Fujifilm X-Pro1 ausprobiert: Systemkamera mit Innovationen bei Sucher und Sensor

Die Objektive bringen systembedingt allesamt einen Einstellring für die Blende mit. Soweit wir das in der kurzen Zeit beurteilen können, die wir die X-Pro1 in den Händen hatten, fühlen sich die Optiken wertig und solide an. Die Qualität passt zum Body der X-Pro1. Laut Fujifilm sollen runde Blendenlamellen dafür sorgen, dass das Bokeh auch bei geschlossener Blende sehr weich aussieht.

In der folgenden Tabelle gibt es noch einmal die technischen Eckdaten der drei zusammen mit der X-Pro1 startenden Objektive auf einen Blick zu sehen.

Objektiv XF18mmF2 R XF35mmF1.4 R XF60mmF2.4 R Macro
Preis 579 Euro 579 Euro 629 Euro
Brennweite 18 Millimeter 35 Millimeter 60 Millimeter
Brennweite (KB) 27 Millimeter 53 Mililimeter 91 Millimeter
Bildwinkel 76,5 Grad 44,2 Grad 26,6 Grad
Kleinste Blendenzahl F2,0 F1,4 F2,4
Größte Blendenzahl F16 F16 F22
Blendenlamellen 7 7 9
Naheinstellgrenze 18 cm 28 cm 26,7 cm
Max. Vergrößerung 0,14x 0,17x 0,5x
Durchmesser 6,5 cm 6,5 cm 6,4 cm
Länge 4,1 cm 5,5 cm 7,1 cm
Gewicht 116 g 187 g 215 g
Filterdurchmesser 52 mm 52 mm 39 mm
Aufbau 8 Elemente in 7 Gruppen 8 Elemente in 6 Gruppen 10 Elemente in 8 Gruppen
Asphärische Elemente 2 1 1
ED-Elemente 0 0 1

Leistung

Eine der größten Schwächen der Fujifilm X100 war ihre sehr mäßige Geschwindigkeit. In diesem Punkt hat die X-Pro1 sicherlich einiges an Boden gutzumachen, nicht zuletzt auch angesichts der hohen Anschaffungskosten. Nachdem wir auf der CES in Las Vegas lediglich ein Vorserienmodell in den Finger hatten, können wir in diesem Punkt leider noch keine endgültige Aussage treffen.

Bildqualität

Nachdem die Fujifilm X100 in ihrer Klasse mit die beste Bildqualität abliefert, sind wir extrem auf erste Fotos aus der X-Pro1 gespannt. Denn laut eigenen Aussagen hat der Hersteller noch einmal kräftig am Sensor geschraubt. Die von 12 auf 16 Megapixel gesteigerte Auflösung dürfte wohl die geringste Neuerung des sogenannten X-Trans-Chips sein.

Viel interessanter ist der Aufbau des Sensors selbst. Wie bei praktisch allen Bildsensoren (Ausnahme: Foveon von Sigma) können die einzelnen Pixel nicht einzelne Farben, sondern lediglich hell und dunkel unterscheiden. Daher liegt über dem Sensor eine sogenannte Bayer-Maske, die vor jeden Bildpunkt einen entweder grünen, roten oder blauen Farbfilter setzt. Anhand der umliegenden Pixel interpoliert dann schließlich der Bildprozessor die RGB-Farbe jedes einzelnen Bildpunktes. Am meisten ausschlaggebend für die Detailwiedergabe sind dabei die besonders empfindlichen, grünen Pixel.

Links konventionell, rechts neu: Während gewöhnliche Bayer-Sensoren auf ein Grün-zu-Rot-zu-Blau-Verhältnis von 2 zu 1 zu 1 setzen, versucht Fujifilm mit 5 zu 2 zu 2 sein Glück.
Links konventionell, rechts neu: Während gewöhnliche Bayer-Sensoren auf ein Grün-zu-Rot-zu-Blau-Verhältnis von 2 zu 1 zu 1 setzen, versucht Fujifilm mit 5 zu 2 zu 2 sein Glück.

Bei Fujifilms sogenanntem X-Trans-Array kommen zwar auch rote, grüne und blaue Farbfilter zum Einsatz, doch diese sind anders angeordnet als bei den üblichen Bayern-Masken – es kommen sowohl in jeder Zeile als auch in jeder Spalte alle Farben vor. Laut Hersteller verhindert das bereits von vorneherein, dass Moiré-Effekte und Falschfarben auftreten, die bei herkömmlichen Bildsensoren durch Tiefpassfilter eliminiert werden. Und ein Weglassen dieses Tiefpassfilters soll in der Praxis in einer deutlich höheren Bildqualität resultieren. Fujifilm verspricht Vollformat-Niveau oder sogar darüber. Und wir sind tierisch gespannt. Fest steht jedenfalls, dass Mittelformat-Kameras aufgrund des typischerweise fehlenden Moiré-Filters eine unglaubliche Bildschärfe erreichen. Außerdem enthält Fujifilmx X-Trans-Sensor anteilig mehr grüne Pixel. Angesichts der bereits sehr überzeugenden Bildqualität der X100 sind die Aussichten sehr gut.

Fazit

Die Fujifilm X-Pro1 klingt extrem interessant. Der neu entwickelte Bildsensor verspricht sehr viel, das Gehäuse ist auf höchstem Niveau gefertigt und überzeugt mit tonnenweise Retro-Charme. Und nicht zuletzt begeistert der optisch-elektronische Hybrid-Sucher. Auf der anderen Seite muss sich die Kamera mit ihren Anschaffungskosten von knapp 1600 Euro für alleine den Body schon mit den Einsteiger-Vollformat-Kameras Canon EOS 5D Mark II und Nikon D700 messen. Sicherlich ist sie ein ganzes Stück kompakter als die DSLR-Konkurrenz, hat dafür aber in puncto Objektiv- und Zubehörauswahl noch einiges aufzuholen. Wir sind schwer gespannt.

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