Der große Ultrabook-Test: Toshiba, Lenovo, Acer und Asus gegen Apples MacBook Air

von Stefan Möllenhoff und Vincent Chang am , 19:04 Uhr

Intel hat sie auf der Computex im vergangenen Sommer vorgestellt, jetzt trudeln sie endlich in den Regalen ein. Die Rede ist von den sogenannten Ultrabooks – extrem flachen und dennoch leistungsstarken Notebooks. Neben dem MacBook Air sind vier Geräte von Acer, Asus, Lenovo und Toshiba im Handel erhältlich. Unsere Kollegen von CNET Asia hatten alle fünf Boliden gleichzeitig in der Redaktion und haben einen Vergleichstest gestartet.

Nachdem die Netbooks in der großen Tablet-Welle untergegangen sind, lautet der nächste große Trend bei den Mobilrechnern: Ultrabooks. Diese Notebook [1]-Klasse zeichnet sich durch einen superschlanken Formfaktor und eine überdurchschnittliche Akkulaufzeit aus – und im Gegensatz zu den Netbooks bringen sie so viel Power mit, dass sie sich auch für etwas anspruchsvollere Aufgaben eignen. Ganz neu ist die Idee aber nicht. Die Rechner wirken größtenteils, als hätten sich die Designer Apples MacBook Air nicht nur flüchtig angesehen.

Auf dem Papier

Bevor wir loslegen: Es gibt einen Haken an der Sache. Im Idealfall würden wir hier Äpfel Birnen mit Birnen vergleichen – beziehungsweise Ultrabooks mit exakt identischer Ausstattung. Doch leider konnten wir nicht alle Geräte mit identischer Ausstattung bekommen. Unsere Ultrabooks von Toshiba und Asus beispielsweise waren mit einem leistungsstärkeren Core-i7-Prozessor ausgestattet, während der Rest mit einer Core-i5-CPU bestückt war.

Bei den meisten alltäglichen Aufgaben wie beim Betrachten von Videos oder Surfen im Internet dürften die Unterschiede nicht spürbar sein. Wenn man die Notebooks allerdings beim Benchmark voll ausreizt, werden Unterschiede sichtbar.

Auch beim Speicher waren wir mit verschiedenen Ausstattungen konfrontiert. Das MacBook Air von Apple [2] verfügte über eine 256 GByte große SSD-Platte, während die anderen Ultrabooks sich mit der Hälfte zufrieden gaben. Das Acer [3] Aspire S3 geht einen komplett anderen Weg und setzt auf eine 320 GByte große konventionelle Festplatte, der ein 20 GByte großer Flash-Speicher für schnellere Reaktionen zur Seite steht. Die langsamere HDD wird dennoch für schlechtere Benchmark-Ergebnisse sorgen.

Die Unterschiede in der Ausstattung wirken sich nicht nur auf die Testergebnisse, sondern auch auf die Anschaffungskosten aus. Diese reichen von 800 Euro beim Acer Aspire S3 bis 1500 Euro bei Apples MacBook Air. In der folgenden Tabelle sind noch einmal die grundlegenden technischen Daten der uns vorliegenden Geräte auf einen Blick zu sehen.

Hersteller Acer Asus Lenovo Toshiba Apple
Modell Aspire S3 Zenbook UX31E IdeaPad U300s Portege Z830 MacBook Air
Preis 800 Euro 1100 Euro 1000 Euro derzeit mit Core i7 nicht in Deutschland erhältlich 1500 Euro
Prozessor Core i5 2467M (1,6GHz) Core i7 2677M (1,8GHz) Core i5 2467M (1,6GHz) Core i7 2677M (1,8GHz) Core i5 2557M (1,7GHz)
RAM 4GB 4GB 4GB 6GB 4GB
Festplatte 320GB HDD 128GB SSD 128GB SSD 128GB SSD 256GB SSD
Display 13,3 Zoll, 1366 x 768 Pixel 13,3 Zoll, 1600 x 900 Pixel 13,3 Zoll, 1366 x 768 Pixel 13,3 Zoll, 1366 x 768 Pixel 13,3 Zoll, 1440 x 900 Pixel
Grafikkarte Intel HD Graphics 3000 Intel HD Graphics 3000 Intel HD Graphics 3000 Intel HD Graphics 3000 Intel HD Graphics 3000
Videoausgänge HDMI mini-VGA, micro-HDMI HDMI HDMI, VGA Thunderbolt
Anschlüsse 2 x USB 2.0, Kartenleser 1 x USB 3.0, 1 x USB 2.0, Kartenleser 1 x USB 3.0, 1 x USB 2.0 1 x USB 3.0, 2 x USB 2.0, Kartenleser 2 x USB 2.0, Kartenleser
Abmessungen 32,0 x 21,6 cm 32,5 x 22,4 cm 32,4 x 21,6 cm 31,6 x 22,7 cm 32,5 x 22,7 cm
Dicke 17 mm 17 mm 15 mm 16 mm 17 mm
Gewicht 1,33 kg 1,3 kg 1,32 kg 1,13 kg 1,35 kg

Rank und schlank

Nachdem wir die technischen Daten aus dem Weg geräumt haben, widmen wir uns dem Äußeren der Notebooks und sehen uns an, wer das schlankeste Gehäuse aufzuweisen hat.

An der Vorderseite ist das MacBook Air am dünnsten. Allerdings kommt ihm das Zenbook von Asus schon gefährlich nahe. [4]
An der Vorderseite ist das MacBook Air am dünnsten. Allerdings kommt ihm das Zenbook von Asus schon gefährlich nahe.

Welches Notebook am dünnsten ist, hängt davon ab, wie man misst. Wenn man als Ausgangspunkt die dickste Stelle misst, so gewinnt das Lenovo IdeaPad U300s mit 14,9 Millimetern. Im Gegensatz zu den anderen Ultrabooks verfügt es allerdings nicht über ein sich deutlich nach vorne hin verjüngendes Gehäuse – und wirkt damit dann wieder dicker als der Rest. Wenn man nach der dünnsten Stelle geht, so hat das MacBook Air mit der vorderen, beinahe schon rasiermesserscharfen Kante die Nase vorne.

In Sachen Gewicht gewinnt das Toshiba Portege Z830 mit deutlichem Vorsprung. Es ist mit 1,13 Kilogramm über 150 Gramm leichter als sämtliche Konkurrenten. Das klingt zwar auf Anhieb nicht nach viel, macht sich bei ohnehin schon recht leichten Geräten doch deutlich bemerkbar. Die Netzteile für die Ultrabooks bewegen sich übrigens alle in sehr ähnlichen Dimensionen. Egal, für welchen Boliden man sich entscheidet: Inklusive Stromversorgung muss man nie mehr als etwa 1,5 Kilogramm mit sich herumtragen.

Fazit: Das Toshiba Portege Z830 ist hier ganz klar das leichteste Gerät. In puncto Abmessungen liegen das MacBook Air und das Asus Zenbook vorne.

Anschlüsse

Mit den immer kompakteren Abmessungen wird auch der Platz an den Ultrabooks, der für das Unterbringen von diversen Features zur Verfügung steht, immer geringer. Ein optisches Laufwerk hat keines der hier verglichenen Modelle zu bieten. Und selbst bei den Anschlüssen muss man mit deutlichen Abstrichen rechnen.

Die gute Nachricht zuerst: Alle hier aufgeführten Notebooks haben mindestens zwei USB-Ports. Allerdings verzichtet beispielsweise das Lenovo IdeaPad U300s auf einen Kartenleser. Und wer noch kein WLAN zu Hause hat, findet lediglich beim Toshiba-Gerät eine Ethernet-Buchse. Beim Rest des Felds ist ein Dongle erforderlich, der einen der knappen USB-Ports belegt. Ein solcher Dongle ist allerdings nur bei Asus im Lieferumfang enthalten.

Bei den Videoausgängen sind alle Modelle mit HDMI-Ausgängen – beziehungsweise das MacBook Air mit einem Thunderbolt-Port – ausgestattet. Bei Toshiba und Asus gibt es zusätzlich noch einen VGA-Ausgang, wenngleich bei Asus ebenfalls nur via Dongle.

Fazit: Das Toshiba Portege Z830 bietet die meisten Anschlüsse von allen hier verglichenen Ultrabooks.

Leistung

Um die Leistung der verschiedenen Ultrabooks zu messen, haben wir auf den Benchmark PCMark 7 gesetzt. Nachdem die Software unter Windows läuft, haben wir auf dem MacBook Air Boot Camp und Windows 7 installiert.

Die beste Performance in diesem Vergleich stammt von dem Zenbook von Asus, das mit einem Core-i7-Prozessor ausgestattet ist. Das MacBook Air mit Core-i5-CPU ist dem Asus-Gerät allerdings beachtlich dicht auf den Fersen. Eine negative Überraschung in diesem Zusammenhang ist das Toshiba Z830, das sich trotz Core-i7-CPU und 6 GByte Arbeitsspeicher eher im hinteren Teil des Felds einreiht. Das Acer Aspire S3 schließlich bildet das Schlusslicht, was angesichts der langsamen Festplatte jedoch auch zu erwarten war.

PCMark 7
(längere Balken bedeuten bessere Leistung)
Acer Aspire S3

1842 
Apple MacBook Air (Windows 7 Boot Camp)

3650 
Asus Zenbook UX31E

3684 
Lenovo IdeaPad U300s

3188 
Toshiba Portege Z830

2274 

Weitere Tests mit dem Festplatten-Benchmark CrystalDiskMark zeigen uns den Grund für die schwache Performance des Toshiba-Notebooks. Es hat von den mit SSD-Speichern ausgestatteten Ultrabooks die langsamsten Lese- und Schreibgeschwindigkeiten. In puncto Schreibgeschwindigkeit ist das Z830 sogar langsamer als das S3. Asus auf der anderen Seite ist der einzige Hersteller der eine schnelle SATA-3-SSD in seinem Ultrabook verbaut und die Konkurrenz so abhängt. Bei der Schreibgeschwindigkeit hat das MacBook Air jedoch trotzdem leicht die Nase vorne.

CrystalDiskMark (sequenzielle Lesegeschwindigkeit)
(längere Balken bedeuten bessere Leistung)
Acer Aspire S3

84,1 
Apple MacBook Air (Windows 7 Boot Camp)

204,3 
Asus Zenbook UX31E

440,6 
Lenovo IdeaPad U300s

246,1 
Toshiba Portege Z830

170,1 

CrystalDiskMark (sequenzielle Schreibgeschwindigkeit)
(längere Balken bedeuten bessere Leistung)
Acer Aspire S3

83,3 
Apple MacBook Air (Windows 7 Boot Camp)

204,4 
Asus Zenbook UX31E

168,2 
Lenovo IdeaPad U300s

90,0 
Toshiba Portege Z830

41,0 

Fazit: Das Asus Zenbook und das MacBook Air schenken sich hier keinen Meter und führen den Pulk an.

Startzeit

Diese Disziplin gestaltet sich als ganz einfach: Wir betätigen gleichzeitig den Einschalter des Computers und die Start-Taste unserer Stoppuhr. Sobald der Login-Dialog auf dem Bildschirm auftaucht, stoppen wir die Zeit.

Zeit zum Hochfahren (in Sekunden)
(kürzere Balken bedeuten bessere Leistung)
Acer Aspire S3

31,6 
Apple MacBook Air (Mac OS X Lion)

19,2 
Apple MacBook Air (Windows 7 Boot Camp)

48,0 
Asus Zenbook UX31E

15,3 
Lenovo IdeaPad U300s

13,5 
Toshiba Portege Z830

16,0 

Fazit: Das IdeaPad U300s ist am schnellsten einsatzbereit. Lenovos Enhanced Experience 2.0 [5], das bereits auf der CES [6] Anfang 2011 vorgestellt wurde, hält hier seine Versprechen. Unmittelbar dahinter folgen das Zenbook von Asus und das Portege Z830 von Toshiba.

Akkulaufzeit

Um das Durchhaltevermögen der Ultrabooks auszuprobieren, haben wir ein Standard-Definition-Video mit aktivierter Repeat-Funktion bei 50 Prozent Bildschirmhelligkeit und stummgeschaltetem Ton abgespielt. WLAN und Bluetooth waren bei allen Geräten abgeschaltet. Mit Ausnahme des Acer Aspire S3, das vermutlich auch hier unter der Festplatte leidet, haben alle Notebooks mehr als fünf Stunden lang durchgehalten.

Akkulaufzeit (in Minuten)
(längere Balken bedeuten bessere Leistung)
Acer Aspire S3

254 
Apple MacBook Air (Mac OS X Lion)

347 
Apple MacBook Air (Windows 7 Boot Camp)

293 
Asus Zenbook UX31E

342 
Lenovo IdeaPad U300s

335 
Toshiba Portege Z830

396 

Mit mehr als sechs Stunden ununterbrochener Wiedergabe ist das Toshiba Portege Z830 hier der klare Sieger.

Preis-Leistungs-Verhältnis

Um herauszufinden, welches Notebook denn jetzt das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet, haben wir die Preise für möglichst identische Ausstattungsversionen nachgeschlagen, um eine bessere Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Gesucht haben wir jeweils nach der Core-i5-Version mit 4 GByte Arbeitsspeicher und einem 128 GByte großen SSD-Laufwerk. Die folgende Tabelle zeigt die Preise und gegebenenfalls immer noch vorhandenen Unterschiede auf.

Modell Acer Aspire S3 Asus Zenbook UX31E Lenovo IdeaPad U300s Toshiba Portege Z830 Apple MacBook Air
Preis der Core-i5-Version 1200 Euro 1000 Euro 1000 Euro 1000 Euro 1250 Euro
Alleinstellungsmerkmal mit 256-GByte-SSD etwas schnellere Core-i5-CPU (1,7 GHz) etwas schnellere Core-i5-CPU (1,7 GHz)

Wie man hier sieht, gibt es bei den Preisen keine besonders krassen Unterschiede. Mit derselben Ausstattung kosten die drei Ultrabooks von Asus, Lenovo und Toshiba genauso viel. Das Aspire S3 von Acer kostet 200 Euro mehr, bietet dafür aber auch einen doppelt so großen SSD-Speicher. Für die Maschine mit dem Apfel auf dem Deckel werden 250 Euro mehr fällig – dafür bietet das MacBook Air aber eben auch die von Apple gewohnte Verarbeitungsqualität und das Mac-OS-X-Betriebssystem.

Fazit

Mit der längsten Akkulaufzeit und den zahlreichen Anschlüssen scheint das Toshiba Portege Z830 in diesem Vergleich ganz vorne mitzumischen. Doch leider ist das Gerät auch am teuersten von allen und kann trotz der besten Speicherausstattung und dem leistungsfähigeren Core-i7-Prozessor in den Benchmarks nicht überzeugen. Ein besseres SSD-Laufwerk dürfte viele Probleme lösen – den hohen Preis allerdings nicht.

Und so fällt unsere Wahl auf das Asus Zenbook UX31E. Es schlägt sich in den Benchmarks sehr gut und liegt zudem in den Disziplinen Akkulaufzeit und Hochfahren jeweils auf Platz zwei – damit bietet es das überzeugendste Gesamtpaket. Preislich befindet es sich auf einem Niveau mit der Konkurrenz.

Neben den objektiv gemessenen Kriterien gibt es natürlich noch eine Reihe weiterer Faktoren, die eine Rolle spielen. So sollte das Ultrabook natürlich auch optisch gefallen, und man muss mit Tastatur und Trackpad zurechtkommen. Daher empfehlen wir allen potentiellen Käufern, das Objektiv der Begierde auf jeden Fall einmal selbst im Laden in die Hand zu nehmen. Und möglicherweise lohnt es sich auch, noch etwas zu warten. Denn neben den derzeit erhältlichen Geräten von Acer, Asus, Lenovo und Toshiba sind noch weitere in der Pipeline, darunter von den beiden Giganten HP und Dell. Die größere Konkurrenz dürfte außerdem die Preise weiter drücken. 2012 wird ein interessantes Jahr für Notebooks.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41557348/der-grosse-ultrabook-test-toshiba-lenovo-acer-und-asus-gegen-apples-macbook-air/

URLs in this post:

[1] Notebook: http://www.cnet.de/themen/notebook/

[2] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/

[3] Acer: http://www.cnet.de/unternehmen/acer/

[4] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41557348/combine_edited_500x643.jpg

[5] Lenovos Enhanced Experience 2.0: http://forums.lenovo.com/t5/Windows-7-Betriebssysteme/Lenovo-beschleunigt-PCs-mit-Enhanced-Experience-2-0-Zertifikat/td-p/358453

[6] CES: http://www.cnet.de/themen/ces-2014/