Software

Die Software spielt eine essentielle Rolle beim Knipsen, Verarbeiten und Verwenden der Aufnahmen aus der Lichtfeld-Kamera. Im Gegensatz zu gewöhnlichen Digicams, die JPEG- oder RAW-Fotos liefern, die sich mit unzähligen verschiedenen Bildbearbeitungsprogrammen nutzen lassen, steht man bei Lytro mit LFP-Aufnahmen da. Dieser Dateityp entspricht dem Lichtfeld-Rohdatenformat, die Dateien lassen sich ausschließlich mit der herstellereigenen Software auf den Rechner übertragen und anschließend zum Teilen weiterverarbeiten. Das hat sowohl Gutes wie auch Schlechtes.

Der gute Teil ist, dass man stets mit den Originaldaten aus der Kamera arbeitet. Und wenn Lytro jetzt ein Update oder neue Bildbearbeitungstools veröffentlicht oder sich eine neue Art und Weise, mit den Aufnahmen zu interagieren, ausdenkt, so profitiert der Nutzer unmittelbar davon. So ist es durchaus denkbar, dass sich die Ergebnisse, die die Kamera derzeit liefert, noch verbessern. Wird die Software besser, werden das auch die Bilder. Ein Beispiel hat der Hersteller bereits genannt: Derzeit ist es beispielsweise noch nicht möglich, ein Bild komplett im Fokus zu haben. Ein Update, das noch in der ersten Jahreshälfte 2012 folgen soll, wird das ändern. Außerdem hat Lytro auch ein Update angekündigt, mit dem sich die Perspektive leicht verändern lässt, indem der Nutzer einfach das Bild mit der Maus hin- und herschiebt. Damit einher geht ein 3D-Effekt.

Das Problem ist jetzt jedoch, dass man auf Gedeih und Verderb Lytro ausgeliefert ist. Welche Möglichkeiten es zur Bildbearbeitung gibt und wann sie kommen, beschließt der Hersteller, und sonst niemand. Die Software erfordert aktuell Mac OS X in der Version 10.6.6 oder neuer – eine Windows-Ausführung gibt es noch überhaupt nicht. Sie ist zwar in Entwicklung, doch Windows-Nutzer stehen derzeit noch im Regen und können mit ihrem Rechner noch nicht einmal ihre Fotos von der Kamera herunterziehen, um sie später zu verwenden. Ohne Mac geht derzeit gar nichts.

Außerdem fällt die Desktop-Software zum Übertragen, Verwalten und Hochladen der Fotos sehr rudimentär aus. Sie ist auf der Kamera vorinstalliert. Stöpselt man die Kamera zum ersten Mal an einem Mac an, so startet die Installationsroutine automatisch. Nachdem eine einzige LFP-Datei gerne mal 16 MByte groß ist, kann das Übertragen durchaus etwas Zeit in Anspruch nehmen. Und oft genug auch unnötig viel Zeit. Denn leider gibt es vor dem Übertragen der Aufnahmen keine Thumbnails zu sehen, und wenn man nur ein einziges Bildchen schnell teilen möchte, muss man jedes Mal alle Aufnahmen auf den PC kopieren – oder einzeln auf dem Mini-Display der Lichtfeldkamera die unerwünschten Fotos löschen. Beides macht keinen großen Spaß.

Sobald die Bilder in der Bibliothek enthalten sind, lassen sie sich endlich betrachten, nach Belieben refokussieren und dann schließlich auch teilen. Es stehen der Upload auf Lytro und Facebook zur Auswahl. Sobald die Aufnahmen auf Lytro.com hochgeladen sind, gibt es die Möglichkeit, sie auf Facebook, Twitter oder Google+ zu teilen. Per Knopfdruck spuckt Lytro auch einen Embed-Code zum Einbetten der Bilder in Blogs und Webseiten aus. Als Fokuspunkt übernimmt die Software bei den geteilten Aufnahmen übrigens die zuletzt in der Software getroffene Einstellung. So hat der Fotograf die Möglichkeit, den Ausgangspunkt zum Entdecken des lebendigen Fotos festzulegen.

Eine Option zum Bearbeiten der Aufnahmen mit einem beliebigen Programm gibt es dann doch. Die Lytro-Software bietet nämlich die Möglichkeit, die Aufnahmen als 1080 mal 1080 Pixel großes JPEG-Bild zu exportieren. Diese 1-Megapixel-Bildchen eignen sich allerdings bestenfalls für Facebook & Co., insbesondere wenn die Lichtverhältnisse nicht besonders gut sind. Die mit der Light Field Camera geschossenen Bilder leben davon, dass sie sich nachträglich scharfstellen lassen.

Leistung

Über die Geschwindigkeit der Lytro-Kamera gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Im Alltags-Modus löst die Kamera sofort aus. Ein Druck auf den Auslöser schaltet die Digicam ein, und etwa eine Sekunde später ist sie aufnahmebereit und schießt quasi verzögerungsfrei. Im Kreativmodus, wo der Fotograf den Fokuspunkt festlegen kann, pumpt das Objektiv manchmal ein wenig durch die Gegend, was etwas dauern kann und gelegentlich auch mal zu keinem Ergebnis führt. Hier hilft es dann, noch einmal auf das Motiv zu tippen. Wer in diesem Modus fotografiert, sollte allerdings auch ein wenig Zeit mitbringen.

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