Angetestet: Samsung Galaxy Tab 2 – portables Android-4-Tablet im 7-Zoll-Format

von Andrew Hoyle und Daniel Schraeder am , 19:17 Uhr

Die Galaxy-Tab-Serie von Samsung ist inzwischen schon fast zur Großfamilie erwachsen. Der Opa der koreanischen Android-Tablets, das erste Galaxy Tab im 7-Zoll-Format bekommt nun einen direkten Nachfolger. Wir hatten bereits die Möglichkeit, einen Blick auf ein Vorseriengerät zu werfen.

Das neue Galaxy Tab 2 (7.0) ist wieder mit 7-Zoll-Display ausgestattet, hat unter der Haube einen ordentlich dimensionierten Dual-Core-Prozessor mit 1 GHz Taktfrequenz und bringt die niegelnagelneue Android [1]-Version 4.0 mit dem Codenamen Ice Cream Sandwich mit.

Leider nennt der Hersteller bis dato weder Preisvorstellung noch Erscheinungsdatum. Wir bleiben an der Sache dran.

Design

Leider haut uns die Optik des Tab 2 auf den ersten Blick nicht vom Hocker. Es sieht nicht schlecht aus, hat aber ein etwas dröges Einheitsgesicht – ihm fehlt schlicht das gewisse Etwas. Die Vorderseite wird vom Display dominiert, um das sich ein breiter, wulstiger Rahmen zieht. Das Grau der Rückseite zeigt sich ganz oben und ganz unten minimal auch auf der Front. Das soll wohl helfen, den Koreanern die Anwälte von Apple [2] vom Hals zu halten.

Die Rückseite ist komplett grau gehalten und damit in etwa so spannend wie der Blick in einen Eimer Zement. Lediglich der Samsung [3]-Schriftzug setzt hier minimal Akzente.

Dank des 7-Zoll-Formates passt das Tablet problemlos in die Innentasche von Jacken oder Sakkos und ist damit deutlich besser für den mobilen Einsatz geeignet als die großen 10-Zoll-Touchcomputer, für die fast schon eine eigene Tasche nötig ist. Der Nachteil liegt auf der Hand: Natürlich macht es hier nicht so viel Spaß, einen zweistündigen Film im Zug oder auf dem Sofa zu betrachten – denn die Display-Fläche ist fast exakt halb so groß wie die eines 10-Zöllers.

Mit einer Auflösung von 1024 mal 600 Pixeln liegt das Tablet in etwa auf iPad-2-Niveau, das 1024 mal 768 Bildpunkte anzeigt. Aufgrund der signifikant kleineren Displayfläche erscheint die Darstellung auf dem Galaxy Tab 2 allerdings deutlich schärfer. Auf dem Niveau eines iPhones (960 mal 640 Pixel bei 3,5 Zoll) ist das allerdings nicht. Schade auch, dass Samsung bei dem neuesten Tablet-Spross nicht auf die Super-AMOLED-Technik setzt, sondern ein herkömmliches LCD verbaut. Damit wären beeindruckende Farben und perfekte Blickwinkel sowie Kontraste möglich gewesen.

Ausstattung

Im Inneren des Tablets sorgt ein 1 GHz schneller Dual-Core-Prozessor für den nötigen Vortrieb. Ihm steht 1 GByte Arbeitsspeicher zur Verfügung. Das ist okay, aber im Vergleich des Quad-Core-Monsters Asus Transformer Prime und all den weiteren Quad-Core-Geräten, die wir zum Mobile World Congress [4]noch im Februar erwarten, zieht das neue Samsung nicht die Wurst vom Brot.

Leider hatten wir bislang noch nicht die Gelegenheit, unsere üblichen Benchmark-Tests durchzuführen. Insgesamt hinterlässt das neue Tab 2 aber einen flotten Eindruck. Auch das noch mal flüssiger arbeitende Android 4 trägt hier sicherlich seinen Teil dazu bei.

Der Prozessor des Galaxy Tab reicht problemlos für alle üblichen Aufgaben aus. Surfen im Netz, Angry Birds spielen, Videos betrachten – kein Problem. Allerdings wird wohl mit den leistungsfähigeren Geräten, die dieses Jahr auf den Markt kommen, der Leistungshunger von Apps wie 3D-Spielen steigen. Und dann könnte das Samsung an seine Grenzen kommen.

In Deutschland soll das Gerät wohl in drei Varianten mit 8, 16 oder 32 GByte Speicher auf den Markt kommen. Da alle Varianten über einen internen microSD-Speicherkartenslot zur Erweiterung verfügen, dürfte den meisten Nutzern wohl die kleine Variante ausreichen.

Auf der Rückseite trägt das Tab die Linse seiner 3-Megapixel-Kamera. Wie die meisten Tablet-Digicams erfüllt sie schlicht ihre Arbeit, ist aber definitiv kein Ersatz für eine echte Foto-Kamera. Für Facebook & Twitter reicht’s aber. Zusätzlich gibt es noch eine VGA-Kamera (0,3 Megapixel) auf der Front, die für Videotelefonate und Selbstporträts taugt.

Software

Das Tab 2 ist das erste Samsung-Tablet mit Android 4.0. Die brandaktuelle Version von Googles Mobilbetriebssystem führt die Version 2 für Smartphones und die Version 3 für Tablets nun zusammen zu einer gemeinsamen Ausführung für alle mobilen Begleiter. Sie ist schneller als die bisherige Version und bringt ein paar nette neue Funktionen mit, darunter das Entsperren des Gerätes per Gesichtserkennung – wobei das in der Praxis wohl eher ein Gimmick denn ein Sicherheits-Feature ist.

Samsung hat die hauseigene TouchWIZ-Oberfläche bereits an Ice Cream Sandwich angepasst. Das bedeutet große Social-Network-Widgets namens Hubs auf den Homescreens, sowie die von anderen Geräten der Koreaner her bekannten Anlaufpunkte für Ebooks, Musik und Videos. Während einige dieser Punkte sicherlich begrüßenswert sind, mögen wir solche Anpassungen im Allgemeinen eher nicht. Immerhin lassen sich die Widgets bei Nichtgefallen ja auch mit einem langen Fingertipp entfernen – und dann läuft das Gerät noch einmal spürbar schneller.

Vorläufiges Fazit

Das Galaxy Tab 2 ist auf jeden Fall ein würdiger und längst überfälliger Nachfolger für das erste Samsung-Tablet. In Anbetracht der Ausstattung wird es wohl einen recht interessanten Preispunkt haben, und in Kombination mit der neuen Android-Version könnte allein das schon als Kaufargument dienen. Allerdings warten wir vorerst noch die finalen Testgeräte ab, um uns ein finales Urteil bilden zu können.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41558799/angetestet-samsung-galaxy-tab-2-portables-android-4-tablet-im-7-zoll-format/

URLs in this post:

[1] Android: http://www.cnet.de/themen/android/

[2] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/

[3] Samsung: http://www.cnet.de/unternehmen/samsung/

[4] Mobile World Congress : http://www.cnet.de/themen/mwc/