Ultraflach, wertig und sexy: Ultrabook Asus Zenbook UX 31 im Test

von Joachim Kaufmann am , 19:00 Uhr

Pro
  • flache Bauform
  • hochauflösendes Display
  • stabiles Gehäuse
  • gute Performance
Con
  • spiegelndes Display
Hersteller: Asus Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Mit dem 1099 Euro teuren Zenbook UX 31 hat Asus ein hervorragendes Ultrabook auf die Beine gestellt. Es sieht nicht nur schick aus, sondern bietet dank des gut verarbeiteten Alu-Gehäuses auch eine hohe Wertigkeit. Dank schnellem Stromspar-Core-i7 und SSD kann auch die gefühlte Leistung überzeugen. Die Akkulaufzeit liegt auf einem guten Niveau. Der ungewöhnlich hoch auflösende 13,3-Zoll-Screen bringt eine scharfe Darstellung, die spiegelnde Beschichtung jedoch auch einige Reflexionen. Echte Schwächen sind bei dem Gerät aber nicht auszumachen.

Ein Notebook, das klein, flach, wertig, schnell und stabil sein soll? Das kann ja wohl nur das MacBook Air sein. Falsch: Konnte. Denn Asus mischt den Markt der Ultrabooks mit seinem neuen Zenbook UX 31 kräftig auf – mit mehr Leistung zu einem günstigeren Preis. Wir haben getestet, ob das funktioniert – oder ob der Hersteller dann doch an versteckter Stelle gespart hat.

Die Zahl echter Hingucker im Notebook [1]-Bereich ist eher überschaubar. Und Ausnahmen wie das Sony [2] Vaio Z21 oder das Apple [3] MacBook Air sind oftmals preislich sehr weit oben angesiedelt. Doch Design-Fans können aufatmen: Mit den Ultrabooks kommt eine Reihe besonders flacher Geräte auf den Markt, die dank hochwertiger Materialien gut aussehen und leistungsmäßig auf der Höhe der Zeit sind.

Prominente Vertreter der Ultrabooks sind die Asus Zenbooks. Sie wurden schon im Rahmen der Einführung des Ultrabook-Konzepts im Mai vorgestellt. Das Design des UX wurde schon mal erprobt und für gut befunden – aber von einem anderen Hersteller: Apple. Das sich nach vorne verjüngende Chassis aus Alu gleicht dem von Apples MacBook Air. Wir haben die 13-Zoll-Variante Zenbook UX 31 ausführlich getestet.

Chassis und Optik

Mit der ausgeprägten Keilform sieht das Zenbook aus wie das MacBook Air. Es besteht wie das Apple-Gerät aus Aluminium. Das Chassis ist sehr stabil. Es lässt sich an keiner Stelle spürbar eindrücken. Je nach Blickwinkel sind Fingerabdrücke aber deutlich zu sehen. Mit einem Gewicht von 1,35 Kilo und Abmessungen von 32,5 mal 22,3 mal 0,3 bis 1,8 Zenimter ist es äußerst portabel.

Den Deckel zieren feine, konzentrische Kreise. Auch die Innenseite, die gebürstetes Alu zeigt, macht optisch einiges her. Insgesamt ist das Zenbook eines der schönsten Notebooks, die derzeit zu haben sind. In der Mitte steht der Deckel leicht über die Basiseinheit hinaus. Diese Konstruktion dient als Griff, um den Deckel zu öffnen. Das klappt im Test sehr gut: Dank des passend eingestellten Scharniers wird die Basiseinheit nicht mit angehoben.

Display

Der 13,3-Zoll-Screen löst überdurchnittliche 1600 mal 900 Pixel auf, was eine sehr scharfe Darstellung zur Folge hat. Insbesondere die Darstellung von Schrift beeindruckt. Üblich sind es bei dieser Diagonale nur 1366 mal 768 Pixel. Selbst das Macbook Air bietet mit 1440 mal 900 Pixel eine etwas geringere Auflösung. Leider hat das Display eine glänzende Oberfläche, Reflexionen bleiben also nicht aus. Eine leichte Entspiegelung sorgt dafür, dass der Effekt nicht zu stark zum Tragen kommt. Die integrierte Webcam löst 0,3 Megapixel auf.

Tastatur und Touchpad

Die Chicklet-Tastatur (Abstände zwischen den Tasten) ermöglicht dank ausreichendem Tastenhub und sauber definiertem Anschlag komfortables Tippen. Leider ist sie nicht beleuchtet. Damit die klare Optik erhalten bleibt, ist sogar der Einschaltknopf ins Tastenfeld gerückt. Alle Tasten haben Standardgröße, sogar die Pfeiltasten lassen sich vernünftig bedienen.

Sehr gut gefällt uns das für Windows-Rechner ungewöhnlich große Touchpad. Das Scrollen mit zwei Fingern klappt deutlich besser als bei anderen Maschinen, wenn auch nicht ganz so gut wie bei den MacBooks. Stellt man im Reiter Rad im Systemsteuerungsdialog Eigenschaften von Maus die Anzahl der Zeilen von 3 auf 1 zurück, wird das Scrollerlebnis noch etwas besser. Man hat tatsächlich den Eindruck, dass die Seite am Finger klebt. Schade, dass Asus diese Einstellung nicht standardmäßig wählt.

Schnittstellen, Wireless, Sound

Alle Schnittstellen sind hinten angeordnet – gezwungenermaßen. Vorne ist das Gehäuse nämlich so flach, dass nichts mehr uPlatz hat. Auf einen Ethernet-Port muss man beim Zenbook verzichten. Allerdings ist ein Adapter mitgeliefert, der einen 100-MBit/s-Netzwerkanschluss per USB 2.0 realisiert. Die drahtlose Anbindung ans Netz erfolgt per WLAN nach 802.11b/g/n. Den in funkverseuchten Stadtwohnungen sinnvollen a-Standard unterstützt das Modul aber nicht. Der Bluetooth-Chip des UX 31 unterstützt sogar Bluetooth 4.0, die neueste Version des Standards. Damit lassen sich besonders stromsparende Geräte anbinden.

Erwähnenswert ist auch das Soundsystem vom Typ Bang & Olufsen namens ICEpower. Die Lautsprecher befinden quasi zwischen den Scharnieren und zeigen in Richtung Nutzer. Gerade vor dem Hintergrund der kompakten Bauweise ist die Audioqualität sehr gut.

Innenleben und Leistung

Wie alle Ultrabooks hat das Zenbook einen Ultra-Low-Voltage-Prozessor aus Intels Core-iX-Serie, auch bekannt unter dem Namen Sandy Bridge. Die getestete Version RY012V wird von einem Core i7-2677M angetrieben. Der Chip hat zwei Kerne, aus denen Hyptherthreading vier virtuelle macht. Die Basistaktfrequenz beträgt 1,8 GHz, Turbo Boost übertaktet einzelne Kerne auf bis zu 2,9 GHz.

Das klappt im Test ganz ordentlich: Im Stresstest mit einem Thread werden Frequenzen von 2,8 bis 2,9 GHz erreicht. Ab und zu taktet der Chip aber runter, da ansonsten die Wärmeentwicklung zu hoch wäre. Bei der Belastung beider Kerne fällt der Turbo mit um die 2,5 GHz geringer aus und die Ruhephasen sind länger. Als Grafiklösung kommt die in die CPU integrierte Intel HD 3000 zum Einsatz. Die DirectX-10-Lösung reicht für Office- und Multimedia-Aufgaben locker aus, anspruchsvolle Spiele laufen aber nicht flüssig.

Im PC Mark Vantage, der die Gesamtleistung des Systems abbildet, erreicht das Asus 10.767 Punkte – ein hervorragender Wert. Das ist vor allem auf die schnelle, 128 GByte große SSD von ADADA zurückzuführen. Vor allem beim Lesen glänzt sie mit Übertragungsraten von mehr als 400 MByte/s. Auch kleine Dateien (4-KByte-Blöcke) werden mit beachtlichen 19 MByte/s gelesen. Zur Einordnung: Das ist etwa das 30- bis 40-fache einer klassischen Festplatte.

Akkulaufzeit

Der fest verbaute Lithium-Polymer-Akku hat eine Kapazität von 6840 mAh. Beim Surfen per WLAN im Internet und leicht abgedunkelter Display-Hintergrundbeleuchtung hält er gut 5 Stunden durch. Je nach Aufgabe gibt es aber deutliche Abweichung nach oben und nach unten. Wer Textverarbeitung macht, kann beispielsweise auch sieben Stunden erreichen. Bei der Ausführung des 3D-Benchmarks wäre schon nach 3 Stunden Schluss.

Das Asus ist bei wenig anspruchsvollen Aufgaben nicht oder kaum wahrnehmbar. Unter Vollast kann man den Lüfter zwar deutlich hören, die Lautstärke bleibt aber auf einem angenehmen Niveau.

Software

Als Betriebssystem kommt Windows 7 Home Premium in der 64-Bit-Version zum Einsatz. Die 4 GByte RAM können also voll ausgenutzt werden. Einen Datenträger mit dem Image liefert Asus nicht mit. Ein Dialog fordert beim Starten dazu auf, das Image zu brennen. Allerdings hat das UX 31 bekanntlich kein optisches Laufwerk. Neben verschiedenen Asus-Tools sind Office 2010 Starter sowie die Windows Live Essentials vorinstalliert.

Fazit

Mit dem 1099 Euro teuren Zenbook UX 31 hat Asus ein hervorragendes Ultrabook auf die Beine gestellt: Es sieht nicht nur schick aus, sondern bietet dank des gut verarbeiteten Alu-Gehäuses auch eine hohe Wertigkeit. Dank schnellem Stromspar-Core-i7 und SSD kann auch die gefühlte Leistung überzeugen. Die Akkulaufzeit liegt auf einem guten Niveau. Der ungewöhnlich hoch auflösende 13,3-Zoll-Screen bringt eine scharfe Darstellung, die spiegelnde Beschichtung jedoch auch einige Reflexionen. Echte Schwächen sind bei dem Gerät nicht auszumachen.

Man sollte aber ernsthaft prüfen, ob die 128-GByte-SSD nicht doch etwas zu klein ist. Für 1299 Euro gibt es eine Version mit 256 GByte Speicher. Damit ergibt sich gegenüber einem Macbook Air ein deutlicher Preisvorteil für Asus: Apple verlangt mit 1649 Euro erheblich mehr. Der beim UX 31 mitgelieferte USB-Ethernet-Adapter kostet 29 Euro extra.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[1] Notebook: http://www.cnet.de/themen/notebook/

[2] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[3] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/