Razer Naga Molten: Schicke MMO-Gaming-Maus mit unglaublicher Belegungsvielfalt

von Craig Simms und Gerald Strömer am , 19:27 Uhr

Pro
  • sehr komfortabel
  • typisch gute Razer-Performance
  • mehr Tasten, als man jemals brauchen wird
Con
  • all die Tasten schnell und genau zu treffen, ist eine echte Herausforderung
  • die Werbefotos sind irreführend - es gibt lediglich eine rote Beleuchtung
Hersteller: Razer Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: EXZELLENT 8,5 von 10 Punkte
Fazit:

Die Razer Naga adressiert zwar eine sehr spezielle Zielgruppe, hat aber definitiv ihren Reiz. Wer einfach nicht genügend Tasten für seine WoW-Raids haben kann, wird die Molten-Edition der Razer Naga einfach lieben.

Die Razer Naga in der Molten Special Edition ist eine speziell für Online-Rollenspiel-Gamer entwickelte Maus, die eine Unzahl an Tasten für eine Vielzahl von Kommandos mitbringt. Unsere Kollegen von CNET Australien hatten die Gelegenheit, herauszufinden, ob man diese Tasten überhaupt alle nutzen kann – oder ob man sich dabei nur ständig selbst im Weg steht.

Die Razer Naga in der Molten Special Edition [1] wird vom Hersteller mit einem Listenpreis von 79,99 Euro geführt, ist am deutschen Markt aber bereits zu Preisen ab 59 Euro erhältlich. Die kabelgebundene Maus ist die optisch aufgemotzte Version der normalen Razer Naga und die kleine Schwester der kabellosen Razer Naga Epic, die wir bereits im Sommer diesen Jahres getestet haben [2].

Design und Ausstattung

Von den Bildern her würde man eigentlich denken, dass sich die Razer Naga ziemlich unkomfortabel anfühlt – aber überraschenderweise ist das Gegenteil der Fall. Wenn es allerdings jemanden mit einem ausreichend gelenkigen Daumen gibt, der all die Tasten auf der linken Seite präzise, schnell und ohne hinzuschauen nutzen kann, dann wären wir echt erstaunt. Aber letztlich ist dieses Tastenfeld für die Makro-Freaks unter uns gedacht und wird auf jeden Fall seine Fans finden.

Standardmäßig entspricht die Belegung der Mini-Tasten auf diesem Feld der Anordnung der Zahlenreihe auf der Tastatur: Die Zahlen Eins bis Neun entsprechen rufen die entsprechenden Keyboard-Tasten auf, und die Tasten 10, 11, und 12 stehen für Null, scharfes „S“ und Akzent. Legt man einen DIP-Schalter auf der Unterseite der Maus um, aktiviert die Naga quasi die Shift-Taste – und der Akzent dreht sich beispielsweise um.

Aber da wir hier über ein Razer-Maus reden, kann man diese zwölf Tasten – sowie die „normalen“ Mausbuttons – völlig frei belegen. Nutzt man dann noch die Shift-Taste, stehen dem Spieler sogar doppelt so viele Belegungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Das Tastenfeld ist zwar grundsätzlich praktisch, braucht aber erst einmal Eingewöhnungszeit. [3]
Das Tastenfeld ist zwar grundsätzlich praktisch, braucht aber erst einmal Eingewöhnungszeit.

Es ist angesichts der riesigen Anzahl von Tasten und Belegungsmöglichkeiten daher kaum überraschend, dass die Naga World-of-Warcaft-Spieler ansprechen soll. Wir würden zwar vermutlich eher ein dediziertes Keypad nutzen, aber kennen auch ein, zwei WoW-Spieler, die ihre Naga einfach lieben und sie gegen Nichts auf der Welt eintauschen würden.

Abgesehen von dem abgefahrenen Tastenfeld, den normalen beiden Mausbuttons und dem Mausrad verfügt die Naga noch über zwei weitere Knöpfe, die oben links positioniert sind und standardmäßig als Browser-Vor– und -Zurück-Tasten fungieren. Sie sind nicht wirklich gut voneinander getrennt, und Form und Wölbung der Maus machen es schwierig, sie akkurat und schnell zu bedienen. Im Klartext bedeutet das, dass man immer wieder mal mit ungewollten Klicks auf die linke Maustaste leben muss, wenn man diese beiden Buttons aktiv nutzen will.

Die hier getestete Molten Special Edition-Version der Razer Naga sieht in den Werbefotos verdammt cool aus und scheint eine LED-Beleuchtung aus gemischten Rot- und Orange-Tönen zu haben, die an echte Lava erinnert. Dies ist allerdings eine komplette Irreführung: Die Molten Special Edition sieht zwar cool aus, aber die Farbe der Beleuchtung ist ein durchgängiges Rot und keine Mischung aus Farbtönen. Das ebenfalls beleuchtete Razer-Logo pulsiert wie von anderen Razer-Modellen gewohnt, und auch die Kanten des Mausrads sowie das seitliche Tastenfeld sind beleuchtet.

Die üblichen Einstellmöglichkeiten sind natürlich ebenfalls vorhanden. Neben der bereits erwähnten individuellen Belegbarkeit der Tasten ist beispielsweise eine separate Sensitivitätseinstellung der X-/Y-Achsen möglich. Man kann die Beschleunigung und USB-Polling-Rate anpassen und hat eine Profil- sowie Makroverwaltung.

Die Makro-Funktion ist exzellent und erlaubt die Anpassung individueller Events, das Einfügen von Verzögerungen oder die Aufnahme von Maus-Events. Man kann sogar den Playback-Modus einstellen. Das reicht von der einer einzelnen Ausführung des Makros über eine bestimmte Anzahl von Wiederholungen bis hin zur unendlichen Wiederholung, solange die entsprechende Taste gedrückt gehalten wird, oder einer Feststellfunktion für die Endloswiederholung. Hinsichtlich derart ausgefeilter Makro-Funktionen können sich andere Gaming-Mäuse eine dicke Scheibe abschneiden.

Es gibt allerdings einen kleinen Bug. Denn ganz egal, welches Makro man einer bestimmten Taste zuweist: Man muss sicherstellen, dass dieses Makro noch ein zweites Mal selektiert wird, da die Software dazu tendiert, die Standardbelegung bei der Frage heranzuziehen, was die Wiederholungsoptionen sein sollen.

Aber selbst die Makro-Verwaltung der Razer Naga ist noch nicht perfekt. Man kann beispielsweise keine zusätzlichen Tastendrücke einfügen oder ein Makro an einem gewählten Punkt durch eine weitere Aufnahme erweitern. Auch die Gelegenheit zur Integration so genannter „Nested Macros“ – also innerhalb von Makro liegende Makros, die erst nach der Ausführung des „äußeren“ Makros aufgerufen werden – wurde bei der Naga nicht genutzt.

Die Kontrollsoftware von Razer funktioniert sehr gut und ermöglicht eine echte individuelle Anpassung der Maus. [4]
Die Kontrollsoftware von Razer funktioniert sehr gut und ermöglicht eine echte individuelle Anpassung der Maus.

Eines Tages wird es wohl mal einen Hersteller geben, der die Tore zum Makro-Himmel aufstößt und uns alle zu glücklichen Insassen macht – aber dieser Tag ist noch nicht gekommen.

Performance

Obwohl sie als MMO-Maus konzipiert ist und entsprechend beworben wird, eignet sich die Naga auch für Shooter sehr gut und beweist in Serious Sam HD, dass auch sie das gute, alte, typische Razer-Feeling rüberbringt.

Fazit

Die Razer Naga in der Molten Special Edition ist zwar nicht ganz so hübsch wie auf den Promo-Fotos, sieht aber immer noch gut aus. Aber das Wichtigste: Sie bietet enorm viel Raum für die Ausführung von Tastenkombinationen und Makros und liegt außerdem auch noch gut in der Hand.

Wer also gern MMOs spielt, auf ein kabelloses Modell á la Razer Naga Epic verzichten kann und eine ungewöhnlich aussehende Maus mit hohem Komfort und einer unglaublichen Belegungsvielfalt sucht, wird kaum eine bessere Maus als die Razer Naga finden.

Spezifikationen

  • Peripherie-Typ - Maus
  • Kommunikation - Kabel

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41557371/razer-naga-molten-schicke-mmo-gaming-maus-mit-unglaublicher-belegungsvielfalt/

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[1] Razer Naga in der Molten Special Edition: http://store.razerzone.com/store/razerusa/de_DE/pd/productID.219936100/categoryId.54536600

[2] im Sommer diesen Jahres getestet haben: https://www.cnet.de/tests/peripherie/41554563/razer_naga_epic_mmo_gaming_maus_mit_12_daumentasten.htm

[3] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41557371/razer-naga_molten_2.jpg

[4] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41557371/razer-naga_molten_4.jpg