Unterm Strich beeindruckt uns das Retina genannte Display aber immer noch. Obwohl sich auch in puncto Auflösung seit über einem Jahr nichts mehr getan hat, ist Apple hier immer noch Rekordhalter – mit Abstand. 960 mal 640 Pixel gibt es sonst nirgends, und in Kombination mit der vergleichsweise kleinen Diagonale der Anzeige sorgt das für eine wahnsinnig scharfe Darstellung. Allerdings macht es dann doch nur eingeschränkt Spaß, unterwegs einen 90minütigen Film auf dem kleinen Monitor des Apple-Handys anzusehen.

Einen winzigen Unterschied zwischen dem iPhone 4S und seinem Vorgänger gibt es dann doch noch: Wer genau hinsieht, erkennt beim Edelstahl-Rahmen eine zusätzliche Trennung zwischen den Bestandteilen. Hier ist ja die Antenne integriert, was bei der Markteinführung des ersten Modells schon für Probleme gesorgt hat: Wer sein iPhone 4 auf eine bestimmte Weise in der Hand hält, verschlechtert den Empfang signifikant. Das 4S verfügt nun über zwei Antennensegmente – und die Elektronik entscheidet, welche gerade den besseren Empfang ermöglicht.

Das virtuelle Keyboard des iPhone 4S ist mit dem des Vorgängers identisch.
Das virtuelle Keyboard des iPhone 4S ist mit dem des Vorgängers identisch.

Siri

Das neue Killer-Feature ist der sprachgesteuerte Assistent namens Siri. Er ersetzt die derzeitige Sprachsteuerung des iPhones nicht komplett – sie ist weiterhin vorhanden. Aber Siri kann deutlich mehr, als einfach nur einen Anruf per Sprachbefehl starten.

Siri führt Befehle aus und beantwortet Fragen. So kann man beispielsweise nach dem Wetter fragen oder sich die Adresse eines Kontaktes vorlesen lassen, eine Erinnerung oder einen Wecker einstellen, eine Route in Google Maps abfragen oder sich für Trivialwissen interessieren. Der Nutzer spricht dabei mit einer Roboter-Frauenstimme, die sich nicht austauschen lässt. Zum Start der Funktion wird der Home-Button einfach lange gedrückt. Für die Funktion ist eine Internet-Verbindung notwendig.

Bei unserer ersten Bekanntschaft mit Siri zur Vorstellung des iPhone 4S bei Apple in Cupertino haben wir das Handy nach dem Wetter, der Entfernung zwischen zwei Städten und der Hauptstadt von Kanada gefragt sowie eine Erinnerung gesetzt. Die meisten Antworten konnte das System flott und richtig geben, aber Kanadas Hauptstadt war offensichtlich ein Problem für den digitalen Assistenten: Er hatte nicht genug Informationen.

Siri könnte bald der neue beste Freund eines jeden iPhone-Besitzers sein.
Siri könnte bald der neue beste Freund eines jeden iPhone-Besitzers sein.

Beim nächsten Versuch haben wir Siri nach dem besten Fast-Food in der Nähe unseres Büros gefragt, nach der Uhrzeit in Hong-Kong – und ob CNET.com-Moderator Brian Tong der coolste Typ auf dem Planeten ist. Erwartungsgemäß waren die ersten beiden Punkte für Siri in den USA kein Problem, aber die Frage nach unserem Kollegen hat die Software nicht verstanden. Sie war ohnehin nicht gerade ernst gemeint. Übrigens: Eine konkrete Antwort nach dem besten Essen in der Nähe des Büros gab es nicht. Stattdessen zeigt das iPhone dann eine Liste von Fast-Food-Restaurants an, die nach Nutzerwertung geordnet sind. Als Datenquelle dient in den USA Yelp, ein Qype-Konkurrent. Hierzulande ist die Datenbasis von Yelp leider noch nicht so groß, und einen Vertrag mit Qype hat Apple nicht – damit kann der digitale Assistent zumindest derzeit noch nicht auf ein so großes Wissen zurückgreifen wie jenseits des großen Teichs. Aber Apple will die Funktionen mit lokalen Partnern bald nachreichen.

Neueste Kommentare 

7 Kommentare zu Schon getestet: Apples neues iPhone 4S mit Siri, Dual-Core-CPU und 8-Megapixel-Kamera

  • Am 14. Oktober 2011 um 14:58 von seb

    Schöner Test
    Cnet, das ist doch ein guter Test geworden an dem Sachlichkeit im Vordergrund stand. Ich habe mal ne Frage an die Redaktion. Ist es denn möglich mit App´s ohne Jailbreak Daten (Excel, PDF, Word Powerpoint)auf das Iphone zu schieben ohne Itunes um diese einzusehen und ggf. etwas anzupassen.
    Ohne diese Funktion ist das ganze für mich sonst witzlos. Ich möchte das Dingens auch zu arbeiten unterwegs verwenden und das oft im Ausland. Und da kein Admin itunes ins Firmenentzwerk läd nur weil einer was braucht ist die Itunesanbindung schon mal das erste Hinderniss. Aber auch Wlan ist oft schwierig. Man kann dann zwar im Netz surfen aber auf das Firmennetzwerk hat man trotzdem keinen zugriff.
    UMTS ist keine Option (Zu langsam/im ausland unerschwinglich). Somit fällt der Mailversand aus.
    Ich schwanke noch zwischen Android und IOS. Mit meinem Desire war ich aber nicht so zufrieden.
    Das absolute Killerfeature ist aber eben USB von Android (leider hat m$ auf so ne dumme Lösung). Siri juckt nicht, ich nutze AlphaWolfram am Android.
    Aber die Appvielfallt und Qualität spricht eben klar für das Iphone. Aber ohne USB….

    • Am 17. Oktober 2011 um 12:04 von Stefan

      AW: Schöner Test
      Man kann die Dateien doch sicher via bluetooth empfangen/verschicken. Außerdem hat das neue iOS doch Cloud Anschluss, das heißt Du lädst die Dateien einfach im Browser hoch und die werde dann mit dem Telefon gesynct.

      Ich für meinen Teil werde wohl eher zu einem Androiden greifen, wenn ich für die selbe Hardware den doppelten Preis zahlen muß…. Gut die Software bei Apple ist besser, aber für die paar Grundaufgaben sollte Android reichen…

    • Am 18. Oktober 2011 um 09:32 von Frank Weller

      AW: Schöner Test
      Hallo seb, zumindest mit einem dropbox account ist es möglich jegliche Art von Daten auf das iPhone zu schieben oder von dort zu holen. Alternativ habe ich auf meinem Mac Software, die das iPhone als Laufwerk (-> Ordnerstruktur) zeigen. Ansonsten nervt die walled garden policy Apples natürlich schon, doch im Ganzen gesehen ist es mMn die beste Lösung aller Smartphones; es funktioniert einfach.

    • Am 18. Oktober 2011 um 09:35 von Frank Weller

      AW: Schöner Test
      Nachtrag: auch mein iPhone ist NICHT gejailbreaked. Die von mir angesprochene Sofware heißt PhoneView. Alternativ funtioniert auch PhoneDisk. Ob Windows-/ Linuxversionen existieren weiß ich nicht.

  • Am 19. Oktober 2011 um 11:35 von seb

    Danke
    Danke für die Antworten. Ne Cloud ist leider keine Option. Hatte ich ja geschrieben. UMTS und im Ausland unbrauchbar.
    PhoneView schau ich mir mal an. Allerdings leider kein vergleich zum Android welches wie ein USB Stick zu behandeln ist und auch bei Bedarf in der Cloud funzt.

  • Am 31. Oktober 2011 um 17:36 von da

    Akkulaufzeit
    Haben Sie inzwischen die Akkulaufzeit nachgeprüft?
    Dann wäre es nett, wenn Sie dies im Artikel ergänzen würden.
    Danke.

  • Am 1. November 2011 um 14:48 von NNUE

    scheiß test/pros und cons
    die pros und cons, sind völlig für den Arsch, es gibt in Deutschland noch überhauptkein LTE Netzwerk für handys.

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