Sony Handycam HDR-PJ10E: Kompakter HD-Camcorder mit integriertem Projektor

von Gerald Strömer und Lori Grunin am , 13:00 Uhr

Pro
  • integrierter Projektor und Stereolautsprecher für die schnelle Vorführung von Videoaufnahmen
  • hat die Weitwinkel-Linse, das integrierte USB-Kabel und die Automatik seiner Projektor-losen Verwandten
Con
  • Performance und Ausstattung sind ein wenig schwach für den geforderten Preis
Hersteller: Sony Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,0 von 10 Punkte
Fazit:

Der Sony Handycam HRD-PJ10E ist ein HD-Camcorder, der seinen vergleichsweise hohen Preis auf den integrierten Projektor zurückführt, aber ansonsten recht unspektakulär bestückt ist. Wenn man aber regelmäßig Urlaubsvideos und andere Aufnahmen im kleinen Kreis vorführen möchte, ist allein schon die Beamer-Funktion des Camcorder den Preis wert.

Sony bekämpft das Kabel-Chaos: Wer seine Urlaubserlebnisse mit einem Camcorder der PJ-Familie aufgezeichnet hat, muss kein Sammelsurium an Steckern, Adaptern und Leitungen mitbringen, wenn er die Videos bei Freunden abspielen möchte. Mit dem Fernseher verbinden muss man diese Kameras nicht – denn sie bringen einen integrierten Projektor mit, der Sonne, Strand und Action direkt an die Wand wirft. Ob das in der Praxis funktioniert und ob die Bildqualität darunter leidet, haben wir getestet.

Der Sony Handycam HDR-PJ10E [1] wird von Sony [2] mit einem Listenpreis von 599 Euro geführt, ist am deutschen Markt aber bereits zu Preisen ab 429 Euro erhältlich.

Design und Ausstattung

Der HRD-PJ10E ist zwar technisch eigentlich mit dem HDR-CX130E [1] identisch, erfährt durch den integrierten Pico-Projektor aber eine deutliche Aufwertung in Sachen Funktionalität und Nützlichkeit. Das kann man zum Teil darauf zurückführen, dass die bestenfalls ordentliche Aufnahmequalität bei einer Vorführung mit dem Mini-Projektor keine wirklich große Rolle mehr spielt. Und wer sich diesen Camcorder anstelle eines qualitativ ähnlichen, aber preiswerteren Modells ohne Projektor kauft, legt sowieso mehr Wert auf seine Projektionsfähigkeit als auf seine Videoqualität beim Playback an einem Full-HD-Fernseher.

Sein drei Zoll großes LCD ist vergleichsweise klein, passt damit aber zur Kompaktheit des Camcorders. Leider ist es wie viele seiner Art nicht wirklich gut ablesbar, wenn die Sonne drauf scheint. Sony-typisch ist es via Touchscreen bedienbar. Uns gefällt das, aber das ist Geschmackssache. Die Reaktionsfreudigkeit des Touchscreens ist zwar nicht gerade vorbildlich, aber andererseits gibt es so wenig zu Navigieren, dass dies nicht wirklich ins Gewicht fällt.

Das 3-zöllige Display wird per Berührung bedient, gehört aber nicht zu den reaktionsfreudigsten Touchscreens. [3]
Das 3-zöllige Display wird per Berührung bedient, gehört aber nicht zu den reaktionsfreudigsten Touchscreens.

Das bemerkenswerteste Feature des Camcorders ist natürlich der kleine Projektor, der in den Displaydeckel integriert ist und genügend Reichweite und Helligkeit bietet, um daheim oder im Urlaub schnell die letzten Schnappschüsse anzuschauen. Mit dem Schieber auf der Oberkante der Displayklappe kann man übrigens sehr einfach den Fokus einstellen.

Die Bedienung ist einfach genug. Allerdings hätten wir uns gefreut, wenn der Touchscreen auch während der Projektion funktionieren würde – so muss man alles im Voraus einstellen, da man bei laufender Projektion nur limitierte Navigationsmöglichkeiten hat.

Die relativ niedrige Qualität der Videoaufnahmen fällt übrigens deshalb nicht so auf, weil die Auflösung des Mini-Beamers nur bei 640 mal 320 Pixeln liegt. Die empfohlene Projektionsdistanz liegt bei 50 Zentimetern bis drei Metern, die Bildschirmdiagonale kann zwischen 10 und 60 Zoll variieren. Da der Lcihtstrom aber nur bei 10 Lumen liegt, sollte der Raum unbedingt abgedunkelt sein: Im hellen Sonnenlicht sieht man nicht viel, um es mal sehr positiv auszudrücken.

Auf der Oberseite des Camcorders sitzen die Modus- und Foto-Tasten, die nach unserem Dafürhalten etwas zu nahe beieinander liegen. Der Zoom-Schalter ist bei weitem nicht so locker wie bei dem HRD-CX130E – es gibt also doch Unterschiede zwischen den beiden Geräten. In der Handschlaufe ist ein winziges USB-Kabel verborgen, das sich beim Übertragen von Aufnahmen gerade unterwegs als sehr praktisch erweist – so muss man nicht noch ein weiteres Kabel mitschleppen.

Der Camcorder arbeitet zwar nicht vollautomatisch, kommt aber nahe heran. Man hat die Wahl zwischen vier Aufnahmemodi: Movie, Photo, Smooth Slow Record (drei Sekunden Aufnahme werden mit 25-prozentiger Geschwindigkeit abgespielt) sowie Golf Shot (zwei Sekunden Aufnahme werden als multiple Bilder abgelegt).

An „manuellen“ Einstellungen stehen lediglich Weißabgleich, Spot/Fokus und Belichtungskompensation zur Verfügung. Allerdings verbergen sich diese Optionen im Menüsystem und sind damit nicht sehr nützlich, da nicht leicht genug abrufbar. Der Camcorder soll wirklich im Auto-Modus genutzt werden und stellt sich dann auch gar nicht schlecht an.

Sein einziges anderes bemerkenswertes Merkmal ist seine (relative) Weitwinkellinse, die bei knapp 30 Millimeter Kleinbild-Äquivalent beginnt.

Performance

Im Sonnenlicht und Format füllenden Aufnahmeobjekten produziert der Camcorder gut aussehende Videos, die man als Full-HD durchgehen lassen kann. Aber unter anderen Umständen – vor allem bei vielen Hintergrunddetails und -bewegungen wie beispielsweise sich im Wind wiegenden Gräsern und Blättern – ist der für echtes Full-HD Megapixel einfach zu niedrig auflösende Exmor-R-CMOS-Sensor einfach an den Grenzen seiner Möglichkeiten angelangt und schafft es nicht, solche Details naturgetreu abzubilden. Dann tauchen in den Aufnahmen trotz der hohen Bit-Rate Artefakte auf, die aus der Interpolation und Videokompression resultieren.

Wie beim CX130E sehen die Farben trotz der etwas kühlen Tönung durch den Weißabgleich recht angenehm und ausreichend gesättigt aus. Mit hellen Highlights und Lichtquellen hat der HDR-PJ10E zwar seine Probleme, aber das dürfte für die meisten Anwender bei diesem Preis ein akzeptabler Kompromiss sein.

Bei schwachem Licht aufgenommene Videos sehen okay, wenn auch etwas weich und verrauscht aus. In sehr dunklen Räumen tauscht der Camcorder Farben gegen Sichtbarkeit und Schärfe ein und produziert Videos mit einer nicht unangenehmen Körnigkeit, die an die Schwarz-Weiß-Zeit erinnern.

Dank integriertem Pico-Projektor kann man jederzeit unkompliziert Aufnahmen abspielen. [4]
Dank integriertem Pico-Projektor kann man jederzeit unkompliziert Aufnahmen abspielen.

Mit dem Camcorder aufgenommen Fotos kann man sich zwar anschauen, aber ein Kameraersatz ist er definitiv nicht. Fotos sind hell und farbenfroh, haben aber schmierigen, bearbeiten Look einer billigen Digitalkamera. , da sie von der nativen Auflösung von 1,67 Megapixeln auf 1,9 Megapixel hochgerechnet werden.

Der Autofokus des Camcorders arbeitet selbst bei schwachen Ausleuchtung schnell und akkurat. Aber wie bei allen Camcordern schnappt er sich bei Gelegenheit auch mal das falsche Objekt oder springt in den Gesichtserkennungsmodus, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann. Seine Mess- und Belichtungsentscheidungen sind aber größtenteils korrekt. Man kann den Autofokus auch abschalten und via Touch-Bedienung Focus und Belichtung einstellen, aber wir fühlen uns nur selten dazu gezwungen.

Die Bildstabilisierungsfunktion des Camcorders funktioniert ebenfalls gut genug. Wenn man öfters die letzten 10 Prozent des 30-fachen optischen Zoom-Bereichs ausnutzt oder den Camcorder gern über den Kopf hält, empfiehlt sich der Aktiv-Modus. Aber im Normalfall reicht auch der Passiv-Modus von Sonys optischer Bildstabilisierung SteadyShot.

Fazit

Der Sony Handycam HDR-PJ10E ist zwar spürbar teurer als seine nahen Verwandten ohne integrierten Projektor, aber wer gern auf die Schnelle Video vorführen will und keine Lust hat, sich erst jedes Mal mit den Anschlüssen eines fremden Fernsehers beschäftigen zu müssen, wird diese Funktion lieben.

Wer aber denkt, dass er den Projektor kaum jemals nutzen wird, sollte besser zu einem anderen Camcorder greifen, denn der interne Projektor macht den HDR-PJ10E recht teuer. Für das gleiche Geld bekommt man dann einen deutlich besseren Camcorder oder spart sich ein nettes Sümmchen und greift zum HDR-CX130E, der – bis auf den Projektor, versteht sich – die gleiche Funktionalität wie der HDR-PJ10E bietet.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41556401/sony-handycam-hdr-pj10e-kompakter-hd-camcorder-mit-integriertem-projektor/

URLs in this post:

[1] Sony Handycam HDR-PJ10E: http://www.sony.de/product/cam-high-definition-on-memory-stick/hdr-pj10e

[2] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[3] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41556401/sony_handycam_hdr-pj10e_-_detail.jpg

[4] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41556401/sony_handycam_hdr-pj10e_3v5.jpg