Sonos Play:3: vernetztes Lautsprechersystem für überlegenes Audio-Streaming

von David Carnoy und Gerald Strömer am , 18:02 Uhr

Pro
  • kann von jedem iPhone, iPod Touch, iPad oder Android-Smartphone mittels kostenloser app bedient werden
  • guter Klang
  • kompaktes, elegantes Design
  • streamt Internetradios, Audio-Dienste und die eigene digitale Musiksammlung
  • einfaches Setup
  • kann (mit separat erworbenen Sonos-Playern) bis zu 31 zusätzliche Räume beschallen
Con
  • fast keine Stereo-Trennung
  • hat nicht den Detailreichtum und die Klarheit des großen Bruders Sonos Play:5
  • interagiert kabellos mit Sonos-Produkten, braucht im Einzelbetrieb aber LAN oder die Sonos Bridge (50 Euro)
Hersteller: Sonos Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Obwohl das Sonos Play:3 nicht ganz so gut klingt wie das größere Play:5 liefert es dennoch überlegenes Audio-Streaming ab und kann von jedem iOS-Gerät oder Android-Smartphone aus bedient werden.

Der von unseren Kollegen von CNET.com getestete Sonos Play:3 ist die neueste Komponente des kabellosen HiFi-Systems von Sonos, mit dem man eine Vielzahl von Räumen im Haus individuell mit Musik aus Netzwerkspeichern oder Online-Quellen beschallen kann. Der vernetzte Einzellautsprecher rundet die Produktfamilie nach unten ab und wird als preiswerte Alternative zum Play:5 positioniert.

Nach dem Erfolg des Play:5 [1] – ehemals als ZonePlayer S5 [2] bekannt – erweitert Sonos sein Angebot nun um einen kleineren und günstigeren Lautsprecher. Mit Marktpreisen ab 300 Euro ist der Sonos Play:3 [3] die preiswerteste Audio-Streaming-Komponente von Sonos.

Bei der Sonos-Produktfamilie handelt es sich um ein Audio-Streaming-System, mit dem man alle Arten digitaler Musik genießen kann. Einen nicht unerheblichen Teil der Anziehungskraft des Systems macht die Tatsache aus, dass man mit ihm seine komplette iTunes-Musiksammlung streamen kann. Außerdem kann man sich spielend einfach mit diversen Streaming-Diensten wie Aupeo, iHeartRadio, Last.fm, Napster und anderen verbinden. (Hinweis: Last.fm gehört zu CBS Interactive, das auch CNET.de publiziert.)

In den letzten Jahren – genauer gesagt, seit Sonos kostenlose iOS- und Android [4]-Apps veröffentlicht hat, mit denen man sein System von existierenden Smartphones und Tablets aus bedienen konnte – ist das Unternehmen rapide gewachsen. Die Einführung des Play:5 [5], eines Lautsprechers mit kabelloser Netzwerkanbindung, der die Einrichtung eines Multi-Room-Systems deutlich vereinfacht, hat ebenfalls zu einem starken Anstieg der Verkaufszahlen geführt.

Wir sind seit langem Fans des Systems und freuen uns, dass Sonos seine Lautsprecher-Familie mit der Ankündigung des Play:3 jetzt nach unten abrundet und damit eine vergleichsweise preisgünstige und kompakte Option für all jene bietet, die ihre Systeme um zusätzliche Räume erweitern wollen. Der Play:3 ist größtenteils eine sehr gute Ergänzung des Sonos-Angebots, aber wenn ein Lautsprecher kleiner wird, hat das auch Auswirkungen auf den Klang. Im folgenden Test führen wir aus, wie gut sich der Play:3 im Vergleich zum großen Bruder Play:5 und anderen Einzel-Lautsprecher-Systemen schlägt.

Design

Der in Weiß und Schwarz erhältliche Sonos Play:3 hat ein hübsches, klares Design mit lediglich drei Knöpfen für Lauter, Leiser sowie Mute auf der Oberseite und einem einzelnen Stromkabel auf der Rückseite. Der Lautsprecher ist zwar bei weitem nicht so massiv wie der 4,15 Kilogramm schwere Play:5, bringt aber dennoch stolze 2,6 Kilogramm auf die Waage.

Mit Abmessungen von 13,2 mal 26,8 mal 16,0 Zentimetern und einem Gewicht von 2,6 Kilogramm ist der Play:3 angenehm kompakt. [6]
Mit Abmessungen von 13,2 mal 26,8 mal 16,0 Zentimetern und einem Gewicht von 2,6 Kilogramm ist der Play:3 angenehm kompakt.

Der Play:3 integriert drei Treiber (einen Hochtöner und zwei dreizöllige Mitteltöner), drei Class-D-Digitalverstärker (einen pro Treiber) und einen passiven, nach hinten gerichteten Bassverteiler. Dank kompakten Abmessungen von 26,8 mal 13,2 mal 16,0 Zentimetern findet der Play:3 in praktisch jedem Bücherregal, auf jeder Anrichte oder auf jedem Nachtschrank Platz. Der Lautsprecher ist immer angeschaltet, geht aber automatisch in den Standby-Modus, wenn er nicht genutzt wird. Wer ihn physisch abschalten will, muss schon das Stromkabel bemühen.

Der Sonos Play:3 kann übrigens sowohl horizontal als auch vertikal ausgerichtet genutzt werden. Laut Hersteller überwacht dabei ein Sensor die Positionierung des Lautsprechers und versetzt ihn automatisch vom Stereo- (horizontal) in den Mono-Modus (vertikal) und umgekehrt.

Ein Grund für dieses Feature der „intelligenten Ausrichtung“ ist die Tatsache, dass man zwei Play:3 in gleichen Raum als Stereo-Lautsprecher-Paar nutzen kann. Einer der Play:3 fungiert dann als dedizierter linker Kanal, der andere gibt den rechter Kanal wieder. Das kann man übrigens auch mit dem Play:5 machen. Hier verbessern sich Stereo-Separation und Klang drastisch – aber man muss dann auch knapp 600 Euro auf den Tisch legen.

In Sachen Schnittstellen ist der Play:3 so karg bestückt, wie es für einen vernetzten Lautsprecher nur möglich ist: Er verfügt – neben seiner proprietären kabellosen Netzwerkanbindung – lediglich über einen einzelnen Ethernet-Port für den LAN-Zugang – mehr gibt es nicht. Alle anderen Sonos-Komponenten verfügen über zwei Ethernet-Ports, wodurch sie auch als LAN-Brücken für andere Geräte mit Netzwerkanschluss (zum Beispiel Xbox 360 und Blu-ray-Player) genutzt werden können. Und im Gegensatz zu anderen Sonos-Geräten lässt der Play:3 eben auch sämtliche „normalen“ Audio-Eingänge vermissen.

Sonos unterstützt aber mittlerweile so viele Audio-Dienste, dass die meisten Interessenten wohl auf einen solchen Aux-Eingang verzichten können – es gibt einfach nicht mehr so viel, was man da anschließen möchte. Aber da ein solcher Audio-Eingang nicht vorhanden ist, funktioniert auch die für Sonos‘ andere Komponenten verfügbare AirPlay-Übergangslösung [7] nicht mit dem Play:3. Das ist nach unserer Ansicht aber kein allzu großer Verlust, da fast alle Audioinhalte, die man über AirPlay bekommen könnte, auch auf anderem Weg für den Play:3 verfügbar sind.

An Anschlüssen gibt es lediglich einen Ethernet-Port - ein Aux-Eingang glänzt durch Abwesenheit. [8]
An Anschlüssen gibt es lediglich einen Ethernet-Port – ein Aux-Eingang glänzt durch Abwesenheit.

Einige mögen zwar den Mangel einer Uhrzeitanzeige bemängeln, aber der Sonos-Lautsprecher bietet im Gegenzug einen Einschlaf-Timer und ausgeklügelte Wecker-Optionen. Mittels der iOS- und Android-Apps kann man bis zu 32 Alarme einrichten, die für eines oder mehrere der Sonos-Systeme im Haus gelten. Dabei kann man beispielsweise Wochentag und Alarmdauer definieren und angeben, mit was – Alarmton, bestimmter Song, Playliste oder Online-Musikquelle – man geweckt werden möchte. Um den Alarm auszuschalten, muss man nur die Stummschaltungstaste drücken. Wenn man die Snooze-Funktion genießen will, sollte man allerdings das Smartphone [9] oder Tablet mit der Sonos-App in Reichweite haben.

Der Sonos Play:3 bietet außerdem Aussparungen für die Montage an Wänden oder Decke, wird aber ohne jegliches Befestigungsmaterial ausgeliefert.

Setup und Ausstattung

Der Sonos Play:3 hat zwar eine kabellose Netzwerkanbindung, aber damit kann er lediglich mit anderen Sonos-Komponenten interagieren. Sonos-Komponenten kommunizieren mittels eines kabellosen Mesh-Netzwerks namens SonosNet miteinander, das sich erheblich von einem normalen heimischen WLAN unterscheidet. Vorteilhaft an dieser Separation ist, dass das Audio-Streaming der Sonos-Komponenten praktisch nicht von den Aussetzern und Unterbrechungen betroffen ist, mit denen auf normalen WLANs basierende Streamer oft genug zu kämpfen haben. Es macht auch das Setup potenziell einfacher, da man sich nicht mit Passwörtern und WLAN-Access-Points herumschlagen muss.

Ist der Play:3 die einzige Sonos-Komponente, braucht er allerdings erst einmal einen LAN-Zugang. Wer nun den Play:3 im gleichen Zimmer wie den Router stehen hat oder eine offene oder verdeckte Ethernet-Verkabelung seines Heims sein Eigen nennt, braucht den Lautsprecher lediglich mit einem Ethernet-Port zu verbinden und hat damit das Setup praktisch schon abgeschlossen. Als zweite Möglichkeit stehen eine Anzahl von WLAN-Alternativen [10] wie beispielsweise Powerline-zu-Ethernet-Adapter zur Verfügung, um den Play:3 mit einem Router in einem anderen Raum zu verbinden.

Wenn man den Play:3 allerdings kabellos betreiben will, muss man ihn mit einer anderen Sonos-Komponente verknüpfen, die bereits mit dem heimischen Netzwerk verkabelt sein muss. Das kann man sich ein bisschen wie kabellose Festnetztelefone vorstellen: Die Basisstation selbst muss per Kabel mit der Telefondose verbunden sein, während alle Handgeräte dann kabellos mit dieser Basisstation kommunizieren. Besitzt man also bereits einen anderen Sonos-Player – einschließlich eines Play:5 oder einen anderen Play:3 – muss man lediglich sicherstellen, dass sich der Play:3 in Funkreichweite der bereits vorhandenen Komponente befindet.

Wenn das nicht möglich oder gewünscht ist oder man keine andere Sonos-Komponente besitzt und den Play:3 dennoch kabellos betreiben will, braucht man eine Sonos Bridge [11] (früher Sonos ZoneBridge BR100), die es am deutschen Markt zu Preisen ab knapp 50 Euro gibt. Dann wird diese an den Router angekabelt und öffnet ein SonosNet-Netzwerk, in das sich der Play:3 – sowie jede andere künftige Sonos-Komponente – dann kabellos einklinken kann. Übrigens kann man via SonosNet insgesamt bis zu 32 (!) Sonos-Komponenten (Lautsprecher, Player und Bridges) kabellos miteinander verbinden.

Wie bereits gesagt verfügt der Play:3 selbst nur über drei Bedienelemente, die allesamt der Lautstärkesteuerung dienen. Um auf Musik zuzugreifen, muss man ihn aus der Ferne bedienen. Dazu kann man entweder die mitgelieferte und für Windows und Mac geeignet Sonos-Software nutzen oder man kauft sich die hauseigene Hightech-Touchscreen-Fernbedienung Sonos Control [12] (früher Sonos Controller CR200), die am deutschen Markt derzeit allerdings saftige 300 Euro kostet. Sie ist jedenfalls ein weiteres SonosNet-Gerät, das direkt mit jedem Sonos-Player interagieren kann.

Die bequemste – und gleichzeitig kostengünstigste – Möglichkeit zur Bedienung eines Sonos-Systems ist allerdings die Nutzung eines iOS- oder Android-basierten Smartphones oder Tablets als Fernbedienung. Die Sonos-Controller-App kann kostenlos über den App Store oder Android Market heruntergeladen werden und dupliziert fast alle Funktionen der dedizierten Sonos-Fernbedienung. Man muss lediglich sicherstellen, dass das entsprechende Smartphone oder Tablet Zugang zum heimischen WLAN hat.

Vielseitig: Der Play:3 kann via Windows- und Mac-Software, iOS- und Android-App oder der spezialisierten - und knapp 300 Euro teuren - Sonos-Touchscreen-Fernbedienung angesteuert werden. [13]
Vielseitig: Der Play:3 kann via Windows- und Mac-Software, iOS- und Android-App oder der spezialisierten – und knapp 300 Euro teuren – Sonos-Touchscreen-Fernbedienung angesteuert werden.

Das mag alles recht kompliziert klingen, aber Sonos gestaltet das Setup selbst dafür recht einfach. Besonders das Hinzufügen neuer Lautsprecher in neuen Räumen – so genannte „Zonen“ – ist im Handumdrehen erledigt. Auch die Tatsache, dass man sich nicht notwendigerweise erst mit einer Musiksammlung auf einem Computer oder einem Netzwerkspeicher verbinden muss, um Musik zu genießen, dürfte etliche Interessenten ansprechen. Denn schließlich kann man jederzeit die Audio-Services nutzen, die direkt im Sonos-System eingebettet sind. Neben den bereits erwähnten sowie teils kostenlosen und teils kostenpflichtigen Diensten kann man auch auf tausende Internetradios zugreifen. Erstmalige Sonos-Nutzer kommen zudem in den Genuss einer kostenlosen 30-tägigen Testperiode für die Premium-Dienste.

Man kann aber auch die komplette digitale Musiksammlung von jedem Windows- oder Mac-Rechner im heimischen Netzwerk sowie von den meisten NAS-Geräten streamen, die SMB-Sharing unterstützen. Der Sonos Play:3 unterstützt aber auch die meisten Playlist-Formate, so dass man beispielsweise problemlos auf die komplette iTunes-Bibliothek zugreifen kann. Man sollte an dieser Stelle allerdings anmerken, dass der Play:3 zwar praktisch alle Audio-Dateiformate ohne digitale Rechteverwaltung (DRM) abspielen kann, aber mit älteren, kopiergeschützten Dateien nichts anfangen kann – die muss man upgraden.

Wenn man bereits Sonos-Geräte im Einsatz hat, lässt sich der Play:3 kinderleicht ins bestehende Setup einfügen. Man muss lediglich die Stromversorgung sicherstellen, am Rechner im Desktop-Software-Menü „Add Zone“ anklicken und dann zum Play:3 zurückkehren und simultan die Lautstärke-hoch- und Stummschaltungstasten drücken. Innerhalb von 10 bis 30 Sekunden wird der Play:3 dann erkannt und zu den existierenden Zonen hinzugefügt. Selbige können übrigens ganz nach Belieben – beispielsweise nach dem entsprechen Raum – benannt werden. Sobald er so zum Teil des Systems geworden ist, taucht er auch auf der Sonos-Fernbedienung oder Apple [14]- und Android-Geräten mit installierter Sonos-App auf.

Die Benutzung von Smartphones oder Tablets als Sonos-Fernbedienung ist vor allem dank der einfachen Bedienbarkeit der Sonos-App so angenehm. Man kann unkompliziert Zonen – und damit die jeweiligen Geräte – synchronisieren, so dass sie die gleiche Musik abspielen, oder aber in verschiedenen Zonen unterschiedliche Musik laufen lassen. Beispielsweise kann man so in einem Raum Last.fm streamen, während in einem anderen Raum ein Album von einem PC im Netzwerk wiedergegeben wird. Außedem lassen sich die einzelnen Zonen auch an- und abschalten oder die Lautstärke in einem Raum erhöhen, während sie in einem anderen gesenkt wird oder gleich bleibt.

Auch wenn man sich das erste Mal mit einem Sonos-System auseinandersetzt und den Play:3 erstmals als Einzel- oder Multi-Zonen-System aufsetzt, bleibt der Vorgang dennoch recht unkompliziert. Das Ganze kann sich allerdings etwas verkomplizieren, wenn man sämtliche Musik von einem Netzwerkspeicher ziehen will.

Aber alles in allem gestaltet sich der Aufbau einer solchen Multi-Room-Audio-Lösung mit Sonos-Komponenten mindestens so einfach wie mit den Lösungen anderer Firmen, die uns bereits untergekommen sind. Erwähnenswert an dieser Stelle ist auch, dass man sich eine ähnliche Lösung mit in den Wänden eingelassenen Lautsprechern und einem speziellen Netzwerksystem natürlich auch von professionellen Anbietern daheim installieren lassen kann (beispielsweise mit Produkten von Crestron [15]), aber dann muss man sich unter Umständen auf Kosten im Bereich von tausenden und nicht von hunderten Euro pro Raum gefasst machen.

Performance

Für viele Anwender, die bereits Sonos-Komponenten besitzen, oder auch für all jene, die sich ein nagelneues Sonos-System einrichten wollen, stellt sich natürlich die Frage, ob man zum Play:3 oder doch lieber zum größeren, leistungsstärkeren Play:5 greifen sollte, der mit deutschen Marktpreisen ab 380 Euro allerdings auch ein ganzes Stück teurer ist.

Wir würden dazu erst einmal sagen, dass beide Geräte in die Kategorie „gut genug für das, was sie sind“ fallen. Einzellautsprecher dieser Art – dazu zählen beispielsweise auch die meisten iPod-Dock-Lautsprecher – haben generell ausgeprägte, bauartbedingte Schwächen. Dazu zählt beispielsweise die mangelhafte Stereo-Trennung, da die internen Treiber so nahe beieinander liegen.

Sonos' kostenlose Remote-Control-App für Apples iPad lässt sich komfortabel und intuitiv bedienen. [16]
Sonos‘ kostenlose Remote-Control-App für Apples iPad lässt sich komfortabel und intuitiv bedienen.

Der Play:5 kann sich im Test gut gegen konkurrierende Lautsprecher seiner Größe und Preisklasse behaupten. Er ist ein ausgewogener Lautsprecher, der einen detaillierten Klang mit ordentlichem, aber nicht dröhnendem Bass bietet, auch bei hohen Schallpegeln ohne Verzerrungen arbeitet und einen guten Job abliefert, wenn es um das Beschallen größerer Räume geht. Der Play:3 ist für einen derart kompakten Lautsprecher ebenfalls recht gut. Aber während er einen relativ vollen, wohldefinierten Bass bietet und ebenfalls sehr laut angesteuert werden kann, ohne zu verzerren, hält er in Sachen Detailreichtum und Klarheit nicht mit dem Play:5 mit.

Nun kann man zwar von einem kompakten Einzellautsprecher nicht die Welt erwarten, aber wir würden es dennoch mal so formulieren: Der Play:3 klingt gut, aber nicht großartig. Aber wie schlägt er sich im Vergleich zu anderen Einzellautsprechern seiner Preisklasse? Im Vergleich zum Bowers & Wilkins Zeppelin Mini [17] (ab knapp 350 Euro) macht er sich beispielsweise recht gut – und auch wenn der Tivoli Audio PAL [18] (ab 200 Euro) eine besser Klarheit bietet, so hat der Play:3 doch den besseren Bass.

Aber wie sieht es mit anderen Audio-Streaming-Produkten aus? Es gibt ja eine ganze Menge AV-Receiver und Sound-Bars, die ebenfalls Online-Streaming-Dienste via WLAN, AirPlay oder Bluetooth unterstützen und oft genug auch via iOS- und Android-App fernbedienbar sind. Allerdings muss man bei den allermeisten dieser Geräte mehrere Komponenten miteinander verbinden. Beispiele dafür wären ein vernetzter AV-Receiver, etwa von Denon, Onkyo oder Pioneer, mit einem Lautsprecher-Set, ein Apple TV mit einem Lautsprechersystem, ein immer noch recht teures AirPlay-fähiges Lautsprechersystem oder eine Bluetooth-fähige Sound-Bar wie das LG [19] LSB316. Praktisch alle dieser Lösungen haben spezifische Nachteile gegenüber dem Sonos-System: Höhere Kosten, mehr Kabel, weniger unterstützte Audio-Dienste, schlechterer Klang oder keine Multi-Raum-Unterstützung – oder eine Kombination dieser Punkte.

Unser Ansicht nach ist die momentan einzige Konkurrenzlösung zu Sonos Produkten weiterhin das Logitech Squeezebox Radio [20], das man am deutschen Markt zu Preisen ab 110 Euro bekommt. Das Logitech-System unterstützt viele – aber nicht alle – der vom Sonos Play:3 angebotenen Audio-Streaming-Dienste; auch eine Fernbedienung via iOS- und Android-Apps ist mittlerweile möglich. Außerdem sieht das Squeezebox Radio eher wie ein klassischer Radiowecker aus und dürfte damit all jene eher ansprechen, für die primär Zeitanzeige sowie Wecker- und Snooze-Funktion wichtig sind. Das WLAN-fähige Logitech-System lässt sich allerdings bei weitem nicht so gut und unkompliziert wie das Sonos-System für die Abdeckung mehrerer Räume skalieren. Kritische Zuhörer werden zudem schnell feststellen, dass es doch einen ganzen Zacken schlechter klingt als das Sonos Play:3. Hinsichtlich der Kosten schlägt es das Sonos-System allerdings um Längen: Immerhin bekommt man fast drei Squeezebox Radios für den Preis eines einzelnen Play:3.

Wer Wert auf insgesamt besseren Sound legt, sollte lieber zum großen Bruder des Sonos Play:3 greifen - der Play:5 klingt einfach besser. [21]
Wer Wert auf insgesamt besseren Sound legt, sollte lieber zum großen Bruder des Sonos Play:3 greifen – der Play:5 klingt einfach besser.

Letztlich werden zumindest audiophilen Anwendern schnell die Grenzen des Play:3 bewusst werden, auch wenn Sonos durchaus das Beste erreicht haben könnte, was innerhalb der gesetzten Paramter für die Entwickler des Unternehmens möglich war. Solche audiophilen Nutzer sollten dann eher eher zum Sonos ZonePlayer 90 [22] (ab 325 Euro) oder zum ZonePlayer 120 [23] (ab 440 Euro) greifen, die beide die gleichen Streaming-Funktionen bieten. Der ZonePlayer 90 [24] wird an einen externen Verstärker – beispielsweise ein AV-Receiver oder ein aktives Lautsprechersystem – angeschlossen, während der ZonePlayer 120 [25] bereits einen Verstärker integriert und mit normalen passiven Stereo-Lautsprechern eigener Wahl verbunden werden kann.

Fazit

Der Play:3 ist größtenteils eine sehr gute Ergänzung für das Sonos-Angebot und stärkt die Stellung des Unternehmens als wichtigster Anbieter von Multi-Raum-Audiosystemen für den Eigenbau. Mit Preisen von derzeit knapp unter 300 Euro ist der Play:3 allerdings ein bisschen teuer.

Dennoch brauchte das Unternehmen einen preisgünstigeren Lautsprecher, um die Kosten eines Einstiegssystems zu reduzieren und Bestandskunden davon zu überzeugen, noch mehr Räume mit Sonos-Produkten zu beschallen. Wir können uns beispielsweise sehr gut vorstellen, dass in größeren Räumen – beispielsweise im Wohnzimmer – ein Play:5 den Ton angibt, während der Play:3 in kleineren Räumen wie der Küche, dem Schlafzimmer, dem Büro oder dem Bad zum Einsatz kommt.

Nein, dieser Lautsprecher klingt nicht fantastisch – aber „normale“ (also nicht-audiophile) Anwender werden mit ziemlicher Garantie davon überzeugt sein, dass er für seine Größe ziemlich gut klingt. Wenn man sich die Differenz zum Play:5 leisten kann, dann ist das Geld gut investiert – der Play:5 klingt einfach hörbar besser. Aber egal, welchen von beiden man schließlich nimmt: Wenn man unkompliziert digitale Musik oder Online-Audio-Dienste genießen will, stellen sowohl der Play:5 als auch der Play:3 insgesamt exzellente Lösungen dar.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41556167/sonos-play-3-vernetztes-lautsprechersystem-fuer-ueberlegenes-audio-streaming/

URLs in this post:

[1] Play:5: http://reviews.cnet.com/%20/digital-audio-receivers-dars/sonos-play-5-white/4505-6470_7-33788426.html

[2] ZonePlayer S5: https://www.cnet.de/tests/entertainment/41524606/sonos_zoneplayer_s5_kompakter_streaming_client_mit_tollem_sound.htm

[3] Sonos Play:3: http://www.sonos.com/shop/products/play3

[4] Android: http://www.cnet.de/themen/android/

[5] Play:5: http://www.sonos.com/shop/products/play5

[6] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41556167/sonos_play_3_3v5.jpg

[7] AirPlay-Übergangslösung: http://www.sonos.com/airplay/

[8] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41556167/sonos_play_3_4v5.jpg

[9] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/

[10] WLAN-Alternativen: http://reviews.cnet.com/8301-11310_39-20068274-285/wi-fi-alternatives-for-your-home-theater/

[11] Sonos Bridge: http://www.sonos.com/shop/products/Bridge

[12] Sonos Control: http://www.sonos.com/shop/products/Control

[13] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41556167/sonos_play_3_5v5.jpg

[14] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/

[15] Crestron: http://www.crestron.de/

[16] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41556167/sonos_play_3_-_detail.jpg

[17] Bowers & Wilkins Zeppelin Mini: https://www.cnet.de/tests/peripherie/41527180/bowers_wilkins_zeppelin_mini_geschrumpfter_ipod_lautsprecher.htm

[18] Tivoli Audio PAL: http://reviews.cnet.com/radios/tivoli-audio-pal-black/4505-7875_7-30844247.html

[19] LG: http://www.cnet.de/unternehmen/lg/

[20] Logitech Squeezebox Radio: http://reviews.cnet.com/digital-audio-receivers-dars/logitech-squeezebox-radio-black/4505-6470_7-33770452.html

[21] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41556167/sonos_play_3_1v5.jpg

[22] Sonos ZonePlayer 90: http://reviews.cnet.com/digital-audio-receivers-dars/sonos-zoneplayer-90/4505-6470_7-33190898.html

[23] ZonePlayer 120: http://reviews.cnet.com/digital-audio-receivers-dars/sonos-zoneplayer-120/4505-6470_7-33190899.html

[24] ZonePlayer 90: http://www.sonos.com/shop/products/connect

[25] ZonePlayer 120: http://www.sonos.com/shop/products/connectamp