4G – beziehungsweise nicht

Wer das iPad nicht nur in den eigenen vier Wänden, sondern auch unterwegs einsetzen möchte, sollte sich das iPad mit integriertem „4G-Modem“ näher ansehen. Der Aufpreis beträgt 120 Euro gegenüber der ausschließlich mit WLAN ausgestatteten Version. Allerdings gibt es für Europa einen deftigen Dämpfer: Denn das 4G- beziehungsweise LTE-Modem ist hierzulande nutzlos. Denn in Übersee setzt der letzte Mobilfunkstandard auf andere Frequenzen, und das iPad der dritten Generation unterstützt lediglich diese. In Deutschland bewegt man sich also mit „nur“ Dual-Channel-HSPA durchs Internet, was – jedenfalls auf dem Papier – immer noch recht flotten 42 MBit pro Sekunde entspricht.

Eine andere Frage ist natürlich, ob man die Internetverbindung überhaupt benötigt – hier scheiden sich die Geister. Wer ausschließlich auf der Couch surft, kann sich den Aufpreis und die neun Gramm Extra-Gewicht getrost sparen. Wer jedoch viel unterwegs ist und sein Smartphone nicht ständig im energiezehrenden Hotspot-Betrieb laufen lassen möchte, sollte durchaus das 4G-Modell in Betracht ziehen. Wer sich die integrierte Internetverbindung leistet, hat jedenfalls – abgesehen vom Preis und dem marginalen Extra-Gewicht – keine Nachteile.

Ein weiterer Vorteil der 4G-Version ist der integrierte A-GPS-Receiver. So lässt sich das Apple-Tablet auch als Navigationshilfe nutzen. Das WLAN-Modell kann die eigene Position nur grob mit Hilfe umliegender WLAN-Netze ermitteln. Das funktioniert aber eben nur, wenn tatsächlich Drahtlos-Netzwerke in Reichweite sind und ist eben ziemlich ungenau. Wer das iPad also lediglich in den eigenen vier Wänden und nur selten außer Haus nutzt, kann sich das Geld sparen und ein WLAN-Modell kaufen.

iPad als E-Reader

Was die Auswahl an E-Books im iTunes-Store angeht, hinken wir in Deutschland leider noch hinter den USA hinterher. Die Auswahl an deutschsprachigen Büchern ist im Apple-Store eher durchschnittlich. In Übersee hat Apple Verträge mit den wichtigsten Verlängen und ist damit besser aufgestellt. Immerhin: Das iPad kommt auch mit PDFs aus anderen Quellen mühelos zurecht, und über weitere Apps, beispielsweise Amazons Kindle-App, kommt noch mehr Material auf das Tablet. Unterm Strich ist man damit dann doch gut versorgt.

Im direkten Vergleich mit seinem papierbasierten Urahnen oder dedizierten E-Ink-Readern muss sich das iPad dann allerdings immer noch geschlagen geben. Es ist mit 650 Gramm fast viermal schwerer als ein Kindle, und der Bildschirm ist trotz der hervorragenden Darstellung bei direktem Sonnenlicht schwer zu erkennen. Ein weiterer Punkt ist die Akkulaufzeit: Nachdem die E-Ink-Displays von Kindle & Co. nur beim Umblättern der virtuellen Seiten Strom verbrauchen, bieten sie oftmals eine wochenlange Akkulaufzeit. Beim iPad dagegen gehen nach zehn Stunden die Lichter aus. Natürlich darf man hier aber auch einfach nicht vergessen, dass das Apple-Tablet eben auch meilenweit mehr kann als nur E-Books.

Im direkten Vergleich zu Amazon Kindle & Co. kommt das iPad deutlich sperriger und schwerer daher. Trotzdem ist es ein beliebter E-Book-Reader.
Im direkten Vergleich zu Amazon Kindle & Co. kommt das iPad deutlich sperriger und schwerer daher. Trotzdem ist es ein beliebter E-Book-Reader.

iPad und Gaming

Ob eine einfache Runde Scrabble oder ein ausgedehnter GTA-3-Marathon: Das iPad macht als Spielekonsole eine hervorragende Figur. Und die Kombination aus Quad-Core-Grafikeinheit und Retina-Display legt bei der dritten Generation des Apple-Tablets noch einmal kräftig nach.

Selbst alte Spiele sehen auf dem neuen iPad deutlich besser aus. Sie werden nicht – wie es früher beim iPhone einmal der Fall war – lieblos in die Länge gezogen und deformiert, um sich der höheren Auflösung anzupassen. Spiele, die auf dem iPad 2 toll aussiehen, beispielsweise Cut the Rope, Infinity Blade und Fruit Ninja, wirken auf dem Nachfolger, als hätte sich ein Nebel gelichtet. Klar, das Tablet skaliert und interpoliert hier die Auflösung hoch. Wir können aber trotzdem keine Artefakte oder andere Störungen entdecken. Alles sieht gestochen scharf aus.

Und was Titel angeht, die für die höhere Displayauflösung des neuen iPads bereits optimiert wurden: Hier nimmt man sich am besten erst einmal einen Tag Urlaub. Bei Spielen wie Sky Gamblers: Air Supremacy oder Mass Effect 3 Infiltrator möchte man meinen, man säße vor der XBox 360. Was allerdings nach wie vor fehlt, sind mechanische Bedienelemente, die ernsthafte Gamer davor bewahren dürften, dem iPad vollends zu verfallen. Und so haben die PS Vita und Nintendos 3DS immer noch eine Daseinsberechtigung.

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