Display und Interface

Das Display des Samsung Galaxy Nexus misst gewaltige 4,65 Zoll. Allerdings stehen dafür auf dem Android-Homescreen nur etwa 4 Zoll zur Verfügung, denn das Galaxy Nexus hat unterhalb des Displays keine Tasten mehr. Die Buttons für Home, Menü oder
Zurück werden jetzt unten in der Anzeige eingeblendet. Dennoch ist der Bildschirm ziemlich groß für ein Smartphone, wenn auch nicht wirklich groß genug für das neue Android. Aber dazu später mehr.

Mit der Auflösung von 1280 mal 720 Pixeln und der Super-AMOLED-Displaytechnologie ist die Anzeige beeindruckend hell, lebendig und farbenfroh. Egal, ob Grafiken, Fotos oder Menüicons – alles sieht großartig und gestochen scharf aus. Allerdings hatten wir nach dem Blick aufs Datenblatt noch mehr erwartet, als wir tatsächlich bekommen: Trotz HD-ready-Auflösung wirkt die Darstellung nicht schärfer als beim iPhone 4S. Sie ist natürlich auch nicht schlechter, aber setzt eben keine neuen Maßstäbe. Trotzdem macht es einfach Spaß, sich durch die fünf mit Verknüpfungen, Widgets & Co. konfigurierbaren Homescreens zu wischen. Android 4.0 bringt eine Reihe von neuen Widgets mit. Das Hauptmenü zeigt viele bekannte Icons, und auch die diversen Einstellungsdialoge kommen im altbekannten Design daher. Die gesamte Oberfläche wirkt sauber und elegant. Insbesondere die SMS-, MMS- und E-Mail-Apps sind sehr gelungen – es ist beispielsweise problemlos möglich, Nachrichten mit Anhängen zu versehen. Bravo, Google.

Wie die anderen Nexus-Handys kommt auch das Galaxy Nexus mit einem unangetasteten Android-Interface, dem kein Hersteller einen eigenen Launcher oder ein eigenes Look & Feel verpasst hat. In diesem Fall gibt es also nicht das von Galaxy S2, Galaxy Note & Co. bekannte TouchWIZ-Interface von Samsung. Das ist nicht nur für Entwickler, sondern auch für Anwender hervorragend, denn das neue Android alias Ice Cream Sandwich braucht sich definitiv nicht zu verstecken. Entwickler werden sich übrigens über das ihnen gewidmete Submenü freuen, das Features wie CPU-Auslastungs-Anzeige, Hintergrundprozess-Einschränkungen, visuelles Touchscreen-Feedback und dergleichen anbietet.

Ganz unten am Bildschirm befinden sich drei virtuelle Tasten für Zurück und Home sowie zum Aufrufen der Liste kürzlich verwendeter Anwendungen. Die dedizierte Suchen-Taste, die es bei vielen früheren Android-Smartphones gibt, fehlt wie bei den meisten Honeycomb-Geräten komplett. Allerdings steht in den allermeisten Apps – falls überhaupt relevant – und auf dem Homescreen ohnehin eine Suchen-Schaltfläche zur Verfügung. Wie bei der dritten Version von Android schrumpfen die drei Schaltflächen auch bei Ice Cream Sandwich in vielen Apps zu drei kleinen Lichtpunkten zusammen, bis man sie bei Bedarf per Fingertipp wieder vergrößert. Die virtuellen Tasten machen übrigens wie der Displayinhalt selbst jede Rotation des Smartphones mit.

Mit dem neuen Button rechts unten lassen sich die zuletzt genutzten Anwendungen anzeigen.
Mit dem neuen Button rechts unten lassen sich die zuletzt genutzten Anwendungen anzeigen.

Abgesehen vom Touchscreen gibt es auf der Vorderseite des Smartphones keine Bedienelemente. Hier findet sich lediglich noch eine Status-LED, die über verpasste Anrufe, eingangene SMS und E-Mails oder sonstige Vorkommnisse informiert. Abgesehen davon, dass sie relativ schwach ist, sind wir froh, die LED wieder zurück zu haben. Beim Nexus S haben wir sie schmerzlich vermisst.

Das virtuelle Keyboard nimmt die gesamte Breite des Bildschirms ein – egal, ob man das Smartphone im Hoch- oder im Querformat hält. Das Tastenfeld enthält drei Reihen mit dem Alphabet, über denen sich die wichtigsten Satzzeichen finden. Ganz unten sitzt eine riesige Leertaste. Links daneben befindet sich ein Icon zum Aktivieren der Spracheingabe, das beim Schreiben von E-Mails durch ein „@“-Zeichen ersetzt wird. Weitere Interpunktionszeichen und Zahlen finden sich in den Alternativlayouts der Tastatur. Ganz allgemein ist das virtuelle Keyboard großzügig dimensioniert und bequem betippbar. Die Wischeingabe Swype wird allerdings nicht unterstützt.

Neueste Kommentare 

9 Kommentare zu Samsung Galaxy Nexus im Test: 4,65-Zoll-Smartphone mit Android 4.0 Ice Cream Sandwich

  • Am 22. November 2011 um 16:53 von Daniel

    Quantensprung
    Der Autor möge bitte das Wort quantensprung nachschlagen.

  • Am 22. November 2011 um 17:26 von Ringgi

    Falsches Handy
    Das letzte Smartphone beim Grössenvergleich ist nicht das SII! Das SII ist schmaler und eleganter. Ich denke, es ist das Galxy Note…

  • Am 23. November 2011 um 08:35 von Blablub

    Falsch
    Die Bildunterschrift stimmt nicht. Es war schon immer ohne weiteres möglich Ordner auf dem Homescreen anzulegen. Nicht so schön wie jetzt aber problemlos möglich. Langes drücken auf den Homescreen -> Ordner anlegen.
    Bitte korrigieren.

  • Am 23. November 2011 um 10:51 von mbirth

    Gehäuse
    Der Vergleich des Gehäuse mit dem iPhone und dem Droid Razr ist ja ganz nett, aber vielleicht sollte noch erwähnt werden, dass beide Vergleichsgeräte KEINEN Wechselakku haben und der Hersteller da ganz andere Maßstäbe beim Gehäusebau anwenden konnte. Klar, dass sich das auf die Materialwahl auswirkt. Bei einem Wechselakku ist der Akku an sich dicker und das Gerät braucht quasi eine zweite Hülle unter dem Akkudeckel.

  • Am 23. November 2011 um 11:18 von mbirth

    Menütaste
    Zu der Menütaste – mal oben, mal unten: Seit Honeycomb gibt es neue Vorgaben für das Menü (und eine neue API). Der Button ist seit dem oben rechts. Für alte Apps, die noch nicht angepasst sind, blendet Android unten den herkömmlichen Menüknopf ein. Das war auch schon unter Honeycomb so.

  • Am 16. Dezember 2011 um 12:43 von Arno H. Ühm

    Lern mich Deutsch …
    Bei c-net ist wohl nicht der Dativ nicht dem Genitiv sein Tod (Bastian Sick), sondern dem Nominativ.

    Was ist das für ein Deutsch?
    "Und ohne dem neuesten Android ist das …"
    Brrrrrrrrrrr!

    Davon abgesehen: Weiß eigentlich jemand warum die "Original"-Google-Smartphones IMMER ohne Kartenslot sind?

    Wenn dann von Hause aus satt Memory drin wär (so dass die gesamte MP3-Sammlung und ein paar Filme darauf passen), wäre es ja OK.
    Aber 16GB ist viel zu wenig, 32GB ist nur angekündigt und reicht (mir) leider auch nicht.

    Schade eigentlich.

  • Am 29. Dezember 2011 um 10:56 von Dijon

    Wischi-Waschi
    Folgendes stimmt nicht:
    "Aber es gibt beispielsweise keinerlei Hinweise darauf, dass sich Benachrichtigungen im Notifications-Menü einfach wegwischen lassen – und dieses Feature gibt es auch sonst nicht im Betriebssystem"

    Das Wegwischen funktioniert auch im Recent Apps-Menü und bei den Browser-Tabs.

  • Am 29. Januar 2012 um 05:57 von Thomas

    Fehlender MicroSD Slot
    Leider ist beim Test ganz untergegangen, dass im Vergleich zum Nexus One oder anderen Geräten der Kartenslot komplett fehlt. Die 16 GB Variante kostet 500 EUR, die 32 GB Variante 600 EUR… 100 EUR für 16 GB sind Wucher und einfach nur dreist. Die Erweiterbarkeit oder einfach der Tausch der Karte/die Archivierung von Apps sind so nicht möglich.

    Auch das Problemlose Einspielen von Images wird so erschwert, wenn das Gerät mal nicht mehr startet und man keine Karte extern bespielen kann.

    Auch die Kamera ist noch zu gut weggekommen – unscharf und verwaschen, Falschfarben und nur 5 Megapixel. NFC und LTE sind nett, aber Bluetooth 3.0 wäre besser gewesen.

    Für ein Flagschiff zu diesem Preis hätte ich mehr erwartet und auch die Wertigkeit des Gehäuses ist nicht optimal. Man kann auch bei einem Wechselakku Alu oder Carbon verwenden…

    Das die Menütasten jetzt im Bildschirm ausgeführt sind, ermöglicht natürlich kontextsensitive Änderungen, separate Taster oder Sensortasten hätten aber den Vorteil gehabt, dass die einheitliche Bedienung erhalten geblieben wäre, dass man auch blind bestimmte Funktionen an festen Positionen hätte und … der Bildschirm verbraucht wesentlich mehr Akkuleistung als drei Tasten.

    Der große Nachteil bei Android bleibt, dass Google mit jeder Version seine nicht vorhandenen UI-Guidelines auf den Kopf stellt und die Hersteller dann noch ihre eigenen Oberflächen drüberstülpen, was Updates (Google hat mal mit 18 Montaten Update Garantie geworben) ad absurdum führt.

    Ich sage nur HTC Desire Desaster. Daher muss ich sagen, dass Apple mit iOS und selbst Microsoft mit Windows Phone den konsistenteren Bedienansatz hat. Google ist eher ein Hacker Telefon von Kindern programmiert für Kinder. Inkonsistent bis ins letzte Pixel und jedes Gerät ist anders schlecht implementiert.

  • Am 5. April 2012 um 13:22 von MSA

    Artikel aktualisiert?
    An den Autor:
    im Artikel schreiben Sie, das er aktualisiert wird, wenn sie weitere Tests gemacht haben (z.B. Akkulaufzeit). Nach vier Monaten ist noch nichts aktualisiert worden. Der Akku hält wohl recht lange 😉

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