Schon im Test: Prada Phone by LG 3.0 mit Android und superhellem Display

von Daniel Schraeder am , 18:50 Uhr

Pro
  • attraktive Oberfläche
  • gute Ausstattung
  • Mode-Smartphone erfordert keine fiesen Kompromisse
  • vorbildliche Kamera
Con
  • Materialanmutung der Rückseite ist mies
  • Android 4.0 wird nachgeliefert
  • Soft-Touch-Tasten schwer zu treffen
Hersteller: LG Listenpreis: steht noch nicht fest
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,4 von 10 Punkte
Fazit:

Das Prada-Handy mit Android überzeugt mit seiner gehobenen Ausstattung, der attraktiven Oberfläche und der guten Kamera. Nur die Plastik-Rückseite im Leder-Look will irgendwie so gar nicht zu dem passen, was wir uns beim Gedanken an Prada vorstellen.

Die inzwischen dritte Auflage des Mode-Smartphones in Zusammenarbeit von Prada und LG ist zugleich die erste, die keine großartigen Kompromisse erfordert: Dank Android-Betriebssystem und leistungsfähiger Hardware kann das Prada Phone by LG 3.0 technisch und von der Bedienung her problemlos mit der Konkurrenz mithalten. Aber ob die Bemühungen auch ausreichen, um modebewussten Käufern das zu geben, was sie von der Marke Prada erwarten? Wir haben das Gerät auf Herz und Nieren getestet.

Spätestens seit dem Film „Der Teufel trägt Prada“ aus dem Jahr 2006 hat so gut wie jeder zumindest den Namen des italienischen Modelabels schon einmal gehört – und verbindet Mode und Design mit den fünf Buchstaben. Im Jahr der Filmveröffentlichung, 2006, ging der koreanische Elektronikkonzern LG [1] eine strategische Partnerschaft mit den Designern ein, um bereits ein Jahr später das erste Prada-Handy auf den Markt zu bringen – und es wurde mit über einer Million verkauften Exemplaren prompt ein Erfolg. 2008 folgte bereits das zweite Modell, doch in der Zwischenzeit haben iPhone & Co. den Beginn einer Revolution im Handymarkt losgetreten. Und trotz innovativer Funktionen und Ideen konnte es an den Erfolg des Vorgängers nicht mehr anschließen.

Dieser Tage kommt nun das Prada Phone by LG 3.0 in die Läden. Es setzt erstmals nicht mehr auf eine eigenkonstruierte Software, sondern auf Googles Android [2]-Betriebssystem. Mit allen Vorteilen und quasi keinen Nachteilen im Vergleich zu „damals“, denn jetzt gibt es flotte Reaktionen, eine beeindruckende Funktionalität und dank des Android Markets eine schier unbegrenzte Auswahl von Apps und Spielen. Dazu kommt wie gehabt der Design-Anspruch, wobei das Prada 3 ausgerechnet in diesem Punkt ein bisschen enttäuscht. Das Gerät ist ab sofort zu haben. Die unverbindliche Preisempfehlung in Höhe von 599 Euro wird von ersten Online-Shop bereits um gut 50 Euro unterboten.

Design

Ja, dieses Kapitel gehört bei so einem Gerät wohl zu den wichtigsten. Und bei einem Prada-Phone fangen wir natürlich nicht mit schnöden Abmessungen an, sondern mit der Verpackung. Sie fällt zu Zeiten der immer kleiner werdenden Handy-Kartons auf, ist groß, aus schwarzem Karton, mit eingeprägter Leder-Struktur und silbernem Prada-Logo versehen. LG? Taucht außen nicht auf. Unter dem Deckel funkelt uns das Handy entgegen, getragen von einer Form aus festem Schaumstoff, die überzogen ist mit einem samtartigen Material. So fühlt sich der Käufer gleich beim Auspacken wirklich willkommen, während der inzwischen wahrlich winzige Karton des iPhone 4S fast so anmutet, als hätte man gerade viel zu viel Geld für etwas viel zu Kleines ausgegeben.

Nach diesem kleinen Exkurs in die Verpackungskunde nehmen wir nun endlich das Prada-Smartphone [4] in die Hand – und sind zunächst überrascht ob seiner Größe. Na klar, die angegebenen 4,3 Zoll Display-Diagonale lassen schon erwarten, dass sich hier kein Zwerg im Karton versteckt – zum Vergleich, das iPhone-Display misst 3,5 Zoll. Die Rahmen rund um das Display wirken auf den ersten Blick vergleichsweise groß: Oben und unten sind es gut 1,6 Zentimeter, die das Ende des Panels vom Ende des Handys trennen, an den Seiten sind es 6 Millimeter. In Anbetracht der Tatsache, dass der Hersteller unterhalb der Anzeige die vier Soft-Touch-Tasten zur Bedienung untergebracht hat, ist der Rahmen dann aber doch nicht so groß. Die Knöpfe verstecken sich allerdings extrem gut: Sie sind nur bei der Bedienung zu erkennen, denn dann leuchten die Symbole für Menü, Home, Zurück und Suchen weiß. Sind sie nicht aktiv, sieht man hier gar nichts. Unserer Meinung nach wäre es wohl sinnvoller gewesen, wenn die Entwickler die häufiger benutzten Funktionen – also Zurück und Home – nach außen gepackt hätten – so wäre blindes Ertasten und Tippen nach dem Zufallsprinzip wohl unproblematischer. Aber vermutlich ist es auch so nur eine Frage der Zeit, bis man sich an die Positionen der Knöpfe gewöhnt hat.

Die Front wird dominiert von einer großen Scheibe, die sich bündig über die komplette Fläche zieht – eingefasst nur von einem dünnen Rahmen aus Kunststoff mit dunkelgrauem Metallic-Lack, der den Rahmen bildet. Das Touchscreen-Panel ist aus echtem Glas gefertigt und dementsprechend vergleichsweise resistent gegenüber Kratzern. Mit Sand, Kieselsteinen, Kleingeld und Schlüssel würden wir das Handy dennoch nicht zusammen in die Hosentasche stecken. Oberhalb der Anzeige findet sich mittig der Prada-Schriftzug, der mit leichtem Perlmutt-Effekt silbern glänzend im schwarzen Glas für angenehme Kontraste sorgt. Das LG-Logo taucht auch hier nicht auf. Lins vom Logo befindet sich die Frontkamera mit einer Auflösung von 1,3 Megapixeln. Wer das Gerät ins Licht hält, entdeckt links davon noch eine kleine Aussparung, hinter der sich die üblichen Sensoren für Annäherung und Helligkeitsmessung verstecken – damit Display und Touchscreen abschalten, wenn man das Phone zum Telefonieren ans Ohr hält und damit sich die Display-Beleuchtung an die Umgebungshelligkeit anpassen kann.

Auf der Oberseite haben die Entwickler die 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse untergebracht sowie zwei Taster und einen Schieber, hinter dem sich die Micro-USB-Buchse zum Laden des Akkus sowie zum Übertragen von Daten verbirgt. Vorbildlich: Die Tasten sind aus Metall gefertigt. Das sorgt für eine kühle Haptik und damit für einen wertigen Materialeindruck. Dass die Beschriftung der zwei Knöpfe fehlt, ist okay – wir haben schnell gelernt, dass der linke als Ein-Aus-Taster dient und der rechte den Auslöser der Kamera darstellt. Kamera? Oben? Richtig: Die Position ist äußerst ungewöhnlich und auch ein wenig ungeschickt – doch dazu später mehr.

Da, wo die meisten anderen Smartphones den Auslöser ihrer Kamera haben, trägt das LG nichts. Die rechte Seite des Geräterahmens aus Kunststoff ist komplett nackt. Das ermöglicht einen Blick auf die Konstruktion: Die obere Hälfte der Seitenverkleidung besteht aus dem bereits bekannten, mit Metallic-Lack versehenem Kunststoff, der links und rechts des Handys abgerundet ist. Übrigens: Der Lack scheint ziemlich kratzfest zu sein. Das ist natürlich noch nicht so gut wie echtes Metall und wird dennoch im Laufe der Zeit Verschleißerscheinungen zeigen, aber immerhin. Die untere Hälfte besteht aus dem hier ebenfalls leicht abgerundeten Akkudeckel. Ganz unten trägt das Gerät lediglich eine kleine Aussparung für das Mikrofon sowie zwei Elemente links und rechts, die wohl nur der Stabilität dienen, aber keine weitere Funktion haben. Der linke Rahmen trägt im oberen Bereich zwei einzelne Taster aus schwarzem Kunststoff, die die Regelung der Lautstärke ermöglichen. Die mechanischen Knöpfe haben allesamt einen ordentlichen Druckpunkt.

Die designtechnische Katastrophe wartet auf der Rückseite. Was, bitteschön, liebe Designer und Entwickler, soll denn das?! Wer es nicht weiß: Historisch hat das Modelabel Prada mit der Verarbeitung von Leder zu tun. Und ja, tatsächlich sehen wir hier einen Leder-Look, die typischen Strukturen und Narben im Material. Aber: Das ist kein Leder. Das ist Plastik! Und das ist definitiv nicht das, was wir von einem 600-Euro-Prada-Handy erwarten. Es sieht solange gut aus, wie man es aus ordentlicher Entfernung betrachtet, und danach einfach zu billig. Genau so fühlt es sich übrigens auch an, und das zerstört einfach das Gefühl von Wertigkeit. Zwar passt das mit 140 Gramm vergleichsweise hohe Gewicht perfekt zur Größe des Geräts, aber während echtes Leder hier die Hand umschmeicheln würde, kratzt das gestanzte Plastik an den Fingern. Vielleicht sind wir hier ja zu empfindlich, aber das ist schlicht nicht das, was wir erwarten. Und daran ändert auch die Tatsache nichts, dass LG das Material nicht Aldi-Plastik nennt, sondern „Prada-typisches Saffiano-Dekor“. An dieser Stelle können wir nur sagen: Setzen, sechs. Echtes Leder hätte das Gerät vielleicht ein paar Euro teurer, aber definitiv erheblich wertvoller gemacht. Wer genau hinsieht, entdeckt auch an anderen Orten leichte „Mehr-Schein-Als-Sein“-Allüren. Beim Blick von oben und unten aufs Gerät beispielsweise gibt es zwischen dem Metallic-Rahmen und dem Akkudeckel einen knapp zwei Millimeter breiten, nach innen versetzten Streifen mit gelochtem Muster. Was hier so nach großflächigen Stereo-Lautsprechern aussieht, ist in Wirklichkeit: Nix. Plastik, auf der Vorderseite gelocht, auf der Rückseite nicht. Der eigentliche Lautsprecher hat seinen Platz unten links auf der Rückseite gefunden, hier gibt es eine kleine Aussparung im Kunststoff. Links vom LG-Logo übrigens, das wie der Leder-Look ins Plastik geschmolzen wurde. Nur der Vollständigkeit halber: Oben links trägt das Handy auf der Rückseite die Linse seiner 8-Megapixel-Kamera samt Foto-LED.

Ausstattung

Nach dieser harschen Kritik dachten wir, dass sich die Autoren des Datenblatts hingegen nicht vor unserer Meinung verstecken müssen. Denn unter der Haube hat das Prada 3 einige zu bieten. Doch die Angaben im Datenblatt sind frech: Während der Gerätespeicher (ROM) mit „8 GB“ angegeben wird, nennt das Unternehmen beim Arbeitsspeicher (RAM) „8 Gb“. 8 GByte Gerätespeicher, das ist ordentlich in Anbetracht der Tatsache, dass es einen zusätzlichen microSD-Speicherkartenslot für die Erweiterung um maximal 32 GByte gibt. Und 8 GByte RAM? Das wäre Rekord! Ist es aber nicht. Der Unterschied liegt in der Größe des Buchstabens „B“. Als großes „B“ steht es für Byte, als kleines „b“ für Bit – also ein achtel Byte. Und damit sind 8 Gb Arbeitsspeicher nicht 8 GByte, sondern 8 GBit und damit 1 GByte. Hier auf einmal die Einheit von Byte zu Bit zu ändern, grenzt an Kundenveralberung. Noch dazu ist es schlicht nicht nötig, denn 1 GByte RAM ist ein Wert, der sich durchaus sehen lassen kann.

Jetzt werfen wir aber endlich den versprochenen Blick unter der Haube. Als Prozessor kommt ein Dual-Core-Chip mit 1,0 GHz von Texas Instruments (OMAP4430) zum Einsatz, dem das besagte Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite steht. Die 8 GByte des internen Speichers teilen sich auf in den Systemspeicher, in dem primär die Apps abgespeichert werden, und in den internen Speicher, der Platz für Fotos, Videos und Musik bietet. Bei unserem Testgerät sind im Werkszustand knapp 4 GByte interner Speicher und gut 2,1 GByte Systemspeicher frei. Der Rest ist für das Betriebssystem und die vorinstallierten Programme reserviert.

Die Kommunikationsausstattung ist auf gehobenem Niveau. Für (fast) weltweite Telefonie steht Quad-Band-GSM zur Verfügung, für die schnelle Datenübertragung ins Handynetz UMTS mit dem Datenturbo HSPA. Kostenlos ins Netz geht es zu Hause, bei Freunden oder im Coffee Shop mit Hilfe von WLAN nach 802.11 a, b, g und n. Die Besonderheit daran ist der a-Standard, der in einem anderen Frequenzband funkt und – entsprechender Access-Point oder WLAN-Router vorausgesetzt – damit besonders für Gebiete mit hoher WLAN-Dichte, etwa in Innenstädten, geeignet ist. Für den Kurzstreckenfunk steht Bluetooth in der aktuellen Version 3.0 zur Verfügung, und fast noch eine Besonderheit ist die NFC-Technik. Dabei ist eine Antenne im Akkudeckel untergebracht, die über eine Distanz von wenigen Zentimetern beispielsweise Kontaktdaten durch Aneinanderhalten zweier Geräte überträgt, Tags einliest oder Bluetooth-Geräte koppelt. In Zukunft soll NFC auch Kredit- und Fahrkarten überflüssig machen: Man hält sein Handy kurz an ein entsprechendes Lesegerät, und fertig. Wem das suspekt ist, der kann die Technik übrigens auch einfach im Einstellungsmenü des Handys abschalten. Außerdem ist noch ein UKW-Radio an Bord.

Die 8-Megapixel-Kamera auf der Rückseite verfügt über eine LED-Fotoleuchte und über Autofokus. Sie nimmt Videos auf Wunsch in Full-HD, also mit 1920 mal 1080 Pixeln bei 30 Bildern pro Sekunde auf.

Besonders stolz ist der Hersteller auf das Display. Es basiert zwar „nur“ auf der LCD-Technik und hat mit 800 mal 480 Pixeln auch „nur“ eine durchschnittliche Auflösung. Zum Vergleich, iPhone 4 und 4S lösen bei deutlich kleinerer Diagonale mit 960 mal 640 Bildpunkten deutlich höher auf, und das Samsung [5] Galaxy Nexus bringt bei 4,65 Zoll 1280 mal 720 Pixel unter. Dafür leuchtet die Prada-Anzeige aber besonders hell. 800 Candela pro Quadratmeter gibt der Hersteller an. In der Praxis ermöglicht das gerade bei direkter Sonneneinstrahlung eine bessere Ablesbarkeit. Mangels perfektem Wetter konnten wir das nicht in aller Ausführlichkeit ausprobieren, aber definitiv ist die Anzeige erfreulich hell und sehr gut zu erkennen.

Software

Kenner der Android-Software wissen bereits seit dem Design-Abschnitt, was einer der Haken des Prada-3-Handys ist: Die Soft-Touch-Tasten unterhalb der Anzeige sind der Beweis dafür, dass das Smartphone noch mit der nicht mehr ganz aktuellen Android-Version 2.3 daherkommt. Inzwischen hat Google [6] mit Android 4.0 alias Ice Cream Sandwich die Handy-Ausführung von Android (Version 2.x) und die Tablet-Variante (Version 3.x) wieder zusammengeführt, und im Zuge dessen sind auch die Hardware-Tasten auf der Front der Geräte verschwunden. Das Bedienkonzept hat sich etwas geändert. und nun werden die nötigen Elemente per Software immer unten im Bild eingeblendet. Ein großes Problem ist das übrigens nicht, wenn man nicht gerade besonders erpicht auf die aktuellste Android-Version ist – zumal LG dieses Mal besonderen Wert auf ein hübsches User-Interface gelegt hat. Außerdem ist das Update auf Android 4.0 bereits angekündigt: Es soll im zweiten Quartal erscheinen.

Das Besondere an der Oberfläche des Prada-Phones ist seine Schlichtheit. Während die meisten anderen Handy-Hersteller viel Zeit und Mühe für bunte Bildchen und flotte Animationen investieren, beschränken sich die Koreaner und Italiener in diesem Fall auf das Minimum. Simple Strichzeichnungen und Symbole informieren schnörkellos über Uhrzeit, Wetter oder Akkustand, und dafür reichen Schwarz, Weiß und eine handvoll Graustufen problemlos aus. Auch die Icons und Widgets sind daran angepasst. Manch einem mag das zu spartanisch sein – und der könnte auch über den Android Market jederzeit ein anderes User-Interface, genannt Launcher, herunterladen. Wir würden das wohl nicht machen – uns gefällt’s. Hier und da kommen zwar dennoch Farben zum Vorschein – etwa bei den Standard-Widgets von Google oder bei Icons von Apps, die von Drittherstellern kommen. Aber auch daran hat LG gedacht. Zumindest bei Verknüpfungen zu Apps auf dem Homescreen kann man nämlich mit einem langen Fingertipp das Symbol austauschen und hat eine Liste von etlichen alternativen Icons zur Auswahl, darunter beispielsweise ein Postkasten, das Googlemail-Icon, Chat-Sprechblasen, Wettersymbole sowie Buchstaben. In der Praxis führt das maximal dazu, dass man keine Widgets von Drittherstellern auf seinem Homescreen platzieren mag – oder zumindest so wenige wie möglich, um den stringenten Look nicht zu zerstören.

Alle wichtigen und üblichen Anwendungen sind bereits vorinstalliert, darunter natürlich der Webbrowser, ein E-Mail-Client, eine Office-Umgebung, eine kleine Bildbearbeitungslösung, MP3- und Videoplayer, Voice-Rekorder, Wecker, Wetter, Google Maps und die Google-eigene Navigationssoftware. Letztere leitet einen kostenlos über die Autobahnen, Voraussetzung für die Nutzung ist allerdings eine Internet-Verbindung. Ohne UMTS-Flatrate geht hier nichts. Für alles weitere steht der Android Market zur Verfügung, in dem sich zigtausende Programme und Spiele aller Kategorien tummeln – viele davon sind gratis.

Leistung

Bereits beim Blick aufs Datenblatt können wir erahnen, dass wir uns beim Prada-Handy nicht mit Ruckeln, Hakeln, Hängen und Gedenkpausen auseinander setzen müssen. Der Dual-Core-Prozessor sorgt samt der ordentlichen Arbeitsspeicher-Ausstattung eigentlich in jeder Situation für flotte Reaktionen. Das zeigt sich auch in den Benchmarkergebnissen. Im Android-Leistungsbenchmark Quadrant kommt das Prada 3 auf 2922 Punkte – das ist fast so viel, wie der derzeitige Rekordhalter Samsung Galaxy S2 erreicht hat (3291 Punkte) und deutlich mehr, als die meisten anderen aktuellen Android-Smartphones erzielen (HTC [7] Sensation: 1906 Punkte). Auf ein ähnliches Ergebnis kommt auch der Browsermark, in dem das Prada-Smartphone 47.282 Punkte erzielt. Das Galaxy S2 liegt hier bei knapp 55.000 Punkten. Allerdings ist das Gerät bei diesem Benchmark auch mit der Konkurrenz aus dem Hause Apple [8] vergleichbar: Das iPhone 4S erreicht hier knapp 87.000 Punkte – und damit fast ein doppelt so gutes Ergebnis.

Der Lautsprecher des Handys tut, was sein Name sagt: Er ist erfreulich laut und kann so auch mal eine kleinere Gruppe beschallen. Allerdings fällt der Klang dabei etwas dünn aus. Na klar, kein Smartphone ist ein Basswunder – dafür mangelt es schlicht am Volumen. Aber es gibt Geräte, die sich hier noch ein Stück besser schlagen. Dafür packt LG aber ordentliche In-Ear-Kopfhörer mit Prada-Aufdruck und außergewöhnlichem Design in den Karton (siehe Fotostrecke). Sie klingen ordentlich, sind in der Lage, kräftige Bässe wiederzugeben und dürften dem etwas anspruchsvollerem Durchschnittshörer durchaus gefallen. Und wer noch höhere Ansprüche stellt, kann dank Standard-Klinkenbuchse auch beliebige andere Schallwandler anschließen.

Leider hatten wir noch nicht genügend Zeit, um den Akkutest abzuschließen. Wir wissen aber jetzt schon, dass das LG in diesem Punkt keinen Rekord aufstellen wird. Eine Kapazität von 1540 mAh ist etwas unterdurchschnittlich und dürfte in Kombination mit dem großen, hellen Display und der auch ansonsten guten Ausstattung wohl dazu führen, dass das Prada 3 bei durchschnittlich-intensiver Nutzung auf jeden Fall täglich an die Steckdose muss.

Die integrierte Digicam kann sich sehen lassen. Sie schießt für eine Handy-Kamera erfreulich detailreiche Fotos und hat eine realistische Farbwiedergabe – nur die sehr kräftigen Farben auf unserem Test-Sheet wirken ein wenig ausgewaschen. Auch schwierige Aufnahmesituationen, etwa im Halbdunklen oder bei Gegenlicht, meistert sie gut. Und in dunklen Umgebungen sorgt die Foto-LED für eine erfreulich starke Aufhellung der Szenerie, wenngleich sie das auch nicht ganz gleichmäßig schafft: Die Bildmitte ist deutlich heller als die Ränder. Aber dennoch können sich die Ergebnisse durchaus sehen lassen. Ähnliches gilt auch für Videoaufnahmen. Schade ist nur, dass der Auslöse-Taster an einer so unglücklichen Position angebracht ist und noch dazu den Autofokus zu umgehen scheint. Zwar knipst die Kamera beim Druck aufs Knöpfchen deutlich schneller als beim Druck auf das Auslöse-Symbol auf dem Touchscreen, aber dafür sind die Fotos häufig unscharf. Der Effekt wird noch dadurch verstärkt, dass man beim Druck auf die kleine Taste an der Seite gerne unabsichtlich am Handy ruckelt und damit das Bild verwackelt.

Fazit

Das Prada Phone 3.0 by LG kann sich sehen lassen. Die Ausstattung ist auf hohem Niveau, es ist erfreulich schnell und verfügt über eine tolle Kamera. Noch dazu packt der Hersteller anständige Kopfhörer ins Paket und hat sich viel Mühe bei der Realisierung einer stimmigen und attraktiven, aber auch sehr spartanischen Oberfläche gegeben. Der große Haken ist die Materialauswahl der Rückseite. Das schwarze Plastik will irgendwie nicht so ganz zum ansonsten guten Eindruck und zum Image der Mode-Marke passen und senkt den Qualitätseindruck. Aber wer sich damit anfreunden kann, bekommt mit diesem Smartphone ein wirklich gutes Gerät – und dabei ist es sogar egal, ob man es aufgrund der Marke kauft oder nicht.

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[1] LG: http://www.cnet.de/unternehmen/lg/

[2] Android: http://www.cnet.de/themen/android/

[3] Unboxing und Hands-on: Prada Phone by LG 3.0 ausgepackt und ausprobiert: https://www.cnet.de/41558736/unboxing-und-hands-on-prada-phone-by-lg-3-0-ausgepackt-und-ausprobiert/?pid=1#sid=41558729

[4] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/

[5] Samsung: http://www.cnet.de/unternehmen/samsung/

[6] Google: http://www.cnet.de/unternehmen/google-inc/

[7] HTC: http://www.cnet.de/unternehmen/htc/

[8] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/