Neue Funktionen

Neben dem pixelgewaltigen Display gibt es noch eine ganze Reihe weiterer erwähnenswerter Neuerungen. So hat Apple beispielsweise den Prozessor verbessert, der jetzt auf den Namen A5X hört. Wie die A5-CPU des iPad verfügt auch der neue Chip über zwei Rechenkerne. Das „X“ im Namen bedeutet jedoch, dass der Grafikprozessor jetzt auf vier Rechenkerne zurückgreift. Angesichts der vervierfachten Pixelzahl erscheint das als sinnvoller Schritt. In der Praxis laufen Spiele und andere grafiklastige Anwendungen ebenso flott und flüssig wie eh und je.

Entgegen aller Erwartungen hat Apple den Sprach-Assistenten Siri nicht auf das neue iPad übertragen, jedenfalls nicht vollständig. Die Diktierfunktion hat es auf das Tablet geschafft, aber das war’s dann auch. Wer Sushi-Restaurants in der näheren Umgebung finden möchte, muss mit den Fingern auf dem Display herumdrücken – wie ein Neanderthaler.

Dennoch: Die Diktierfunktion ist ein willkommenes Feature und beim schnellen Verfassen von E-Mails durchaus eine Hilfe sein. Die Genauigkeit lässt allerdings etwas zu wünschen übrig. Wie die Autokorrektur ist auch die Spracherkennung nicht unfehlbar.

Zu guter Letzt verfügt das neue iPad noch über eine überarbeitete Kamera auf der Rückseite, die der Hersteller iSight-Kamera nennt. Gegenüber der 0,7-Megapixel-Knipse des iPad 2 hat das neue 5-Megapixel-Modell einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht. Wer sich durch die Informationen auf der Apple-Webseite geklickt hat, wird vermutlich auch über die Explosions-Animation des Fünf-Linsen-Objektivs gestolpert sein, das auch beim iPhone 4S Verwendung findet. Unterm Strich bleibt festzuhalten: Die Bildqualität der integrierten Kamera ist für ein Tablet außergewöhnlich gut. An der Tatsache, dass man beim Fotografieren mit dem iPad total bescheuert aussieht, ändert das jedoch nichts.

Wenig gesprächig: Das neue iPad der dritten Generation unterstützt kein Siri.
Wenig gesprächig: Das neue iPad der dritten Generation unterstützt kein Siri.

Alte Funktionen

Bei all den Neuerungen darf man auch die Funktionen, die die beiden älteren iPads unschlagbar gemacht haben, nicht vergessen. Ganz wichtig ist hier die Usability: Wer schon einmal ein iPhone oder einen iPod Touch in den Fingern hatte, wird sich hier sofort wie Zuhause fühlen. Ab Werk finden sich auf dem Tablet die wichtigsten Anwendungen, die es auch auf dem iPhone gibt, darunter die Apple-Apps für Surfen, E-Mail, Maps, Fotos, Musik, Video und YouTube. Über den integrierten App Store lassen sich quasi beliebig viele Anwendungen für nahezu jeden nur erdenklichen Einsatzzweck nachinstallieren. Wer bereits Apps für das iPhone oder den iPod Touch gekauft hat, kann diese außerdem auf das iPad übertragen.

Auf dem allerersten iPad liegt das iOS-Betriebssystem in der Version 3.2. Mit heutigen Maßstäben gemessen wirkt das gerade einmal zwei Jahre alte OS wie ein Dinosaurier. Es gab es Multitasking, und Apps ließen sich nicht in Verzeichnissen organisieren. Auch die Unterstützung fürs Drucken und für kabelloses AirPlay-Streaming von Musik, Videos und Fotos schafften es erst im November 2010 auf das Gerät.

Das neue iPad wird mit der iOS-Version 5.1 ausgeliefert. Mit an Bord sind hier neue Features wie iMessage, Newsstand, Notifications und Twitter-Integration. Außerdem verbindet sich das iPad 3 ab Werk mit Apples kostenlosem iCloud-Online-Backup-Service.

Eines hat sich allerdings immer noch nicht verändert: Das iPad beherrscht auch im Jahr 2012 kein Flash. Damit bleiben manche Ecken des World Wide Webs auch in diesem Jahr für iPad-Benutzer schlichtweg nicht erreichbar. Man muss Apple allerdings zu Gute halten, dass selbst der Flash-Macher Adobe der Ansicht ist, dass HTML5 der bessere Weg ist, Inhalte auf mobilen Geräten darzustellen. Unterm Strich verbiegt sich eher das Internet für eine verbesserte Kompatiblität zum iPad als andersherum. Die mangelnde Flash-Unterstützung wird jedenfalls mit jedem Jahr belangloser.

Was die Ausstattung angeht, so liegt der Safari-Browser des iPad auf einem Niveau mit dem, was sich bei den besten Rivalen findet. Mit Googles jüngsten Verbesserungen des Chrome-Web-Browsers bei Android 4.0 sieht sich Apple hier einem ebenbürtigem Konkurrenten gegenüber. Was das subjektive Surferlebnis angeht, so hat der Konzern aus Cupertino dennoch die Nase vorne. Der Grund hierfür ist das Retina-Display, das Text einfach absolut messerscharf abbildet. Egal ob Facebook, CNET oder die New York Times, Webseiten sehen wir gedruckt aus.

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Neues Apple iPad 3 im Test: gigantisches Display, unbrauchbares LTE und mehr

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *