Schon im Test: Sony PlayStation Vita – mobile Zockstation für echte Gamer?

von Daniel Schraeder, Luke Westaway und Stefan Möllenhoff am , 19:13 Uhr

Pro
  • kräftige Hardware-Ausstattung für hohe Leistung
  • großes, helles Display
  • erstklassige Steuerung
Con
  • schwache Akkulaufzeit
  • wirkt groß und klobig
  • Konsole und Spiele sind teuer
  • kein interner Speicher
  • eingeschränktes Multitasking
Hersteller: Sony Listenpreis: 249 Euro (WLAN), 299 Euro (UMTS)
ZDNet TESTURTEIL: BEFRIEDIGEND 6,0 von 10 Punkte
Fazit:

Die PlayStation Vita hat für ein flottes und flüssiges Spielerlebnis einiges unter der Haube. Dazu gesellen sich gleich zwei der gut bedienbaren, analogen Joysticks und ein großes, helles Display. Der Preis dafür ist allerdings ein ziemlich klobiges Gehäuse, und trotz der großen Abmessungen scheint ein dem Energieverbrauch angemessener Akku keinen Platz zu haben: Die Laufzeit ist schlicht schwach. Außerdem sind sowohl Konsole als auch Spiele ziemlich teuer. Aber wer ein echter Gamer ist und über das, was iPad, iPhone & Co. an Spielen mitbringen nur müde lächeln kann, der ist hier genau richtig.

Endlich ist sie da, die neue portable Konsole von Sony. Kompromisslos fürs Gaming ausgelegt, mit analogen Joysticks, einem großen Display und einer beeindruckenden Grafik – aber auch mit einem ähnlich beeindruckenden Preis für Hardware und Spiele. Ob dieses Konzept zu Zeiten von iPhone, iPad und iPod Touch als mobiler Konsolenersatz noch ausgeht? Wir haben es getestet.

Der erste Gameboy hat Anfang der 90er Jahre eingeschlagen wie eine Bombe – und die Freizeitgestaltung einer kompletten Generation über den Haufen geworfen. Heute, gut 20 Jahre später, ist die Welt der portablen Konsolen nicht mehr ganz so rosig. Die Kästen müssen sich nämlich mit Smartphones, Tablets und MP3-Playern wie dem iPod Touch um ihre Kunden streiten, denn gerade die Gelegenheitsspieler werden mit den Geräten, die sie ohnehin schon haben, glücklich. Sonys Waffe, die PlayStation Vita, geht mit purer Kraft dagegen vor und will mit Grafik und Bedienung punkten. Dass die Form dabei etwas aus dem Rahmen fällt, ist der Preis dafür.

Aber reichen tolle Grafiken in Kombination mit analogen Joysticks aus, um Apple [1] & Co. in die Schranken zu weisen – oder steckt Sony [2] einfach noch in der Vergangenheit fest? Über den Preis wollen die Japaner die Konsole jedenfalls nicht verkaufen: 249 Euro für die WLAN- und 299 Euro für die UMTS-Variante sind jedenfalls kein Schnäppchen. Eine „echte“ PS3 jedenfalls kostet weniger.

Kaufen oder nicht kaufen?

Auf dem Papier ist die PSV ein Monster. Quad-Core-Prozessor, 5-Zoll-Touchscreen und feinste Gaming-Tasten und Regler: So stellen wir uns das vor, und da hat die gesammelte Konkurrenz auch nichts Entsprechendes vorzuweisen.

Aber Kraft ist nicht alles – und die Leistung geht zulasten von portablen Abmessungen und Akkulaufzeit. Die Vita jedenfalls ist eher klobig als sexy, und der Stromspeicher reicht in der Praxis gerade einmal für drei bis vier Stunden aus. In Kombination mit hohen Preisen für Hardware und vor allem Spiele fällt es uns schwer, eine uneingeschränkte Kaufempfehlung auszusprechen.

Vor allem Gelegenheitsspieler werden wohl mit einem iPod Touch glücklicher, der nicht nur weniger kostet, sondern dank des App Stores auch binnen Sekunden den Download neuer Spiele ermöglicht – die dort meist irgendwo zwischen null und fünf Euro kosten.

Design

Auf den ersten Blick erinnert uns die PSV an eine etwas aufgeblähte PSP. Sie ist schwarz, massiv, oval geformt und misst 18,2 Zentimeter in der Breite und 8,4 in der Länge – und baut knapp 19 Millimeter in die Höhe. Damit setzt Sony jedenfalls einen neuen Größenrekord für portable Konsolen.

In die Jeanstasche passt die Vita gerade so, aber wirklich bequem ist das nicht mehr. Mit der dadurch entstehenden Beule sind PSV-Gamer auf den ersten Blick als solche erkennbar, und vorm Hinsetzen sollte man die teure Hardware auf jeden Fall aus der Hose nehmen. Genau dabei würden wir auch besonders aufpassen – wer weiß, ob die analogen Joysticks ansonsten nicht doch mal auf der Strecke bleiben.

Wer auf seine PSV unterwegs nicht mehr verzichten möchte, sollte also auf jeden Fall irgendeine Art von Tasche mit dabei haben. Im direkten Vergleich zum Nintendo 3DS ist die neue Playstation spürbar größer – und im Vergleich zum iPod Touch benötigt sie fast den doppelten Platz.

Die gute Nachricht: Die Vita ist nicht so schwer, wie sie aussieht. Sie bringt 279 Gramm in der UMTS-Ausführung auf die Waage, die WLAN-Variante ist 19 Gramm leichter. Unglaublich leicht ist sie damit zwar nicht, aber immerhin kann man sie problemlos auch längere Zeit in der Hand halten.

Bedienung und Kommunikation

Die Vita hat an nahezu jedem Quadratmillimeter ihres Gehäuses irgendwelche Knöpfe, Hebel, Schalter, Einschübe, Anschlüsse oder Ausgänge. Auf der Oberseite finden sich links und rechts vom Touchscreen-Display je ein analoger Joystick. Links kommen ein Vier-Wege-Pad sowie ein PlayStation-Button dazu, rechts die vier von der PS bekannten Action-Tasten sowie Start und Select. Außerdem befindet sich hier die Linse der Frontkamera.

Oben am Rahmen haben zwei Schultertasten, der Ein-Aus-Taster, die Lautstärkeregler sowie zwei Abdeckungen aus Kunststoff ihren Platz gefunden. Unter einem von beiden befindet sich der Slot für die neuen, proprietären Vita-Speicherkarten, über die man die Games lädt, unter dem anderen sitzt ein Erweiterungs-Port.

Ganz unten haben die Entwickler den Hauptanschluss platziert, über den sowohl der Akku geladen wird als auch Zugriff über USB möglich ist. Schade, dass Sony sich hier nicht für einen der Standard-Anschlüsse wie Mini- oder Micro-USB entschieden hat, sondern einen Sonderweg gehen muss. Ansonsten entdecken wir hier noch einen Speicherkarteneinschub, eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse zum Anschluss eines Kopfhörers und, im Falle der UMTS-Ausführung, einen SIM-Karten-Slot.

Die Mitte der Rückseite wird von einem berührungsempfindlichen Bereich abgedeckt, der in etwa wie ein Touchpad beim Notebook [4] funktioniert und quasi das Spiegelbild des Touchscreens auf der Front darstellt. Wie oft man den benutzt, hängt wohl hauptsächlich davon ab, wie sinnvoll ihn Spiele-Entwickler künftig in ihre Projekte integrieren. Aber in Anbetracht der Tatsache, dass er keine miesen Kompromisse erfordert, sondern einfach da ist, schadet er ja auch nicht.

Ansonsten befindet sich auf der Rückseite eine zweite Kamera, die allerdings nicht gerade mit überragender Auflösung punkten kann. Fotos geraten recht grobpixelig und enttäuschen mit schlappen Farben.

Spielen

Sobald ein Spiel läuft, geraten Optik und Haptik schon fast in den Hintergrund. Obwohl wir für einen Quad-Core-Prozessor zwar gefühlt etwas zu oft und zu lang auf Ladebildschirme blicken, überzeugt das Erlebnis im Spiel. Bewegungen laufen flüssig und bei konstanten Frameraten ab, und die Konsole bleibt auch bei intensiver 3D-Darstellung im Betrieb angenehm kühl.

In der Praxis liegt die PSV überraschend gut in der Hand. Wir haben keine Probleme, die nötigen Tasten und Schalter zu erreichen. Nur Menschen mit sehr großen Händen bemängeln, dass die vier Actiontasten minimal zu weit rechts angebracht sind, aber für die Masse der Spieler stellt das kein Problem dar. Einen besonders guten Eindruck hinterlassen übrigens auch die Schultertasten, die über einen extrem großen Bereich reagieren – es ist fast egal, ob man sie weiter links oder rechts drückt. Damit muss man seine Finger nicht unbequem verbiegen. Zum Test haben wir Wipeout gespielt, bei dem der rechte Schulter-Button als Gaspedal dient. Selbst nach langer Vollgas-Fahrt hat der Zeigefinger nicht geschmerzt.

Ähnlich überzeugend sind auch die analogen Joysticks. Bewegungen laufen sanft ab, und sie reagieren gut. Natürlich kommen sie nicht an das Erlebnis eines Gamepads von PS3 oder Xbox 360 heran, und sie erwarten einen etwas vorsichtigen Umgang, aber für eine mobile Konsole gehört dieser Punkt in die Kategorie „vorbildlich“.

Nicht ganz so gut ist die Mitte des großen Touchscreens zu erreichen – besonders für Menschen mit kleinen Fingern. In der Praxis scheinen die Spiele-Entwickler aber darauf zu achten, so dass wir durch die vielen Eingabemethoden in keinem Fall überfordert waren. Im Vergleich zu Nintendos 3DS sind die Bedienelemente hier auf jeden Fall besser und weniger fummelig. Und auch im Vergleich zu Smartphones oder dem iPod Touch punktet die PSV in diesem Punkt: Sie liegt aufgrund ihrer Größe einfach besser in der Hand.

Display

Der Touchscreen ist angenehm empfindlich und erfreulich genau. Dazu passt das 5-Zoll-Display hervorragend. Es stellt kräftige Farben und scharfe Inhalte dar und sieht einfach gut aus. Gerade bei den aktuellen High-End-Smartphones sind zwar noch bessere Anzeigen mit besserer Technologie und höherer Auflösung im Markt unterwegs. Zum Vergleich: Das iPhone 4S stellt 960 mal 640 Pixel bei 3,5 Zoll in der Diagonalen dar – die Vita schafft bei signifikant größerer Diagonale (5 Zoll) aber weniger Bildpunkte (960 mal 544). Das wirkt sich vor allem auf die Schärfe und die Detailtiefe aus.

Insgesamt überzeugt die Anzeige aber trotzdem. Vor allem beim Blickwinkel haben wir wenig auszusetzen – wer im Zug neben dem Spieler sitzt, bekommt seine virtuellen Erlebnisse fast uneingeschränkt mit.

Software

Wer schon einmal ein Smartphone [5] benutzt hat, wird sich beim Interface der PlayStation Vita schnell wie zu Hause fühlen. Die installierten Apps verteilen sich in Form von herumwackelnden Icons auf mehrere Homescreens, durch die der Anwender mit vertikalen Wischgesten blättert. Hält man den Finger auf einer App gedrückt, so lässt sich diese nach Herzenslust durch die Gegend verschieben.

Die gerade laufenden Apps sind rechts von diesen Homescreens untergebracht. Wischt man also mit dem Finger nach rechts, blättert man schnell durch alle aktiven Programme, die hier auf mehreren Bildschirmen verteilt dargestellt werden. Auf den ersten Blick sieht das so aus, als wäre die PlayStation Vita ein wahrer Multitasking-Profi. 

Doch leider ist es beispielsweise nicht möglich, mehrere Spiele gleichzeitig zu öffnen. Möchte man ein neues Game starten, so muss man zunächst das vorherige beenden. Das gleiche gilt leider auch für den Webbrowser, der anscheinend zu viele Ressourcen verbraucht. Schade, denn es wäre sehr schön gewesen, wenn man ein Spiel kurz unterbrechen könnte, um kurz etwas zu googeln.

Außerdem friert die PlayStation Vita gerade nicht aktive Anwendungen ein. So werden sowohl Rechenpower als auch Akkuleistung rationiert. An sich ist das kein Problem. Aber so ist nicht möglich, sich die Ladezeiten von Spielen mit etwas anderem zu vertreiben.

Die mechanischen Bedienelemente der Vita lassen sich übrigens nicht dazu benutzen, um zwischen den Homescreens hin und her zu springen. Natürlich klappt das auch mit dem Touchscreen hervorragend. Aber manchmal wären wir eben gerne mal zu faul, um unsere Finger von den Tasten abzulösen.

Downloads und Apps für die Vita

Spiele und Apps lädt die Vita aus dem PlayStation Store herunter. Soll sie zumindest einmal. Denn zum Testzeitpunkt ist der Marktplatz noch nicht online. Wir hoffen darauf, dass Sony diesen mit tonnenweise günstigen Retro-Spielen von den alten PlayStations füllt. Allerdings hat uns der japanische Hersteller in dieser Hinsicht schon einmal enttäuscht. Die Auswahl für das Sony Ericsson Xperia Play [6] war hier jedenfalls eher bescheiden.

Wer sich viel in sozialen Netzen und diversen Chats tummelt, darf sich über Apps für Facebook, Twitter, Foursquare, Skype & Co. freuen. Eine vorinstallierte App namens Near hat ein paar ortsbasierte Schmankerl zu bieten. Mit der Software kann man sich in Locations einchecken, andere Vita-Besitzer in der Nähe finden und jemandem ein virtuelles Geschenk hinterlassen. Um diese App vernünftig zu nutzen, sollte man in die 3G-Version der Vita investieren.

Für ein Gadget, das in erster Linie zum Zocken entwickelt wurde, hat die Vita ein erfreulich breites Softwareangebot. Allerdings kann sie mit aktuellen Smartphones nicht mithalten – auf ähnlich teuren Handys oder einem iPod Touch ist die Auswahl signifikant größer.

Spiele auf Speicherkarte und als Downloads

Games für die Vita lassen sich in Form von sogenannten PlayStation-Vita-Karten kaufen, die etwas kleiner sind als normale SD-Karten. Alternativ lassen sich die Spiele auch direkt aus dem bereits erwähnten PlayStation Store herunterladen. So kann man es sich sparen, zum Elektromarkt des Vertrauens zu pilgern. Die schlechte Nachricht ist hier jedoch, dass die Games extrem teuer sind. Für einen Titel auf Speicherkarte legt man gut und gerne bis zu 50 Euro auf die virtuelle Ladentheke, so etwa für Uncharted: Golden Abyss. 

Es sieht nicht so aus, als wolle Sony mit den Ein-Euro-Casual-Games konkurrieren, die sich auf iPhone und Android [7]-Smartphones gerade so gewaltiger Beliebtheit erfreuen. Es ist unter anderem Apple und Google [8] zu verdanken, dass man heutzutage nicht mehr Unsummen auf den Tisch blättern muss, wenn man unterwegs mal eben eine Runde daddeln möchte. Wer sich die Vita anschaffen möchte, sollte also in die Kosten auf jeden Fall auch die Preise eventuell interessanter Spiele mit einkalkulieren. Wir hoffen ja noch, dass die Titel im PlayStation Store deutlich günstiger zu haben sind.

Einen integrierten Speicher bietet die Vita übrigens nicht. Für die meisten Spiele oder auch nur, um Fotos und Videos auf das Gerät zu kopieren, braucht man also eine Speicherkarte. Die proprietären Medien erinnern etwas an microSD-Speicherkarten. Sie sind in verschiedenen Größen erhältlich. Die kleinste Karte bietet 4 GByte Speicherkapazität und kostet bei Amazon beispielsweise 20,99 Euro. Ganz schön happig. Ob hierzulande zumindest eine kleine Speicherkarte im Lieferumfang enthalten sein wird, wissen wir noch nicht. Wünschenswert wäre es auf jeden Fall – denn ohne lassen sich weder Spiele spielen noch Fotos schießen.

Addiert man jetzt die Kosten von 249 bis 299 Euro für die Konsole mit dem Preis von ein bis zwei Spielen oder Speicherkarten, bewegt man sich bereits in Sphären, in denen auch die Xbox 360 und die PlayStation 3 unterwegs sind. Und auch im Vergleich zur direkten Konkurrenz ist Sonys Gaming-Bolide deutlich teurer: Nintendos 3DS wechselt bei ähnlich teuren Spielen bereits für 140 Euro den Besitzer. Und einen iPod Touch oder ein Android-Smartphones gibt es auch schon für weniger als 200 Euro.

Akkulaufzeit

Dass die Akkulaufzeit der Sony PlayStation Vita nicht besonders beeindruckend ist, überrascht uns angesichts des riesigen Displays und des rechenstarken Quad-Core-Prozessors nicht besonders. Wie lange die Konsole abseits der Steckdose durchhält, hängt natürlich essentiell davon ab, was man mit ihr anstellt. Unseren Tests zufolge gehen bei der Vita nach etwa drei bis vier Stunden Daddeln die Lichter aus. 

Wer WLAN beziehungsweise mobiles Internet deaktiviert und die Bildschirmhelligkeit auf das niedrigste Niveau schraubt, wird die Reichweite sicherlich noch ein wenig nach oben schrauben können. Einen Interkontinental-Flug wird die Konsole jedoch auch dann nicht überstehen. Der Akku ist übrigens nicht austauschbar. Einen zweiten Stromspeicher als Reserve mitzunehmen, ist daher keine Option.

Sobald der Akku der Vita komplett leer ist und man die Konsole ans Netz hängt, dauert es ein paar Minuten, bis sie sich wieder einschalten lässt. Das ist zwar kein großes Thema, geht aber auf die Nerven, wenn man so schnell wie möglich einen Endgegner besiegen muss und gerade von einem abnippelnden Stromspeicher unterbrochen wurde. Erfreulicherweise merkt sich die Vita beim Abschalten aufgrund von Energieunterversorgung den Zustand der Konsole. Wenn man sich also gerade mitten im Gefecht befand, stehen die Chancen gut, dass man an genau dieser Stelle weiterdaddeln kann.

In Sachen Akkulaufzeit schlägt sich die Konkurrenz allerdings nicht viel besser. Nintendos 3DS legt eine ganz ähnliche Laufzeit an den Tag, und auch Smartphones oder der iPod Touch haben ihr Pulver ähnlich schnell verschossen, wenn man grafisch anspruchsvolle Anwendungen laufen lässt. Auf Langsteckenflügen sollte man also besser einen Plan B in Petto haben, um gegen das Geschnarche des Sitznachbarn anzukämpfen.

Fazit

Wenn man dann gemütlich im Sessel sitzt und auf der Vita daddelt, dann kommt tatsächlich ein beeindruckendes Spielgefühl auf. Bis es allerdings einmal so weit ist, hat man einen ganzen Haufen Geld investiert und nicht gerade wenig Gerümpel mit sich herumgeschleppt. Die Online-Features der Konsole sind zwar recht ordentlich, sehen im Vergleich zu Android-Smartphones oder dem iPod Touch recht bleich aus. Wirft man hier noch die mäßige Akkulaufzeit in die Waagschale, muss man sich doch fragen, was die teurere Vita gegenüber der Konkurrenz bietet.

Die Antwort lautet: Spieleauswahl. Nicht, was die Masse angeht – hier wird die Vita niemals auch nur annähernd in die Schlagdistanz der Android- und iOS-Rivalen kommen. Aber es gibt eben ein paar Titel, die ausschließlich für die Vita erscheinen werden. Dazu gehören etwa Uncharted: Golden Abyss, Call of Duty oder Wipout 2048 dazu. Das ist das große Alleinstellungsmerkmal, und auf dieses Pferd setzt Sony.

Die Vita macht einen guten Job dabei, „echtes“ Konsolenfeeling in die Hosentasche zu quetschen. Während das auf dem Papier toll klingt, sollten sich potenzielle Käufer aber darüber im Klaren sein, dass im Paket eben auch ein paar Nachteile von vollwertigen Konsolen dabei sind. Der Preis ist hoch, es gibt lange Ladezeiten, und bei den von uns ausprobierten Titeln sind immer wieder Zwischenszenen enthalten, die zwar schick aussehen, aber den Spieler letztendlich zum Zugucken verdammen. Bis man also endlich im Spiel ist und richtig loszocken kann, ist die Busfahrt schon fast vorbei. Lange Autofahrten oder verregnete Urlaubstage eignen sich hier schon besser.

Unterm Strich ist die Vita für sich gesehen eine leistungsfähige Gaming-Maschine mit beeindruckender Hardware. Wäre da nicht die Konkurrenz. Denn unserer Meinung nach wird man mit einem deutlich günstigeren und deutlich praktischeren iPod Touch mehr Erfolg haben, sich die eine oder andere S-Bahn-Fahrt zu versüßen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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URLs in this post:

[1] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/

[2] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[3] Sony PlayStation Vita: Highend-Spielekonsole für unterwegs: https://www.cnet.de/41558533/sony-playstation-vita-highend-spielekonsole-fuer-unterwegs/?pid=1#sid=41558535

[4] Notebook: http://www.cnet.de/themen/notebook/

[5] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/

[6] Sony Ericsson Xperia Play: https://www.cnet.de/tests/handy/41551801/testbericht/das_erste_richtig_gute_gaming_handy_im_test_sony_ericsson_xperia_play.htm

[7] Android: http://www.cnet.de/themen/android/

[8] Google: http://www.cnet.de/unternehmen/google-inc/