Bei den Bedienelementen auf der Rückseite gibt es keine Überraschungen. Rechts unten an der Kamera sitzt ein Vier-Wege-Pad mit mittiger Ok-Taste, das neben der Navigation durch die Menüs auch zum Aufrufen der Einstellungen von ISO-Empfindlichkeit, Blitz, Weißabgleich und Selbstauslöser beziehugnsweise Serienbildmodus dient. Links daneben befinden sich in vertikaler Reihe vier Buttons für Fokus- und Belichtungsspeicher, zum Wechseln in den Wiedergabemodus sowie zum Aufrufen der wichtigsten Aufnahmerelevanten Parameter und des Hauptmenüs.

Die mit "Info" beschriftete Taste passt nicht etwa die auf dem Display dargestellten Informationen an, sondern ruft ein Schnellmenü mit den wichtigsten aufnahmerelevanten Einstellungen auf.
Die mit „Info“ beschriftete Taste passt nicht etwa die auf dem Display dargestellten Informationen an, sondern ruft ein Schnellmenü mit den wichtigsten aufnahmerelevanten Einstellungen auf.

Am meisten am Design regt uns die schlaffe Gummiabdeckung für den SD-Kartenslot und die USB- sowie HDMI-Anschlüsse auf. Sie ist sehr schwierig und nur unter Zuhilfenahme beider Hände zu schließen. Außerdem sehen die beiden Gummihäkchen, die die Abdeckung am Gehäuse befestigen, sehr windig aus und wirken nicht gerade wie für die Ewigkeit gemacht. Immerhin befindet sich der SD-Kartenslot noch unter einer weiteren Abdeckung. Und: Im Gegensatz zu den allermeisten kompakten Systemkameras sitzt bei der Pentax K-01 der Kartenslot nicht unten, sondern seitlich am Gehäuse. Damit lässt sich das Speichermedium auch dann einfach wechseln, wenn die Digicam auf einem Stativ oder einer Stativplatte montiert ist.

Leider ist der Bildschirm der Pentax K-01 nicht beweglich aufgehängt. Angesichts der Anschaffungskosten von rund 700 Euro wäre das durchaus angebracht gewesen. Zumal die ziemlich dicke Kamera keine platzbedingte Ausrede vorweisen kann, dass kein elektronischer Sucher an Bord ist. Nicht einmal optional lässt sich ein Sucher anbringen – der Zubehörschuh ist dafür schlicht nicht ausgestattet. Immerhin: Das Display ist 3,0 Zoll groß, mit 640 mal 480 Pixeln (921.000 Subpixeln) erfreulich hochauflösend und hell. Bei hellem Sonnenschein ist es aber trotzdem sehr schwierig, auf der Anzeige etwas zu erkennen. Die einzige Rettung ist hier dann die Peaking-Funktion, die langsam von den Camcordern zu den Digitalkameras überschwappt. Hier markiert die Kamera während des Fokussierens Kanten in scharfen Bildbereichen farbig und erleichtert es so, die korrekte Fokussierung zu überprüfen.

Die exotische Doppelabdeckung für die Anschlüsse und den Speicherkartenslot gehört leider in die Schublade: Beim nächsten Mal bitte besser machen.
Die exotische Doppelabdeckung für die Anschlüsse und den Speicherkartenslot gehört leider in die Schublade: Beim nächsten Mal bitte besser machen.

Das Menü ist intuitiv und logisch aufgebaut und erinnert stark an die Spiegelreflexkameras von Pentax. Das gleiche gilt für das interaktive Control-Panel, das ein Druck auf die rückseitige Info-Taste auf den Bildschirm bringt. Hier bringt der Hersteller alle Aufnahmeparameter unter, die sich nicht unmittelbar durch die Direktwahltasten erreichen lassen.

Die Pentax K-01 hat ein paar außergewöhnliche Features zu bieten. So ist beispielsweise eine Intervallaufnahmefunktion an Bord, die bis zu 999 Fotos im gewünschten zeitlichen Abstand schießt. Die gleiche Funktion steht auch im Videomodus zur Verfügung. Hier beträgt die maximale Länge allerdings 99 Stunden, das Videomaterial speichert die Kamera als einen AVI-Film ab. Eine Mehrfachbelichtungsfunktion gibt es ebenfalls.

Wie die meisten aktuellen Kameras bietet die K-01 eine Reihe von Spezialeffekten. Erfreulicherweise stehen für jeden Fotofilter mehrere Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung. Außerdem mit von der Partie ist eine HDR-Automatik, die drei Aufnahmen mit bis zu drei Lichtwerten Abstand schießt. Im Gegensatz zu den meisten Kameras, die hier vollautomatisch arbeiten, erlaubt die K-01 bei der HDR-Funktion eine Anpassung von ISO-Empfindlichkeit und Belichtungskorrektur. Außergewöhnlich ist noch eine Weißabgleich-Einstellung namens CTE (Color Temperature Enhancement), die die Farbtemperatur des Umgebungslichts und somit die Stimmung erhält.

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu Pentax K-01 im Test: Systemkamera-Sonderling mit gigantischer Bildqualität

  • Am 28. April 2012 um 01:29 von Loki

    K-01 und 3 Bewertungsklassen
    Als Besitzerin der K-01 behersche ich mittlerweilen das Öffnen und Schliessen der Gummiabdeckung für den SD-Kartenslot blind mit dem Daumen (einer Hand!). Auch ist man als Pentax-Besitzer (K-5) an meditatives Fokussieren gewöhnt.
    Was mich immer wieder irritiert bzw. mir wenig weiterhilft ist die Trennung der Bewertung in Digitalkamera, Kameras unter/über 1000 €. Wieviel % Bildqualität hätte die K-01 in der Klasse über 1000 € (z.B. wieviel besser ist tatsächlich die Bildqualität der Top-Modelle – lohnt sich die Anschaffung?) oder welche Kamera ist besser Panasonic GF3 oder Fuji X-10 (möchte ich meiner Tochter kaufen) oder wo wäre die neue Canon G1 X in der Klasse unter 1000 € einzuordnen – wohin sie mit ihrem APS-C-Sensor und Preis m.E. auch gehört?

  • Am 5. März 2016 um 15:19 von Jure

    You forgot to mention a

    VERY IMPORTANT FEATURE of K-1.
    It also works on other K-Pentax cameras.

    It is called „catch-in-focus“.

    This feature allows to use very old (& other) MF lenses & taking photos with them is almost fast as with other new AF lenses, because you need only to hold the trigger & turn focus ring on lenses. When object comes in right focus, camera automaticly take photos & stops when object is out of focus. With a little of practise it works realy fast.

    Turtorial
    http://www.pentaxforums.com/articles/photo-articles/catch-in-focus-tutorial.html

    Test of „catch-in-focus“ on K-1
    http://www.dpreview.com/news/9020853877/cp-2016-shooting-the-pentax-k-1-in-yokohama

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