Leistung

In Sachen Geschwindigkeit spielt die Fujifilm FinePix F600EXR mit den meisten anderen Kameras in dieser Klasse in einer Liga. Bis nach dem Betätigen des Einschalters das erste Foto im Kasten ist, vergehen etwa zwei Sekunden. Die Verschnaupausen zwischen zwei Fotos fallen mit ebenfalls zwei Sekunden ebenfalls ziemlich lang aus. Aktiviert man einen der diversen Spezialmodi – beispielsweise eine EXR-Funktion – so muss man mit längeren Verarbeitungszeiten rechnen.

Das gleiche gilt für den Serienbildmodus. Er schießt bei voller Auflösung bis zu acht Fotos am Stück mit einer Geschwindigkeit von maximal 3,4 fps. Anschließend genehmigt sich die Kamera erst einmal eine mehrsekündige Pause, die in der Praxis durchaus für das eine oder andere verpasste Motiv sorgen kann. Dieses Problem tritt bei den allermeisten Kompaktkameras auf, die F600EXR tut sich hier aber vergleichsweise schwer.

Um bei optimalen Lichtverhältnissen auf das Motiv zu fokussieren und das Foto zu schießen, braucht die Digicam etwa 0,4 Sekunden – für einen kompakten Superzoomer ist das ein guter Wert. Im Zwielicht verschlechtert sich die Auslöseverzögerung auf 0,8 Sekunden. Wer häufig schnell bewegte Motive wie herumtobende Kinder und Haustiere fotografieren möchte, wird mit der Geschwindigkeit vermutlich nicht zufrieden sein.

Bildqualität

Wie bei den meisten Kompaktkameras kommt es auch bei der Beurteilen der Bildqualität der Fujifilm F600EXR ganz stark darauf an, wie die Erwartungshaltung aussieht. Im Großen und Ganzen liefert die Kamera sehr gute Fotos und ist durchaus auch in der Lage, ausgezeichnete Ergebnisse auf die Speicherkarte zu bannen. Allerdings muss man sich auf etliche Experimente mit den EXR-Automatiken, dem RAW-Format und sonstigen Optionen einstellen, wenn man die bestmöglichen Bilder erhalten möchte. Wer sich damit nicht anfreunden kann, sollte die Kamera vermutlich besser umschiffen. Die EXR-Automatik beispielsweise liefert zwar für eine Automatik sehr gute Ergebnisse, lässt sich aber mit ihren detaillierten Einstellungen durchaus noch weiter verbessern.

Die größten Probleme, was die Bildqualität angeht, hat die F600EXR bei den Punkten Bildrauschen und -schärfe. Selbst bei ISO 200 sehen die Aufnahmen weich aus. Beim Betrachten in voller Größe tritt außerdem ein sichtbares Bildrauschen auf. Diese Probleme verschärfen sich bei steigenden ISO-Empfindlichkeiten weiter, bis die Bilder eher wie Gemälde, denn wie Fotos aussehen. Wer die Bilder nur für Facebook & Co. verwendet oder kleinformatige Abzüge anfertigt, sollte sich daran jedoch nicht weiter stören.

Für kleine Formate viel wichtiger ist nämlich, dass die Qualität der Farben bis einschließlich ISO 800 sehr gut bleibt. Die Fotos sehen bis zu dieser Empfindlichkeit natürlich und strahlend aus. Außerdem ermöglichen es die diversen Dynamikbereichs-Tricks des EXR-Sensors, dass es bei kontrastreichen Motiven zu weniger Überbelichtungen kommt als bei anderen kleinsensorigen Kompaktkameras.

Das Objektiv der F600EXR bietet eine sehr gute Mittenschärfe, die zum Rand und zu den Ecken hin allerdings deutlich abnimmt. Fujifilm korrigiert die Tonnen- und Kissenverzeichnung in der Kamera selbst, so dass sie sich auf einem sehr erträglichen Niveau bewegt. Das gleiche gilt für das Auftreten von Farbsäumen an Übergängen mit hohen Helligkeitsunterschieden. Wer im RAW-Format fotografiert, kann den Unterschied deutlich sehen – hier werden die Korrekturalgorithmen nämlich nicht wirksam.

In puncto Videoqualität bewegt sich die F600EXR auf einem Niveau mit günstigen HD-Pocket-Camcordern. Für YouTube & Co. sowie fürs gelegentliche Betrachten auf einem HD-Fernseher reicht die Qualität aus, die Hochzeit des besten Freundes filmt man doch besser mit einer richtigen Videokamera. Wie den allermeisten Digicams sorgen flotte Schwenks oder schnell bewegte Motive für ein deutliches Ruckeln auf dem Bild. Der optische Zoom funktioniert erfreulicherweise auch während der Videoaufnahme. Bei niedrigem Geräuschpegel ist allerdings der Motor des Objektivs auf den Clips zu hören. Auch der Fokusmotor arbeitet hörbar, wenn der kontinuierliche Autofokus aktiviert ist.

Neben Full-HD-Qualität mit 1920 mal 1080 Pixeln fängt die F600EXR auch 720p-Clips mit 30 fps ein. Wer kräftig Auflösung opfert, kann auch Zeitlupen-Clips mit 320 Bildern pro Sekunde aufnehmen. Allerdings dürften sich die Videos mit gerade einmal 320 mal 112 Pixeln selbst auf YouTube schon ganz am unteren Ende der Qualitätsschiene wiederfinden.

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Fujifilm FinePix F600EXR im Test: komplizierte Alleskönner-Kamera mit raffiniertem Sensor

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *