Sony Alpha SLT-A77 im Test: blitzschnelle 24-Megapixel-Kamera mit transluzentem Spiegel

von Stefan Möllenhoff am , 18:37 Uhr

Pro
  • extrem schneller Serienbildmodus und Autofokus
  • fantastischer OLED-Sucher
  • flexibel aufgehängtes Display
  • Peaking-Funktion
  • wetterfestes Gehäuse
Con
  • Bildqualität bricht bei hohen ISO-Werten ein
  • fummeliger Joystick
  • langweilige Bildeffekte
Hersteller: Sony Listenpreis: 1399 Euro (18-55mm-Kit), 1899 Euro (16-50mm-Kit)
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Mit der Alpha SLT-A77V ist Sony ein großer Wurf gelungen. Die Kamera ist rasend schnell, bietet - zumindest bei guten Lichtverhältnissen - eine exzellente Bildqualität sowie ein weitgehend durchdachtes Design. Allerdings wäre auch noch mehr drin gewesen, wenn der Hersteller darauf verzichtet hätte, irrsinnige 24 Megapixel auf den APS-C-Sensor zu klatschen.

Die Sony Alpha SLT-A77V dürfte eine der wichtigsten Kameras des japanischen Herstellers überhaupt sein. Das unterstreicht nicht zuletzt auch die Tatsache, dass es bereits vor über einem Jahr Mockups der Semi-Profi-Knipse auf diversen Messen zu sehen gab. Jetzt ist es endlich soweit, der 24-Megapixel-Bolide kommt in den Handel. Wir haben die digitale Spiegelreflexkamera mit dem starren Spiegel bereits ausführlich getestet.

Auf den ersten Blick unterscheidet sich die Kamera nicht von einer gewöhnlichen DSLR. Im Inneren des Gehäuses läuft allerdings einiges anders ab als bei herkömmlichen Spiegelreflexkameras. Zwar verfügt auch die Sony [1] Alpha SLT-A77V über einen Spiegel vor dem Bildsensor, doch dieser ist im Gegensatz zu Standard-DSLRs nicht beweglich aufgehängt. Stattdessen ist das optische Bauteil teildurchlässig ausgeführt. Der Großteil des Lichts dringt stets zum Bildsensor durch, während ein kleiner Teil – zwischen einem Drittel und einem Viertel – zum Phasenvergleichs-Autofokussensor umgeleitet wird. Für einen optischen Sucher reicht die vom Bildsensor weggeleitete Lichtmenge nicht – die A77V verfügt über einen elektronischen Sucher. Hinter dem Okular auf der Rückseite der Kamera befindet sich also ein kleines Display.

Mit diesem Ansatz erspart sich Sony die komplexe Spiegelmechanik, die einen der begrenzenden Faktoren bei der Serienbildgeschwindigkeit darstellt. So schafft die Alpha SLT-A77V im Vollgas-Betrieb bis zu zwölf Fotos pro Sekunde. Nachdem der Phasenvergleichs-Autofokussensor nicht bei jedem Spiegelschlag kurz „blind“ ist, kann der Fokus auch bei dieser Geschwindigkeit noch mit veränderlichen Aufnahmebedingungen mithalten und passt die Schärfe kontinuierlich an. Die einzige Kamera, die hier mithalten kann, ist die für Anfang 2012 angekündigte und rund fünfmal so teure Canon EOS 1D X [2].

Design

Die Sony Alpha SLT-A77V ist deutlich massiver als ihre kleineren SLT-Schwestern A33, A35 und A55V. Und auch die A65, die ebenfalls über den neuen 24-Megapixel-Sensor verfügt, macht einen merklich kleineren Eindruck. Außerdem ist die A77V die erste SLT-Kamera, die sich wirklich nach ernsthaft fotografischem Werkzeug anfühlt. Das Gehäuse aus Magnesiumlegierung macht den Eindruck, als könne man Häuser daraus bauen. Der Handgriff ist großzügig geformt und dürfte lediglich Fotografen mit sehr großen Händen vor Probleme stellen. Wer den kleinen Finger nicht mehr auf dem Gehäuse unterbringt, sollte sich dann eventuell den optional erhältlichen Batteriegriff ansehen – allerdings ist der VG-C77AM [3] mit 329 Euro allerdings nicht gerade ein Schnäppchen.

Auch in Sachen Haptik machen Sonys SLT-Kameras mit der A77V einen gehörigen Sprung nach vorne. Der Body fühlt sich wertiger gefertigt und ergonomisch ausgefeilter an. Ganz so feingeschliffen in der Hand wie eine Canon- oder Nikon-DSLR liegt das Modell zwar noch nicht, aber gegenüber den eher grobschlächtig wirkenden Vorgänger-SLTs hat der japanische Hersteller einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht. Das gleiche gilt übrigens auch für das neue 16-bis-50-Millimeter-Objektiv. Die Linse wirkt, als könne man damit Nägel in die Wand schlagen. Die Mechanik macht einen wertigen Eindruck.

Auf der Rückseite der Kamera dominiert das 3,0 Zoll große Display. Es löst 640 mal 480 Bildpunkte (921.000 Subpixel) auf und wirkt sehr hell und scharf. Außerdem ist es in mehreren Achsen flexibel aufgehängt. Der Bildschirm lässt sich nach hinten oben von dem Gehäuse wegziehen, als Ganzes nach oben und unten klappen sowie in der horinzontalen um die eigene Achse drehen. Klingt kompliziert? Das folgende Bild sagt mehr als tausend Worte.

Die Sony Alpha SLT-A77V verfügt über ein in drei Achsen bewegliches Display. [4]
Die Sony Alpha SLT-A77V verfügt über ein in drei Achsen bewegliches Display.

Oberhalb des Bildschirms befindet sich der elektronische Sucher – definitiv eines der Highlights dieser Kamera. Er ist extrem groß. So groß, dass man die Augen schon fast etwas verdrehen muss, um beispielsweise die Aufnahmeparameter am oberen und unteren Bildrand zu sehen. Außerdem ist die Auflösung bombastisch: genau 2.359.296 Subpixel sitzen auf dem Mini-Display, also 1024 mal 768 Pixel. Während des Knipsens bei guten Lichtverhältnissen kann man glatt vergessen, dass man auf einen Bildschirm und nicht direkt durch das Objektiv der Kamera guckt. Wer daran zweifelt, dass elektronische Sucher ihre optischen Pendants irgendwann einmal ablösen könnten, dem sei ein Blick durchs Okular der A77V empfohlen.

Schade: Hebt man die A77V vors Auge, genehmigt sich die Kamera eine kurze Gedenksekunde, bevor sie den elektronischen Sucher einschaltet. [5]
Schade: Hebt man die A77V vors Auge, genehmigt sich die Kamera eine kurze Gedenksekunde, bevor sie den elektronischen Sucher einschaltet.

Allerdings haben wir am elektronischen Sucher auch zwei Punkte zu bemängeln: Erstens steht er nicht besonders weit nach hinten aus dem Gehäuse heraus. So muss man damit rechnen, dass der Bildschirm gerne einmal von der Wange verschmiert wird. Und zweitens reagiert der Sensor zum automatischen Umschalten recht träge. Hält man die Kamera vor das Auge, dauert es etwa eine Sekunde, bis die A77V vom rückseitigen Display auf den elektronischen Sucher umschaltet. Und dann hat man das Motiv möglicherweise schon verpasst. Es gibt zwar auch die Möglichkeit, manuell zwischen den beiden Anzeigen zu wechseln. Die Taste hierfür ist allerdings ungünstig zu erreichen, und es besteht immer noch eine – wenn auch minimale – Verzögerung, bis sich das Display im Okular einschaltet, wenn man die Kamera vor das Auge hebt.

Rund um den Bildschirm tummeln sich eine Reihe von Direktwahltasten für wichtige Aufnahmeeinstellungen und Kamerafunktionen, beispielsweise für Belichtungsspeicher, Fokus, Menü und Videoaufnahme starten. Rechts oberhalb der mit einer griffigen Textur versehenen Daumenablage befindet sich ein Rändelrädchen. Ein zweites Einstellrad sitzt über dem Zeigefinger vorne am Handgriff. Links neben der Daumenablage gibt es einen drückbaren Vier-Wege-Joystick. Leider ist der Stick ziemlich fummelig. Beim Navigieren durch die Menüs springen wir gerne einmal einen oder zwei Menüpunkte zu weit. Und außerdem liegen Drücken (zum Bestätigen) und Schieben des Sticks (zum Navigieren) recht nah beisammen. So kommt es immer wieder zu Fehleingaben. Praktisch finden wir auch die Hilfetaste, die dem frischgebackenen A77V-Besitzer jederzeit mit Rat und Tat zur Seite steht und die gerade markierte Funktion oder Einstellung erklärt. Leider liefert die Kamera im Hauptmenü keinerlei Erklärungen, wieso diverse Funktionen gerade ausgegraut sind, wenn sie mit anderen getroffenen Einstellungen kollidieren. So muss man sich auf die eine oder andere Schnitzeljagd durch die Menüs einstellen, wenn gerade einmal wieder das gewünschte Feature nicht verfügbar ist. Im Schnellmenü mit den wichtigsten Aufnahmeparametern dagegen stehen bei ausgegrauten Punkten Erklärungen bereit.

Links auf der Oberseite des Gehäuses befindet sich der Moduswahlschalter. Er hält neben den üblichen PASM-Modi und zwei Automatiken einen Slot für benutzerspezifische Aufnahmeeinstellungen bereit, unter dem sich wiederum drei verschiedene Profile ablegen lassen. Außerdem finden sich auf dem Drehelement Auswahlpunkte für Schwenkpanorama, 3D-Fotomodus, 12-fps-Serienbildfunktion und Videomodus. Rechts neben dem Modusrädchen ist das Gehäuse deutlich nach oben gewölbt. Oben auf der Hutze sitzen Blitzschuh, Mikrofon und integrierter Blitz. Weiter rechts folgt die ungünstig zu erreichende Taste zum Umschalten zwischen Display und Sucher. Die Buttons zum Einstellen von ISO-Empfindlichkeit und Belichtungskorrektur sind dagegen sehr gut zu erreichen. Und auch die Knöpfe zum Einstellen von Serienbildmodus und Weißabgleich bedeuten keine größeren Verrenkungen. Außerdem sitzen hier der in Kombination mit Ein/Aus-Schalter ausgeführte Auslöser, das bereits erwähnte zweite Einstellrädchen und ein beleuchtetes Statusdisplay, das die wichtigsten Aufnahmeparameter und Informationen anzeigt.

Ein Druck auf die kleine Sonne rechts neben dem Status-Display aktiviert die Beleuchtung von selbigem. [6]
Ein Druck auf die kleine Sonne rechts neben dem Status-Display aktiviert die Beleuchtung von selbigem.

Die Vorderseite der Kamera ist weitgehend frei von Bedienelementen. Hier bringt Sony lediglich eine Abblendtaste für die Schärfentiefe-Vorschau und einen Drehschalter zum Wechseln zwischen verschiedenen Fokusarten unter. Auf der rechten Seite des Gehäuses befindet sich der Einschub für Memory-Stick oder SD-Speichermedien. Leider gibt es nur einen Kartenslot und nicht zwei, wie etwa bei der Nikon D7000. Die übrigen Anschlüsse sitzen gegenüber: USB-Port, HDMI-Ausgang, Netzanschluss, Mikrofoneingang, PC-Kontakt [7] und Fernbedienungsanschluss. Das Fach für den Akku befindet sich auf der Unterseite des Gehäuses.

Die Sony Alpha SLT-A77V lässt in Sachen Konnektivität kaum Wünsche offen. [8]
Die Sony Alpha SLT-A77V lässt in Sachen Konnektivität kaum Wünsche offen.

Ausstattung

Das Herzstück der Sony Alpha A77V ist der neue 24-Megapixel-Sensor im APS-C-Format. Neben hochauflösenden Fotos schaufelt der Sensor außerdem Videos mit 1920 mal 1080 Pixeln und 50 Vollbildern pro Sekunde auf die Speicherkarte. Als Codec kommt die neue AVCHD-Version 2.0 zum Einsatz, die dieses Aufnahmeformat nun endlich auch spezifiziert. Dank des teildurchlässigen Spiegels „sehen“ sowohl Bildsensor als auch Autofokussensor ständig das Motiv. Und damit steht der Phasenvergleichs-Autofokus im Gegensatz zu klassischen DSLRs auch im Videomodus zur Verfügung.

Apropos Autofokus: Die A77V setzt auf ein neues Fokussystem mit 19 Punkten, von denen 11 Stück als Kreuzsensor ausgeführt sind. Wie das „V“ am Ende des Namens verrät, ist außerdem ein GPS-Receiver an Bord. Wenn die Kamera ihre Position bestimmen kann, schreibt sie auf Wunsch die Aufnahmeposition in die EXIF-Daten. Ebenfalls abgespeichert wird die Höhe über dem Meeresspiegel. Einen integrierten Kompass gibt es leider nicht.

Der Empfindlichkeitsbereich des Sensors liegt zwischen ISO 50 und ISO 16.000. Die niedrigste Einstellung dürfte insbesondere Fans von Langzeitbelichtungen freuen, die hier noch etwas mehr Spielraum gewinnen, was die Verschlusszeit angeht. Mit ISO 16.000 bricht die Kamera allerdings keine Rekorde, was die Lichtempfindlichkeit angeht – hier schaffen andere Kameras im gleichen Preisbereich bereits deutlich mehr. Ein Beispiel wäre die Pentax K-5 [9] mit einer Obergrenze von ISO 51.200. Etwas verwunderlich ist auch die etwas krumme Zahl – üblicherweise sind als Obergrenzen Werte aus der Zahlenfolge 3200, 6400, 12.800, 25.600, 51.200, 102.400 et cetera gesetzt. Wir haben bei Sony nachgefragt, woher der Wert kommt. Sobald wir eine Antwort haben, werden wir diesen Artikel aktualisieren.

[10] [11]
Der Akku befindet sich hinter einer Klappe auf der Unterseite der Kamera (links). Den Speicherkartenslot bringt Sony auf der rechten Seite des Gehäuses unter (rechts).

Die Sony Alpha SLT-A77V verfügt über einen elektronischen ersten Verschlussvorhang, der den Sensor nicht – wie bei Digitalkameras aller Klassen üblich – mit einer mechanischen Jalousie „leert“, sondern elektronisch zurücksetzt. Wieso? Laut Hersteller wird so die Auslöseverzögerung verkürzt. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass der Verschluss beim Beginn einer längeren Belichtung vom Stativ nicht für Vibrationen sorgt. Interessanterweise lässt sich in den Einstellungen der Kamera aber auch der mechanische erste Verschlussvorhang aktivieren. Laut Sony kann es mit elektronischem ersten Verschlussvorhang jedoch bei lichtstarken Objektiven und kurzen Verschlusszeiten zu Geisterbildern kommen. Wir konnten derartige Probleme im Test nicht feststellen. Das Betriebsgeräusch ist auf jeden Fall etwas gewöhnungsbedürftig. Klickt der Vorhang nur einmal, klingt es, als hätte man gerade eine Langzeitbelichtung gestartet.

Beim manuellen Fokussieren hat die A77V ein Feature geerbt, das bei Sony in der NEX-C3 Premiere feierte. Auf Wunsch markiert die Kamera auf dem Display jene Bereiche farbig, die gerade scharf sind. Das dürfte insbesondere Besitzer von exotischen Optiken freuen, bei denen der Autofokus nicht unterstützt ist. Denn beim manuellen Scharfstellen ist die Funktion eine riesige Hilfe.

Eine vollständige Liste aller Funktionen gibt es im Handbuch auf der Webseite des Herstellers [12]. Die folgende Tabelle zeigt noch einmal die wichtigsten technischen Daten der Sony Alpha SLT-A77V im Vergleich mit ihrer Schwester A65 [13] und den Konkurrentinnen Canon EOS 60D [14] und 7D [15] sowie Nikon D7000 [16].

Tabelle anzeigen: Sony Alpha SLT-A65V und A77V im Vergleich mit Canon EOS 60D und 7D sowie Nikon D7000 [17]

Tabelle anzeigen: Sony Alpha SLT-A65V und A77V im Vergleich mit Canon EOS 60D und 7D sowie Nikon D7000 [17]

Hersteller Canon Canon Nikon Sony Sony Hersteller
Modell EOS 60D EOS 7D D7000 Alpha SLT-A65V Alpha SLT-A77V Modell
Preis (UVP) 1149 Euro 1649 Euro 1189 Euro 899 Euro 1299 Euro Preis (UVP)
Bildsensor CMOS (22,3 x 14,9 mm) CMOS (22,3 x 14,9 mm) CMOS (23,6 x 15,6 mm) CMOS (23,5 x 15,6 mm) CMOS (23,5 x 15,6 mm) Bildsensor
Auflösung 18 Megapixel 18 Megapixel 16,2 Megapixel 24,3 Megapixel 24,3 Megapixel Auflösung
Empfindlichkeiten ISO 100 – 12.800 ISO 100 – 12.800 ISO 100 – 25.600 ISO 100 – 16.000 ISO 50 – 16.000 Empfindlichkeiten
Formatfaktor 1,6 1,6 1,5 1,5 1,5 Formatfaktor
Serienbildgeschwindigkeit 5,3 fps 8 fps 6 fps 8 fps (10 fps mit fixer Blende) 8 fps (12 fps mit fixer Blende) Serienbildgeschwindigkeit
Sucher optisch optisch optisch elektronisch (0,5-Zoll-OLED mit 1024 x 768 Pixeln) elektronisch (0,5-Zoll-OLED mit 1024 x 768 Pixeln) Sucher
Autofokus Phasenvergleich, 9 Sensoren (9 Kreuzsensoren) Phasenvergleich, 19 Sensoren (19 Kreuzsensoren) Phasenvergleich, 39 Sensoren (9 Kreuzsensoren) Phasenvergleich, 15 Sensoren (3 Kreuzsensoren) Phasenvergleich, 19 Sensoren (11 Kreuzsensoren) Autofokus
Belichtungsmessung 63 Zonen 63 Zonen 2016-Pixel-Matrix 1200 Zonen 1200 Zonen Belichtungsmessung
Verschlusszeiten 1/8000 – 30 s; bulb 1/8000 – 30 s; bulb 1/8000 – 30 s; bulb 1/4000 – 30 s; bulb 1/8000 – 30 s; bulb Verschlusszeiten
Blitz integriert integriert integriert integriert integriert Blitz
Display 3,0 Zoll, fest, 720 x 480 Pixel 3,0 Zoll, fest, 640 x 480 Pixel 3,0 Zoll, fest, 640 x 480 Pixel 3,0 Zoll, dreh- und schwenkbar, 640 x 480 Pixel 3,0 Zoll, dreh- und schwenkbar, 640 x 480 Pixel Display
Touchscreen nein nein nein nein nein Touchscreen
Bildstabilisator optisch optisch optisch mechanisch mechanisch Bildstabilisator
Videofunktion max. 1080/30p, H.264 max. 1080/30p, H.264 max. 1080/24p, H.264 max. 1080/50p, AVCHD 2.0 max. 1080/50p, AVCHD 2.0 Videofunktion
Mikrofoneingang ja ja ja ja ja Mikrofoneingang
Kopfhörerausgang nein nein nein nein nein Kopfhörerausgang
Max. Akkulaufzeit (CIPA) k. A. 800 Fotos 1050 Fotos 510 Fotos 470 Fotos Max. Akkulaufzeit (CIPA)
Abmessungen 14,5 x 10,6 x 7,9 cm 14,8 x 11,1 x 7,4 cm 13,2 x 10,5 x 7,7 cm 13,2 x 9,8 x 8,1 cm 14,3 x 10,4 x 8,1 cm Abmessungen
Gewicht (Body) 755 g 820 g 690 g 543 g 653 g Gewicht (Body)

Leistung

Die Sony Alpha SLT-A77V ist in Kombination mit dem neuen 16-bis-50-Millimeter-Kitobjektiv extrem schnell. Einzige Aufnahme ist die Einschaltzeit: Bis nach dem Betätigen des Auslösers das erste Foto im Kasten ist, vergehen mit manuellem Fokus durchschnittlich 0,9 Sekunden. Zwischen jedem weiteren JPEG-Foto mit höchster Kompression genehmigt sich die Kamera eine Verschnaufpause von 0,4 Sekunden – und wird erfreulicherweise im RAW-Modus nicht langsamer. Mit zugeschaltetem Blitz auf voller Leistung steigt die Auszeit zwischen zwei Bildern auf 2,4 Sekunden.

Um bei guten Lichtverhältnissen auf das Motiv zu fokussieren und das Foto einzufangen, benötigt die Sony Alpha SLT-A77V gerade einmal knapp 0,2 Sekunden. Das ist ein Spitzenwert, den sonst nur Profimodelle wie die Canon EOS 1D Mark IV oder die Olympus E-5 erreichen. Selbst bei Motiven mit niedrigen Kontrasten ist die Kamera mit 0,3 Sekunden noch beeindruckend schnell unterwegs. Im Serienbildmodus stemmt die Sony Alpha SLT-A77V im speziellen Highspeed-Modus bis zu zwölf Fotos in der Sekunde. Allerdings sind hier Blende und Belichtungszeit nicht manuell konfigurierbar. Die maximale im normalen Serienbildmodus anwählbare Geschwindigkeit beträgt laut Hersteller 8 fps. Wir messen in unserem Test mit aktiviertem kontinuierlichen Autofokus 8,2 Bilder pro Sekunde.

Im Serienbildmodus muss sich die 12 fps schnelle Sony Alpha SLT-A77V lediglich einem anderen Modell unterordnen: der Canon EOS 1D X. Allerdings ist diese Kamera noch nicht auf dem Markt erhältlich und wird im Frühjahr 2012 mit Anschaffungskosten von rund 6000 Euro das fünffache kosten wie die Sony. Allerdings fordert die extreme Auflösung hier ihren Tribut: Im RAW-Modus ist bereits nach 13 Aufnahmen Schluss – also nach einer Sekunde. Bei der Nikon D3s passen immerhin 36 RAW-Bilder in den Puffer. Zugegeben kostet diese Kamera mit 4500 Euro allerdings auch viermal so viel und schießt mit „nur“ 12 Megapixeln. Allerdings macht es bei der Sport- und Actionfotografie einen durchaus großen Unterschied, ob die Puffer im Serienbilddauerfeuer schon nach einer oder erst nach vier Sekunden überlaufen.

Während des Serienbilddauerfeuers zeigt der elektronische Sucher im Gegensatz zu seinem optischen Pedant nicht das vom Spiegelschlag immer kurz unterbrochene Live-Bild, sondern die zuletzt geschossene Aufnahme an. Hier ist im Endeffekt also ein 12-fps-Video mit minimaler zeitlicher Verzögerung zu sehen. In der Praxis ist die Verzögerung allerdings so klein, dass sie keine Rolle spielt. Wir fotografieren beispielsweise beim Training eines Trampolin-Vereins und haben keine Probleme, die Sportler zuverlässig in der Luft zu erwischen – und während des Sprungs zu verfolgen. Auch Mitzieher stellen kein Problem dar.

Bildqualität

Wir waren zugegebenermaßen ein wenig skeptisch, als wir das erste Mal von der Auflösung der Sony Alpha SLT-A77V gehört haben. 24 Megapixel auf einem APS-C-Sensor – geht das gut? Auf dem Papier hat man jedenfalls Samsung [18] überholt, die erst kürzlich den 20-Megapixel-Boliden „>NX200 [19] vorgestellt haben. Je mehr Pixel sich allerdings die Fläche auf einem Sensor teilen, desto weniger Licht fängt jeder einzelne Bildpunkt ein. Das wiederum bedeutet, dass eine höhere Ausleseempfindlichkeit erforderlich ist, die wiederum für mehr Fehler – ergo mehr Bildrauschen – sorgt. Und damit nimmt die Bildqualität ab.

Bei den niedrigsten Empfindlichkeiten ISO 50 bis ISO 400 liefert die Sony Alpha SLT-A77V wie zu erwarten war eine hervorragende Bildqualität. Ab ISO 800 ist ein erstes sichtbares Bildrauschen zu sehen, und feine Details beginnen, undeutlicher zu werden. Bei ISO 1600 machen sich die Störungen schließlich auch bei verkleinerter Betrachtung bemerkbar. Die Farben sind bis ISO 1600 weitgehend stabil und beginnen erst ab ISO 3200, sich deutlich zu verschieben. Helle Bildbereiche sehen aber bis einschließlich ISO 6400 noch halbwegs lebendig aus – auch wenn die Farben bereits deutlich daneben liegen. Aber damit eignen sich die Aufnahmen zumindest noch für Notfälle. Ab ISO 12.800 sind die Ergebnisse quasi nicht mehr zu gebrauchen.

Insbesondere bei mittleren Empfindlichkeiten lässt sich mit dem Umweg über das RAW-Format noch etwas aus den Aufnahmen herauskitzeln. Insbesondere bei ISO 800 und 1600 lohnt sich die Mühe deutlich. Bei Werten ab ISO 6400 erzielen wir kaum mehr eine Besserung. Bei schlechten Lichtverhältnissen hat die Sony Alpha SLT-A77V noch ein Ass im Ärmel. Die sogenannte Multiframe-Rauschminderung schießt eine Reihe von Aufnahmen und kombiniert diese miteinander, um ein möglichst scharfes, rauschfreies und gut ausgeleuchtetes Foto zu erhalten. Das funktioniert in der Praxis recht gut – jedenfalls, solange sich das Motiv nicht bewegt.

Bei guten Lichtverhältnissen bringt die extreme Auflösung durchaus leichte Vorteile gegenüber der Konkurrenz – insbesondere in Kombination mit dem leistungsstarken 16-bis-50-Millimeter-Objektiv. Im Halbdunkel allerdings wird die enorme Pixelzahl bestraft. Wo die direkte Konkurrenz teilweise noch recht rauschfrei unterwegs ist, vermatscht die A77V Details bereits deutlich und bringt sichtbare Artefakte auf die Fotos. Die Pentax K-5 [21] beispielsweise, die übrigens einen 16-Megapixel-Sensor von Sony einsetzt, schlägt sich bei wenig Licht um Welten besser – und hinkt auch bei guten Lichtverhältnissen nicht merklich hinterher.

Es wird wohl kaum ein Amateur-Fotograf und selbst nur ein Teil der Profis jemals eine Auflösung benötigen, wie sie die A77V mitbringt. Das zeigt beispielsweise auch Canons neues 6000-Euro-Profi-Flaggschiff EOS 1D X [2] mit einer Auflösung von 18 Megapixeln – auf einem größeren Sensor wohlgemerkt. Ein weiterer Punkt ist noch, dass die hochauflösenden Fotos massig Speicher fressen. Die 6000 mal 4000 Pixel großen Bilder belegen im JPEG-Fine-Format bis zu 10 MByte. Im RAW-Modus muss man mit 24 bis 25 MByte rechnen.

Das neue 16-bis-50-Millimeter-Kitobjektiv bietet eine solide Leistung. Die Optik fühlt sich sehr hochwertig an und gehört nicht gerade zu den Leichtgewichten. Dafür gibt es aber im Gegenzug ein über den gesamten Brennweitenbereich konstantes Öffnungsverhältnis von F2,8. Bereits bei dieser Blendenöffnung gelingen die Fotos sehr scharf. Die Abbildungsleistung ist in der Bildmitte ausgezeichnet und lässt zum Rand und zu den Ecken hin kaum nach. Auch mit Farbsäumen hat die Optik praktisch nicht zu kämpfen. Im Weitwinkel bringt das Objektiv allerdings eine recht deutliche Tonnenverzerrung auf die Aufnahmen. Bei maximaler Brennweite stellen wir eine leichte kissenförmige Verzeichnung fest.

Fazit

Die Sony Alpha SLT-A77V ist eine herausragende Kamera. Sie ist blitzschnell, schießt extrem hochauflösende Fotos und bietet ein weitgehend durchdachtes Design inklusive fantastischem OLED-Sucher. Es ist bloß sehr schade, dass der Hersteller auf den „kleinen“ Sensor so irrwitzig viele Pixel quetschen musste – mit weniger Auflösung hätten sich sowohl ein besseres Rauschverhalten bei wenig Licht als auch ein leistungsfähigerer Serienbildmodus realisieren lassen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41556882/sony-alpha-slt-a77-im-test-blitzschnelle-24-megapixel-kamera-mit-transluzentem-spiegel/

URLs in this post:

[1] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[2] Canon EOS 1D X: https://www.cnet.de/blogs/alpha/kameras/41556572/von_stadion_bis_studio_canon_eos_1d_x_mit_14_fps__iso_204_800_und_18_megapixel_vollformat.htm

[3] VG-C77AM: http://www.sony.de/product/dsa-vertical-control-grip/vg-c77am

[4] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41556882/sony_alpha_slt_a77v_display.jpg

[5] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41556882/sony_alpha_slt_a77v_hinten.jpg

[6] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41556882/sony_alpha_slt_a77v_oben.jpg

[7] PC-Kontakt: http://de.wikipedia.org/wiki/Blitzsynchronanschluss

[8] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41556882/sony_alpha_slt_a77v_seite2.jpg

[9] Pentax K-5: https://www.cnet.de/tests/digicam/41555244/testbericht/pentax_k_5_im_test_geniale_semi_profi_spiegelreflex_mit_ausgefeilter_technik.htm

[10] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41556882/sony_alpha_slt_a77v_akku.jpg

[11] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41556882/sony_alpha_slt_a77v_speicherkarte.jpg

[12] Webseite des Herstellers: http://support.sony-europe.com/dime/crl/slt/slt.aspx?site=odw_de_DE&m=SLT-A77V

[13] A65: https://www.cnet.de/tests/digicam/41556599/testbericht/sony_alpha_slt_a65v_im_test_ausgezeichnete_mittelklasse_dslr_mit_festem_spiegel.htm

[14] Canon EOS 60D: https://www.cnet.de/tests/digicam/41545129/testbericht/canon_eos_60d_im_test_sehr_gute_video_dslr_mit_umstaendlicher_bedienung.htm

[15] 7D: https://www.cnet.de/tests/digicam/41524646/testbericht/canon_eos_7d_im_test_neue_massstaebe_in_puncto_geschwindigkeit.htm

[16] Nikon D7000: https://www.cnet.de/tests/digicam/41541495/testbericht/nikon_d7000_im_test_ausgezeichnete_mittelklasse_dslr_fuer_ambitionierte_fotografen.htm

[17] Tabelle anzeigen: Sony Alpha SLT-A65V und A77V im Vergleich mit Canon EOS 60D und 7D sowie Nikon D7000: #

[18] Samsung: http://www.cnet.de/unternehmen/samsung/

[19] „>NX200: https://www.cnet.de

[20] Testfotos: die Bildqualität der Sony Alpha SLT-A77V: https://www.cnet.de/41556883/testfotos-die-bildqualitaet-der-sony-alpha-slt-a77v/?pid=1#sid=41556882

[21] Pentax K-5: https://www.cnet.de/galerie/41555245/testfotos_die_bildqualitaet_der_pentax_k_5.htm