Fazit

Eigentlich lautete die Frage dieses Testberichts niemals: „Ist die D800 eine großartige Kamera?“ Denn bei Nikon müsste schon einiges schieflaufen, dass die Antwort „Nein“ lautete. Die Frage ist viel eher, ob die D800 eine signifikant bessere Kamera als die D700 ist – und ob sie gut genug ist, den Wechsel von einem anderen System beziehungsweise den deftigen Aufpreis von den APS-C-Kameras zu rechtfertigen. Die Antworten sind: „ja“, „kommt drauf an“ und „vielleicht“.

Die Nikon D800 ist deutlich besser als ihre drei Jahre alte Vorgängerin D700. Die einzige Ausnahme ist hier die Serienbildgeschwindigkeit. Die Bildqualität hat sich deutlich gesteigert, was angesichts der Fortschritte in der Rauschunterdrückungs- und Sensortechnologie aber auch quasi unumgänglich ist. Außerdem bietet das neuere Modell zahlreiche zeitgemäße Verbesserungen und Neuerungen in puncto Design und Ausstattung mit. Dennoch: Wer auf der Suche nach seiner ersten Nikon-Vollformat-Kamera ist, bei einem Preisunterschied von rund 1000 Euro kräftig schlucken muss und keinen gesteigerten Wert auf eine Videofunktion legt, erhält mit der D700 immer noch eine ausgezeichnete Kamera. Insbesondere dann, wenn die Preisdifferenz in ein hochwertiges Objektiv einfließt.

Leider hatten wir bislang nicht die Gelegenheit, die EOS 5D Mark III zu testen. Ob die Zeit gekommen ist, das Canon-Equipment auf eBay zu verschleudern, können wir daher noch nicht sagen. Fest steht allerdings, dass die D800 der drei Jahre alten 5D Mark II bei mittleren und hohen ISO-Empfindlichkeiten den Schneid abkauft – was, wie gesagt, angesichts der Fortschritte der letzten Jahre aber keine große Überraschung ist. Im Videomodus kann die 5D Mark II aber erstaunlich gut mithalten.

Und lohnt es sich schließlich, 2900 Euro für eine Vollformatkamera auszugeben, wenn ein halb so teures APS-C-Modell möglicherweise ebenfalls ausreicht? Die Frage ist schwer zu beantworten, solange Nikon noch keine Nachfolgerin für die D300s präsentiert hat. Schließlich bezahlt man bei der D800 dann nicht nur für das Gehäuse, sondern auch für die dazu passenden Objektive, die den größeren Sensor überhaupt bedienen können. Die Vollformat-Fotografie hat ihren Reiz – insbesondere bei Begleiterscheinungen wie den riesigen, extrem komfortablen Suchern und nicht zuletzt auch der sehr selektiven Tiefenschärfe. Unterm Strich wird es aber wohl vielen Personen sehr schwer fallen, die Fotos zwischen einer Vollformatkamera und einer sehr guten APS-C-Kamera auseinanderzuhalten.

Für alle profesionellen Nikon-Fotografen, die auf die Extra-Power der D4 verzichten können, sich aber unter allen Umständen die bestmögliche Bildqualität wünschen, ist die D800 ein absolutes Must-Have.

Aufnahmegeschwindigkeit (in Sekunden)
(kürzere Balken bedeuten bessere Leistung)

Zeit bis zur ersten Aufnahme   
Zeit zwischen zwei Aufnahmen (RAW)   
Zeit zwischen zwei Aufnahmen (JPEG)   
Auslöse- verzögerung (Zwielicht)   
Auslöse- verzögerung (Tageslicht)   
Nikon D800

0.1 
0.3 
0.3 
0.4 
0.2 
Canon EOS 5D Mark II

0.3 
0.4 
0.4 
0.6 
0.3 
Nikon D700

0.2 
0.5 
0.4 
0.6 
0.3 

Serienbildgeschwindigkeit (in Fotos pro Sekunde)
(längere Balken bedeuten bessere Leistung)
Nikon D700

4.9 
Nikon D800

3.9 

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Eine Kommentar zu Nikon D800 im Test: Spiegelreflexkamera mit gewaltigen 36 Megapixeln im Vollformat

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