Ausstattung

Technisch musste der Hersteller natürlich an einigen Ecken und Enden sparen, um im Vergleich zum Branchen-Vorreiter iPad so signifikant günstiger zu sein. Los geht’s beim Display. 800 mal 600 Pixel treffen auf eine Diagonale von 8 Zoll. Das ist nicht viel. Zum Vergleich, das iPhone (!) löst bereits seit eineinhalb Jahren mit 960 mal 640 Bildpunkten signifikant höher auf – und muss damit eine erheblich kleinere Fläche ausleuchten (3,5 Zoll in der Diagonalen). Je mehr Punkte auf gleich großer Fläche sind, um so schärfer ist die Darstellung. Und andersherum. Damit ist klar, „gestochen scharf“ ist die Anzeige des Cat Nova nicht. Auch bei der Panel-Technik lässt sich „verdeckt“ sparen. Denn ob man ein IPS- oder TN-Display einbaut, wird üblicherweise nicht hinterfragt – und „LCD“ sind beide. Aber: TN-Panels sind deutlich günstiger als ISP-Panels. Der Preis, den der Anwender dafür in der Praxis zahlt, sind deutlich geringere Blickwinklen. Und beim Cat Nova ist klar: Hier wurde ein TN-Panel verbaut. Wer gerade auf das Tablet blickt, sieht ein ordentliches Bild. Aber schon ein paar Grad zu den Seiten, nach oben oder nach unten, und schon stimmt die Farbwiedergabe nicht mehr. Außerdem zieht die Anzeige schnell Schlieren, wenn man das Gehäuse etwas kräfiger mit den Fingern packt.

Genug der Kritik – schließlich kostet dieses Gerät ja auch nur 160 Euro. Und dafür geht die Anzeige schon in Ordnung. Sie ist nicht gut, und wer hier die Darstellungsqualität eines um ein vielfaches teureren Handys erwartet, wird enttäuscht. Aber zum Surfen, zum Angry-Birds-auf-dem-Sofa-Zocken, als Ersatz für die TV-Zeitschrift und um sich mal einen Youtube-Clip anzusehen, reicht’s aus. Um das digitale Foto-Album des letzten Urlaubs vorzuführen, sollte man aber lieber zu einem Gerät mit besseren Blickwinkeln greifen.

Der Touchscreen setzt auf die kapazitive Technik. Heißt, er reagiert auf Berührung und nicht auf Druck. Ganz wie das iPad. Und diese Technik ermöglicht auch die coolen Multitouch-Gesten. Hier hat der Hersteller nicht gespart. Das Cat Nova unterstütz „echtes“ Multitouch anstelle des Zwei-Finger-Zooms und reagiert auf die Eingaben von bis zu fünf Fingern gleichzeitig.

Auch ansonsten stimmt die Ausstattung. Das das WLAN-Modul nur den g-, nicht aber den flotteren n-Standard unterstützt, ist in der Praxis kein Problem. GPS ist drin, zwei Kameras auf Vorder- (1,3) und Rückseite (2,0 Megapixel) auch, USB-Ein- und Ausgang, Beschleunigungssensor zum automatischen Drehen des Display-Inhalts sowieso. Der 1,2 GHz schnelle Cortex-A8-Prozessor von Telechip macht auf dem Datenblatt eine flotte Figur, und auch 512 MByte RAM sind so schlecht nicht. Dazu ist noch ein Vibrationsmotor an Bord, der haptisches Feedback beim Berühren der vier Soft-Touch-Tasten unter der Anzeige gibt. Dass er dabei ein recht nerviges Sirr-Geräusch von sich gibt, kann einen stören – muss aber nicht.

Softwareseitig kommt hier Android 2.3 zum Einsatz. Das ist die aktuellste Version der 2er-Serie, die sich auch heute noch auf aktuellen Smartphones findet. Die 3er-Version hat der Hersteller leider nicht vorinstalliert. Sie ist auf die größeren Displays der Tablets angepasst und bringt beispielsweise Zwei- statt einspaltige Menüs, um den Platz auf der Anzeige besser auszunutzen. Darauf müssen Käufer des Cat Nova verzichten, aber das geht in Ordnung. Viel wichtiger: Es gibt die offiziellen Google-Apps wie Mail und Maps – und vor Allem den Zugang zum Android Market, in dem hunderttausende Apps auf Download und Installation warten. Das ist in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit – sollte es aber sein. Denn die alternativen App Stores können mit dem Angebot von Google nicht mithalten. Großartige Veränderungen am Standard-Android haben die Entwickler des Herstellers übrigens nicht durchgeführt – optisch und technisch gibt es hier die bewährte Kost. Das ist zwar nicht so hübsch wie beispielsweise bei HTC, aber immerhin wurde hier auch nichts verbuggt und kaputt gemacht.

Neben den üblichen Standard-Apps inklusive Browser und E-Mail-Anwendung gibt es noch ein paar weitere Programme, die vorinstalliert sind. Dabei handelt es sich zwar um nette Zugaben, sie passen aber nicht so ganz ins Konzept. Den Task- und Dateimanager werden wohl eher gewieftere Anwender nutzen, die eher seltener bei Weltbild einkaufen. Und die kostenlose Navi-Software ZANavi sorgt bei der Bedienung für Probleme, ist qualitativ nicht sonderlich hochwertig, greift auf kostenloses Kartenmaterial zurück, das einfach nicht mit kommerziellen Daten mithalten kann – und außerdem wird wohl kaum jemand so ein großes Tablet an seiner Windschutzscheibe befestigen. Dafür hat Weltbild hier ganz offensichtlich eine Chance verpasst, sich als deutsches Amazon aufzustellen – und das Cat Nova als Konkurrenten zum Kindle Fire zu platzieren. Denn obwohl Hard- und Software durchaus dafür gedacht und geeignet sind, die Inhalte des Versenders – wie E-Books oder Musikdownloads – darzustellen, hat man hier keine ansprechende Oberfläche im Look von iBook oder eben des Kindle-Fire-Homescreens geschaffen. Stattdessen gibt es einen schnöden Weblink in den Online-Store von Weltbild im Menü. Na klar, das funktioniert. Aber damit gewinnt man keine Preise – und wohl weniger Kunden für den Online-Bereich, als man könnte.

Neueste Kommentare 

12 Kommentare zu Weltbild-Tablet Cat Nova im Test: Der Einstieg in die Touch-Klasse

  • Am 9. Dezember 2011 um 15:25 von Dietmar

    Schöner Test
    Na das ist doch mal ein gelungener Test und ein vernünftiges Fazit. In manch anderen Foren werden stets Äpfel mit Birnen verglichen.

  • Am 15. Dezember 2011 um 22:37 von Susanne

    Test Cat Nova
    Ein Gerät zum Schnäppchenpreis für zu Hause. Hab es gekauft und bin mit dem Preis Leistungsverhältnis zufrieden.
    der Test ist sehr gut beschrieben, konnte alles bestätigen.
    Das Cat Nova kann sich sehen lassen.

  • Am 28. Januar 2012 um 22:40 von Karl Heinz

    Sehr guter Testbericht
    Ich habe seit Weihnachten das CAT NOVA und finde es durch den sehr treffend beschrieben. Die kleinen Mankos habe ich bisher nicht wahrgenommen. Vielleicht weil mir der Vergleich mit den teuren Geräten fehlt. Ich bin jedenfalls ausgesprochen zufrieden mit diesem Tablet. Danke für den Test!

  • Am 10. April 2012 um 23:05 von Hauke

    Klasse 🙂
    Der test ist supet. Ich durfte das Tablet geade ausgiebig testen da ein Verwander es besitz und nun bin ich der festen Überzeugung das das mein erstes Tablet wird. Allerdings: Das so ein Android Gerät mal aus dem schlaf erwacht hat mein HUAWEI ideosX3 auch.

  • Am 22. Juli 2012 um 08:52 von Lurch

    Table PC
    Kann mich da nur anschließen, Table arbeitet flott,Apps sind schnell geladen und funktionieren, Energie nach aufladen hält mindestens 6-7 Std.Rund um schönes Teil! Ist auch mein 1 Table.Empfehlenswert!

  • Am 26. September 2012 um 14:53 von Ingrid Taborsky

    Tablet PC Cat NOVA
    für Anfänger gut geeignet. Man kann nichts falsch machen. Ich hätte gerne noch die Tasche mit dem Tastenfeld. Finde sie aber nicht mehr. Frage – wo bekomme ich sie noch? sollteman unbedingt gleich mit dazu kaufen.

  • Am 2. Oktober 2012 um 17:59 von Jopp

    total unzufrieden mit dem Sevice
    ich bin total unzufrieden mit dem Service.Unser Tablet funktionierte gerade mal 4 Woche,dann kamen und die Innerreien entgegen,beim rausziehen des Ladegerätes 🙁 haben das Tablet Ende August eingeschickt und ist seit über 5 Wochen weg und keine Reaktion .Wie kann eine Reparatur so lange dauern,bei solch einem Fehler müsste man ein Austauschgerät schicken .Tel.keiner erreichbar ist seltsam und Weltbild macht es sich ganz einfach,,wir haben mit dem Hersteller nichts zutun und ich sollte mich an den Hersteller wenden. Schade,ich kaufe bei Weltbild keine Elektroartikel mehr.Wir warten jetzt noch bis Mitte Oktober,dann übergeben wir es unserem Rechtsanwalt!!!

  • Am 27. Dezember 2012 um 10:10 von Sonja Neubauer

    Mit dem tablet bin ich soweit ganz zufrieden.
    Was sehr enttäuschend ist, dass nach einem halben Jahr der Akku nicht mehr funktioniert.Tablet wurde eingeschickt (21.11.2012).Bis dato keine
    Reaktion von Weltbild. Also SERVICE sehr enttäuschend!!
    Fazit: Bei Weltbild werde ich in Zukunft kein Elektrogerät kaufen.

    • Am 14. November 2013 um 14:11 von Norbert

      Ich hatte auch nach 16 Monaten bei meinem Weltbild Tablet einen schwachen Aku. Habe mein Gerät an die mir vorgegeben Adresse( lt. Garantiekarte )geschickt.und habe es nach drei Wochen kostenlos repariert bekommen,
      Also .So klappt der Service perfekt.

  • Am 11. August 2013 um 13:05 von charizza

    ich habe meine tablet seit 2 jahre gekauft und die akku ist past kaputt es wird schnell verbraucht. die frage ist wo kann mann akku/batterie kaufen?

    • Am 24. März 2014 um 15:41 von Roland

      ich brauche einen neuen akku,da der alte zu schnell runter ist.

  • Am 12. September 2013 um 22:52 von maximilian

    Hallo hier ein druckfehler unterstütz , es heißt unterstützen .

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