Philips Cinema 21:9 Gold 50PFL7956K im Test: 3D-Breitbild-Kinoerlebnis mit Polfilterbrillen

von Peter Pernsteiner am , 17:00 Uhr

Pro
  • Abends spart die Ambilight-Rückbeleuchtung eine separate Raumbeleuchtung
  • angenehm leichte 3D-Brillen
  • auch tagsüber bei 3D kein Flimmern
  • mattes Display mit deutlich reduzierten Spiegelungen
Con
  • Bässe etwas mager
  • Höhen werden nicht nach vorne abgestrahlt
  • USB-Recording mit starken Einschränkungen
Hersteller: Philips Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Das 21:9-Kinobild-Format bringt auch bei "nur" 50 Zoll Bilddiagonale ein tolles Seherlebnis. 3D-Filme bereiten in zwei Metern Displayabstand große Freude und die leichten Polfilterbrillen tragen sich sehr angenehm. Dank dieser Brillentechnologie ist selbst bei Tageslicht ein flimmerfreies 3D-Vergnügen möglich.

Mit preiswerten 3D-Polfilterbrillen und dem bislang immer noch sehr seltenen Kinobild-Displayformat 21:9 bietet Philips einen sehr reizvollen Flat-TV, der mit 50 Zoll Bilddiagonale durchaus noch in normale etwas kleinere Wohnzimmer passt. Wir haben getestet, ob das ungewöhnliche Breitbild-Display der einzige Kaufgrund ist, oder ob das Gerät auch mit Bild-, Ton- und 3D-Qualitäten überzeugt.

Vor drei Jahren hat Philips erstmals einen Fernseher mit einem Display im Breitbildformat 21:9 auf den Markt gebracht: den 56PFL9954 [1] mit 56 Zoll Bilddiagonale. Auf so einem Display mit einer Auflösung von 2560 mal 1080 Pixel wirken Kinofilme ganz anders als auf den üblichen Flachbildfernsehern im 16:9-Format, denn es gibt oben und unten keine dunklen Balken. Natürlich konnte dieser Fernseher aber noch kein 3D. 2010 folgte mit dem 58PFL9955 [2] der erste 3D-Kinobildfernseher und bekam auch noch ein um zwei Zoll auf 58 Zoll Diagonale vergrößertes Bild. Inzwischen wurde dieses Gerät vom etwas aufgepeppten und ebenso großen Cinema 21:9 Platinum 58PFL9956 abgelöst. Allerdings hat beileibe nicht jeder zuhause Platz für ein so großes Gerät und mit einem Listenpreis von knapp 4200 Euro ist dieser Spaß immer noch für viele Privathaushalte ein zu teures Vergnügen.

Genau für diese Zielgruppe ist der seit Spätsommer lieferbare Cinema 21:9 Gold 50PFL7956 gedacht. Er hat eine durchaus noch Wohnzimmer-gerechte Bilddiagonale von 127 cm (50 Zoll) und einen deutlich erschwinglicheren Listenpreis von circa 2200 Euro. In der Praxis ist das Gerät problemlos für unter 2000 Euro erhältlich. Die Hinterleuchtung des LC-Displays erfolgt auf Basis von in die Displayränder integrierten EDGE-LEDs und sorgt für eine halbwegs gleichmäßige Ausleuchtung. Zugunsten des sehr attraktiven Preis-Leistungsverhältnisses hat Philips bei diesem Gerät allerdings nur eine konventionelle EDGE-Technologie realisiert, mit der keine gezielte Bildzonen-Helligkeitsansteuerung möglich ist.

Die Höhe des Displays entspricht mit 49,5 Zentimetern der eines normalen 40-Zoll-Geräts, die Anzeige ist aber mit 117 Zentimetern um 32 Prozent breiter. Schade ist nur, dass man auch mit diesem neuesten Kinobild-Fernseher von Philips nicht die volle Displayauflösung per PC erschließen kann. Obwohl ja inzwischen so manche PC-Grafikkarte 2560 Pixel horizontal per DVI- oder HDMI-Schnittstelle ausgibt, muss man dem Philips ein Signal mit 1920 mal 1080 Pixel anbieten. Und auch bei der Wiedergabe von Blu-ray-Filmen werden üblicher Weise nur 1920 mal 1080 Pixel genutzt – der Fernseher skaliert also bei 21:9 Bildformaten immer das zwischen den dunklen Balken liegende Kinobild vertikal und horizontal hoch. Im Praxistest wirkten aber dennoch entsprechende Blu-ray-Kinofilme recht scharf.

Leichte Polfilterbrillen

Die 3D-Darstellung erfolgt beim Cinema Gold nicht mit Hilfe von Shutterbrillen, sondern per Polfilterbrillen. Die Polfiltertechnologie – auch Easy3D-Technologie genannt – unterscheidet sich grundlegend von der Shuttertechnologie. Bei der Shuttertechnologie wird blitzschnell abwechselnd jeweils ein Bild in voller HD-Auflösung für das linke Auge und danach für das rechte Auge dargestellt. Und genau für diesen Zeitraum dunkelt dann die Shutterbrille das entsprechende Glas für das jeweils andere Auge ab.

 Die Polfilterbrille des Philips wiegt lediglich 17 Gramm. Zum Lieferumfang des Fernsehers gehören zwei Brillen.
Die Polfilterbrille des Philips wiegt lediglich 17 Gramm. Zum Lieferumfang des Fernsehers gehören zwei Brillen. (Foto: Peter Pernsteiner)

Bei der Polfilter-Technologie ist beim Gucken von 3D-Filmen immer abwechselnd eine Displayzeile fest fürs linke Auge gedacht und die nächste Zeile fürs rechte Auge. Vor dem eigentlichen Display befinden sich hierzu übereinander nicht weniger als 1080 Polfilterstreifen, die dafür sorgen, dass das Licht des Displays zeilenweise linksherum bzw. rechtsherum zirkular polarisiert wird. Für die sehr preiswerten Polfilterbrillen ist auch keinerlei Elektronik erforderlich. Das Resultat: Polfilterbrillen brauchen keine Batterien oder Akkus und sind deshalb angenehm leicht. Die Polfilterbrille von Philips bringt beispielsweise lediglich 17 Gramm auf die Waage, während die Shutterbrille von Philips für die anderen 3D-Fernseher des Herstellers stolze 57 Gramm wiegt. Und für Brillenträger hat Philips in Kooperation mit Carrot 3D [3] im Herbst Polfilterbrillen mit Korrekturgläsern angekündigt, die mittlerweile über Euronics, ElectronicPartner und Expert vermarktet werden.

Es gibt noch weitere Vorteile bei der Polfilter-Technik. Der 3D-Effekt bleibt auch sichtbar, wenn man den Kopf stark neigt, während sich das Bild in einer Shutterbrille bereits ab etwa 20 Grad Kopfneigung massiv abdunkelt. Bei manchen Modellen ändern sich sogar ab etwa 5 Grad Kopfneigung massiv die Bildfarben. Außerdem gibt es bei Polfilterbrillen keinerlei Flimmereffekte, während die Shuttertechnik mit sich bringt, dass Fensterflächen und helle von der Sonne angestrahlte Wände hinter dem Display mitunter stark flimmern. Schließlich können auch Energiesparlampen beim Blick durch eine Shutterbrille flimmern.

3D mit halber Auflösung

Die Polfiltertechnik hat allerdings zwei Nachteile: Die Bildauflösung ist im 3D-Betrieb durch die starre Aufteilung der Displayzeilen fürs linke und rechte Auge in der Vertikalen nur halb so hoch wie bei Shutterbrillen-Fernsehern. Deshalb darf man auch nicht zu nah vor dem Fernseher sitzen, denn sonst gibt es ein deutlich sichtbares Streifenmuster. Ab etwa 1,5 Metern verschwinden diese Streifen und bei zwei Metern Distanz machen 3D-Filme auf dem Philips wirklich Spaß. Aber auch aus vier Metern Entfernung erlebt man noch sehr tolle räumliche Eindrücke. Die räumliche Tiefe des 3D-Bildes lässt sich zudem im Einstellungen-Menü des Philips in drei Stufen an den individuellen Geschmack anpassen.

Seitlich auf der Rückseite des Philips Cinema sind die Buchsen und Slots für das PayTV-CI-Interface, für ein Sat-Antennenkabel, für eine SD-Card zur Zwischenspeicherung von gebuchten Videoload-Filmen, für zwei USB-Geräte oder Speichermedien und für eine HDMI-Quellen untergebracht. Schade ist aber, dass der Abstand zum Gehäuserand nur 11 cm beträgt und dadurch starre Kabel nicht immer für den Bilck von vorne oder schräg von der Seite unsichtbar bleiben.
Seitlich auf der Rückseite des Philips Cinema sind die Buchsen und Slots für das PayTV-CI-Interface, für ein Sat-Antennenkabel, für eine SD-Card zur Zwischenspeicherung von gebuchten Videoload-Filmen, für zwei USB-Geräte oder Speichermedien und für eine HDMI-Quellen untergebracht. Schade ist aber, dass der Abstand zum Gehäuserand nur 11 cm beträgt und dadurch starre Kabel nicht immer für den Bilck von vorne oder schräg von der Seite unsichtbar bleiben. (Foto: Peter Pernsteiner)

Der zweite Nachteil der Polfiltertechnologie beruht auf den vor dem Display sitzenden Filterstreifen für die jeweiligen Bildzeilen. Dadurch funktioniert diese 3D-Technik nur in einem vertikalen Winkelbereich von ca. +/- 15 Grad. Das bedeutet, dass beispielsweise in knapp zwei Metern Entfernung die Augen etwa zehn Zentimeter unter dem oberen Displayrand sein sollten und gleichzeitig mindestens zehn Zentimeter über dem unteren Displayrand. Geht man mit dem Kopf aus diesem Bereich heraus, dann treten die von vielen Shuttergeräten her bekannten unschönen Schattenbilder und Doppelkonturen (Crosstalk-Effekte) auf. Im richtigen Sehbereich gibt es aber auf dem Philips erfreulicherweise so gut wie keine Crosstak-Effekte und 3D-Filme machen wirklich Spaß.

Im Praxis-Vergleichstest mit zahlreichen Freunden und Verwandten hat sich insgesamt herausgestellt, dass das Seherlebnis der Polfilter-Technik trotz der schlechteren Bildauflösung mindestens genauso gut empfunden wird, wie bei den Shutter-Fernsehern. Mit dafür verantwortlich ist auch, dass bei der persönlichen Empfindung Fakten wie Tragekomfort und die nicht vorhandene Flimmer- und Crosstalk-Problematik im Gehirn anscheinend schwerwiegender empfunden wird, als die tatsächliche Bildauflösung.

Angenehm großes Blickfeld, aber Spiegelungen in der Brille

Mit einer Brillenfenster-Breite von bis zu 59 Millimetern und einer Höhe von bis zu 40 Millimetern ermöglicht die 17 Gramm leichte Philips-Polfilterbrille ein angenehm großes Blickfeld. Allerdings hat sie das gleiche Problem wie viele andere 3D-Brillen: flache Filterscheiben, die an den seitlichen Rändern natürlich weiter von den Augen entfernt sind, als in Nasennähe. Durch diese offene Bauweise der Brille sollte man tunlichst vermeiden, bei Tageslicht schräg hinter einem Fenster und abends schräg hinter einer Lampe zu sitzen, weil sich dann das Licht von dort in der Brille spiegelt.

Die nach unten zeigenden Anschlüsse enthalten eine Ethernet-Schnittstelle, einen optischen Audioausgang, einen Scarteingang für ein entsprechendes etwas unförmiges Adapterkabel, zwei HDMI-Ports, einen Audio-Eingang für PCs, die Antennenbuchse für den terrestrischen TV-Empfang und eine VGA-PC-Schnittstelle. Darüber befinden sich weitere Anschlüsse, bei denen leider die Kabel nach hinten abstehen: Es sind fünf Cinch-Buchsen für ein Componenten-Videosignal nebst Ton, eine weitere HDMI-Schnittstelle, eine Stereokopfhörer-Klinkensteckerbuchse und eine Service-Schnittstelle.
Die nach unten zeigenden Anschlüsse enthalten eine Ethernet-Schnittstelle, einen optischen Audioausgang, einen Scarteingang für ein entsprechendes etwas unförmiges Adapterkabel, zwei HDMI-Ports, einen Audio-Eingang für PCs, die Antennenbuchse für den terrestrischen TV-Empfang und eine VGA-PC-Schnittstelle. Darüber befinden sich weitere Anschlüsse, bei denen leider die Kabel nach hinten abstehen: Es sind fünf Cinch-Buchsen für ein Componenten-Videosignal nebst Ton, eine weitere HDMI-Schnittstelle, eine Stereokopfhörer-Klinkensteckerbuchse und eine Service-Schnittstelle. (Foto: Peter Pernsteiner)

Ambilight und mattes Display

Erfreulicherweise kann man mit dem Cinema-Fernseher von Philips abends vollkommen auf eine separate Raumbeleuchtung verzichten, weil dieses Gerät an der Rückwand seitlich am Geräterand über je 21 nach hinten abstrahlende LEDs verfügt. Je nach Geschmack kann das Ambilight in einer individuellen Farbe und Intensität erstrahlen oder in einem in zehn Stufen voreinstellbaren Dynamikmodus arbeiten. Dabei wird dann jede einzelne LED farblich an den jeweils in diesem Bereich am Displayrand auftretenden Bildinhalt angepasst. Wahlweise erfolgt dieses stimmungsvolle Farbenspiel mit unterschiedlicher Trägheit. Ein sehr erfreuliches Nebenprodukt der Ambilight-Raumbeleuchtung ist auch, dass sie sehr sparsam beim Stromverbrauch ist – selbst im kräftigsten Permanent-Modus erhöhte sich die Leistungsaufnahme im Test um lediglich 5,5 Watt.

Sehr schön ist zudem, dass das kontrastreiche Display des Philips keine Glasscheibe hat und relativ matt beschichtet ist. Spiegelungen von Fenstern oder Raumbeleuchtungen sind dadurch deutlich reduziert. Der 34 mm schmale schicke Displayrand wurde ebenfalls unter ergonomischen Gesichtspunkten gestylt. Er ist zwar relativ hell, aber durch sein gebürstetes Aluminium entstehen im Alltag keine grellen Spiegelungen. Natürlich lässt sich das Display dank Tischfuß individuell drehen und ganz pfiffig ist auch, dass der Tischfuß bei Bedarf zu einer ebenfalls verdrehbaren Wandhalterung ummontiert werden kann. Den Kauf einer VESA-Wandhalterung kann man sich also beim Philips sparen.

An den Seiten des Philips befindet sich jeweils eine Ambilight-Lichtleiste mit 21 nach hinten abstrahlenden LEDs, die bei Bedarf für eine stimmungsvolle indirekte Raumbeleuchtung sorgen. Die Leuchtdioden können entweder alle gleichzeitig in einer festen vorkonfigurierten Farbe leuchten oder werden dynamisch an die jeweils in ihrem Bereich vorherrschende Displayfarbe angepasst.
An den Seiten des Philips befindet sich jeweils eine Ambilight-Lichtleiste mit 21 nach hinten abstrahlenden LEDs, die bei Bedarf für eine stimmungsvolle indirekte Raumbeleuchtung sorgen. Die Leuchtdioden können entweder alle gleichzeitig in einer festen vorkonfigurierten Farbe leuchten oder werden dynamisch an die jeweils in ihrem Bereich vorherrschende Displayfarbe angepasst. (Foto: Peter Pernsteiner)

Akustisch sorgt der Kinofernseher durchaus für Stimmung, denn ein in die Rückwand integrierter Subwoofer-Lautsprecher bringt relativ vernünftige Bässe. Schade ist allerdings, dass die Mittel- und Hochton-Lautsprecher nicht direkt nach vorne abstrahlen, sondern nach unten. Insbesondere bei der Musikwiedergabe führt dies nicht immer zu einem Hochgenuss. Per Fernbedienung kann man aber zum Glück recht einfach im Smart-Ton-Menü des Fernsehers die Akustik zwischen sieben verschiedenen Modi umschalten. In der Regel findet sich dadurch mindestens ein Modus der für eine brauchbare Musikwiedergabe sorgt. Einer dieser Modi sorgt übrigens sogar für einen ganz nett klingenden virtuellen Surround-Effekt.

Individuelle Bildeinstellungen

Auch die Bildeinstellungen des Fernseher sind sehr individuell anpassbar. Bei der Smart-Bild-Auswahl gibt es zehn Einstellungsmodi, darunter ein persönlicher und ein Energiesparmodus. Auch fürs Bildformat gibt es zahlreiche Displaymodi. So kann beispielsweise ein Film im 16:9-Bildformat entweder aufs 21:9-Displayformat vergrößert und oben sowie unten entsprechend abgeschnitten werden oder das Bild wird an den Rändern asymmetrisch gestreckt. Auch Zwischeneinstellungen sind im Menü aufrufbar. Ein zuschaltbarer Raumlichtsensor sorgt zudem dafür, dass die Bildhelligkeit auf Wunsch in Abhängigkeit von der Umgebungshelligkeit automatisch nachgeregelt wird. Das schont die Augen wirkungsvoll vor zu hohem Kontrast und entlastet zudem den Geldbeutel, weil das Gerät dann nicht unnötig zu viel Strom schluckt.

Die 17 cm lange und bis zu 6 cm breite ovale Fernbedienung liegt gut in der Hand, ist sehr übersichtlich strukturiert und wiegt lediglich 110 Gramm. Hat man die Grund-Logik der Fernbedienung verstanden, dann lässt sich das gesamte Gerät sehr einfach steuern.
Die 17 cm lange und bis zu 6 cm breite ovale Fernbedienung liegt gut in der Hand, ist sehr übersichtlich strukturiert und wiegt lediglich 110 Gramm. Hat man die Grund-Logik der Fernbedienung verstanden, dann lässt sich das gesamte Gerät sehr einfach steuern. (Foto: Peter Pernsteiner)

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, dass man zwar in diversen Einstellungsmenüs sehr umfassend die Displayfarben, den Kontrast und sonstige Parameter voreinstellen oder ändern kann, bei der Erstinbetriebnahme oder per Menüauswahl gibt es aber auch eine wesentlich einfachere Methode. Auf dem Display werden dann einfach der Reihe nach ein paar Digitalfotos mit zwei sehr unterschiedlich wirkenden Bildschirmhälften angezeigt. Per Fernbedienung muss dann nur noch in den Bildern anklicken, ob einem die linke oder rechte Displayhälfte besser gefällt. Anhand dieser Auswahl errechnet der Philips dann ein individuell optimiertes Bild.

Fit für Multimedia und Internet

Der Philips-Fernseher kann nicht nur Filme und Fernsehsendungen zwei- oder dreidimensional wiedergeben, sondern ist auch fit für multimediale Inhalte. Dies beginnt damit, dass man per USB-Stick Fotos, diverse Videoformate sowie MP3-Musik direkt am Fernseher abspielen kann. Außerdem ermöglicht der Philips den einfachen Zugriff auf Multimediadateien aus einem lokalen Netzwerk. Zudem unterstützt er die Play-To-Funktion, um beispielsweise direkt von einem Notebook [4] mit Windows 7 auf dem Fernseher Fotos und Musik abzuspielen. Das funktioniert völlig ohne jeden Tastendruck am Fernseher. Sogar dann, wenn aktuell beispielsweise ein Fernsehprogramm abgespielt wird. Den Netzwerk-Zugriff ermöglicht der FlatTV wahlweise per LAN-Kabel oder mit Hilfe des ebenfalls eingebauten WLAN-Moduls. Ganz praktisch ist, dass man das Display für die reine Musikwiedergabe zum Stromsparen ganz schnell und einfach per grüner Taste an der Fernbedienung komplett deaktivieren kann. Für Fans der noch verbliebenen Musik-TV-Sender: Das klappt auch im Fernseh-Modus.

Der Internet-Zugriff erfolgt beim Philips bequem mit Hilfe von NetTV-Apps – hier im Bild die Auswahl-Ansicht mit 16 Apps und daneben sieht man im NetTV-Fenster immer eine zufällig ausgewählte App in einer Vorschau-Ansicht. Und im Multiview-Modus erscheint zusätzlich rechts neben dem NetTV-Fenster das aktuell voreingestellte TV- oder Sat-Programm.
Der Internet-Zugriff erfolgt beim Philips bequem mit Hilfe von NetTV-Apps – hier im Bild die Auswahl-Ansicht mit 16 Apps und daneben sieht man im NetTV-Fenster immer eine zufällig ausgewählte App in einer Vorschau-Ansicht. Und im Multiview-Modus erscheint zusätzlich rechts neben dem NetTV-Fenster das aktuell voreingestellte TV- oder Sat-Programm. (Foto: Peter Pernsteiner)

Natürlich kann der Cinema-Fernseher direkt auf unzählige Internet-Inhalte mit Hilfe von vorinstallierten Applikationen bequem zugreifen. Der Zugriff erfolgt über das Menü des Gerätes, die Funktio nennt sich bei Philips NetTV. Dann erscheint im Display ein Feld mit bis zu 16 Apps, die man bequem per Fernbedienung selektieren kann. Sollen mehr als 16 Apps im Gerät gespeichert werden verfügt die App-Feld über mehrere Seiten. Im Test funktionierten beispielsweise der reich bebilderte TV-Movie-Programmguide, Bild.de, Wetter.com, Niederschlagsradar.de, Kino.de, TV-Total, Welt Online, das Telefonbuch, die Welt-der-Wunder-Videothek und diverse andere Mediatheken recht ordentlich. Auch der Zugriff aufs eigene Facebook-Konto ist nach Anmeldung möglich. Die Vorauswahl individueller kostenloser oder gebührenpflichtiger Apps erfolgt mit Hilfe der NetTV-App-Gallery.

Auch normaler Internet-Zugriff ist möglich

Schließlich gibt es auch noch einen konventionellen Browser zum direkten Web-Seitenabruf. Dieser Browser ist aber wie bei vielen allen anderen entsprechend ausgestatteten FlatTVs nicht in der Lage, Flash-Inhalte und PDFs wiederzugeben. Eine nette Funktion ist schließlich noch Multiview. Iim Display kann man dadurch gleichzeitig fernsehen und auf den konventionellen Videotext oder auf die zahlreichen Internet-Apps zugreifen, surfen oder im Programmguide stöbern. Das Videotext- bzw. Internet-Displayfenstern ist dabei links und hat ein üppiges Format von 80 mal 44 Zentimetern, während rechts das Fernsehprogramm weiterläuft – allerdings nur mit einer Bildbreite von 29 Zentimetern. Erscheinen links Bewegtbildinhalte, dann wird vorübergehend das Fernsehbild im kleinen Fenster abgeschaltet.

Sowohl beim Surfen selbst als auch bei Apps wie dem Telefonbuch erweist sich natürlich die Eingabe von Suchbegriffen oder URLs per Fernbedienung als etwas umständlich. Erfreulicherweise kann man aber direkt an den USB-Schnittstellen des Fernsehers eine USB-Tastatur und sogar eine Maus zur direkten Zeiger-Navigation im Internet anstecken. Schade ist nur, dass die in der Redaktion vorhandene USB-Funktastur von Hama (2,4 GHz) leider nicht funktionierte. Als weitere Möglichkeit der einfachen Gerätebedienung bietet Philips noch kostenlose iPhone- und Android [5]-Apps. Das Smartphone [6] wird damit zur interaktiven Komfort-Fernbedienung und bietet per Touchscreen eine alphanumerische Tastatur zur Eingabe von Texten.

Auch ein richtiger Browser ist an Bord des Philips – hier im Bild beim Blättern auf der CNET-Webseite.
Auch ein richtiger Browser ist an Bord des Philips – hier im Bild beim Blättern auf der CNET-Webseite. (Foto: Peter Pernsteiner)

Videotext der Zukunft und USB-Recording

Der Philips verfügt über zahlreiche weitere Komfort-Features, deren ausführliche Beschreibung allerdings den Rahmen dieses Beitrags deutlich sprengen würde. Zwei dieser Merkmale müssen wir aber unbedingt noch erwähnen. Eines davon ist der Programm-begleitende Internetempfang von Multimedia-Informationen, auch unter der Abkürzung HbbTV (Hybrid broadcast broadband TV) oder als Videotext der Zukunft bekannt. Wie üblich wird zwischen reinem Fernsehempfang und HbbTV-Internet-Zugriff mit der roten Fernbedienungstaste umgeschaltet. Allerdings funktionierte dieser Dienst nicht immer perfekt. So gab es beispielsweise bei der Darstellung des HD-Textes von Sat.1 gelegentlich Softwareabstürze, die nur durch Ausschalten und Wiedereinschalten des Fernsehers behoben werden konnten. Der Abruf der Mediatheken via HbbTV arbeitete aber sehr zuverlässig. Hoffentlich werden diese kleinen Schönheitsfehler bei einem der nächsten Firmware- und Software-Updates des Fernsehers behoben. Diese Updates sind einerseits mit Hilfe eines USB-Sticks möglich oder sogar ganz bequem direkt per Internet. Liegt ein neues Update vor, erscheint automatisch beim Einschalten des Fernsehers ein entsprechender Hinweis mit der Frage, ob man gleich oder später aktualisieren will.

Zu guter Letzt sei noch die serienmäßig integrierte USB-Recording-Funktion ein wenig erläutert. An die USB-Ports ist der Anschluss einer USB-Harddisk möglich, um sie als digitalen Videorekorder zu nutzen. Laut Handbuch muss die Harddisk über mindestens 250 GB Kapazität verfügen und vor dem Einsatz mit dem jeweiligen Fernseher gepaart und formatiert werden. Danach lässt sie sich zur Timeshift-Wiedergabe oder als digitaler Videorecorder nutzen. Der Timeshift-Betrieb startet wie üblich ganz einfach per Pause- und Play-Taste der Fernbedienung. Ein kleiner Schönheitsfehler ist allerdings, dass normale USB-Aufzeichnungen nur dann möglich sind, wenn der Fernseher auch gleichzeitig auf den Programmguide im Internet zugreifen kann. Ein weiterer, etwas gravierenderer Schönheitsfehler ist, dass der Bordrechner des Philips wohl relativ knapp ausgelegt ist. Es ist nämlich nicht möglich, während der Aufzeichnung eine andere Aufnahme von der Harddisk wiederzugeben. Damit aber nicht genug, denn während der Aufnahme kann man auch nicht auf die integrierten NetTV-Funktionen zurückgreifen und selbst die Wiedergabe eine Films von einer Blu-ray-Scheibe ist währenddessen nicht möglich. Wenigstens lässt sich der Fernseher während der Aufzeichnung abschalten.

Fazit

Trotz der kleinen Schwächen beim USB-Recorder und bei der Internet-Funktionalität ist der Philips Cinema 21:9 Gold ein faszinierender Flachbildfernseher. Das ultra-breite Kinobild versetzt den Betrachter mitten ins Geschehen und 3D-Filme bereiten mit der leichten Polfilterbrille wirklich großen Spaß. Natürlich ist das Gerät nicht gerade ein Schnäppchen, aber im Vergleich zu den gebotenen Ausstattungsmerkmalen inklusive AmbiLight erscheint uns der Preis als durchaus gerechtfertigt.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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URLs in this post:

[1] 56PFL9954: https://www.cnet.dewww.cnet.de/tests/tv/41500995/im_test_21_9_fernseher_philips_56pfl9954_cinema.htm

[2] 58PFL9955: https://www.cnet.de/blogs/alpha/tv/41537571/ifa_2010_philips_erweitert_seinen_21_9_fernseher_cinema_um_3d_faehigkeit.htm

[3] Carrot 3D: http://www.carrot3d.com

[4] Notebook: http://www.cnet.de/themen/notebook/

[5] Android: http://www.cnet.de/themen/android/

[6] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/