Ausführlicher Testbericht: Asus Eee Pad Transformer Prime – Android-Tablet mit Quad-Core-Prozessor

von Eric Franklin und Stefan Möllenhoff am , 18:03 Uhr

Pro
  • ausgezeichnetes Display
  • sehr flaches Design
  • leistungsstarker Quad-Core-Prozessor
Con
  • durchschnittlicher Lautsprecher
  • Kamera-Aufnahmen wirken etwas flau
  • mit Tastatur-Dock deutlich kopflastig
Hersteller: Asus Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: EXZELLENT 8,7 von 10 Punkte
Fazit:

Das Asus Eee Pad Transformer ist das bislang beste Android-Tablet. Es überzeugt mit einer Kombination aus flacher Bauform, edlem Design, hoher Leistung, ausgeklügelten Features und schneller Kamera. Es braucht sich hinter keinem seiner Konkurrenten verstecken - inklusive iPad 2.

Das Asus Eee Pad Transformer Prime hat einen besonderen Leckerbissen zu bieten: Es ist das erste Android-Tablet mit Quad-Core-Prozessor. Außerdem soll sich die gerade einmal 8,3 Millimeter dicke 10-Zoll-Flunder mit Hilfe eines Keyboard-Docks in ein vollwertiges Arbeitstier verwandeln und so das Notebook überflüssig machen. Mit einem Preis von knapp 600 Euro ist es aber auch nicht gerade ein Schnäppchen. Wir haben getestet, ob das Prime sein Geld wert ist.

Für 599 Euro haben potenzielle Käufer die Wahl zwischen zwei verschiedenen Ausführungen. Für diesen Preis gibt es entweder das Tablet alleine mit 64 GByte integriertem Speicher, oder aber man erhält die 32-GByte-Version, der dafür aber noch das Keyboard-Dock beiliegt.

Während des Tests des Transformer Prime sind wir leider auf eine Reihe von Problemen gestoßen, auf die wir in einer früheren Version dieses Textes näher eingegangen sind. Inzwischen haben wir ein Austauschgerät vom Hersteller erhalten, das diese Mankos nicht aufweist. Wir tippen auf einen Einzelfall und haben diesen Testbericht aktualisiert.

Design

Das Transformer Prime ist in zwei verrschiedenen Farbkombinationen erhältlich: Amethystgrau mit einer Kombination aus Grau und Violett sowie Champagnergold mit einer Kombination aus Silber und Gold. Uns steht erstere Version zur Verfügung. Während ein violettes Tablet auf unserem Wunschzettel für Weihnachten nicht gerade an erster Stelle steht, so müssen wir doch zugeben, dass die Farben gut zueinander passen, und das Gerät echt schick und sexy aussieht.

Die aus Aluminium gefertigte Rückseite ist gegenüber Fingerabdrücken erfreulich unempfindlich. Leider können wir das von dem spiegelnden Display und dem umliegenden Rahmen nicht gerade behaupten.

Modell Asus Eee Pad Transformer Prime Asus Eee Pad Transformer Samsung [1] Galaxy Tab 10.1 Apple [2] iPad 2
Gewicht 600 690 560 610
Länge 26,2 cm 27,2 cm 25,7 cm 24,1 cm
Breite 18,0 cm 17,5 cm 17,5 cm 18,5 cm
Dicke 0,8 cm 1,3 cm 0,9 cm 0,9 cm
Displayrahmen 2,0 cm 2,8 cm 2,0 cm 2,0 cm

Das Asus Eee Pad Transformer Prime ist ungefähr zwei bis drei Zentimeter breiter und länger als das iPad 2, dafür aber auch etwas dünner als das Apple-Tablet und auch das Samsung Galaxy Tab 10.1. Zwar bescheinigt die Waage dem Transformer Prime ein etwas höheres Gewicht als den beiden Konkurrenten. Doch angesichts der gleichmäßigen Gewichtsverteilung stellen wir in der Praxis kaum einen Unterschied fest.

Links das iPad 2, in der Mitte das Prime und rechts das Galaxy Tab 10.1: Alle drei Tablets sind extrem dünn, doch das Prime hat die Nase um Haaresbreite vorne. [3]
Links das iPad 2, in der Mitte das Prime und rechts das Galaxy Tab 10.1: Alle drei Tablets sind extrem dünn, doch das Prime hat die Nase um Haaresbreite vorne.

Das Prime hat sich anscheinend beim iPad 2 ein paar Design-Tricks abgeguckt. Die Rückseite beschreibt einen sanften Bogen, und die sorgfältig abgerundeten Ecken schneiden nicht mehr so arg in die Handflächen wie die des vorherigen Transformer-Tablets.

Was die Anschlüsse angeht, hat das Transformer Prime auf der linken Seite einen microSD-Kartenslot und einen Micro-HDMI-Anschluss zu bieten. Außerdem befinden sich hier eine Wippe zum Regeln der Lautstärke sowie eine winzige Aussparung, hinter der sich ein Mikrofon versteckt. Auf der Oberseite des Gehäuses sitzen ein kleiner Ein/Aus/Lock-Schalter und ein zweites Mikrofönchen. Rechts gibt es eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse zum Anschließen von Kopfhörern, auf der Unterseite des Tablets bringt Asus einen proprietären 40-Pin-Anschluss zum Übertragen von Daten und zum Aufladen des Tablets unter.

Der Rahmen um das Display integriert eine 1,2-Megapixel-Kamera. Fast direkt gegenüber auf der Rückseite befindet sich eine 8-Megapixel-Knipse, die neben recht hochauflösenden Standbildern auch Videos mit 1920 mal 1080 Pixeln einfängt.

Wie das erste Transformer verbindet sich auch das neue Prime mit einem Keyboard-Dock, das das Tablet in eine Art Android [4]-Notebook [5] „transformiert“. Beim alten Transformer gestaltete sich das Zusammenstecken allerdings gerne als etwas fummelige Angelegenheit. Hier hat der Hersteller seine Hausaufgaben inzwischen gemacht – das Transformer Prime gleitet butterweich in den dafür vorhergesehenen Slot des Docks.

Das Dock selbst bietet neben einer vollwertigen Tastatur mit diversen auf Android zugeschnittenen Funktionstasten außerdem ein Trackpad, das einen Mauszeiger über das Display steuert. An der linken Seite befindet sich ein 40-Pin-Anschluss zum Übertragen von Daten und zum Aufladen des Akkus. Rechts am Transformer Prime bringt Asus einen vollwertigen SD-Kartenleser sowei einen USB-Anschluss unter.

Im zusammengesteckten Zustand macht das Tablet einen etwas kopflastigen Eindruck. Wenn man nicht aufpasst, dann kippt das Gerät leicht nach hinten um, wenn es auf dem Schoß oder dem Schreibtisch steht. Das neue Transformer Prime ist übrigens nicht zum alten Dock kompatibel, und auch das neue Dock arbeitet nicht mit dem alten Transformer-Tablet zusammen.

Hardware

Das Asus Eee Pad Transformer Prime ist das erste Tablet, das Nvidias neuen Quad-Core-Prozessor Tegra 3 mitbringt. Dem schnellen Chip stehen außerdem 1 GByte Arbeitsspeicher zur Verfügung. Der interne Speicher beläuft sich auf wahlweise 32 oder 64 GByte. Außerdem an Bord: WLAN nach 802.11 b, g und n, Bluetooth 2.1+EDR, Beschleunigungssensor und GPS.

In dem mobilen Tastatur-Dock befindet sich ein weiterer Akku, der – während die Verbindung besteht – das Prime mit seiner Energie versorgt. Der Dock-Akku geht also erst zur Neige, bevor der Stromspeicher des Tablets angegriffen wird.

So sieht das Transformer Prime aus, wenn es in dem Keyboard-Dock steckt. [6]
So sieht das Transformer Prime aus, wenn es in dem Keyboard-Dock steckt.

Via HDMI-Port verbindet sich das Tablet wahlweise mit einem hochauflösenden HD-Fernseher oder mit einem Monitor. Dann lassen sich hier beispielsweise auch Android-Spiele im Vollbildmodus spielen und Xbox-360- und PS3-Gamepads als Controller einsetzen. Neben den beiden Konsolen-Controllern sind auch eine Reihe weiterer drahtloser Gamepads unterstützt, die die Verbindung dann via USB-Dongle mit dem Tablet herstellen.

Softwareausstattung

Auf dem Asus Eee Pad Transformer Prime ist ab Werk Android Honeycomb in der Version 3.2.1 installiert. Ein Upgrade auf Android 4.0 Ice Cream Sandwich soll laut Hersteller aber im Laufe des nächsten Jahres erfolgen.

Käufern des Asus MyCloud stehen 8 GByte Speicherplatz in der Wolke zur Verfügung. Asus‘ WebStorage lässt sich nicht nur vom Tablet, sondern auch von PCs und Macs aus erreichen. Außerdem gibt es einen Zugang zur Entertainment-Plattform @Vibe.

Darüber hinaus gibt es noch eine Handvoll weiterer Tools. MyNet erlaubt es, Medien via DLNA über das Netzwerk zu streamen. Mit MyLibrary, Asus‘ E-Book-Reader, schließlich liest und kauft man neue Bücher direkt vom Tablet aus, und mit SuperNote wird das Eee Pad Transformer Prime zum Notizbuch. Neben auf der Tastatur getippten handschriftlich verfassten Notizen lassen sich hier auch Graphen zeichnen oder Fotos und Videos einfangen und weiter mit Kommentaren versehen. Das könnte beispielsweise in der einen oder anderen Vorlesung durchaus nützlich sein.

Asus bietet Nutzern die Möglichkeit, den Quad-Core-Prozessor in drei verschiedenen Modi zu betreiben: normal, ausbalanciert oder energiesparend. Im Normalbetrieb läuft die CPU mit voller Power. In den beiden anderen Modi wird der Motor des Tablets unterschiedlich stark gedrosselt, um die Akkulaufzeit zu verlängern.

Asus hat dem Tablet außerdem einen Modus namens Super IPS+ (In-Plane Switching). Er schraubt im Wesentlichen die Displayhelligkeit nach oben und verbessert die Ablesbarkeit bei direkter Sonneneinstrahlung.

Leistung

Zwar ist das IPS-Display des Transformer Prime auch so schon beeindruckend klar und scharf. Doch was uns wirklich beeindruckt, sind die weichen Übergänge – beispielsweise beim Wischen von einem Homescreen zum nächsten. Auch beim Aufrufen der App-Roll wird uns eine spürbar flüssigere Einblendung präsentiert, als es bei den bisherigen Dual-Core-Tablets der Fall war.

Wir hatten gehofft, dass sich dieser Performance-Gewinn auch auf andere Apps auswirken würde, beispielsweise auf Marvel Comics [7]. Leider war dem nicht so. Das Lesen von Comics gestaltet sich mit der iOS-App auf dem iPad 2 immer noch smoother. Dafür könnte allerdings auch eine feiner für das Apple-Tablet optimierte App verantwortlich sein.

Auflösung und Kontrast des IPS-Panels sind wie bei dem alten Transformer oder dem Asus Slider auch bei dem Transformer Prime beeindruckend. Und der neue Modus namens Super IPS+ steigert die Helligkeit auf beeindruckende 570 Candela pro Quadratmeter und damit auf den höchsten Wert, den wir bislang bei einem Tablet messen konnten. Der Unterschied macht sich insbesondere beim Lesen in direktem Sonnenlicht bemerkbar. In Sachen lebendiger Farbwiedergabe gefallen uns allerdings nach wie vor das Samsung Galaxy Tab 10.1 und 8.9 besser.

Modell Asus Eee Pad Transformer Prime Sony [8] S Samsung Galaxy Tab 10.1 Apple iPad 2
Maximale Helligkeit (Super IPS) 358 cd/m2 (570 cd/m2) 393 cd/m2 336 cd/m2 432 cd/m2
Standard-Helligkeit 183 cd/m2 160 cd/m2 336 cd/m2 176 cd/m2
Maximaler Schwarzwert (Super IPS) 0.27 cd/m2 (0.45 cd/m2) 0.47 cd/m2 0.30 cd/m2 0.46 cd/m2
Standard-Schwarzwert 0.15 cd/m2 0.19 cd/m2 0.30 cd/m2 0.19 cd/m2
Standard-Kontrastverhältnis 1,220 842 1,120 926
Maximales Kontrastverhältnis (Super IPS) 1,325 (1,266) 836 1,120 939

Um die Grafikleistung zu testen, haben wir Riptide GP [9] auf dem Tablet installiert. Das Jetski-Spiel läuft auf dem Prime flüssig und mit hoher Bildwiederholrate, die allerdings wohl einen Tick unterhalb der des iPad 2 liegt. Ein paar speziellen Optimierungen seitens des Entwicklers sei Dank hat Riptide auf dem Android-Tablet bessere Grafikeffekte – beispielsweise Wasserspritzer auf dem Display – zu bieten. Außerdem reagiert auch die Physik spektakulärer und schleudert uns wilder durch die Gegend. Alles in allem hat uns das Spiel auf dem Transformer Prime deutlich besser gefallen.

Mit der 8-Megapixel-Kamera auf der Rückseite hat das Transformer Prime – jedenfalls auf dem Papier – von allen Tablets die beste Kamera zu bieten. Und tatsächlich, die Fotos des Asus-Boliden weisen in Bildbereichen noch Details auf, wo beim Galaxy Tab 10.1 oder beim Sony Tablet S nur noch Matsch zu sehen ist. Allerdings wirken die Farben im direkten Vergleich mit anderen Smartphone [10]- und Tablet-Kameras etwas verwaschener.

Bei der Auslöseverzögerung schlägt sich das Prime ebenfalls sehr gut. Während beispielsweise das Samsung Galaxy Tab 10.1 mehrere Sekunde zum Fokussieren und Einfangen des Fotos benötigt, schießt das Transformer Prime nahezu verzögerungsfrei. Dank des recht hohen Öffnungsverhältnisses von F2,4 dringt außerdem mehr Licht durch das Mini-Objektiv auf den Bildsensor, als bei anderen Tablet-Kameras der Fall ist. Damit sind bei schlechten Lichtverhältnissen niedrigere Empfindlichkeiten möglich, was sich in weniger starkem Bildrauschen und einer besseren Detailwiedergabe äußert.

Die 1080p-Videos, die wir mit dem Transformer Prime eingefangen haben, sehen klar und weich aus. Es treten keine nennenswerten Artefakte auf.

Der Lautsprecher des Prime liefert zwar einen recht kräftigen Bass, kann aber weder in Sachen Klarheit noch in puncto Lautstärke mit dem iPad 2 mithalten.

Bei normaler Nutzung hält der Akku des Prime etwa so lange wie der anderer Andorid-Tablets. Wir kommen mit einer Ladung über einen kompletten Tag. Die exakten Messwerte reichen wir nach.

Unser zweites Testgerät lädt nun auch Webseiten so flott, wie wir es von einem Quad-Core-Gerät erwarten. Die Gedenksekunden, die sich das offensichtlich defekte Modell beim Start von Apps und beim Blättern durch die Menüs gönnt, gibt es ebenfalls nicht mehr.

Fazit

Das Asus Eee Pad Transformer ist das bislang beste Android-Tablet, das wir im Test hatten. Es überzeugt mit einer Kombination aus flacher Bauform, edlem Design, hoher Leistung, ausgeklügelten Features und schneller Kamera. Es braucht sich hinter keinem seiner Konkurrenten verstecken – inklusive iPad 2.

Zwar zeigt sich bei der Spieleleistung ein gemischtes Bild, die meisten Titel beeindrucken jedoch. Sie liegen auf dem Niveau, das derzeit auf dem iPad 2 geboten wird. Es wird aber einige Zeit dauern, bis Entwickler die vier Kerne voll ausreizen und etwas schaffen, das deutlich über der Konkurrenz liegt.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[1] Samsung: http://www.cnet.de/unternehmen/samsung/

[2] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/

[3] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41557491/asus_eee_pad_transformer_prime_vergleich.jpg

[4] Android: http://www.cnet.de/themen/android/

[5] Notebook: http://www.cnet.de/themen/notebook/

[6] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41557491/asus_eee_pad_transformer_prime_dock.jpg

[7] Marvel Comics: https://market.android.com/details?id=com.marvel.comics

[8] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[9] Riptide GP: https://market.android.com/details?id=com.vectorunit.blue&feature=search_result#?t=W251bGwsMSwxLDEsImNvbS52ZWN0b3J1bml0LmJsdWUiXQ..

[10] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/