Allerdings haben wir am elektronischen Sucher auch zwei Punkte zu bemängeln: Erstens steht er nicht besonders weit nach hinten aus dem Gehäuse heraus. So muss man damit rechnen, dass der Bildschirm gerne einmal von der Wange verschmiert wird. Und zweitens reagiert der Sensor zum automatischen Umschalten recht träge. Hält man die Kamera vor das Auge, dauert es etwa eine Sekunde, bis die A77V vom rückseitigen Display auf den elektronischen Sucher umschaltet. Und dann hat man das Motiv möglicherweise schon verpasst. Es gibt zwar auch die Möglichkeit, manuell zwischen den beiden Anzeigen zu wechseln. Die Taste hierfür ist allerdings ungünstig zu erreichen, und es besteht immer noch eine – wenn auch minimale – Verzögerung, bis sich das Display im Okular einschaltet, wenn man die Kamera vor das Auge hebt.

Rund um den Bildschirm tummeln sich eine Reihe von Direktwahltasten für wichtige Aufnahmeeinstellungen und Kamerafunktionen, beispielsweise für Belichtungsspeicher, Fokus, Menü und Videoaufnahme starten. Rechts oberhalb der mit einer griffigen Textur versehenen Daumenablage befindet sich ein Rändelrädchen. Ein zweites Einstellrad sitzt über dem Zeigefinger vorne am Handgriff. Links neben der Daumenablage gibt es einen drückbaren Vier-Wege-Joystick. Leider ist der Stick ziemlich fummelig. Beim Navigieren durch die Menüs springen wir gerne einmal einen oder zwei Menüpunkte zu weit. Und außerdem liegen Drücken (zum Bestätigen) und Schieben des Sticks (zum Navigieren) recht nah beisammen. So kommt es immer wieder zu Fehleingaben. Praktisch finden wir auch die Hilfetaste, die dem frischgebackenen A77V-Besitzer jederzeit mit Rat und Tat zur Seite steht und die gerade markierte Funktion oder Einstellung erklärt. Leider liefert die Kamera im Hauptmenü keinerlei Erklärungen, wieso diverse Funktionen gerade ausgegraut sind, wenn sie mit anderen getroffenen Einstellungen kollidieren. So muss man sich auf die eine oder andere Schnitzeljagd durch die Menüs einstellen, wenn gerade einmal wieder das gewünschte Feature nicht verfügbar ist. Im Schnellmenü mit den wichtigsten Aufnahmeparametern dagegen stehen bei ausgegrauten Punkten Erklärungen bereit.

Links auf der Oberseite des Gehäuses befindet sich der Moduswahlschalter. Er hält neben den üblichen PASM-Modi und zwei Automatiken einen Slot für benutzerspezifische Aufnahmeeinstellungen bereit, unter dem sich wiederum drei verschiedene Profile ablegen lassen. Außerdem finden sich auf dem Drehelement Auswahlpunkte für Schwenkpanorama, 3D-Fotomodus, 12-fps-Serienbildfunktion und Videomodus. Rechts neben dem Modusrädchen ist das Gehäuse deutlich nach oben gewölbt. Oben auf der Hutze sitzen Blitzschuh, Mikrofon und integrierter Blitz. Weiter rechts folgt die ungünstig zu erreichende Taste zum Umschalten zwischen Display und Sucher. Die Buttons zum Einstellen von ISO-Empfindlichkeit und Belichtungskorrektur sind dagegen sehr gut zu erreichen. Und auch die Knöpfe zum Einstellen von Serienbildmodus und Weißabgleich bedeuten keine größeren Verrenkungen. Außerdem sitzen hier der in Kombination mit Ein/Aus-Schalter ausgeführte Auslöser, das bereits erwähnte zweite Einstellrädchen und ein beleuchtetes Statusdisplay, das die wichtigsten Aufnahmeparameter und Informationen anzeigt.

Ein Druck auf die kleine Sonne rechts neben dem Status-Display aktiviert die Beleuchtung von selbigem.
Ein Druck auf die kleine Sonne rechts neben dem Status-Display aktiviert die Beleuchtung von selbigem.

Die Vorderseite der Kamera ist weitgehend frei von Bedienelementen. Hier bringt Sony lediglich eine Abblendtaste für die Schärfentiefe-Vorschau und einen Drehschalter zum Wechseln zwischen verschiedenen Fokusarten unter. Auf der rechten Seite des Gehäuses befindet sich der Einschub für Memory-Stick oder SD-Speichermedien. Leider gibt es nur einen Kartenslot und nicht zwei, wie etwa bei der Nikon D7000. Die übrigen Anschlüsse sitzen gegenüber: USB-Port, HDMI-Ausgang, Netzanschluss, Mikrofoneingang, PC-Kontakt und Fernbedienungsanschluss. Das Fach für den Akku befindet sich auf der Unterseite des Gehäuses.

Die Sony Alpha SLT-A77V lässt in Sachen Konnektivität kaum Wünsche offen.
Die Sony Alpha SLT-A77V lässt in Sachen Konnektivität kaum Wünsche offen.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Sony Alpha SLT-A77 im Test: blitzschnelle 24-Megapixel-Kamera mit transluzentem Spiegel

  • Am 17. November 2011 um 11:42 von Mr.Burns

    Video?
    Hallo,

    wurde in dem Test die Videofunktion nicht getestet?
    Warum nicht?

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