Alle wichtigen und üblichen Anwendungen sind bereits vorinstalliert, darunter natürlich der Webbrowser, ein E-Mail-Client, eine Office-Umgebung, eine kleine Bildbearbeitungslösung, MP3- und Videoplayer, Voice-Rekorder, Wecker, Wetter, Google Maps und die Google-eigene Navigationssoftware. Letztere leitet einen kostenlos über die Autobahnen, Voraussetzung für die Nutzung ist allerdings eine Internet-Verbindung. Ohne UMTS-Flatrate geht hier nichts. Für alles weitere steht der Android Market zur Verfügung, in dem sich zigtausende Programme und Spiele aller Kategorien tummeln – viele davon sind gratis.

Leistung

Bereits beim Blick aufs Datenblatt können wir erahnen, dass wir uns beim Prada-Handy nicht mit Ruckeln, Hakeln, Hängen und Gedenkpausen auseinander setzen müssen. Der Dual-Core-Prozessor sorgt samt der ordentlichen Arbeitsspeicher-Ausstattung eigentlich in jeder Situation für flotte Reaktionen. Das zeigt sich auch in den Benchmarkergebnissen. Im Android-Leistungsbenchmark Quadrant kommt das Prada 3 auf 2922 Punkte – das ist fast so viel, wie der derzeitige Rekordhalter Samsung Galaxy S2 erreicht hat (3291 Punkte) und deutlich mehr, als die meisten anderen aktuellen Android-Smartphones erzielen (HTC Sensation: 1906 Punkte). Auf ein ähnliches Ergebnis kommt auch der Browsermark, in dem das Prada-Smartphone 47.282 Punkte erzielt. Das Galaxy S2 liegt hier bei knapp 55.000 Punkten. Allerdings ist das Gerät bei diesem Benchmark auch mit der Konkurrenz aus dem Hause Apple vergleichbar: Das iPhone 4S erreicht hier knapp 87.000 Punkte – und damit fast ein doppelt so gutes Ergebnis.

Der Lautsprecher des Handys tut, was sein Name sagt: Er ist erfreulich laut und kann so auch mal eine kleinere Gruppe beschallen. Allerdings fällt der Klang dabei etwas dünn aus. Na klar, kein Smartphone ist ein Basswunder – dafür mangelt es schlicht am Volumen. Aber es gibt Geräte, die sich hier noch ein Stück besser schlagen. Dafür packt LG aber ordentliche In-Ear-Kopfhörer mit Prada-Aufdruck und außergewöhnlichem Design in den Karton (siehe Fotostrecke). Sie klingen ordentlich, sind in der Lage, kräftige Bässe wiederzugeben und dürften dem etwas anspruchsvollerem Durchschnittshörer durchaus gefallen. Und wer noch höhere Ansprüche stellt, kann dank Standard-Klinkenbuchse auch beliebige andere Schallwandler anschließen.

Leider hatten wir noch nicht genügend Zeit, um den Akkutest abzuschließen. Wir wissen aber jetzt schon, dass das LG in diesem Punkt keinen Rekord aufstellen wird. Eine Kapazität von 1540 mAh ist etwas unterdurchschnittlich und dürfte in Kombination mit dem großen, hellen Display und der auch ansonsten guten Ausstattung wohl dazu führen, dass das Prada 3 bei durchschnittlich-intensiver Nutzung auf jeden Fall täglich an die Steckdose muss.

Die integrierte Digicam kann sich sehen lassen. Sie schießt für eine Handy-Kamera erfreulich detailreiche Fotos und hat eine realistische Farbwiedergabe – nur die sehr kräftigen Farben auf unserem Test-Sheet wirken ein wenig ausgewaschen. Auch schwierige Aufnahmesituationen, etwa im Halbdunklen oder bei Gegenlicht, meistert sie gut. Und in dunklen Umgebungen sorgt die Foto-LED für eine erfreulich starke Aufhellung der Szenerie, wenngleich sie das auch nicht ganz gleichmäßig schafft: Die Bildmitte ist deutlich heller als die Ränder. Aber dennoch können sich die Ergebnisse durchaus sehen lassen. Ähnliches gilt auch für Videoaufnahmen. Schade ist nur, dass der Auslöse-Taster an einer so unglücklichen Position angebracht ist und noch dazu den Autofokus zu umgehen scheint. Zwar knipst die Kamera beim Druck aufs Knöpfchen deutlich schneller als beim Druck auf das Auslöse-Symbol auf dem Touchscreen, aber dafür sind die Fotos häufig unscharf. Der Effekt wird noch dadurch verstärkt, dass man beim Druck auf die kleine Taste an der Seite gerne unabsichtlich am Handy ruckelt und damit das Bild verwackelt.

Fazit

Das Prada Phone 3.0 by LG kann sich sehen lassen. Die Ausstattung ist auf hohem Niveau, es ist erfreulich schnell und verfügt über eine tolle Kamera. Noch dazu packt der Hersteller anständige Kopfhörer ins Paket und hat sich viel Mühe bei der Realisierung einer stimmigen und attraktiven, aber auch sehr spartanischen Oberfläche gegeben. Der große Haken ist die Materialauswahl der Rückseite. Das schwarze Plastik will irgendwie nicht so ganz zum ansonsten guten Eindruck und zum Image der Mode-Marke passen und senkt den Qualitätseindruck. Aber wer sich damit anfreunden kann, bekommt mit diesem Smartphone ein wirklich gutes Gerät – und dabei ist es sogar egal, ob man es aufgrund der Marke kauft oder nicht.

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