Angetestet: Motorola zeigt neues Razr mit Android und Super-AMOLED-Display

Webtop und Dock

Wie beim Motorola Atrix läuft auch beim Razr ein zweites Betriebssystem namens Webtop. Es wird aktiv, sobald man das Smartphine in ein optionales Dock steckt, das aussieht wie ein normales Notebook. Damit ist unterwegs auch produktives Arbeiten mit einer richtigen Tastatur möglich.

Zumindest auf dem Atrix hat uns die Idee hinter Webtop allerdings besser gefallen als die Nutzung in der Praxis. Das Dock ist teuer, und der größte Nutzen des Webtop-Betriebssystems ist es, den Webbrowser Firefox laufen zu lassen. Das reicht einfach noch nicht, um ein Notebook komplett zu ersetzen. Vielleicht ein Chromebook – aber diese Geräteklasse verkauft sich ja auch nicht gerade wie geschnitten Brot.

In Anbetracht der etwas höheren Leistung des Razr im Vergleich zum Atrix hoffen wir darauf, dass es auch im „Computer-Modus“ mehr Möglichkeiten bietet – und dass die dadurch anziehenden Verkaufszahlen des Docks seinen Preis drücken. Die Idee gefällt uns nämlich immer noch. Nur in der Praxis hapert es.

Software

Nachdem Google ja vorhat, Motorola zu kaufen, sind wir felsenfest davon überzeugt gewesen, dass auf Geräten des amerikanischen Handybauers künfitg zuerst die neuen Android-Versionen zum Einsatz kommen. Aber leider nicht: Auf dem Razr läuft Android 2.3.5 alias Gingerbread. Das ist Top-Aktuell und nicht schlecht.

Allerdings stimmt das Timing nicht – denn kurz vor der Vorstellung des neuen Motorola-Flaggschiffs haben Samsung und Google gemeinsam das Galaxy Nexus samt Android 4.0 vorgestellt. Es wird seinen Weg im nächsten Jahr auf das Razr schaffen, das hat Motorola versprochen. Allerdings verzichtet das erste „echte“ Android-4-Handy Galaxy Nexus komplett auf Buttons auf der Vorderseite, die das Razr noch hat – und damit bleibt ein leicht fader Beigeschmack.

Unabhängig davon hat Motorola ordentlich am Interface geschraubt und ein paar interessante Apps vorinstalliert. Eine davon hört auf den Namen Smart Actions und könnte dabei helfen, das größte Problem aktueller Smartphones zu beheben: einen Akku, der nicht lange hält. Der Nutzer kann das Verhalten seines Smartphones mit verschiedenen Schaltern festlegen und beispielsweise Energiefresser wie Bluetooth, GPS oder WLAN automatisch dann abschalten, wenn er das Gerät von seinem Ladestecker trennt. Der Hersteller spricht davon, dass Energieeinsparungen von bis zu 30 Prozent möglich sein sollen. Eine andere Möglichkeit spart zwar keinen Strom, erhöht aber den Komfort: Wer möchte, kann Smart Actions so einstellen, dass der MP3-Player startet, sobald er seinen Kopfhörer einsteckt.

Vorläufiges Fazit

Vor allem die Hardware ähnelt den aktuellen Vorzeige-Androiden Galaxy S2 und Sensation stark – allerdings setzt das neue Razr in puncto Display noch eins drauf. Damit hat es das Potential, zumindest in seiner Größenklasse die neue Referenz zu werden. Wäre das Gerät vor ein paar Monaten auf den Markt gekommen, hätte es die allerbesten Chancen gehabt.

Nun muss es sich aber auch gegen das Galaxy Nexus behaupten. Das hat zwar ein größeres Display, aber auch eine signifikant höhere Auflösung. Da sich aber nicht jeder mit einer so großen Anzeige abgeben möchte, könnte das Razr dennoch an den Erfolg seines Vorgängers anschließen. Wir warten gespannt auf ein finales Testgerät.

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu Angetestet: Motorola zeigt neues Razr mit Android und Super-AMOLED-Display

  • Am 25. Oktober 2011 um 09:39 von Dr. Wario

    Neue Referenz?
    In Anbetracht der Abmessungen des Gerätes im Vergleich zur Displaygröße wird es das Droid Razr schwer haben gegen das ebenfalls demnächst erscheinende Samsung Galaxy Nexus.

  • Am 18. November 2011 um 15:34 von Hakan Nasser

    Droid / Razr vs Nexus
    Das Nexus wird bestimmt auch ein Hit. Aber der Razr ist ja nicht "schlecht". Er bietet immerhin auch ein paar Dinge, die die anderen Smarties nicht bieten!

    oder ?

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