Panasonic Lumix DMC-FZ48 im Test: gut ausgestattete 24-fach-Superzoom-Kamera

von Joshua Goldman und Stefan Möllenhoff am , 16:35 Uhr

Pro
  • gute Ausstattung
  • durchdachtes Design
  • schnell
Con
  • in puncto Features, Geschwindigkeit und Bildqualität der großen Schwester FZ150 deutlich unterlegen
Hersteller: Panasonic Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,8 von 10 Punkte
Fazit:

Die Panasonic Lumix DMC-FZ48 ist angesichts der moderaten Anschaffungskosten eine hervorragende Megazoom-Bridgekamera. Allerdings kann sie mit der großen Schwester FZ150 bei Weitem nicht mithalten, insbesondere, was die Bildqualität bei schlechten Lichtverhältnissen angeht.

Viel Zoom für wenig Geld: Die mit 280 Euro moderat teure Panasonic Lumix DMC-FZ48 bietet ein flexibles 24-fach-Objektiv, dessen Brennweitenbereich bei 25 Millimetern im Weitwinkel beginnt. Außerdem an Bord sind eine Full-HD-Videofunktion und alle manuelle Einstellungsmöglichkeiten, die sich anspruchsvolle Fotografen nur wünschen können. Wir haben der Superzoom-Kamera auf den Zahn gefühlt.

Die Panasonic Lumix DMC-FZ48 ist derzeit mit 280 Euro deutlich günstiger als ihre 440 Euro teure Schwester. Doch für den Aufpreis hat das Top-Modell FZ150 [1] eben auch Etliches zu bieten: schnelleren Sensor, besseren Autofokus, dreh- und schwenkbares Display, Zubehörschuh, Mikrofoneingang, RAW-Aufnahme, bessere Bildqualität und so weiter. Unterm Strich gilt aber dennoch: Die FZ48 ist eine ausgezeichnete Bridgekamera. Wieso das so ist, erklären wir auf den folgenden Seiten.

Design

Die Panasonic Lumix DMC-FZ48 ist schnörkellos aufgebaut und grundsätzlich sehr geradlinig zu benutzen. Der großzügig dimensionierte Handgriff sorgt dafür, dass das rund 500 Gramm schwere Gehäuse sicher in der Hand liegt. Der zusammen mit dem Speicherkartenslot im Griff untergebrachte Akku sorgt für eine ausgewogene Gewichtsverteilung. Nach den Richtlinien der CIPA [2] vom Hersteller gemessen, bietet der Stromspeicher ausreichend Kapazität für bis zu 400 Aufnahmen.

Vom Formfaktor her erinnert die FZ48 an eine kleine DSLR. Das Objektiv lässt sich jedoch nicht austauschen. [3]
Vom Formfaktor her erinnert die FZ48 an eine kleine DSLR. Das Objektiv lässt sich jedoch nicht austauschen.

Oben auf dem Griff befinden sich Auslöser mitsame Zoomregler, Ein/Aus-Schalter, Modusrädchen, dedizierte Taste zum Starten der Videoaufnahme und ein Knopf zum Wechseln des Fokusmodus. Auf der Rückseite der Kamera sitzt ganz oben ein kleiner, aber bei ungünstiger Beleuchtung durchaus sinnvoller elektronischer Sucher. Darunter folgt ein 3,0-Zoll-Display mit einer Auflösung von 480 mal 320 Pixeln (460.000 Subpixeln). Für eine Kamera in dieser Preisklasse ist das durchaus recht ordentlich. Leider ist der Bildschirm nicht beweglich aufgehängt.

Rechts neben und oberhalb der Anzeige befinden sich die meisten Bedienelemente der Kamera. Die Tasten bieten allesamt ein gutes haptisches Feedback, sind klar beschriftet und weisen ausreichend Abstand zueinander auf. Rechts oben über der Daumenablage befindet sich ein Rändelrädchen, das zum schnellen Anpassen von Aufnahmeparametern wie Blende, Belichtungszeit und Belichtungskorrektur dient. Prinzipiell ist das Layout gelungen, doch leider ist es aufgrund der zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten nicht immer ganz einfach, in den Menüs die gewünschte Option zu finden. Sicherlich, irgendwann kennt man sich aus. Aber anfangs kann das durchaus frustrieren. Positiv ist hier noch anzumerken, dass es eine dedizierte Taste zum Anpassen der ISO-Empfindlichkeit sowie einen programmierbaren Funktions-Button gibt.

Erfreulich: Auf dem Vier-Wege-Pad bringt Panasonic eine programmierbare Funktionstaste unter. [4]
Erfreulich: Auf dem Vier-Wege-Pad bringt Panasonic eine programmierbare Funktionstaste unter.

Ausstattung

Die Panasonic Lumix DMC-FZ48 hat genug Aufnahmeprogramme an Bord, um sowohl Schnappschussknipser als auch anspruchsvolle Fotografen glücklich zu machen. Eine präzise Kontrolle über die Ergebnisse ist im manuellen Modus möglich, in dem der Fotograf Blende und Belichtungszeit händisch einstellt. Daneben stehen auch die beiden Halbautomatiken Blenden- und Belichtungspriorität zur Verfügung. Für die Verschlusszeit bietet die FZ48 Werte zwischen 60 Sekunden und 1/2000 Sekunde an. Die durchs Objektiv dringende Lichtmenge regelt die Kamera mit einer Irisblende. Dementsprechend gibt es im Weitwinkel zehn Werte zwischen F2,8 und F8,0, im Telebereich sind es fünf Optionen zwischen F5,2 und F8,0.

Wer sich gar nicht mit Blende und Verschlusszeit herumschlagen möchte, findet in der Programmautomatik immer noch zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten, darunter sieben Farbprofile, von denen eines völlig frei konfigurierbar ist und sich jedes einzelne in puncto Kontrast, Schärfe, Sättigung und Rauschreduzierung feintunen lässt. Die hier gewählten Optionen lassen sich erfreulicherweise abspeichern. Daneben bieten der manuelle Modus, Blenden- und Belichtungspriorität sowie Programmautomatik auch die Möglichkeit, Weißabgleich, Fokus und ISO-Empfindlichkeit zu wählen.

Möchte man die Arbeit lieber der Kamera überlassen, bieten sich die zahlreichen Automatiken und Motivprogramme an, die teilweise ebenfalls etliche weiterführende Einstellungsmöglichkeiten mitbringen. Zusätzlich dazu bringt die FZ48 noch ein Feature namens intelligente Auflösung mit, das die Detailwiedergabe verbessern soll. Unterm Strich befriedigt die FZ48 so eine ganze Reihe an unterschiedlichen Ansprüchen und eignet sich beispielsweise ideal als Familienkamera. Sowohl der fotografisch unerfahrene Nachwuchs als auch der anspruchsvolle Hobbyknipser dürften das richtige Aufnahmeprogramm finden. Schade ist hier allerdings, dass die FZ48 im Gegensatz zur Vorgängerin FZ45 und zur großen Schwester FZ150 keine RAW-Funktion mehr mitbringt.

Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Ausstattungsmerkmale der Panasonic Lumix DMC-FZ48 noch einmal auf einen Blick. Zum Vergleich ist auch die große Schwester FZ150 aufgeführt.

Hersteller Panasonic Panasonic
Modell Lumix DMC-FZ48 Lumix DMC-FZ150
Preis 399 Euro 529 Euro
Bildsensor 1/2,3-Zoll-CCD 1/2,3-Zoll-BSI-MOS
Auflösung 12,1 Megapixel 12,1 Megapixel
Optischer Zoom 24-fach 24-fach
Brennweitenbereich 25 – 600 mm 25 – 600 mm
Lichtstärke F2,8 – F5,2 F2,8 – F5,2
Bildstabilisator optisch optisch
Empfindlichkeiten ISO 80 – 6400 ISO 100 – 6400
Max. Fotoauflösung 4000 x 3000 Pixel 4000 x 3000 Pixel
Max. Videoauflösung 1080/50i 1080/50p
Dateiformate JPEG, MPO (Foto), AVCHD (Video) JPEG, RAW, MPO (Foto), AVCHD (Video)
Manuelle Einstellungen P, A, S, M P, A, S, M
Display 3,0 Zoll, fest, 480 x 320 Pixel 3,0 Zoll, schwenkbar, 480 x 320 Pixel
Sucher elektronisch elektronisch
Zubehörschuh nein ja
Speichermedien SD, SDHC, SDXC SD, SDHC, SDXC
Stromversorgung Lithium-Ionen-Akku Lithium-Ionen-Akku
Akkulaufzeit (CIPA) 400 Fotos k. A.
Anschlüsse USB, AV, HDMI USB, AV, HDMI
Abmessungen 12,0 x 9,2 x 8,0 cm 12,4 x 9,5 x 8,2 cm
Gewicht 498 g 528 g

Leistung

In Sachen Geschwindigkeit ist die FZ48 zwar nicht ganz so schnell wie die FZ150. Mit den meisten anderen Highend-Megazoom-Kameras kann sie aber mithalten und ist der Preisklasse unter 300 Euro mit das schnellste Modell. Bis nach dem Betätigen des Einschalters das erste Foto im Kasten ist, vergehen etwa 1,8 Sekunden. Zwischen jeder weiteren Aufnahme genehmigt sich die Kamera eine Verschnaufpause von 1,2 Sekunden. Mit zugeschaltetem Blitz verschlechtert sich der Wert noch einmal um zwei Sekunden.

Um auf das Motiv zu fokussieren und das Foto einzufangen, benötigt die FZ48 bei optimalen Lichtverhältnissen 0,4 Sekunden. Im Zwielicht verschlechtert sich der Wert auf 0,6 Sekunden. Im Serienbildmodus schafft die Kamera bei voller Auflösung 2,9 Fotos pro Sekunde. Wer sich mit 3 Megapixeln zufriedengibt, wird mit 10 fps belohnt.

Bildqualität

Die Bildqualität der Panasonic Lumix DMC-FZ48 hat sich gegenüber der Vorgängerin FZ45 verbessert. Wer die Fotos auf 100 Prozent vergrößert und sich die Nase am Bildschirm plattdrückt, wird sich allerdings trotzdem an Rauschen und Artefakten stören. In der Praxis reicht die Bildqualität jedoch absolut aus, solange man nicht regelmäßig starke Ausschnittsvergrößerungen oder Abzüge im Posterformat anfertigt. Wie die meisten Kompakt- und Bridgekameras schlägt sich die FZ48 bis einschließlich ISO 200 gut. Je besser die Lichtverhältnisse, desto schöner die Fotos. Mit ISO 400 geschossene Aufnahmen reichen noch für kleine Abzüge und fürs Internet. Das gleiche gilt für ISO 800, wenn man auf Ausschnittsvergrößerungen verzichtet. Von ISO 1600 raten wir ab – hier gehen die Farben kaputt, und es treten zahlreiche gelbe Flecken auf den Bildern auf.

Belichtungsautomatik und Farbwiedergabe leisten sehr gute Dienste. Die Aufnahmen sehen hell, lebendig und realitätsnah aus. Allerdings lässt, wie bereits erwähnt, die Bildqualität bei den beiden höchsten ISO-Empfindlichkeiten eben deutlich nach.

Die AVCHD-Videoclips der FZ48 gelingen scharf und überzeugen mit guter Belichtung sowie Farbe. Bewegungen werden außergewöhnlich weich wiedergegeben. Bei Aufnahmen unter schlechten Lichtverhältnissen treten die gleichen Probleme auf wie bei den Standfotos. Der optische Zoom funktioniert erfreulicherweise auch während des Filmens. Allerdings ist der Objektivmotor in leisen Umgebungen auf den Aufnahmen zu hören. Der kontinuierliche Autofokus funktioniert sehr gut. Das gleiche gilt für den Windfilter. Die FZ48 schießt während des Filmens auch Standbilder, allerdings mit auf 3,5 Megapixel reduzierter Auflösung.

Fazit

Die Panasonic Lumix DMC-FZ48 ist zu ihrer unverbindlichen Preisempfehlung von 399 Euro eine sehr gute Kamera. Zum inzwischen deutlich über 100 Euro günstigeren Marktpreis macht die Megazoom-Digicam eine hervorragende Figur. Allerdings sollte man auch im Hinterkopf behalten, dass die große Schwester in Sachen Foto- und Videoqualität, Geschwindigkeit und Ausstattung doch noch deutlich besser da steht. Allerdings auch zum entsprechenden Preis – die FZ150 kostet derzeit immer noch deutlich mehr als 400 Euro.

Geschwindigkeit (in Sekunden)
(kürzere Balken bedeuten bessere Leistung)

Zeit bis zur ersten Aufnahme   
Zeit zwischen zwei Aufnahmen   
Auslöse- verzögerung (Zwielicht)   
Auslöse- verzögerung (Tageslicht)   
Panasonic Lumix DMC-FZ150 [1]

1.9 
1 
0.8 
0.3 
Panasonic Lumix DMC-FZ47

1.8 
1.2 
0.6 
0.4 
Nikon Coolpix P500 [6]

1.1 
1.4 
0.6 
0.3 
Sony Cyber-shot DSC-HX100V [7]

2 
1.5 
0.6 
0.3 
Canon PowerShot SX40 HS [8]

1.6 
2.5 
0.6 
0.4 

Typical continuous-shooting speed (in fps)
(Longer bars indicate better performance)
Panasonic Lumix DMC-FZ47

2.9 

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41557928/panasonic-lumix-dmc-fz48-im-test-gut-ausgestattete-24-fach-superzoom-kamera/

URLs in this post:

[1] FZ150: https://www.cnet.de/tests/digicam/41556665/testbericht/panasonic_lumix_dmc_fz150_im_test_24_fach_superzoomer_mit_verbesserter_bildqualitaet.htm

[2] CIPA: http://en.wikipedia.org/wiki/Camera_%26_Imaging_Products_Association

[3] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41557928/panasonic_lumix_dmc-fz48_oben.jpg

[4] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41557928/panasonic_lumix_dmc-fz48_hinten.jpg

[5] Testfotos: die Bildqualität der Panasonic Lumix DMC-FZ48: https://www.cnet.de/41557929/testfotos-die-bildqualitaet-der-panasonic-lumix-dmc-fz48/?pid=1#sid=41557928

[6] Nikon Coolpix P500: https://www.cnet.de/tests/digicam/41551029/testbericht/nikon_coolpix_p500_im_test_36_fach_superzoomer_mit_vollgas_sensor.htm

[7] Sony Cyber-shot DSC-HX100V: https://www.cnet.de/tests/digicam/41555449/testbericht/sony_cyber_shot_dsc_hx100v_im_test_schnelle_tausendsassa_kamera_mit_30_fach_zoom.htm

[8] Canon PowerShot SX40 HS: https://www.cnet.de/tests/digicam/41557715/testbericht/canon_powershot_sx40_hs_im_test_gemaechliche_35_fach_zoom_kamera_fuer_tolle_fotos.htm