Yamaha YAS-101: Budget-Soundbar mit exzellentem Klang für TV-Sendungen und Filme

von Gerald Strömer am , 17:31 Uhr

Pro
  • solider Klang für Serien und Filme
  • integrierter Subwoofer spart Platz
  • innovativer Transponder für Fernbedienungs-Signale
  • interessanter Preispunkt
Con
  • keine kräftigen Bässe
  • maximale Lautstärke vergleichsweise niedrig
  • keine HDMI-Eingänge
  • keine analogen Audio-Eingänge
Hersteller: Yamaha Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Yamahas YAS-101 ist eine großartige Budget-Soundbar, die für ihren Preis für einen hervorragenden Sound bei gleichzeitig kompakten Abmessungen sorgt. Noch dazu gefällt uns das Design. Käufer müssen allerdings vor allem bei der Ausstattung Abstriche gegenüber teurerer Soundbars hinnehmen.

Yamaha hat die Soundbar-Klasse praktisch erfunden und dominiert sie mit seiner Digital-Sound-Projector-Produktlinie immer noch. Aber man tut sich mit einer Empfehlung einer solchen Soundbar schon schwer, wenn die Preise bei 700 Euro beginnen. Die YAS-101 dagegen ist Yamahas Debüt im zunehmend übervölkerten Budget-Segment und eine der wenigen Soundbars, die sich von den vielen Konkurrenten abheben kann.

Für eines der Alleinstellungsmerkmale gegenüber der Konkurrenz ist hauptsächlich Yamahas Entscheidung verantwortlich, nicht auf einen separaten, sondern auf einen integrierten Subwoofer zu setzen. Das verschafft der Soundbar natürlich Vorteile in Sachen niedrigem Platzbedarf. Die YAS-101 verfügt außerdem über einen äußerst praktischen IR-Sender an der Rückseite, der das Signal der TV-Fernbedienung an den Fernseher weiterleitet, wenn die Soundbar vor dem Sensor des Fernsehers angebracht ist und ihm somit seine Sicht klaut.

Der Klang ist für TV-Sendungen und Filmwiedergabe erstaunlich gut geraten, aber dennoch sollte man keine Wunder mit 2-Kanal-Musik erwarten. Unsere Kritik gilt hauptsächlich der Konnektivität der in Sachen Schnittstellen nur spärlich bestückten YAS-101. Aber selbst das ist kein großes Problem, wenn man den Fernseher als „Schaltzentrale“ für alle angebundenen Geräte nutzt.

Die Soundbar Yamaha YAS-101 wurde vom Hersteller zur IFA 2011 mit einem avisierten Preis von „ca. 230 Euro“ vorgestellt, ist am deutschen Markt derzeit aber bereits zu Preisen ab 204 Euro erhältlich. Die Soundbar wird von Yamaha in den Farbvarianten Schwarz [1] und Premium Silber [2] angeboten. Letztere entstand übrigens im Rahmen einer Kooperation mit Toshiba und soll farblich perfekt an die Flatscreen-TVs des Herstellers angepasst sein.

Design

Zwei Design-Merkmale heben die YAS-101 von der Masse der Budget-Soundbars ab: Der integrierte Subwoofer und der IR-Transponder.

Die meisten Soundbars der Preisklasse unter 200 bis 250 Euro nutzen einen kabellosen Subwoofer. Die YAS-101 setzt stattdessen auf eine integrierte Version mit zwei 3-Zoll-Treibern. Ein kabelloser Subwoofer ist ja schon eine recht flexible Angelegenheit (immerhin ist er kabellos, kann also (fast) überall platziert werden), aber eine Soundbar mit integriertem Subwoofer könnte genau jene Minimalisten ansprechen, für die schon eine schlanker Lautsprecher einen grenzwertigen Eingriff im Wohnzimmer darstellt – geschweige denn ein massiger Subwoofer, ganz egal, wo er steht.

Wir dachten ursprünglich, dass die beiden nach unten feuernden Tieftöner unseren TV-Tisch zum Summen, Vibrieren oder gar Klappern bringen könnten, aber diesbezüglich bemerkten wir im ganzen Test nichts. Das mag bei fadenscheinigen, leichtgewichtigen TV-Schränken aber schon ganz anders aussehen. Alternativ kann man übrigens auch einen externen Subwoofer an die Soundbar anschließen und so den von der YAS-101 selbst erzeugten Bass minimieren.

Der IR-Transponder der YAS-101 ist eine echt praktische Sache. Soundbars, die ja auf dem TV-Schrank und vor dem Fernseher sitzen, haben ja die unangenehme Angewohnheit, je nach Design von Fernseher und Soundbar gern einmal die Signale der Fernbedienung zu blocken. In einem solchen Fall muss man sich dann entweder bei der Fernbedienung des Fernseher verrenken und den Arm hoch in die Luft strecken oder aber den Fernseher etwas höher setzen, so dass die Soundbar das Signal nicht mehr blockiert. Die Yamaha YAS-101 umgeht dieses Problem äußerst clever mit einem an der Rückseite in Streifenform verbauten IR-Transponder, der die an der Front aufgefangenen IR-Befehle einfach hinter die Soundbar abstrahlt. Das ist eine exzellente, wohldurchdachte Lösung für ein Problem, dass andere Soundbars schlichtweg ignorieren. Klasse!

Ausstattung

Die Eingänge befinden sich auf der Rückseite des Systems – und sind die größte Schwachstelle der YAS-101. Es gibt drei digitale Eingänge (zwei optische, ein koaxialer), was erst mal ziemlich gut ist. Damit hört es dann aber auch auf, HDMI-Ports oder auch nur eine analoge Verbindungsmöglichkeit sucht man vergebens. Das sind schlechte Nachrichten für Nintendo-Wii-Besitzer (die Konsole unterstützt nur analoges Audio), die ihre Konsole so auch für die Audio-Wiedergabe direkt am Fernseher anschließen müssen, um dann dessen digitale Audioausgänge für die Wiedergabe über die Soundbar zu nutzen.

Kabelloses Musik-Streaming ist ein nettes Feature, das man bei immer mehr Budget-Soundbars antrifft. Die YAS-101 ist aber weder Bluetooth- noch AirPlay-fähig, man kann Musik also nicht kabellos direkt an die Soundbar streamen. Wer ein solches Feature unbedingt will, müsste beim Kauf der YAS-101 auf ein zusätzliches externes Gerät wie einen Apple [3] TV setzen.

Yamaha liefert das YAS-101 mit einer Fernbedienung aus, was bei einem Soundbar-System keine Selbstverständlichkeit ist. Das Tasten-Layout der Fernbedienung könnte zwar besser sein, aber dafür hat Yamaha praktisch alle wünschenswerten Tasten – einschließlich direkter Quellenwahl und Subwoofer-Lautstärkesteuerung – auf ihr untergebracht. 

Ein Display sucht man an der Front der YAS-101 vergebens, lediglich eine winzige, in die Front integrierte LED quittiert Anpassungen der Lautstärke von Gesamtsystem oder Subwoofer auf optischem Wege: Sie leuchtet bei niedrigen Stufen grün, bei normalem Niveau orange und bei hohen Schallpegeln rot. Ein numerisches Display ist zwar wesentlich aussagekräftiger, aber selbst diese simple LED-Lösung ist besser als nichts.

Leistung

Die YAS-101 beeindruckt sofort mit einem ausgewogenen Klangbild. Nur wenige Soundbars in dieser Preisklasse haben einen so vollen Klang – und einen separaten Subwoofer vermissen wir keine Sekunde lang. Die YAS-101 produziert zwar keinen zwerchfellerschütternden Bass, aber die vorhandenen Tiefen sind adäquat und völlig ausreichend.

Wir beginnen unsere Tests mit Peter Gabriels kürzlich aufgenommener Konzert-Blu-ray-Disk New Blood Live in London und vermerken bei einen guten, dynamischen Punch bei den Schlagzeugen und Bässen. Gabriels Gesang und die Streicher des Orchesters klingen natürlich und voll, von dem dünnen oder harten Sound bestimmter niedrig- bis mittelpreisiger Soundbars bemerken wir nichts. Die YAS-101 ist ein Stereo-Gerät, aber dennoch weitet sich das Klangfeld ein bisschen weiter aus, wenn man Yamaha Air Surround Extreme-Modus nutzt. Das Ganze ist zwar kein echter Surround-Sound, aber die Stereo-Soundstage war richtig groß und breit – sehr schön.

Als nächstes probieren wir eine breite Varianz an Filmen aus, bei denen die YAS-101 einen entspannten und kompetenten Eindruck hinterlässt. Also machen wir mit unseren „Folter“-Disks Master and Commander und Black Hawk Down weiter und sind selbst hier vom Verhalten des schlanken, kleinen Lautsprechers beeindruckt. Nur bei den lautesten, dynamischsten Szenen lassen das Geschütz-, Gewehr- und Pistolenfeuer sowie die Explosionen die bassige Wucht von größeren Systeme wie dem Harman Kardon SB 16 vermissen. Die Yamaha YAS-101 klingt bei bis zu moderaten Schallpegeln wirklich gut. Dreht man die Lautstärke aber weiter gen Maximum, schleicht sich eine gewisse Härte in den Klang ein. Allerdings ist der CNET-Hörraum ziemlich groß – in kleineren Räumen sollte die YAS-101 auch bei moderater Lautstärkeeinstellung laut genug sein. Das Clear Voice-Feature der YAS-101 soll die Verständlichkeit von Dialogen verbessern, macht aber unserer Meinung nach keinen großen Unterschied. Wer bei der Fall seiner Soundbar diesbezüglich die höchste Priorität setzt, sollte sich nach der Konkurrenz von Zvox umschauen, deren Dialogue Emphasis-Funktion wirklich exzellent ist. Die UniVolume-Einstellung ist etwas effektiver und schwächt abrupte Leise-zu-Laut-Wechsel ein bisschen ab.

Im Vergleich zu einer anderen Budget-Soundbar wie der Energy Power Bar [4] mit separatem Subwoofer produziert das YAS-101 zwar etwas weniger Bass (allerdings gar nicht mal so viel weniger), gefällt uns klanglich aber insgesamt besser. Die Bassqualität des YAS-101 und der Klang insgesamt sind für Filme gut geeignet, für Rockmusik ist der Sound allerdings nur akzeptabel – da gibt es bessere Systeme. Die Tatsache, dass Stereo-Musik bestenfalls okay klingt, ist aber kein Killer-Argument gegen die Yamaha YAS-101. Denn diesen Nachteil hat sie mit praktisch allen Soundbars gemein.

Fazit

Wenn die Yamaha YAS-101 in ihrem angestammten Umfeld – kleine bis mittelgroße Räume – und bei moderaten Schallpegeln genutzt wird, bietet die Soundbar exzellenten TV- und Film-Sound zu einem vernünftigen Preis. Denkt man sich jetzt noch den innovativen IR-Transponder und die dank integrierten Subwoofer äußerst kompakten Abmessungen dazu, dann hat man eine der besten Soundbars der Preisklasse zwischen 200 und 250 Euro vor sich.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41558670/yamaha-yas-101-budget-soundbar-mit-exzellentem-klang-fuer-tv-sendungen-und-filme/

URLs in this post:

[1] Schwarz: http://de.yamaha.com/de/products/audio-visual/hometheater-systems/front-virtual-surround-systems/yas-101_black_w/

[2] Premium Silber: http://de.yamaha.com/de/products/audio-visual/hometheater-systems/front-virtual-surround-systems/yas-101_premium_silver_w/

[3] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/

[4] Energy Power Bar: http://www.energy-speakers.com/na-en/products/energy-power-bar-overview/