Harman Kardon SoundSticks III: transparentes Design-Soundsystem mit sehr gutem Klang

von Gerald Strömer und Justin Yu am , 16:40 Uhr

Pro
  • extravagantes Design
  • guter Klang
Con
  • kein Kopfhöreranschluss
  • Bass-Kontrollen sind am Subwoofer selbst lokalisiert
  • Beleuchtung lässt sich nur abstellen, indem das ganze System abgeschaltet wird
Hersteller: Harman/Kardon Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,7 von 10 Punkte
Fazit:

Der Harman Kardon SoundSticks III bietet im Vergleich zum Vorgänger leichte kosmetische Verbesserungen, behält aber auch einige Minuspunkte bei. Wer aber das schillernde Design über alles andere stellt, wird von dem auch klanglich guten Lautsprechersystem nicht enttäuscht werden.

Mit dem SoundSticks III von Harman Kardon ist nun schon die dritte Generation dieses speziellen 2.1-Lautsprechersystems im Handel. Allerdings gibt es zu den Vorgängern optisch keine und technisch kaum Unterschiede – lohnt sich der Kauf des Neulings überhaupt?

Das 2.1-Lautsprechersystem Harman Kardon SoundSticks III [1] wird vom Hersteller mit einem Listenpreis von 199 Euro geführt, ist am deutschen Markt aber bereits zu Preisen ab 130 Euro erhältlich.

Das SoundSticks III unterschiedet sich optisch praktisch überhaupt nicht vom originalen SoundSticks und seinem Nachfolger SoundSticks II [2]. Aber warum sollten wir uns auch über ausbleibende Änderungen eines Designs beschweren, dass eines Platzes in der dauerhaften Sammlung des Museum of Modern Arts [3] (MOMA) in New York für würdig befunden wurde?

Auf technischer Seite hat sich ebenfalls wenig getan. So steckt in dem SoundSticks III praktisch das gleiche Innenleben, das uns schon schon beim Vorgängers gefiel: Die beiden 10 Watt starken Satelliten beherbergen vier vertikal montierte und je ein Zoll große Treiber und werden von einem 20 Watt starken Subwoofer unterstützt.

Leider änderte Harman Kardon keinen der Kritikpunkte, die uns bereits an den ersten beiden Inkarnationen des Soundsystems irritierten. So muss man sich beispielsweise immer noch zum Subwoofer bemühen, wenn man das System komplett abschalten will. Aber wer über solche Details hinwegsieht und sich mit den kapazitiven Touch-Lautstärketasten anfreundet, kann sich beim Kauf des Soundsystems mindestens neugieriger, meist aber neidischer Blicke von Freunden und Familienangehörigen sicher sein.

Design

Das originale SoundSticks-System wurde im Jahr 2000 vorgestellt, also in etwa zum gleichen Zeitpunkt wie Apples transparenter iMac G3. Weder das Timing noch die Ähnlichkeiten in der Ästhetik dürfen verwundern: Beide entsprangen dem Hirn des heutigen Apple [4]-Chefdesigners Jonathan Ive.

Richtig ausgeleuchtet macht das Soundsystem mächtig was her. [5]
Richtig ausgeleuchtet macht das Soundsystem mächtig was her.

Das aktuelle SoundSticks III setzt für Satelliten und Subwoofer auf den gleichen transparenten Kunststoff wie die Vorgänger. Bei diesem Modell hat Harman Kardon allerdings die Intensität der internen, blauen Innenbeleuchtung des Soundsystems – die übrigens oft und gern mit dem Glühen einer Qualle verglichen wird – etwas gedämpft, so dass sie nicht mehr ganz so stark ablenkt wie bei den beiden älteren Modellen.

Die beiden transparenten Satelliten in Säulenform sehen fast genauso wie die des SoundSticks II aus; lediglich die die ringförmigen Standfüße haben die Farbe gewechselt und sind jetzt schwarz. Über diese Ringe kann man die Anstellwinkel der Satelliten an die eigene Körperhöhe beziehungsweise Sitzposition anpassen, so dass man optimal beschallt wird.

Die 25,4 mal 5,1 Zentimeter großen Satelliten werden mit einem Anschluss verbunden, der sich an der Basis des 23,2 mal 25,8 Zentimeter großen Subwoofers befindet. Die proprietären Kabel laufen kurz vor dem Subwoofer in Form einer Y-Weiche zusammen und sind in eine dicke, transparente Schutzschicht gehüllt, die sie recht unempfindlich gegenüber Mäusen, Haustieren, Menschen und allem anderen macht, was im Haushalt an Kabeln knabbern könnte.

Am Subwoofer befindet sich außerdem ein 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss, dank dem man jeden beliebigen Media-Player oder jedes Smartphone [6] mit entsprechender Schnittstelle mit dem Soundsystem verbinden und direkt Musik abspielen kann. Das Setup und der Anschluss am Computer sind innerhalb von Minuten erledigt.

Die kapazitive Touch-Lautstärkebedienung mag zwar im Jahr 2000 der große Hit gewesen sein, aber heutzutage irritiert sie einfach nur, da schrittweise Anpassungen der Lautstärke damit unmöglich sind. Nicht nur einmal pumpen wir die Lautstärke des Soundsystems dank der ultrasensitiven Touch-Tasten unbeabsichtigt auf Trommelfell-erschütternde Pegel hoch. Wir können nur hoffen, dass Harman Kardon hier endlich Hand anlegt und der nächsten SoundSticks-Generation einen dedizierten Lautstärkeknebel spendiert. Der ist zwar nicht so schick und „hip“ wie eine Touch-Steuerung, aber um Welten praktischer.

Ein weiterer Kritikpunkt ist der Mangel eines Kopfhörerausgangs, auch wenn man optional ein doppelseitiges und knapp neun Zentimeter langes Audiokabel für den Lautsprecherausgang erwerben kann. Und zu guter Letzt wäre noch die Bass-Bedienung zu nennen, die immer noch direkt am Subwoofer lokalisiert ist und gleichzeitig als Ein/Aus-Schalter fungiert. Wenn man also den Bass nachregeln oder nachts ohne blau ausgeleuchtetes Zimmer schlafen will, muss man wohl oder übel zum Subwoofer krabbeln.

Performance

Die SoundSticks-Lautsprecher bekommen nach mehr als zehn Jahren nicht nur positive Wertungen von ihren Besitzern, weil sie schick aussehen: Das 2.1-Lautsprechersystem kennt selbst bei extrem hohen Lautstärken keine Verzerrungen, und unser Bass-betonter Test-Track First of the Year von Skrillex klingt trotz des vergleichsweise limitierten Frequenzgangs von 42 bis 20.000 Hertz knackig und ausgewogen.

Die berührungssensitive Lautstärkesteuerung des SoundSticks III sollte Harman Kardon schleunigst gegen einen Knebelknopf austauschen. [7]
Die berührungssensitive Lautstärkesteuerung des SoundSticks III sollte Harman Kardon schleunigst gegen einen Knebelknopf austauschen.

Wir bemerken zudem keinerlei zusätzliches Gezische oder Gerausche bei gezischten Konsonanten und sehr wenig hörbare Statik zwischen den Tracks. Bei 192K-enkodierter MP3-Musik, PC-Games und besonders in Szenen der jüngsten Silver-Screen Version von King Kong klingt der SoundSticks III ähnlich kraftvoll. Auch bei einem stufenweisen Aufdrehen der Lautstärke können wir keine Störungen feststellen.

Fazit

Wer bereits einen der Vorgänger des Harman Kardon SoundSticks III sein Eigen nennt, kann getrost auf den Kauf verzichten – die Änderungen sind marginal, bestimmte Schwachpunkte dafür aber immer noch nicht behoben. Aber trotz der bestehenden Kritikpunkte ist das SoundSticks III eines der am besten klingenden und aussehenden PC-Lautsprechersysteme in der Preisklasse bis 150 Euro. Wer keinen der Vorgänger besitzt und ein gutes Soundsystem für den PC sucht, sollte sich dieses Modell auf jeden Fall einmal näher anschauen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41556812/harman-kardon-soundsticks-iii-transparentes-design-soundsystem-mit-sehr-gutem-klang/

URLs in this post:

[1] Harman Kardon SoundSticks III: http://de.harmankardon.com/harman-kardon-produkt-detail-de/soundsticks-iii.html

[2] SoundSticks II: https://www.cnet.de/digital-lifestyle/kaufberatung/41534134/page/3/die_besten_pc_lautsprecher_bruellwuerfel_fuer_den_schreibtisch.htm

[3] Museum of Modern Arts: http://www.moma.org/collection/browse_results.php?criteria=O%3AAD%3AE%3A22563&page_number=1&template_id=1&sort_order=1

[4] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/

[5] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41556812/harman_kardon_soundsticks_iii_5v5.jpg

[6] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/

[7] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41556812/harman_kardon_soundsticks_iii_4v5.jpg