Fujifilm X10 im Vorab-Test: Retro-Kompaktkamera für anspruchsvolle Fotografen

Oben auf der Kamera befinden sich zwei Drehelemente. Eines dient zum Wechseln durch die verschiedenen Aufnahmemodi, das andere zum Anpassen der Belichtungskorrektur. Zwischen den beiden Rädchen sitzt der Auslöser, der – in bester Retro-Manier – über ein Schraubgewinde zum Anschluss eines mechanischen Selbstauslösers verfügt. Ganz rechts vorne auf der Oberseite befindet sich schließlich noch eine mit Fn markierte Funktionstaste, die sich mit einer ganzen Reihe von Funktionen wie ISO-Empfindlichkeit, Bildqualität, Autofokus-Modus et cetera belegen lässt. Das Modusrädchen bietet übrigens ebenfalls Raum für benutzerspezifische Anpassungen: Hier gibt es zwei mit C1 und C2 gekennzeichnete Slots, die sich mit häufig verwendeten Aufnahmeeinstellungen belegen lassen.

Das 2,8 Zoll große Display löst 480 mal 320 Pixel auf.
Das 2,8 Zoll große Display löst 480 mal 320 Pixel auf.

Das Interface auf der Rückseite der Fujifilm X10 ähnelt dem der X100. Das Scrollrädchen rund um das Vier-Wege-Pad fühlt sich besser und präziser an als das großen Schwester X100. Allerdings sitzt die Menu/Ok-Taste auch bei der X10 für unseren Geschmack immer noch zu nach an den Richtungtasten des Vier-Wege-Pads. Dadurch kommt es immer mal wieder zu Fehleingaben. Und wer nicht schon ausgiebig mit der X100 fotografiert hat, muss bei der X10 mit einer gewissen Eingewöhnungsphase rechnen, bis man sich an die etwas unaufgeräumte Bedienung gewöhnt hat.

Ausstattung

Während die Fujifilm X100 über eine Festbrennweite mit 35 Millimetern verfügt, bringt die X10 ein flexibles Vierfach-Zoomobjektiv mit. Es deckt einen Brennweitenbereich von 28 bis 112 Millimetern im Kleinbildäquivalent ab. Die Lichtstärke beträgt im Weitwinkel F2,0 und fällt im Telebereich nur bis auf F2,8 ab. Damit gehört die X10 zu den lichtstärksten Kompaktkameras überhaupt. Eine hohe Lichtstärke ermöglicht kürzere Verschlusszeiten beziehungsweise niedrigere ISO-Empfindlichkeiten. So haben Fotografen bei schwierigen Lichtverhältnissen oder schnell bewegten Motiven mehr Spielraum.

Mit 112 Millimetern Brennweiten im Kleinbildäquivalent und Blende F2,8 lässt sich eine recht ansehnliche Hintergrundunschärfe erzielen.
Mit 112 Millimetern Brennweiten im Kleinbildäquivalent und Blende F2,8 lässt sich eine recht ansehnliche Hintergrundunschärfe erzielen.

Die maximale Brennweite von 112 Millimetern im Kleinbildäquivalent entspricht einer realen Brennweite von 28,4 Millimetern. Zusammen mit dem recht großen Öffnungsverhältnis von F2,8 ist so schon ein recht kreatives Spiel mit der Schärfentiefe möglich. So lassen sich beispielsweise Portraitfotos mit weich auslaufendem Hintergrund erzielen.

Ein weiteres interessantes Feature des Objektivs ist der integrierte Zentralverschluss. Üblicherweise ist bei Kompaktkameras der Verschluss direkt vor dem Sensor und nicht in der Linse verbaut. Ein Vorteil des Zentralverschlusses besteht darin, dass er deutlich leiser arbeitet. Auf der anderen Seite sorgt er für weniger Vibrationen und damit auch für weniger Verwacklungen beziehungsweise schärfere Fotos.

Praktisch: Der optische Sucher der Fujifilm X10 macht Brennweitenveränderungen mit.
Praktisch: Der optische Sucher der Fujifilm X10 macht Brennweitenveränderungen mit.

Die Fujifilm X10 verfügt über ein weiteres Feature, dass man bei aktuellen Kompaktkameras eher selten sieht: einen optischen Sucher. Das kleine Guckloch verfügt über eine Linsenkonstruktion, so dass der Sucher die Brennweitenveränderung mitmacht. Im Vergleich zur Konkurrenz aus Canon G12 und Nikon P7100 ist das Guckloch etwas größer. An den raffinierten Hybrid-Sucher der X100 kommt es allerdings nicht heran. Außerdem werden hier keine Informationen zu Blende, Belichtungszeit & Co. dargestellt. Im Weitwinkel ist außerdem das Objektiv leicht im Sucher zu sehen.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Fujifilm X10 im Vorab-Test: Retro-Kompaktkamera für anspruchsvolle Fotografen

  • Am 7. November 2011 um 13:10 von Uli Haslinde

    hoher Preis?
    Den Einwand kann ich nicht nachvollziehen.

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