Wartezeiten herumschlagen – die J1 speichert die Fotos erfreulich schnell ab und ist gleich wieder einsatzbereit.

Leider ist der Autofokus, wenn man alle 73 Felder aktiviert, etwas inkonsistent. Er wählt bei jedem Anfokussieren desselben Motivs unterschiedliche Felder aus und liefert damit immer unterschiedliche Ergebnisse. Außerdem ist die Akkulaufzeit mit einer CIPA-Bewertung von 230 Fotos sehr kurz. Das 3,0 Zoll große Display löst 480 mal 320 Pixel auf und ist ganz ordentlich, reflektiert bei direkter Sonneneinstrahlung allerdings merklich.

Bildqualität

Die Bildqualität der Nikon 1 J1 bewegt sich zwischen sehr gut und ausgezeichnet. Das Rauschverhalten im JPEG-Modus geht in Ordnung, ist aber nicht herausragend. Wer genau hinsieht, kann bereits bei ISO 200 eine erste Körnung erkennen. Wirklich sauber gelingen die Aufnahmen nur mit ISO 100. Leider können wir bezüglich der RAW-Aufnahmen noch keine Aussagen treffen, da Adobe Camera RAW das Rohdatenformat der J1 noch nicht unterstützt.

Ab ISO 400 trett ein erstes Farbrauschen auf, ab ISO 1600 lassen schließlich die Details nach. Bei hohen Empfindlichkeiten erhält die Nikon J1 die Farben besser als viele Konkurrenten, wodurch auch im Zwielicht noch ordentliche Fotos gelingen – solange man nicht zu genau hinsieht.

In Sachen Schärfe und Belichtung liefert die J1 konstant akkurate Ergebnisse. Der Tonwertumfang bewegt sich auf dem Niveau der Konkurrenz. Allerdings dürfte sich hier mit dem Umweg über das Rohdatenformat auch noch etwas aus der Kamera herauskitzeln lassen.

Die Videos der Nikon J1 sehen scharf und gesättigt aus. Der Autofokus arbeitet außergewöhlich gut: Er ist schnell, leise und treffsicher. Das Stereo-Mikrofon leistet ebenfalls gute Dienste. Außerdem lässt sich der Mikrofonpegel einstellen, und es gibt einen Windfilter.

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu Nikon 1 J1 im Test: blitzschnelle Schnappschuss-Systemkamera mit Wechselobjektiven

  • Am 3. Oktober 2011 um 11:24 von Michael Nebel

    Nikon 1
    Hmmm…. irgendwie kommt es mir so vor, als ist Nikon da nicht wirklich was Vernünftiges eingefallen. Was nützen 60B/s, wenn der Puffer schon nach 15 Bildern voll ist!? Auf der Suche nach einer "Kompakten" für HD-Filmen als Begleiter für mein System D700s jedenfalls ist das Teil unbrauchbar.
    Und selbst für Neueinsteiger nicht zu empfehlen, da ich davon ausgehe, dass dieses Nischenprodukt in der Nische bleiben wird.

    Gruss Michael Nebel

    • Am 12. November 2011 um 20:24 von Jürgen

      AW: Nikon 1
      also ich hab sie seit vier Tagen im Betrieb und eine echte Freude mit dem Handling und den Bildern. echt klasse Ding. Sehr tragbar und einfach, trotzdem ein wenig "DSLR-Feeling". Und ich fnde sie auch sehr stylisch.

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