Bildqualität

Die Fotoqualität der Lytro-Kamera zu bewerten, ist alles anderes als leicht. Wer mit der Bildqualität eines iPhone 4S oder anderen Highend-Smartphones zufrieden ist, wird auch hier nicht viel zu meckern haben. Unterm Strich bewegen sich die Aufnahmen in puncto Bildrauschen ungefähr auf einem Niveau mit günstigen Einsteiger-Digicams oder besseren Handy-Kameras. Je mehr Licht vorhanden ist, desto besser sehen die Fotos aus. Je weniger Licht, desto stärker ist das Bildrauschen.

Das mit F2.0 sehr lichtstarke Objektiv ist hier definitiv eine Hilfe. Und nachdem die Blendenöffnung über den gesamten Zoombereich hinweg konstant ist, kommt auch bei höheren Brennweiten noch vergleichsweise viel Licht auf dem Sensor an. Typischerweise nimmt die Lichtstärke mit höheren Brennweiten deutlich ab. Andererseits verfügt die Lytro-Kamera über keinen Bildstabilisator. Man muss die Kamera also – insbesondere nach dem Hineinzoomen – ruhig halten, möchte man unverwackelte Fotos haben.

Die lebendigen Fotos erlauben es zwar, auf verschiedene Bildteile des Fotos zu fokussieren. Aber unterm Strich wirken die Aufnahmen nie komplett scharf. Die einzige Ausnahme stellen hier im Kreativmodus geschossene Makrofotos dar.

Unser größter Kritikpunkt an der Bildqualität ist die Tatsache, dass es keine Möglichkeit gibt, irgendwelche Aufnahmeparameter außer der Belichtung anzupassen. Am schmerzlichsten vermissen wir eine Weißabgleich-Einstellung. Bei Glühlampen- und Leuchtstoffröhren-Beleuchtung liegt die Kamera nämlich gewaltig daneben. Außerdem bietet auch die Software lediglich die Möglichkeit, die Aufnahmen zu drehen und Text hinzuzufügen – das war’s. Farben und Belichtung anpassen, Aufnahmen zuschneiden, in Schwarzweiß umwandeln oder Filter und Effekte auf die Fotos anwenden? Fehlanzeige.

Fazit

Die Lytro Light Field Camera zu bewerten, ist alles andere als einfach. Schließlich macht die Kamera genau das, was der Hersteller verspricht. Gleichzeitig redet der Hersteller auch viel darüber, was mit der Lichtfeldtechnologie noch alles möglich ist, verzichtet aber darauf, irgendwelche Versprechen zu machen, wann welches Feature kommen wird. Das ist sicherlich fair, denn niemand wartet gerne auf irgendwelche Funktionen, die letztendlich doch nie kommen. Aber jetzt umgerechnet rund 300 Euro zu investieren, erfordert so auch jede Menge Gottvertrauen, dass Lytro seine Kamera samt Software in eine Richtung weiterentwickelt, die den eigenen Wünschen und Vorlieben entspricht. Aber so sieht es wohl aus, das Leben als Early Adopter.

Wer also unterm Strich eine Kamera braucht, die einfache Schnappschüsse einfängt, Full-HD-Videos aufzeichnet, riesige JPEG-Fotos liefert oder viel Bildqualität bei wenig Licht bietet – davon gibt’s tonnenweise auf dem Markt. Wer allerdings ein gadgetverrückter Mac-Nutzer mit dickem Geldbeutel ist, der stets die neueste Technologie haben und sich in ein völlig neuartiges Feld der Fotografie einarbeiten möchte, wird hier möglicherweise die Digicam seiner Träume finden. Dem Rest der Menschheit legen wir schlicht und ergreifend ans Herz, noch etwas zu warten.

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