Aber wie sieht es mit anderen Audio-Streaming-Produkten aus? Es gibt ja eine ganze Menge AV-Receiver und Sound-Bars, die ebenfalls Online-Streaming-Dienste via WLAN, AirPlay oder Bluetooth unterstützen und oft genug auch via iOS- und Android-App fernbedienbar sind. Allerdings muss man bei den allermeisten dieser Geräte mehrere Komponenten miteinander verbinden. Beispiele dafür wären ein vernetzter AV-Receiver, etwa von Denon, Onkyo oder Pioneer, mit einem Lautsprecher-Set, ein Apple TV mit einem Lautsprechersystem, ein immer noch recht teures AirPlay-fähiges Lautsprechersystem oder eine Bluetooth-fähige Sound-Bar wie das LG LSB316. Praktisch alle dieser Lösungen haben spezifische Nachteile gegenüber dem Sonos-System: Höhere Kosten, mehr Kabel, weniger unterstützte Audio-Dienste, schlechterer Klang oder keine Multi-Raum-Unterstützung – oder eine Kombination dieser Punkte.

Unser Ansicht nach ist die momentan einzige Konkurrenzlösung zu Sonos Produkten weiterhin das Logitech Squeezebox Radio, das man am deutschen Markt zu Preisen ab 110 Euro bekommt. Das Logitech-System unterstützt viele – aber nicht alle – der vom Sonos Play:3 angebotenen Audio-Streaming-Dienste; auch eine Fernbedienung via iOS- und Android-Apps ist mittlerweile möglich. Außerdem sieht das Squeezebox Radio eher wie ein klassischer Radiowecker aus und dürfte damit all jene eher ansprechen, für die primär Zeitanzeige sowie Wecker- und Snooze-Funktion wichtig sind. Das WLAN-fähige Logitech-System lässt sich allerdings bei weitem nicht so gut und unkompliziert wie das Sonos-System für die Abdeckung mehrerer Räume skalieren. Kritische Zuhörer werden zudem schnell feststellen, dass es doch einen ganzen Zacken schlechter klingt als das Sonos Play:3. Hinsichtlich der Kosten schlägt es das Sonos-System allerdings um Längen: Immerhin bekommt man fast drei Squeezebox Radios für den Preis eines einzelnen Play:3.

Wer Wert auf insgesamt besseren Sound legt, sollte lieber zum großen Bruder des Sonos Play:3 greifen - der Play:5 klingt einfach besser.
Wer Wert auf insgesamt besseren Sound legt, sollte lieber zum großen Bruder des Sonos Play:3 greifen – der Play:5 klingt einfach besser.

Letztlich werden zumindest audiophilen Anwendern schnell die Grenzen des Play:3 bewusst werden, auch wenn Sonos durchaus das Beste erreicht haben könnte, was innerhalb der gesetzten Paramter für die Entwickler des Unternehmens möglich war. Solche audiophilen Nutzer sollten dann eher eher zum Sonos ZonePlayer 90 (ab 325 Euro) oder zum ZonePlayer 120 (ab 440 Euro) greifen, die beide die gleichen Streaming-Funktionen bieten. Der ZonePlayer 90 wird an einen externen Verstärker – beispielsweise ein AV-Receiver oder ein aktives Lautsprechersystem – angeschlossen, während der ZonePlayer 120 bereits einen Verstärker integriert und mit normalen passiven Stereo-Lautsprechern eigener Wahl verbunden werden kann.

Fazit

Der Play:3 ist größtenteils eine sehr gute Ergänzung für das Sonos-Angebot und stärkt die Stellung des Unternehmens als wichtigster Anbieter von Multi-Raum-Audiosystemen für den Eigenbau. Mit Preisen von derzeit knapp unter 300 Euro ist der Play:3 allerdings ein bisschen teuer.

Dennoch brauchte das Unternehmen einen preisgünstigeren Lautsprecher, um die Kosten eines Einstiegssystems zu reduzieren und Bestandskunden davon zu überzeugen, noch mehr Räume mit Sonos-Produkten zu beschallen. Wir können uns beispielsweise sehr gut vorstellen, dass in größeren Räumen – beispielsweise im Wohnzimmer – ein Play:5 den Ton angibt, während der Play:3 in kleineren Räumen wie der Küche, dem Schlafzimmer, dem Büro oder dem Bad zum Einsatz kommt.

Nein, dieser Lautsprecher klingt nicht fantastisch – aber „normale“ (also nicht-audiophile) Anwender werden mit ziemlicher Garantie davon überzeugt sein, dass er für seine Größe ziemlich gut klingt. Wenn man sich die Differenz zum Play:5 leisten kann, dann ist das Geld gut investiert – der Play:5 klingt einfach hörbar besser. Aber egal, welchen von beiden man schließlich nimmt: Wenn man unkompliziert digitale Musik oder Online-Audio-Dienste genießen will, stellen sowohl der Play:5 als auch der Play:3 insgesamt exzellente Lösungen dar.

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