Ausführlicher Testbericht: Samsung Galaxy Tab 7.7 mit AMOLED-Display

von Daniel Schraeder und Eric Franklin am , 18:57 Uhr

Pro
  • tolles Display mit kräftigen Farben und beeindruckenden Schwarzwerten
  • extrem dünn
  • hohe Leistung im Gaming-Bereich
  • IR-Sender für Universal-Fernbedienungs-Funktionen
Con
  • hoher Preis
  • weder USB- noch HDMI-Anschluss
  • nur über das Ausland zu beziehen
Hersteller: Samsung Listenpreis: nicht in Deutschland erhältlich
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,7 von 10 Punkte
Fazit:

Das Samsung Galaxy Tab 7.7 ist superschnell und hat ein Wahnsinnsdisplay - aber es ist derzeit in Deutschland nicht erhältlich. Schade, denn es gefällt uns wirklich gut. Aber der Import lohnt sich nur für echte Fans und Technik-Geeks.

Die Neuauflage des „kleinen“ Android-Tablets von Samsung ist minimal gewachsen: Das neue Galaxy Tab 7.7 hat eine etwas größere Anzeige als sein Vorgänger. Viel interessanter ist aber die Tatsache, dass es zu den ersten Tablets mit AMOLED-Display gehört. Ob der Monitor auch im Tablet-Format überzeugt und ob der Rest des Geräts mithalten kann, zeigt der ausführliche Testbericht.

Samsung [1] hat das Galaxy Tab 7.7 – und damit das erste Android [2]-Tablet mit AMOLED-Display – auf der IFA im letzten Sommer in Berlin gezeigt. Zumindest am Anfang der Messe, denn relativ schnell verschwanden die Geräte aufgrund der Patentstreitigkeiten mit Apple [3] vom Samsung-Stand.

Inzwischen ist das knapp 8 Zoll große Tablet in den USA erhältlich. Unsere Kollegen von CNET.com haben es bereits ausführlich unter die Lupe genommen. Nach Deutschland kommt es derzeit nicht, oder zumindest nicht offiziell: Es lässt sich über Umwege aus dem Ausland importieren. Doch das ist aufgrund von Zoll, Steuern und Porto kein billiger Spaß und lohnt sich somit nur für echte Technik-Fans.

Design

Auf den ersten Blick fällt die extrem dünne Bauhöhe des 7,7 Zoll großen Galaxy Tabs auf. Gut 9 Millimeter ist es dick, also auf dem Niveau aktueller Smartphones – wirkt aber aufgrund der weit größeren Displayfläche sogar noch dünner. Im Vergleich zum 7,0 Zoll großen Vorgänger ist das neue Tablet der coolere, attraktivere Bruder. Der, der immer zu den Partys eingeladen wird. Dazu trägt in diesem Fall zwar weniger eine coole Frisur ihren Teil bei als mehr eine attraktive Aluminium-Rückseite anstelle von schnödem Plastik.

Neben den üblichen Elementen am Gehäuse, darunter Ein-Aus-Taster, Wippschalter zur Regelung der Lautstärke, Kopfhörerbuchse und Mikrofoneingang sowie Dock Connector gibt es auch zwei erfreuliche Besonderheiten: Das Gerät verfügt über Stereo-Lautsprecher und über eine Infrarot-Sendediode, die es zur Universalfernbedienung macht. Außerdem haben die Entwickler an der Unterseite noch einen SIM-Karten-Slot integriert.

Die Rückseite trägt in der linken, oberen Ecke die Linse der 3-Megapixel-Kamera mit zugehöriger Foto-LED. Eine weitere Kamera mit einer Auflösung von 2 Megapixeln hat ihren Platz im Rahmen auf der Oberseite gefunden. Wie bei Samsung üblich gibt es leider keinen HDMI-Port – wer sein Tablet an den Fernseher anschließen möchte, benötigt einen Adapter oder ein Dock mit entsprechendem Ausgang aus dem Zubehörhandel.

Software

Schade, das neue Android 4 alias Ice Cream Sandwich kommt hier nicht zum Einsatz – und auch einen Zeitpunkt für das Update haben die Koreaner noch nicht angekündigt. Stattdessen läuft die Version 3.2 (Honeycomb) des Google [4]-Betriebssystems auf dem Tablet. Das ist okay, aber neuer wäre natürlich besser.

Wie üblich hat Samsung das hauseigene TouchWiz-User-Interface über die Standard-Oberfläche von Google gelegt. Beim Tablet unterscheidet es sich nicht großartig vom blanken Android – nur hier und da haben die Entwickler noch ein paar zusätzliche Funktionen integriert. Mit dabei sind die ebenfalls Samsung-eigenen Apps AllShare, Media Hub, Social Hub und der eigentlich unnötige, aber immer noch propagierte zusätzliche App-Store Samsung Apps.

Die wohl interessanteste Eigenart der TouchWiz-Oberfläche auf dem Galaxy Tab ist eine kleine App-Leiste im unteren Bereich des Bildschirms. Wer hier tippt, bekommt Verknüpfungen zu häufig genutzten Anwendungen zu sehen – darunter Taschenrechner, Notizblock, Kalender, MP3-Player und Uhr. Außerdem gibt es noch einen Task-Manager, der das Schließen von Apps ermöglicht, die nicht mehr reagieren.

Peel-Fernbedienung

Interessant ist die Möglichkeit, das Galaxy Tab mit seiner Infrarot-Sendediode als Universalfernbedienung für den Fernseher oder das Heimkino zu Hause einsetzen zu können. Eine ähnliche Funktion haben wir bislang nur beim Sony [5]-Tablet P1 gesehen. Vorinstalliert ist eine Anwendung namens Peel, die diesen Zweck übernimmt.

Zur Konfiguration gibt es einen Assistenten, der den Nutzer Schritt für Schritt durch die Optionen führt. Dabei werden alle Geräte angelernt, darunter Fernseher, AV-Receiver und Kabel- oder Sat-Receiver. Darüber hinaus fragt die App zumindest in den USA noch nach der Postleitzahl des Nutzers, um darüber die Senderliste zusammenzustellen. Daraus baut das Galaxy Tab eine interaktive Programmzeitschrift, die es auf dem Tablet-Display einblendet. Sie lässt sich nach Kategorien und Shows durchsuchen, markiert Favoriten des Nutzers und so weiter – aber ob dieser Service auch in Deutschland funktioniert, konnten wir nicht herausfinden. Eine Antwort von Samsung zu diesem Thema steht noch aus. Cool ist diese Funktion auf jeden Fall – und unter Garantie besser als jede Universalfernbedienung mit vermeintlicher Intelligenz.

Ausstattung und Leistung

Unter der Haube bringt das Galaxy Tab den hauseigenen Exynos-4210-Prozessor mit – ein Dual-Core-Chip mit 1,4 GHz. Dazu gibt es 1 GByte Arbeitsspeicher und 16 GByte Flash-Speicher. Natürlich sind neben UMTS WLAN nach 802.11n, Bluetooth 2.1+EDR und GPS an Bord. Ja genau: Bluetooth 2.1. Fast verwunderlich eigentlich bei Samsung, schließlich legen die Koreaner doch gerade bei Funkstandards häufig die Messlatte ein gutes Stück nach oben.

Das 7,7 Zoll große AMOLED-Display setzt immer noch Maßstäbe. Und ja, das sagen wir auch noch, obwohl das neue iPad [6] schon erhältlich ist. Diese wahnsinnigen Kontraste und diese kräftigen Farben, das gibt’s eben nicht bei LCD-Panels – und da kann auch die noch so hohe Auflösung des iPads nichts dran ändern.

Obwohl die Anzeige mit 1280 mal 800 Pixeln natürlich signifikant weniger Bildpunkte anzeigt als die des iPad wirkt sie dennoch extrem scharf und stellt Text und Bilder klar dar. Dabei darf man natürlich nicht vergessen, dass die Anzeigefläche auch deutlich kleiner ist. Unterm Strich können wir auf jeden Fall sagen, dass das Galaxy Tab 7.7 das beste Display hat, das uns je bei einem Android-Tablet untergekommen ist. Dazu passt der empfindlich reagierende, kapazitiv arbeitende Touchscreen bestens.

Die Rechenleistung des Samsung-Exynos-Prozessors liegt laut Benchmarks übrigens zwischen der des Tegra-2- und der des Tegra-3-Chipsatzes von Nvidia. Damit ist nicht allerhöchstes Niveau erreicht, aber das braucht man ohnehin nur für sein Ego und für die Theorie. In der Praxis reagiert das Galaxy Tab so flott, dass es eine wahre Freude ist.

Nicht ganz so überzeugt uns hingegen die Frontkamera. Aufnahmen, egal ob Fotos oder Videos, sehen immer ein bisschen so aus, als wäre ein Schmierfilm auf der Linse. Wir haben geputzt und geschrubbt, aber dieser Effekt bleibt. Die Kamera auf der Rückseite macht ihren Job da schon signifikant besser, allerdings erscheinen die Fotos etwas übersättigt: Die Farben wirken unnatürlich und zu intensiv.

Der Akku hat uns auf Anhieb problemlos über den Tag gebracht. Sobald wir unsere Tests abgeschlossen haben, aktualisieren wir diesen Beitrag in diesem Punkt.

Fazit

Flach, angenehmer Formfaktor, gute Ausstattung: So können wir uns ein Android-Tablet als erfolgreichen Konkurrenten zum iPad durchaus vorstellen. Wenn dann noch, wie in diesem Fall, ein flotter Dual-Core-Prozessor mit ordentlicher Spieletauglichkeit sowie ein überragendes Display dazukommen, scheint das Produkt perfekt zu sein.

Wären da nicht noch die Haken. Okay, USB- und HDMI-Anschlüsse hat das iPad auch nicht. Aber der ohnehin schon hohe Preis und die Tatsache, dass man das Gerät in Deutschland nicht offiziell erwerben kann, sondern ein Import aus dem Ausland nötig ist, sind echte Spielverderber. Wirklich empfehlen können wir das Gerät unter diesen Bedingungen nicht. Aber wer es ohnehin bestellen oder aus dem Urlaub mitbringen möchte, sollte sich keinesfalls davon abbringen lassen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41563541/ausfuehrlicher-testbericht-samsung-galaxy-tab-7-7-mit-amoled-display/

URLs in this post:

[1] Samsung: http://www.cnet.de/unternehmen/samsung/

[2] Android: http://www.cnet.de/themen/android/

[3] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/

[4] Google: http://www.cnet.de/unternehmen/google-inc/

[5] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[6] neue iPad: https://www.cnet.de/tests/handy/41563227/testbericht/neues_apple_ipad_3_im_test_gigantisches_display__unbrauchbares_lte_und_mehr.htm