Bei Problemen mit der Bildgröße – PCs neigen bei einer Anbindung via HDMI gern zu einem Over- oder Under-Scan – macht Intels Wireless-Display-Anwendung die manuelle Skalierung des Bildes zum Kinderspiel. So ist sichergestellt, dass das Bild ein Maximum der Displayfläche einnimmt, ohne deren Grenzen zu überschreiten.

Als Grundeinstellung der WiDi-Anbindung wird die Bilddarstellung des Notebooks gespiegelt. Aber da Notebooks oft eine niedrigere Auflösung als HDTVs haben, ist das selten die ideale Wahl. Um dem abzuhelfen, muss man in den Displayeinstellungen den Extended Mode aktivieren oder das interne Notebook-Display komplett abschalten und stattdessen den Fernseher mit seiner nativen Auflösung als Bildschirm nutzen. Wir wünschten nur, dass all diese Bedien- und Kontrollelemente auf einem Fleck versammelt wären – ein Laie könnte auch hier wieder schwer ins Schwimmen kommen oder müsste sich eben mit einer unbefriedigenden Auflösung auf dem Fernseher zufriedengeben.

Performance

Im Test lässt sich exzellent mit klassischen Office-Anwendungen auf dem Desktop arbeiten; die Verzögerung von Tastatur- und Mauseingaben auf dem Fernseher liegt bei etwa einer halben Sekunde. Damit ist die Lösung für Gaming-Zwecke allerdings völlig ungeeignet. Filme in DVD-Qualität werden problemlos abgespielt, aber sobald wir auf 720p- (6,5 MBit/s) und 1080p-Material (14,1 MBit/s) umsteigen, verzeichnen wir recht häufig Stottern und Ruckler.

Auch die Rückseite ist übersichtlich: Netzanschluss, Ein-/Aus-Schalter, HDMI-Port und AV-Composite-Eingang - das war's.
Auch die Rückseite ist übersichtlich: Netzanschluss, Ein-/Aus-Schalter, HDMI-Port und AV-Composite-Eingang – das war’s.

Wir vermuten WLAN-Interferenzen und wechseln Örtlichkeit und Fernseher. Hier reduzieren sich die Probleme soweit, dass selbst 1080p-Filme überraschend flüssig laufen. Es gibt immer noch noch einen gelegentlichen Aussetzer oder Frame-Drop, und schnelle Action-Sequenzen sind nicht hundertprozentig flüssig, aber alles in allem waren Dialoge dennoch lippensynchron.

Es ist nicht die beste und schönste Möglichkeit, sich einen HD-Film anzuschauen, aber für eine 2,4-GHz-Verbindung ist das Ergebnis selbst mit aktiver Kompression ziemlich beeindruckend. Uns ist allerdings unklar, warum Intel für WiDi nicht das 5-GHz-Band nutzt: Die schnelleren Datendurchsätze und geringeren Interferenzen sollten es eigentlich zur logischen Wahl machen und die verringerte Reichweite dürfte angesichts der Tatsache, dass sich ein streamendes Notebooks in der Regel im gleichen Raum wie der Fernseher befindet, eigentlich auch kein Problem sein.

Fazit

Netgear hat mit dem Oush2TV HD (PTV2000) ein nettes kleines Gerät konzipiert, dass seinen Job überraschend gut macht. Diese Technologie muss allerdings noch etliche große Hürden überwinden, bevor sie im Mainstream ankommt: WiDi müsste für längere Zeit in eine große Anzahl von Fernsehern verbaut werden, die Intel-Limitierung müsste enden (oder alle Konkurrenten müssten vom Markt verschwinden – beides recht unwahrscheinlich), es bräuchte mehr Bandbreite für das flüssige Streaming von 1080p-Inhalten, und auch softwareseitig gibt es noch einiges zu tun.

WiDi bleibt dennoch eine verheißungsvolle Technik, und der Netgear Push2TV HD verdient sich eine gute Bewertung, da er innerhalb der technischen Einschränkungen von WiDi wirklich gut funktioniert. Aber das soll nicht von der Tatsache ablenken, dass unterm Strich die direkte Verbindung via HDMI-Kabel immer noch die einfachere und günstigere Lösung ist.

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