Nikon 1 J1 im Test: blitzschnelle Schnappschuss-Systemkamera mit Wechselobjektiven

von Lori Grunin und Stefan Möllenhoff am , 17:08 Uhr

Pro
  • hervorragende Videoqualität
  • gute Fotos bei wenig Licht
  • extrem schnell
Con
  • keine manuellen Fokusringe an den Objektiven
  • maximale Verschlusszeit mit Blitz 1/60 Sekunde
  • kein Sucher verfügbar
Hersteller: Nikon Listenpreis: ab 600 Euro (mit 10-30mm-Objektiv)
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,5 von 10 Punkte
Fazit:

Die Nikon 1 J1 ist zweifelsohne eine innovative und interessante Kamera, die in puncto Geschwindigkeit Maßstäbe setzt und eine gute Bildqualität bietet. Allerdings sitzt das Modell ein wenig zwischen den Stühlen: Vielen Schnappschussfotografen dürfte der Preis zu hoch sein, anspruchsvolle Fotografen dagegen werden von dem auf manuelle Bedienung wenig optimierten Bedienkonzept abgeschreckt.

Kompakte Systemkameras sollen die Vorzüge von DSLR- und Kompaktkameras miteinander vereinen und eine große Bildqualität in einem kleinen Gehäuse bieten. Nikon möchte diese beiden Vorzüge mit den beiden neu vorgestellten Modellen V1 und J1 unter einen Hut bringen – und will der Konkurrenz in puncto Geschwindigkeit die Rücklichter zeigen. Ob das klappt, zeigt der ausführliche Testbericht zur Nikon 1 J1.

Inzwischen hat fast jeder Digicam-Hersteller eine solche EVIL-Kamera im Angebot – von Sony [1] und Samsung [2] über Panasonic [3] und Olympus [4] bis hin zu Pentax [5] und Ricoh [6]. Lediglich die Giganten Canon [7] und Nikon [8] hielten sich bislang zurück. Bislang. Denn jetzt, zwei Jahre nach dem Auftauchen der ersten spiegellosen Systemkameras, ist Nikon ebenfalls mit von der Partie. Der japanische Hersteller hat sich den Markt definitiv in Ruhe angesehen. Und auch wenn wir nicht mit allen Entscheidungen einverstanden sind, die Nikon getroffen hat, so müssen wir doch zugeben: Anstelle eines Me-Too-Produkts sind unterm Strich zwei wirklich einzigartige Kameras herausgekommen: die Nikon 1 J1 und die Nikon 1 V1 [9].

Klammert man Pentax [10] aus, so setzt das Nikon-1-System von allen derzeit im Markt befindlichen System auf den kleinsten Sensor: Der lichtempfindliche Chip hat einen Crop-Factor von 2,7. Damit ist es theoretisch möglich, kompaktere Kameras und Objektive zu bauen als die Konkurrenz. Auf der anderen Seite bedeutet ein kleinerer Sensor jedoch auch weniger lichtempfindliche Fläche und damit eine schlechtere Bildqualität – jedenfalls in der Theorie. Um die Pixel nicht zu klein werden zu lassen, hat der Hersteller die Auflösung deshalb bei lediglich 10 Megapixeln belassen, was für die allermeisten Einsatzgebiete allerdings auch völlig ausreichen sollte. Außerdem verfügt der Chip über einen integrierten Phasenvergleichs-Autofokus, was – jedenfalls auf dem Papier – für eine Geschwindigkeit sorgen dürfte, wie sie sonst nur DSLRs bieten.

Zusammen mit den beiden Kameras hat Nikon vier Objektive angekündigt. Es gibt zwei einigermaßen kompakte Zoomobjektive mit 10 bis 30 und 30 bis 110 Millimetern Brennweite, eine sperrige Superzoom-Optik mit 10 bis 100 Millimetern und eine 10-Millimeter-Pancake-Linse. Die folgende Tabelle zeigt die Preise für die Hardware auf einen Blick.

  Nikon 1 J1 Nikon 1 V1
Mit 10-30mm 599 Euro 869 Euro
Mit 10mm 649 Euro 919 Euro
Mit 10-30mm und 30-110mm 759 Euro 1029 Euro
Mit 10-30mm und 10mm 759 Euro 1029 Euro

Design

Das Design gehört mit zu den Schwachstellen der Nikon 1 J1. Die Kamera ist einen Hauch kleiner als die Konkurrenten Panasonic Lumix DMC-GF3 und Olympus E-PM1 und wirkt wie eine etwas aufgedunsene Kompaktkamera mit abgerundeten Ecken und praktisch leerer Frontplatte. Was Nikon leider nicht von der Konkurrenz gelernt hat, ist, dass einer solchen Kamera ein kleiner Handgriff sehr gut steht. Zwar ist das glänzende Gehäuse nicht so glitschig wie es aussieht, aber besonders sicher fühlen wir uns beim einhändigen Fotografieren nicht.

Auf der Oberseite des Gehäuses befinden sich ein kleiner Ein/Aus-Schalter sowie zwei große Tasten für Auslöser und Videoaufnahme. Im Gegensatz zur Schwester V1 verfügt die J1 über einen Popup-Blitz, der im ausgefahrenen Zustand etwas an die roten Fähnchen von alten US-Briefkästen [11] erinnert. Soweit gibt es keine Überraschungen.

Die Nikon J1 wird in den Farben Silber, Weiß, Pink, Rot und Schwarz erhältlich sein. Der Marktstart soll Ende Oktober erfolgen. [12]
Die Nikon J1 wird in den Farben Silber, Weiß, Pink, Rot und Schwarz erhältlich sein. Der Marktstart soll Ende Oktober erfolgen.

Die Rückseite der Kamera dagegen wartet mit einer ganzen Armada an Bedienelementen auf, von denen allerdings erstaunlich wenige zum Anpassen von manuellen Aufnahmeparametern zuständig sind. Ganz oben befindet sich eine mit „F“ bezeichnete Taste, die ein kontextabhängiges Menü aufruft, in dem sich dann beispielsweise der Serienbildmodus oder die Videofunktion konfigurieren lassen. Daneben befindet sich ein vertikaler Wippschalter, der der Beschriftung nach zu urteilen zum Zoomen im Wiedergabemodus dient, aber nebenbei im manuellen Modus auch die Verschlusszeit anpasst.

Überraschung: Auf dem Moduswahlschalter auf der Rückseite fehlen die Modi P, A, S und M. [13]
Überraschung: Auf dem Moduswahlschalter auf der Rückseite fehlen die Modi P, A, S und M.

Weiter unten folgt ein klassisches Modusrädchen, auf dem man allerdings die klassischen Punkte P, A, S und M vergeblich sucht. Stattdessen befinden sich hier die vier Aufnahmeprogramme Bewegter Schnappschuss, Smart Photo Selector, Videomodus und Normalbild. Über letztgenannten Punkt sind dann schließlich auch die halbautomatischen und manuellen Aufnahmemodi zugänglich. Dann gibt es auf der Rückseite der Kamera noch ein Vier-Wege-Pad mit einem umliegenden Einstellrädchen. Das Pad dient neben der Navigation durch die Menüs auch zum Aufrufen der Einstellungen von Selbstauslöser, Blitz und Belichtungskorrektur sowie zum Sperren von Fokus und Belichtung. Rund um das Vier-Wege-Pad gibt es schließlich noch vier Tasten für Menü, Löschen, Wiedergabe und zum Anpassen der auf dem Display dargestellten Informationen. Knöpfe zum Einstellen von Fokusmodus oder ISO-Empfindlichkeit gibt es nicht.

Die meisten Einstellungen verstecken sich im Menüsystem. Immerhin: Die Menüstruktur verzichtet auf ellenlange Listen und ist relativ flach gehalten, was dem Anwender ewige Klick-Scroll-und-Such-Orgien erspart. Für eine Kamera, die sich an Umsteiger von Kompaktkameras richtet, gibt es hier aber dennoch ziemlich viele verwirrende Optionen. So ist der Serienbildmodus beispielsweise mit Elektronischer Verschluss gekennzeichnet. Die F-Taste ruft außerdem kein Schnellmenü mit den wichtigsten Aufnahmeparametern auf, sondern bringt einen nicht anpassbaren Dialog mit relativ speziellen Einstellungen aufs Display, die wir weniger häufig benötigen, als andere in den Menüs vergrabene Optionen – Stichwort: ISO-Empfindlichkeit.

Auslöser, Videotaste, Ein/Aus-Schalter: Auf der Oberseite der J1 gibt es keine Überraschungen. [14]
Auslöser, Videotaste, Ein/Aus-Schalter: Auf der Oberseite der J1 gibt es keine Überraschungen.

Die beiden Zoomobjektive mit 10 bis 30 und 30 bis 110 Millimetern Brennweite, die Nikon zusammen mit den zwei neuen Kameras vorgestellt hat, sind ziemlich kompakt. Sie lassen sich bei Nicht-Benutzung zusammenschieben, was wir von Optiken von Panasonic und Olympus bereits kennen. Leider verzichtet der japanische Hersteller bei den Optiken auf manuelle Fokusringe. Wer händisch scharfstellen möchte, muss erst in den Menüs den manuellen Fokus aktivieren, anschließend per Druck auf die Ok-Taste in der Mitte des Rädchens die Einstellung aktivieren und dann mit der Wippe rechts oben die Entfernung einstellen. Praktisch sieht anders aus.

Ausstattung

Die Nikon 1 J1 hat eine für diese Klasse extrem gute und gleichzeitig deutlich eingeschränkte Ausstattung. Auf der positiven Seite gibt es beispielsweise einen Zeitraffermodus, der sich bei wenigen Digicams in dieser Klasse findet. Außerdem hat sich der Hersteller ein paar innovative Features ausgedacht. Mit Bewegter Schnappschuss beispielsweise fängt die Kamera einen einsekündigen Full-HD-Clip mit 60 Bildern pro Sekunde ein, der dann mit 24 Bildern pro Sekunde, also mit 0,4-facher Geschwindigkeit, wiedergegeben wird. Das sieht schick aus, ist aber eben leider auf eine Sekunde beschränkt. Hier wäre eine Einstellungsmöglichkeit schön gewesen.

Der Smart Photo Selector kommt direkt aus der Schnappschuss-Digicam-Ecke. Hier fängt die Kamera 20 Fotos in schneller Folge ein und wählt daraus selbsttätig die beste Aufnahme aus. Außerdem speichert die zur Sicherheit noch vier weitere Bilder, auf die der Fotograf dann ebenfalls zugreifen kann. Das funktioniert zwar ganz gut, aber wer wird dieses Feature benutzen? Möchtet Ihr wirklich die Kamera entscheiden lassen, welches Bild gut ist und welches nicht? Wir freuen uns über Kommentare.

Im Serienbildmodus schießt die Nikon 1 J1 wahlweise 10, 30 oder 60 Bilder pro Sekunde. Allerdings läuft der Pufferspeicher nach 12 bis 13 Bildern voll, und dann braucht die Kamera eine Verschnaufpause, um die Aufnahmen auf die Speicherkarte zu schreiben. Das reduziert den Nutzen leider deutlich, denn im Vollgasmodus ist nach einer Viertelsekunde Schicht im Schacht, und auch hier muss man erst einmal den richtigen Augenblick treffen. Immerhin: Die J1 ist hier deutlich schneller wieder einsatzbereit als ihre Konkurrenten. Länger als ein bis zwei Sekunden müssen wir nie warten.

Die Nikon 1 J1 verzichtet interessanterweise vollständig auf einen mechanischen Verschluss und verfügt nur über das elektronische Pendant. Damit beträgt die kürzeste Verschlusszeit, bei der die Kamera mit Blitz fotografieren kann, lediglich 1/60 Sekunde. Stellt man beispielsweise im Belichtungsprioritäts-Modus einen höheren Wert ein, regelt die Kamera diesen nach unten, sobald man den Blitz aktiviert. Klappt man das Briefkasten-Fähnchen ein, kehrt die J1 zum vorherigen Wert zurück. Für Fotografen, die mit dem Blitz Actionszenen einfrieren wollen, ist das ein absolutes No-Go. Außerdem gibt es keine Belichtungsreihenfunktion – auf diese verzichtet Nikon übrigens auch bei seinen aktuellen Einsteiger-DSLRs. Darüber hinaus sucht man auch diverse Spezialeffekte, beispielsweise die bei Digicams weit verbreiteten Fischauge- und Tilt-und-Shift-Filter, bei der J1 erstaunlicherweise vergeblich. Auf der anderen Seite gibt es Highend-Features, die Hobbyknipser kaum brauchen dürften – so ist es beispielsweise möglich, seine Aufnahmekonfiguration auf eine SD-Karte zu kopieren und an einer anderen Kamera zu benutzen. Eine Möglichkeit, einen elektronischen Aufstecksucher einzusetzen, gibt es bei der J1 nicht.

Die folgende Tabelle zeigt noch einmal die wichtigsten Ausstattungsmerkmale der Nikon 1 J1 im Vergleich mit ihrer Schwester V1 und zwei aktuellen Konkurrenten.

Hersteller Nikon Nikon Panasonic Sony [15]
Modell 1 J1 1 V1 [9] Lumix DMC-GF3 [16] NEX-C3 [17]
Preis (günstigstes Kit) 599 Euro 869 Euro 549 Euro 579 Euro
Bildsensor CMOS (13,2 x 8,8 mm) CMOS (13,2 x 8,8 mm) Live MOS (17,3 x 13,0 mm) CMOS (23,5 x 15,6 mm)
Auflösung 10 Megapixel 10 Megapixel 12,1 Megapixel 16,2 Megapixel
Empfindlichkeiten ISO 100 – 6400 ISO 100 – 6400 ISO 100 – 6400 ISO 200 – 12.800
Formatfaktor 2,7 2,7 2,0 1,5
Serienbildgeschwindigkeit 5 fps 5 fps 3,8 fps 2,5 fps
Sucher nein elektronisch nein optional (optisch)
Autofokus Phasenvergleichs-AF mit 73 Punkten; Kontrast-AF mit 135 Messfeldern Phasenvergleichs-AF mit 73 Punkten; Kontrast-AF mit 135 Messfeldern Kontrast-AF mit 23 Messfeldern Kontrast-AF mit 25 Messfeldern
Belichtungsmessung k. A. k. A. 144 Zonen 49 Zonen
Verschlusszeiten 1/16.000 – 30 s 1/16.000 – 30 s 60 – 1/4000 Sekunde 30 – 1/4000 s, Bulb
Blitz integriert nein integriert Aufsteckblitz im Lieferumfang
Display 3,0 Zoll, fest, 460.000 Pixel 3,0 Zoll, fest, 921.000 Pixel 3,0 Zoll, fest, 460.000 Pixel 3 Zoll, beweglich, 921.000 Pixel
Touchscreen nein nein ja nein
Bildstabilisator optisch optisch optisch (via Objektiv) optisch
Videofunktion 1080p, H.264 1080p, H.264 1080i, AVCHD 720p, H.264
Mikrofoneingang ja ja nein ja
Kopfhörerausgang nein nein nein nein
Max. Akkulaufzeit (CIPA) 230 Fotos 350 Fotos 340 Fotos 400 Fotos
Abmessungen 10,6 x 6,1 x 3,0 cm 11,3 x 7,6 x 4,4 cm 10,8 x 6,7 x 3,3 cm 11,0 x 6,0 x 3,3 cm
Gewicht 277 g 383 g 222 g 225 g

Leistung

Bei der Geschwindigkeit liefert die Nikon 1 J1 eine etwas gemischte Leistung ab. Auf der einen Hand ist die Auslöseverzögerung wirklich extrem kurz. Bei guten Lichtverhältnissen benötigt die Kamera lediglich 0,2 Sekunden, um auf das Motiv zu fokussieren und das Foto einzufangen. Und auch im Zwielicht ist die Auslöseverzögerung mit 0,4 Sekunden noch hervorragend. Hier macht sich der im Sensor integrierte Phasenvergleichs-Autofokus bezahlt, der außerdem für eine hohe Treffsicherheit sorgt. Allerdings braucht ist die Kamera nicht besonders schnell betriebsbereit: Bis nach dem Betätigen des Einschalters das erste Foto im Kasten ist, vergeht etwa eine Sekunde.

Auch die Verschnaufpausen zwischen zwei Fotos lassen zu wünschen übrig. Im JPEG-Modus genehmigt sich die Kamera Auszeiten von 1,1 Sekunden zwischen zwei Fotos. Wer im Rohdatenformat fotografiert, muss 1,3 Sekunden warten. Das ist zwar nicht furchtbar, aber dennoch verhältnismäßig langsam. Mit zugeschaltetem Blitz verschlechtert sich der Wert auf 1,6 Sekunden.

In dem flachen Gehäuse der J1 hat leider kein so starker Akku Platz wie in der deutlich dickeren V1. [18]
In dem flachen Gehäuse der J1 hat leider kein so starker Akku Platz wie in der deutlich dickeren V1.

Der Standard-Serienbildmodus fängt fünf Fotos pro Sekunde ein, was ein sehr guter Wert ist. Und wie gesagt muss sich der Fotograf nicht mit ewigen Wartezeiten herumschlagen – die J1 speichert die Fotos erfreulich schnell ab und ist gleich wieder einsatzbereit.

Leider ist der Autofokus, wenn man alle 73 Felder aktiviert, etwas inkonsistent. Er wählt bei jedem Anfokussieren desselben Motivs unterschiedliche Felder aus und liefert damit immer unterschiedliche Ergebnisse. Außerdem ist die Akkulaufzeit mit einer CIPA-Bewertung von 230 Fotos sehr kurz. Das 3,0 Zoll große Display löst 480 mal 320 Pixel auf und ist ganz ordentlich, reflektiert bei direkter Sonneneinstrahlung allerdings merklich.

Bildqualität

Die Bildqualität der Nikon 1 J1 bewegt sich zwischen sehr gut und ausgezeichnet. Das Rauschverhalten im JPEG-Modus geht in Ordnung, ist aber nicht herausragend. Wer genau hinsieht, kann bereits bei ISO 200 eine erste Körnung erkennen. Wirklich sauber gelingen die Aufnahmen nur mit ISO 100. Leider können wir bezüglich der RAW-Aufnahmen noch keine Aussagen treffen, da Adobe Camera RAW das Rohdatenformat der J1 noch nicht unterstützt.

Ab ISO 400 trett ein erstes Farbrauschen auf, ab ISO 1600 lassen schließlich die Details nach. Bei hohen Empfindlichkeiten erhält die Nikon J1 die Farben besser als viele Konkurrenten, wodurch auch im Zwielicht noch ordentliche Fotos gelingen – solange man nicht zu genau hinsieht.

In Sachen Schärfe und Belichtung liefert die J1 konstant akkurate Ergebnisse. Der Tonwertumfang bewegt sich auf dem Niveau der Konkurrenz. Allerdings dürfte sich hier mit dem Umweg über das Rohdatenformat auch noch etwas aus der Kamera herauskitzeln lassen.

Die Videos der Nikon J1 sehen scharf und gesättigt aus. Der Autofokus arbeitet außergewöhlich gut: Er ist schnell, leise und treffsicher. Das Stereo-Mikrofon leistet ebenfalls gute Dienste. Außerdem lässt sich der Mikrofonpegel einstellen, und es gibt einen Windfilter.

Fazit

Die Nikon 1 J1 ist definitiv eine gute Kamera, die allerdings ein wenig zwischen den Stühlen hängt. Für viele Kompaktkamera- und Schnappschuss-Fotografen dürften die Anschaffungskosten von 600 Euro abschreckend wirken. Die fortgeschritteneren Fotografen dagegen werden sich über die nur umständlich zu erreichenden Einstellungsmöglichkeiten zu Blende und Belichtungszeit sowie den umständlichen manuellen Fokus ärgern. Ein weiterer Punkt, in dem Nikon noch viel aufzuholen hat, ist das Zubehör. Für das Micro-Four-Thirds-Format beispielsweise gibt es bereits über 30 Objektive, für das Nikon-1-System gerade einmal vier Stück.

Aufnahmegeschwindigkeit (in Sekunden)
(kürzere Balken bedeuten bessere Leistung)

Zeit bis zum ersten Foto   
Zeit zwischen zwei Fotos (RAW)   
Zeit zwischen zwei Fotos (JPEG)   
Auslöse- verzögerung (Zwielicht)   
Auslöse- verzögerung (Tageslicht)   
Nikon 1 J1

1 
1.3 
1.1 
0.4 
0.2 
Panasonic Lumix DMC-GF3 [16]

0.6 
0.6 
0.6 
0.6 
0.3 
Sony NEX-5N [20]

1.2 
1.1 
1 
0.6 
0.3 
Olympus E-PL3

1 
0.8 
0.7 
0.6 
0.3 
Sony NEX-C3 [17]

0.7 
0.8 
0.8 
0.8 
0.4 

Serienbildgeschwindigkeit (in Fotos pro Sekunde)
(längere Balken bedeuten bessere Leistung)
Nikon 1 J1

5.1 
Olympus E-PL3

4.7 
Sony NEX-5N [20]

3.3 
Sony Alpha NEX-C3 [17]

2.5 

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[1] Sony: https://www.cnet.de/tests/digicam/archiv/?company%5B0%5D=Sony

[2] Samsung: https://www.cnet.de/tests/digicam/archiv/?company%5B0%5D=Samsung

[3] Panasonic: https://www.cnet.de/tests/digicam/archiv/?company%5B0%5D=Panasonic

[4] Olympus: https://www.cnet.de/tests/digicam/archiv/?company%5B0%5D=Olympus

[5] Pentax: https://www.cnet.de/tests/digicam/archiv/?company%5B0%5D=Pentax

[6] Ricoh: https://www.cnet.de/tests/digicam/archiv/?company%5B0%5D=Ricoh

[7] Canon: https://www.cnet.de/tests/digicam/archiv/?company%5B0%5D=Canon

[8] Nikon: https://www.cnet.de/tests/digicam/archiv/?company%5B0%5D=Nikon

[9] Nikon 1 V1: https://www.cnet.de/tests/digicam/41556050/preview/nikon_1_v1_im_vorab_test_edel_schnappschuss_kamera_mit_wechselobjektiven.htm

[10] Pentax: https://www.cnet.de/tests/digicam/41554378/preview/digicam_winzling_mit_wechselobjektiven_das_kann_die_pentax_q_mit_kompaktkamera_sensor.htm

[11] roten Fähnchen von alten US-Briefkästen: http://en.wikipedia.org/wiki/File:Mailbox_USA.jpg

[12] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41556159/nikon_1_j1_farbversionen.jpg

[13] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41556159/nikon_1_j1_hinten.jpg

[14] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41556159/nikon_1_j1_oben.jpg

[15] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[16] Lumix DMC-GF3: https://www.cnet.de/tests/digicam/41554575/testbericht/panasonic_lumix_dmc_gf3_im_test_dslr_bildqualitaet_im_kompaktkamera_gehaeuse.htm

[17] NEX-C3: https://www.cnet.de/tests/digicam/41554909/testbericht/sony_nex_c3_im_test_tolle_evil_kamera_mit_gewoehnungsbeduerftiger_bedienung.htm

[18] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41556159/nikon_1_j1_seite.jpg

[19] Testfotos: die Bildqualität der Nikon 1 J1: https://www.cnet.de/41556161/testfotos-die-bildqualitaet-der-nikon-1-j1/?pid=1#sid=41556159

[20] Sony NEX-5N: https://www.cnet.de/tests/digicam/41556074/testbericht/sony_nex_5n_im_test_superkompakte_systemkamera_fuer_videofreaks.htm