Ganz unten haben die Entwickler den Hauptanschluss platziert, über den sowohl der Akku geladen wird als auch Zugriff über USB möglich ist. Schade, dass Sony sich hier nicht für einen der Standard-Anschlüsse wie Mini- oder Micro-USB entschieden hat, sondern einen Sonderweg gehen muss. Ansonsten entdecken wir hier noch einen Speicherkarteneinschub, eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse zum Anschluss eines Kopfhörers und, im Falle der UMTS-Ausführung, einen SIM-Karten-Slot.

Die Mitte der Rückseite wird von einem berührungsempfindlichen Bereich abgedeckt, der in etwa wie ein Touchpad beim Notebook funktioniert und quasi das Spiegelbild des Touchscreens auf der Front darstellt. Wie oft man den benutzt, hängt wohl hauptsächlich davon ab, wie sinnvoll ihn Spiele-Entwickler künftig in ihre Projekte integrieren. Aber in Anbetracht der Tatsache, dass er keine miesen Kompromisse erfordert, sondern einfach da ist, schadet er ja auch nicht.

Ansonsten befindet sich auf der Rückseite eine zweite Kamera, die allerdings nicht gerade mit überragender Auflösung punkten kann. Fotos geraten recht grobpixelig und enttäuschen mit schlappen Farben.

Spielen

Sobald ein Spiel läuft, geraten Optik und Haptik schon fast in den Hintergrund. Obwohl wir für einen Quad-Core-Prozessor zwar gefühlt etwas zu oft und zu lang auf Ladebildschirme blicken, überzeugt das Erlebnis im Spiel. Bewegungen laufen flüssig und bei konstanten Frameraten ab, und die Konsole bleibt auch bei intensiver 3D-Darstellung im Betrieb angenehm kühl.

In der Praxis liegt die PSV überraschend gut in der Hand. Wir haben keine Probleme, die nötigen Tasten und Schalter zu erreichen. Nur Menschen mit sehr großen Händen bemängeln, dass die vier Actiontasten minimal zu weit rechts angebracht sind, aber für die Masse der Spieler stellt das kein Problem dar. Einen besonders guten Eindruck hinterlassen übrigens auch die Schultertasten, die über einen extrem großen Bereich reagieren – es ist fast egal, ob man sie weiter links oder rechts drückt. Damit muss man seine Finger nicht unbequem verbiegen. Zum Test haben wir Wipeout gespielt, bei dem der rechte Schulter-Button als Gaspedal dient. Selbst nach langer Vollgas-Fahrt hat der Zeigefinger nicht geschmerzt.

Ähnlich überzeugend sind auch die analogen Joysticks. Bewegungen laufen sanft ab, und sie reagieren gut. Natürlich kommen sie nicht an das Erlebnis eines Gamepads von PS3 oder Xbox 360 heran, und sie erwarten einen etwas vorsichtigen Umgang, aber für eine mobile Konsole gehört dieser Punkt in die Kategorie „vorbildlich“.

Nicht ganz so gut ist die Mitte des großen Touchscreens zu erreichen – besonders für Menschen mit kleinen Fingern. In der Praxis scheinen die Spiele-Entwickler aber darauf zu achten, so dass wir durch die vielen Eingabemethoden in keinem Fall überfordert waren. Im Vergleich zu Nintendos 3DS sind die Bedienelemente hier auf jeden Fall besser und weniger fummelig. Und auch im Vergleich zu Smartphones oder dem iPod Touch punktet die PSV in diesem Punkt: Sie liegt aufgrund ihrer Größe einfach besser in der Hand.

Display

Der Touchscreen ist angenehm empfindlich und erfreulich genau. Dazu passt das 5-Zoll-Display hervorragend. Es stellt kräftige Farben und scharfe Inhalte dar und sieht einfach gut aus. Gerade bei den aktuellen High-End-Smartphones sind zwar noch bessere Anzeigen mit besserer Technologie und höherer Auflösung im Markt unterwegs. Zum Vergleich: Das iPhone 4S stellt 960 mal 640 Pixel bei 3,5 Zoll in der Diagonalen dar – die Vita schafft bei signifikant größerer Diagonale (5 Zoll) aber weniger Bildpunkte (960 mal 544). Das wirkt sich vor allem auf die Schärfe und die Detailtiefe aus.

Insgesamt überzeugt die Anzeige aber trotzdem. Vor allem beim Blickwinkel haben wir wenig auszusetzen – wer im Zug neben dem Spieler sitzt, bekommt seine virtuellen Erlebnisse fast uneingeschränkt mit.

Software

Wer schon einmal ein Smartphone benutzt hat, wird sich beim Interface der PlayStation Vita schnell wie zu Hause fühlen. Die installierten Apps verteilen sich in Form von herumwackelnden Icons auf mehrere Homescreens, durch die der Anwender mit vertikalen Wischgesten blättert. Hält man den Finger auf einer App gedrückt, so lässt sich diese nach Herzenslust durch die Gegend verschieben.

Die gerade laufenden Apps sind rechts von diesen Homescreens untergebracht. Wischt man also mit dem Finger nach rechts, blättert man schnell durch alle aktiven Programme, die hier auf mehreren Bildschirmen verteilt dargestellt werden. Auf den ersten Blick sieht das so aus, als wäre die PlayStation Vita ein wahrer Multitasking-Profi. 

Neueste Kommentare 

3 Kommentare zu Schon im Test: Sony PlayStation Vita – mobile Zockstation für echte Gamer?

  • Am 15. Februar 2012 um 12:05 von Clark

    was uns nicht gefällt
    Zu den Minuspunkten kann man eigentlich nichts mehr sagen,schwache Akkulaufzeit,wirkt groß und klobig und dann noch zu teuer? Ich meine bei der Leistung die das Teil hat,sind 4 bis 5 Stunden total angebracht und was zu groß angeht,ich meine auf nem mini Bildschirm wie beim DS möchte ich nicht unbedingt spielen.

  • Am 17. Februar 2012 um 08:52 von Julian W.

    Ja nee, ist klar…
    Sie vergleichen die Vita also allen ernstes mit einem iPod Touch? Sie finden die Vita zu teuer, obwohl Sie den Preis von 249€ für den 3DS damals sehr angemessen fanden? (rechnen Sie bitte mal alleine die Produktionskosten der beiden Geräte gegeneinander auf), Sie bemängeln das eingeschränkte Mutitasking? Sorry – aber hiermit haben Sie sich für mich absolut unglaubwürdig gemacht. Besten Dank!

  • Am 17. Februar 2012 um 09:49 von Andreas H.

    PS VITA vs 3DS
    Sehr geehrtes CNet-Team,

    bei vielen anderen Test kann ich die Wertung nachvollziehen, aber nicht bei diesem.
    Mir ist auch schleierhaft wieso man einen Gaming-Handheld mit einem IPod Touch vergleicht und nicht mit dem Konkurrenzprodukt Nintendo 3DS.

    Hier werden Mängel angekreidet die beim 3DS-Test nichtmal erwähnt werden obwohl er noch viel weniger Funktionen hat als die PS Vita. Bei den jeweiligen Testzeitpunkten waren die Preise ähnlich jedoch wird das beim 3DS gelobt und bei der PS Vita stellt dies trotz umfangreicherer Funktionen im Vergleich zum Konkurrenzprodukt ein negativen Punkt dar.

    Mir scheint es als ob die beiden Test von unterschiedlichen Leuten aus unterschiedlichen internen Testbereichen verfasst wurden. Der 3DS-Test sieht mir wie ein Test aus dem Gamingbereich aus und der PSVita Test sieht aus wie als hätte den jemand verfasst der nur Mobilfunk-, Multimediahardware testet.

    Völlig intransparent und weit an der Wahrheit vorbei.
    Sorry aber das habt ihr definitiv verissen.
    Da kann ich euch leider nicht mehr Ernst nehmen.

    Ihr habt nur Negativpunkte bei der PSVita aufgezählt die für den 3DS ebenfalls (verstärkt) gelten, nur da hats keinen interessiert. Das ist Verfälschung…

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