Schon im Test: Sony Ericsson Xperia Arc S

von Daniel Schraeder und Joseph Hanlon am , 19:22 Uhr

Pro
  • gutes Display
  • HDMI-Ausgang und Kabel im Lieferumgang
  • vorbildliche und hübsche Software
Con
  • Hardware-Ausstattung nicht mehr auf aktuellem Oberklasse-Niveau
  • ungünstige Position der Kopfhörerbuchse
  • keinerlei optische Änderungen im Vergleich zum Vorgänger
Hersteller: Sony Ericsson Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Das Xperia Arc S ist eigentlich nicht mal ein Facelift - sondern nur ein Tuning. Der flottere Prozessor sorgt tatsächlich für eine spürbare Beschleunigung, unterm Strich kann das Gerät aber in diesem Punkt nicht mit den neuen Top-Modellen der Konkurrenz mithalten. Dafür sieht es gut aus und leistet sich keine wirklichen Schwächen. Speziell Video- und Multimedia-Fans sollten sich das Gerät aufgrund seiner Bildverbesserung und des TV-Anschlusses unbedingt näher ansehen.

Anfang des Jahres hat Sony Ericsson mit dem Xperia Arc ein attraktives Oberklasse-Smartphone auf den Markt gebracht. Obwohl das Design noch frisch ist, wirken die technischen Details inzwischen etwas angegraut. Um das zu ändern, schiebt der Hersteller ein Facelift nach.

Viel falsch gemacht hat Sony [1] Ericsson in diesem Jahr definitiv nicht. Eine große Ladung neuer Android [2]-Smartphones, die allesamt ihre Daseinsberechtigung haben – so wie das Xperia Play, das Arc oder das Mini. Das Arc wurde nun noch einmal überarbeitet und kommt in der S-Variante mit schnellerer CPU und der bekannten, aber immer noch flott wirkenden Optik.

Design

Xperia Arc, Akt Zwei: Die Story geht genauso los wie beim ersten Mal. Optisch gibt es keine einzige Änderung zwischen dem Ur-Arc und dem Arc S – und damit hat sich auch unsere Meinung dazu nicht geändert. Das Arc S ist flach, schlank, sexy und im unverkennbaren Stil von Sony Ericsson.

Das 4,2 Zoll große Display kennen wir ebenfalls schon. Es handelt sich dabei um ein LCD-Panel, das direkt mit dem Glas verbunden ist – im Vergleich zu den meisten anderen Smartphones gibt es hier also keine Luftschicht dazwischen. Das verhindert störende Reflektionen, sieht gut aus und sorgt für eine bessere Darstellung. Außerdem wirkt die Anzeige im ausgeschalteten Zustand tiefschwarz statt dunkelgrau – damit kann man das Gerät auch problemlos als Statussymbol auf den Bartisch legen, wenn man möchte. Die Auflösung ist übrigens ebenfalls gleich geblieben und beträgt 854 mal 480 Pixel. Im Vergleich zu den allerneuesten Geräten wie dem Galaxy Nexus ist das zwar wenig, aber unterm Strich absolut ausreichend.

Was uns immer noch nicht so gut gefällt, ist die Position der Klinkenbuchse zum Anschluss von Standard-Kopfhörern. Sie befindet sich oben links – und damit ist irgendwie immer der Stecker im Weg, wenn man das Gerät beispielsweise in die Hosentasche stecken möchte. Dafür gibt es an der Oberseite nicht nur einen Micro-HDMI-Port, sondern im Lieferumfang auch gleich das passende Kabel, um das Arc S direkt am Fernseher anschließen zu können.

Leistung

Die größte Neuerung des Arc S ist der flotter getaktete Prozessor. Er werkelt nun mit 1,4 GHz vor sich hin statt 1,0 GHz wie beim Vorgänger. Das sorgt für eine spürbare Beschleunigung – zumindest in den Benchmark-Ergebnissen. Im Browsermark ist unser Testgerät mit gut 77.000 Punkten beispielsweise mehr als doppelt so schnell wie der Vorgänger mit knapp 38.000 Punkten. Übrigens: Das ist ein Wert, den ansonsten auch Geräte mit Dual-Core-CPUs erreichen – man muss sich also mit dem einen Rechenkern des Arc S keinesfalls schämen.

Wie gehabt legt Sony Ericsson Wert auf qualitativ hochwertige, attraktive und durchdachte Software. Das Google [3]-Handybetriebssystem Android wurde von den Entwicklern an allen Ecken und Enden überarbeitet unfd aufgehübscht. Die Oberfläche sieht klar und hübsch aus – und ist darüber hinaus erfreulich schnell. Dazu gibt es noch eine handvoll Widgets. Die Auswahl ist zwar nicht so groß wie beispielsweise bei HTC [4] und der Sense-Oberfläche der Taiwaner, und die bekannte Timeline, die Status-Updates von Freunden in chronologischer Reihenfolge darstellt, neigt gelegentlich zu unschönem und ansonsten so untypischem Ruckeln. Aber wer sich daran stört, der kann das Widget ja auch einfach entfernen.

Außerdem müssen wir Sony Ericsson an dieser Stelle erneut dafür loben, dass die Integration von Online-Diensten wie Facebook hervorragend gelöst ist. Man hat von unterschiedlichsten Stellen aus Zugriff auf das Social Network – und kann etwa aus dem MP3-Player heraus auf seine Wall zugreifen. Ein anderes Beispiel ist das integrierte UKW-Radio. Die Musik-Erkennungssoftware TrackID ist hier verlinkt. Wer also einen tollen neuen Song im Radio hört, erfährt per Fingertipp dessen Namen und Interpreten – und kann ihn von dort aus wieder bei Facebook veröffentlichen.

Die Akkulaufzeit geht in Ordnung. Leider hat der Hersteller die Gelegenheit eines Facelifts nicht genutzt, um einen Stromspeicher mit höherer Kapazität unterzubringen. Nichtsdestotrotz, wir können uns nicht beschweren: Mit einer Ladung spielt das Smartphone [5] viereinhalb Stunden Video in 720p-Auflösung, bevor ihm der Saft ausgeht. Das ist etwas überm Durchschnitt. Im harten Alltagseinsatz schafft das Gerät den Tag – und würde bei geringer Nutzung vielleicht sogar einen zweiten überbrücken können. Aber wir halten es nicht aus, so ein Smartphone in der Tasche zu haben, ohne es ausführlich zu nutzen.

Kamera

In diesem Punkt hat sich ebenfalls nichts getan. Das Arc S ist – wie sein Vorgänger – mit einer 8-Megapixel-Digicam samt Foto-LED ausgestattet und in der Lage, HD-Videos in 720p mit 30 Bildern pro Sekunde aufzuzeichnen. Der Bildsensor kommt von Sony und hört auf den Namen Exmor R. Er soll sich durch überdurchschnittliche Leistungen bei mäßigen Lichtverhältnissen auszeichnen. Unterm Strich arbeitet die Digicam gut, aber auch nicht viel besser als die Konkurrenten.

In diesem Bild hat das Gegenlicht die Farben ausgewaschen.
In diesem Bild hat das Gegenlicht die Farben ausgewaschen.

Die Farbwiedergabe ist hier kräftig und ziemlich realistisch.
Die Farbwiedergabe ist hier kräftig und ziemlich realistisch.

Video-Ausgang und Bildverbesserung

Na klar, das Xperia Arc S gehört mit zu den besten Android-Smartphones – aber da gibt es ja einige Modelle zur Auswahl. Was dieses Gerät über die Konkurenten hebt, ist seine Art, Bilder anzuzeigen.

Wer ein Foto oder Video aus seiner Galerie öffnet, bekommt gar nicht mit, dass sich im Hintergrund die sogenannte Bravia Engine startet – ein Bildverbesserungsalgorhitmus, der unter gleichem Namen auch bei Sony-Fernsehern zum Einsatz kommt. Er setzt verschiedene Filter ein, versucht, Rauschen zu entfernen und den Kontrast zu erhöhen und schärft das Bild nach. Das mag zwar nicht mehr ganz natürlich sein, sieht aber gut aus – vor allem bei Videos auf dem kleinen Display.

Und die ganze Sache funktioniert auch, wenn man die Inhalte nicht auf dem Display des Smartphones wieder-, sondern über HDMI an den Fernseher ausgibt. Standardmäßig ist die Bravia Engine in diesem Einsatzfall zwar abgeschaltet, aber wir vermuten, dass der Hersteller das nur macht, um ihre Leistungsfähigkeit zu präsentieren.

Fazit

Aus der Perspektive eines Android-Nerds gesprochen ist es fast schon eine Schande, dass Sony Ericsson nicht schon längst ein neues Flaggschiff auf den Markt geworfen hat. Das neue Arc gehört zwar noch nicht zum alten Eisen, hat aber einfach schon ein paar Monate in einem extrem schnellebigen Markt auf dem Buckel – und die Konkurrenz schläft nicht. Unterm Strich überzeugt das Gerät noch immer, aber wer Wert auf die inneren Werte legt, wird mit der vergleichsweise geringen Arbeitsspeicherausstattung (512 MByte) und dem Single-Core-Prozessor so seine Probleme haben. Heute laufen alle Apps und Spiele flott und problemlos – aber ob das in einem Jahr noch so sein wird?

Trotzdem ist das Arc S für die Masse der Interessenten wohl ein guter Kauf. Vor allem die Bravia Engine und das mitgelieferte HDMI-Kabel machen das Gerät für Video- und Multimedia-Fans sehr interessant, die damit ihren eigenen Video-Player in der Hosentasche mit sich herumtragen können – ohne gleichzeitig auf die Vorteile eines guten Allround-Smartphones verzichten zu müssen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41557470/schon-im-test-sony-ericsson-xperia-arc-s/

URLs in this post:

[1] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[2] Android: http://www.cnet.de/themen/android/

[3] Google: http://www.cnet.de/unternehmen/google-inc/

[4] HTC: http://www.cnet.de/unternehmen/htc/

[5] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/