Ausstattung

Für eine Kompaktkamera hat die Fujifilm FinePix F600EXR ziemlich umfangreiche Aufnahmeoptionen zu bieten. Natürlich dürfen hier die üblichen Verdächtigen nicht fehlen, wie Automatik, Programmautomatik und 18 Szenenprogramme, unter denen sich auch ein spezieller Unterwassermodus findet. Wer sich mehr Kontrolle über die Ergebnisse wünscht, darf sich über einen manuellen Modus sowie die beiden Halbautomatiken Blenden- und Belichtungspriorität freuen. Im Weitwinkel stehen die Blendenöffnungen F3.5, F7.1 und F10 zur Verfügung, im Telebereich sind es F5.3, F11 und F16. Die Belichtungszeit variiert zwischen 1/2000 und acht Sekunden.

Dann gibt es da noch die EXR-Modi. Diese setzen sich zusammen aus den sogenannten Prioritäten für Hohe Auflösung, Hohe Empfindlichkeit & geringes Rauschen sowie Erweiterter Dynamikumfang. Mit Hohe Auflösung nutzt die Kamera – wie der Name schon verrät – die volle Sensorauflösung von 16 Megapixeln, während sie in den beiden anderen Modi die Pixelzahl halbiert. In Hohe Empfindlichkeit & geringes Rauschen fasst die F600EXR jeweils zwei Pixel zusammen, um die lichtempfindliche Fläche pro Bildpunkt zu erhöhen und somit das Bildrauschen zu erhöhen. Mit dem Modus Erweiterter Dynamikumfang schließlich belichtet die Kamera jeweils die Hälfte der Pixel unterschiedlich hell und baut aus den so gewonnenen Informationen quasi ein HDR-Bild in der Kamera selbst zusammen, für das lediglich ein Schließen des Verschlusses nötig ist. Wer sich nicht sicher ist, welcher Modus gerade die besten Ergebnisse liefert, wählt die Einstellung Auto EXR, die eigenhändig entscheidet, ob sie einen der Modi einsetzt und wenn ja, welchen. Wer sich damit abfinden kann, dass ein Teil seiner Bilder möglicherweise nur 8 Megapixel auflöst, ist mit dieser Einstellung sicherlich gut beraten.

Zu guter Letzt gibt es noch eine 360-Grad-Panorama-Funktion, bei der der Fotograf lediglich die Kamera einmal im Kreis schwenkt, und schon ist das Ultrabreitbild im Kasten. Der Pro Low Light Modus schießt mehrere Fotos in schneller Folge und kombiniert diese miteinander zu einer Aufnahme mit reduziertem Bildrauschen. Außerdem gibt es noch eine Funktion namens Pro-Focus, die den Hintergrund rund um das Motiv digital weichzeichnet, um eine Bildwirkung zu erzielen, wie sie sonst nur großsensorige Kameras wie DSLRs liefern.

Für eine Kamera mit 15-fachem optischen Zoom ist die Fujifilm FinePix F600EXR erstaunlich kompakt.
Für eine Kamera mit 15-fachem optischen Zoom ist die Fujifilm FinePix F600EXR erstaunlich kompakt.

Angesichts der umfangreichen Ausstattung kann das Menüsystem der Kamera anfangs etwas frustrierend sein. Und selbst nachdem wir uns mit dem Aufbau angefreundet haben, müssen wir uns immer mal wieder auf der Suche nach spezifischen Einstellungen kreuz und quer durch die Menüs wühlen. Um beispielsweise den Serienbildmodus zu aktivieren, muss man das Hauptmenü aufrufen und ihn dort im entsprechenden Untermenü einschalten. Die Serienbildgeschwindigkeit allerdings stellt man in einem separaten Dialog ein. Bevor man auch nur annähernd die Fähigkeiten der Digicam nutzen kann, muss man sich erst einmal hinsetzen und sich zusammen mit dem auf CD mitgelieferten PDF-Handbuch mit den Funktionen vertraut machen – oder sich auf viel Trial & Error einstellen.

Die Fujifilm FinePix F600EXR verfügt über einen integrierten GPS-Receiver. Dieser dient einmal dazu, Fotos mit Ortsinformationen zu versehen, so dass sich der Aufnahmeort später wieder nachvollziehen lässt. Außerdem ermöglicht er ein interessantes Augmented-Reality-Feature: Schwenkt man die Kamera durch die Gegend, so zeigt sie auf Wunsch auf dem Display das Sucherbild an und markiert hier interessante Sehenswürdigkeiten, die man auf seinem Städtetrip vielleicht fotografieren möchte. Richtet man die Linse nach unten, so stellt die Digicam auf dem Display eine Art Radar mit umliegenden Points of Interest dar.

Allerdings gibt es auch eine Kehrseite der Medaille: Der GPS-Receiver arbeitet bei der F600EXR selbst bei klarer Sicht auf den Himmel ziemlich langsam. Außerdem nagt die Ortungsfunktion vergleichsweise stark am Akku. Dafür dürfte der etwas schwachbrüstig dimensionierte Stromspeicher verantwortlich – aber wenn die Gehäuse kleiner werden, muss man eben irgendwo sparen. Wer die GPS-Funktionen viel nutzen möchte, sollte auf jeden Fall in einen Zusatz-Akku investieren.

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