Fujifilm X-Pro1 ausprobiert: Systemkamera mit Innovationen bei Sucher und Sensor

Hybrid-Sucher

Eine große Innovation der Fujifilm X100 war ihr optisch-elektronischer Hybrid-Sucher. Im Prinzip handelt es sich dabei um ein Guckloch links oben im Gehäuse, durch das der Fotograf auf das Motiv blickt. In dem Sucher selbst ist allerdings ein Spiegel integriert, über den zusätzlich Daten eines seitlich angebrachten Displays eingeblendet werden können – angefangen von Fokusmessfeld über Gitternetz bis hin zur elektronischen Wasserwaage. Auf Wunsch zeigt die Kamera aber auch ein Vorschaubild im Sucher, das vom Sensor stammt und macht den Sucher auf der Vorderseite mit einer kleinen Jalousie dicht.

Der Hybrid-Sucher der X-Pro1 funktioniert im Wesentlichen genauso, steht allerdings vor einer anderen Herausforderung: Während die X100 über eine nicht austauschbare Festbrennweite funktioniert, muss der Sucher bei der X-Pro1 und ihren Wechselobjektiven die unterschiedlichsten Brennweiten abdecken können. Einen optischen Zoom im Sucher, wie beispielsweise bei der kleinen Schwester Fujifilm X10 oder der Canon PowerShot G12, gibt es hier allerdings nicht. Stattdessen kann die X-Pro1 bei Bedarf eine Linse vor den Sucher schieben und so zwischen zwei Brennweiten wechseln. Nachdem bereits die drei zusammen mit der Kamera startenden Festbrennweiten mehr Ansichten benötigen, nutzt Fujifilm das Display, um den tatsächlichen Bildbereich mit Hilfe eines Rahmens zu markieren.

Der optische Sucher der Fujifilm X-Pro1 bietet zwei verschiedene Vergrößerungen: Weitwinkel (oben) und Standard (unten). Der relevante Bildausschnitt wird mit einem weißen Rechteck markiert.
Der optische Sucher der Fujifilm X-Pro1 bietet zwei verschiedene Vergrößerungen: Weitwinkel (oben) und Standard (unten). Der relevante Bildausschnitt wird mit einem weißen Rechteck markiert.

Das funktioniert bei den drei Festbrennweiten-Objektiven recht gut. Hier sind Brennweite des Suchers und Brennweite des Objektivs allerdings auch relativ ähnlich. Wie sich das dann bei sehr hohen Brennweiten verhält, können wir noch nicht abschätzen. Allerdings könnte der im Sucherbild markierte Ausschnitt dann schon sehr klein ausfallen, so dass er schwer fallen könnte, das Motiv korrekt anzuvisieren. Ein Vorteil wäre hier allerdings andererseits, dass man das Geschehen rund um den aktuellen Bildausschnitt im Blick hat und beispielsweise einen Sprinter schon sieht, bevor er ins Bild gelaufen kommt.

Objektive

Wenn ein neues Kamera-System an den Start geht, ist nicht nur die Kamera an sich wichtig, sondern auch die Auswahl an Objektiven. Insbesondere bei einem derart hochpreisigen System wie der X-Pro1, das sich an Semiprofis und professionelle Fotografen richtet, ist das Zubehör von essentieller Bedeutung – mit einer „billigen Kitscherbe à la 18 bis 55 Millimeter mit F3,5 bis F5,6“ lassen sich diese nämlich nicht so leicht abspeisen.

Und tatsächlich: Fujifilm hat zusammen mit der X-Pro1 drei Objektive vorgestellt, bei denen im Gegensatz zu den Herstellern aller anderen Systemkameras keine einzige Zoomoptik enthalten ist. Es handelt sich um drei Festbrennweiten mit 18 Millimetern und F2,0, 35 Millimetern und F1,4 sowie 60 Millimeter und F2,4. Bei letzterem Objektiv handelt es sich um eine Makro-Optik.

Laut Zone Numerique werden die 18-Millimeter- und die 35-Millimeter-Linsen für 579 Euro den Besitzer wechseln. Die 60-Millimeter-Makro-Optik soll 629 Euro kosten.

Hier sind die drei neuen Objektive zu sehen, die zusammen mit der X-Pro1 an den Start gehen.
Hier sind die drei neuen Objektive zu sehen, die zusammen mit der X-Pro1 an den Start gehen.

Im Laufe dieses Jahres sollen noch zwei weitere Linsen folgen: eine 14-Millimeter-Festbrennweite mit einer maximalen Blendenöffnung von F2,8 sowie ein optisch stabilisiertes Zoomobjektiv mit einem Brennweitenbereich von 18 bis 72 Millimetern und einer konstanten Blende von F4,0.

Auch für 2013 hat der Hersteller bereits seine Objektiv-Roadmap verraten. Auf dem Plan stehen zwei Festbrennweiten mit 28 Millimetern und F2,8 sowie 23 Millimetern und F2,0. Außerdem stehen noch zwei bildstabilisierte Zoomobjektive auf dem Programm, die 12 bis 24 und 70 bis 200 Millimeter abdecken und jeweils eine konstante maximale Blendenöffnung von F4,0 bieten. Außerdem plant Fujifilm noch einen Adapter für Leicas M-Mount.

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