HTC Explorer im Test: ordentliches Android-Smartphone der Einstiegs-Klasse

von Andrew Hoyle und Daniel Schraeder am , 15:49 Uhr

Pro
  • stabile Konstruktion
  • taschenkompatible Abmessungen
  • günstiger Preis
  • leicht bedienbare Oberfläche
Con
  • niedrige Display-Auflösung
  • untermotorisierter Prozessor
  • optionale Speicherkarte unbedingt notwendig
Hersteller: HTC Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,0 von 10 Punkte
Fazit:

Das HTC Explorer ist nicht das beste Smartphone aller Zeiten. Das will es aber auch gar nicht sein - es ist günstig, stabil, leicht zu bedienen und bringt alles mit, was für den Einstieg in die Smartphone-Welt nötig ist.

Na klar: Wenn ein Handy zum Statussymbol avanciert, ist die Auswahl leicht. Sündhaft teure Smartphones mit Dual- oder gar Quad-Core-Prozessoren müssen her, mit gigantischen Displays und Kamera-Auflösungen, die der Spiegelreflex-Kamera von Papa Konkurrenz machten Aber wer einfach nur ein gutes Handy mit den netten Optionen auf Angry Birds, Facebook, WhatsApp & Co. haben möchte, braucht ein gutes Gerät vom anderen Ende der Fahnenstange. Ordentliche Leistung für wenig Geld – und genau das verspricht das HTC Explorer.

Wer nicht bereit ist, 500 Euro oder noch mehr Geld für ein Handy auszugeben, muss dennoch nicht auf den Komfort eines Smartphones verzichten. Angry Birds spielen, unterwegs Nachrichten lesen, den Freunden auf Foursquare mitteilen, wo man gerade ist oder auf Facebook, was man gerade macht – das geht auch deutlich günstiger. Zum Beispiel mit dem HTC [1] Explorer.

Mit etwa 170 Euro sind Käufer dabei. Dafür gibt es ein deutlich kleineres Handy als in der Oberklasse derzeit üblich. Natürlich mit kleinerem Display, aber dafür auch mit hosentaschenkompatibleren Außenmaßen.

Design

Mit seinem 3,2-Zoll-Touchscreen ist das Explorer kleiner als das iPhone, das auf eine Bilddiagonale von 3,5 Zoll setzt und signifikant kleiner als die aktuelle Smartphone [2]-Oberklasse, die derzeit mit 4,3 bis 4,7 Zoll großen Anzeigen wirbt.

Dafür misst es aber auch lediglich 10,3 mal 5,7 Zentimeter. Nur die mit knapp 13 Millimetern recht kräftige Bauhöhe will nicht so ganz zum ansonsten so schlanken Look passen und lässt das Explorer in Kombination mit dem vergleichsweise breiten Display-Rahmen etwas klobig wirken. Aber damit können wir leben.

Um so sympathischer empfinden wir das mit 108 Gramm geringe Gewicht. Das Explorer ist dabei noch schwer genug, um nicht billig zu wirken, aber belastet Hosen- und Handtasche nicht. Zum Vergleich, das nur geringfügig größere iPhone 4S bringt 137 Gramm auf die Waage, wirkt aber mit seinem Gehäuse aus Stahl und Glas natürlich ungleich hochwertiger. Dennoch ist es erfreulich stabil. Es knackt und knarzt auch dann nicht in der Hand, wenn wir absichtlich Kraft auf das Gehäuse wirken lassen.

Die Rückseite des Handys ist HTC-typisch aus gummiertem Kunststoff gefertigt. Ein Metallstreifen in der Mitte sorgt für einen hübschen Kontrast. Damit wirkt das Gerät haptisch hochwertiger als viele günstige Konkurrenten und liegt gut in der Hand.

Die Kunststoff-Rückseite hat ein Inlay aus Metall.
Die Kunststoff-Rückseite hat ein Inlay aus Metall.

An den Seiten hat der Hersteller die üblichen Elemente untergebracht, darunter den Ein-Aus-Knopf und den Wippschalter zur Regelung der Lautstärke. Die Tasten sind ebenfalls gummiert und Bestandteil des Gehäuses. Damit sind sie etwas schwierig zu ertasten und haben nicht gerade einen idealen Druckpunkt, aber man gewöhnt sich dran. Außerdem gibt es – wie üblich – eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse sowie einen Micro-USB-Port zum Laden des Akkus sowie zum Übertragen von Daten.

Display

Auf der Vorderseite ist der 3,2 Zoll große Bildschirm das dominierende Element. Die Tatsache, dass er nicht sonderlich groß ist, haben wir schon angesprochen. Wer unterwegs Videos betrachten möchte, wird damit wohl nicht glücklich – für Angry Birds und ein paar Ausflüge ins mobile Internet reicht die Anzeige aber problemlos aus.

Ein gravierenderes Problem als die geringe Diagonale ist die vergleichsweise niedrige Auflösung von 320 mal 480 Pixeln. Damit ist die Anzeige auf dem gleichen Niveau wie die des deutlich günstigere Huawei Ideos X3, das den Besitzer bereits für 100 Euro wechselt. In der Praxis bedeutet das, dass beispielsweise von Webseiten weniger Inhalt zur gleichen Zeit dargestellt werden kann und das Fotos grobpixeliger wirken als auf Displays mit höherer Auflösung. Dennoch muss man dem Explorer einfach zu Gute halten, dass es eben ein Einsteiger-Gerät ist – und wer vorhat, viel zu Surfen, muss für den gehobenen Komfort eines besseren Displays eben mehr Geld auf den Tisch legen.

Dafür können wir der Anzeige die vergleichsweise hohe Helligkeit und die gute Farbwiedergabe zu Gute halten.

Software

Auf dem Explorer ist Googles Android [3]-Betriebssystem in der Version 2.3 vorinstalliert. Das ist nicht mehr die ganz aktuelle Ausführung: Die ersten Smartphones mit Android 4.0 sind bereits verfügbar. Nichtsdestotrotz ist 2.3 alias Gingerbread immer noch sehr weit verbreitet und gerade bei einem Smartphone in dieser Preisklasse nicht per se eine schlechte Wahl – zumal es auch beim günstigen Explorer die HTC-eigene Sense-Oberfläche gibt.

Wie andere Android-Handys verfügt auch Sense über mehrere Homescreens, die der Nutzer mit Widgets und Verknüpfungen zu Kontakten und Apps frei nach seinen Vorlieben anpassen kann. Vor allem bei der Auswahl der Widgets kann Sense punkten, und es gehört mit zu den attraktivsten und nutzerfreundlichsten Oberflächen.

Die üblichen Anwendungen wie Webbrowser, Google [4] Maps, E-Mail, MP3-Player und so weiter sind vorinstalliert. Was für den Ausflug in die sozialen Netzwerke nötig ist, ist bereits in der Oberfläche integriert. Fotos für das eigene Adressbuch beispielsweise zieht das Explorer auf Wunsch direkt aus den Facebook-Kontakten. Wer auf der Suche nach mehr ist, wird im Android Market fündig: dem App Store von Google.

HTC-typisch gibt es viele attraktive Widgets und eine hervorragende Integration der Social Networks.
HTC-typisch gibt es viele attraktive Widgets und eine hervorragende Integration der Social Networks.

Die Speicherausstattung ist mit 512 MByte, von denen ein Großteil bereits die vorinstallierte Software einnimmt, nicht gerade großzügig. Nur 116 MByte stehen dem Nutzer zur Installation von Apps zur Verfügung. Das ist knapp bemessen – App-Junkies sollten sich aufgrund dieser Tatsache lieber nach einer Alternative umsehen. Aber wer nur eine Handvoll Anwendungen und Spiele installieren möchte, kommt damit klar. Zur Nutzung von Kamera und MP3-Player ist der Einsatz einer microSD-Speicherkarte zwingend erforderlich.

Leistung

Unter der Haube hat das Explorer einen 600 MHz schnellen Prozessor und 512 MByte RAM. Das ist nicht viel im Vergleich. Sktuelle Top-Geräte bringen gut und gerne einen Dual-Core-Chip mit 1,5 GHz und die doppelte Arbeitsspeicherausstattung mit.

In der Praxis kann man aber freilich nicht ganz so einfach rechnen. Im Quadrant-Benchmark ist das Explorer zwar signifikant langsamer als beispielsweise das Samsung [5] Galaxy S2 – mit 917 zu 3200 Punkten. Aber im Vergleich zum früheren Samsung-Flaggschiff Galaxy S ist das Explorer sogar minimal schneller.

Bei der alltäglichen Nutzung können wir uns über die niedrige MHz-Zahl übrigens nicht beschweren. Das Wischen zwischen Homescreens, das Blättern durch Fotos oder das Starten von Apps erfolgt nahezu ohne Ruckeln und Wartezeiten. Nur wenn viele Anwendungen gleichzeitig laufen, wird das HTC etwas langsamer. Ansonsten dürften nur Intensivnutzer das Explorer an seine Grenzen bringen: Für Videoschnitt, Bildbearbeitung und anspruchsvolle 3D-Games braucht es signifikant mehr Power. Für Whatsapp, Angry Birds und Facebook nicht.

Kamera

Auf der Rückseite des Explorers sitzt die Linse der 3-Megapixel-Kamera. Sie schlägt sich mal besser und mal schlechter. Manchmal stellt sie kräftige Farben dar und schießt ordentliche Bilder, mal wirken die Fotos wie ausgewaschen.

In allen Fällen mangelt es an der Schärfe und – wie bei fast allen Handy-Kameras üblich – an den Details. Das fällt vor allem in dunklen Umgebungen auf, zumal dem Smartphone ein LED-Blitz fehlt, um zumindest etwas Licht ins Dunkle zu bringen.

[6] Manchmal geraten die Bilder mit dem Explorer recht gut, manchmal wirken sie aber auch sehr ausgewaschen. [7]
Manchmal geraten die Bilder mit dem Explorer recht gut, manchmal wirken sie aber auch sehr ausgewaschen.

Für den einen oder anderen Schnappschuss für Facebook reicht das Explorer auf jeden Fall aus. Aber wer die Bildqualität eines iPhone 4S erwartet, wird sicherlich enttäuscht sein.

Fazit

Dem HTC Explorer mangelt es an dem hervorragenden Display, der guten Kamera und dem kräftigen Prozessor, also an den Punkten, die erheblich teurere Oberklasse-Smartphones eben so auszeichnen. Aber es bringt alles mit, was der größte Teil der Smartphone-Nutzer eben so benötigt: Eine tolle Oberfläche, einen guten Touchscreen, ordentliche Apps und ausreichend Power zum fairen Preis.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[2] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/

[3] Android: http://www.cnet.de/themen/android/

[4] Google: http://www.cnet.de/unternehmen/google-inc/

[5] Samsung: http://www.cnet.de/unternehmen/samsung/

[6] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41558308/htc-explorer-camera-test-good.jpg

[7] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41558308/htc-explorer-camera-test-poor.jpg