Samsung NX200 im Test: EVIL-Kamera mit neuem 20-Megapixel-APS-C-Sensor

von Stefan Möllenhoff am , 19:29 Uhr

Pro
  • einfache, intuitive Bedienung
  • gute Bildqualität
  • recht gute Auswahl an Objektiven
Con
  • keine Möglichkeit, einen elektronischen Sucher anzuschließen
  • teilweise langsam
Hersteller: Samsung Listenpreis: 640 Euro (inkl. 18-55mm-Kitobjektiv)
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,8 von 10 Punkte
Fazit:

Die Samsung NX200 überzeugt mit einem schicken Gehäuse, durchdachter Bedienung und guter Fotoqualität - insbesondere im RAW-Modus. Allerdings fehlen der recht teuren Kamera ein paar Features. Wir vermissen schmerzlich die Möglichkeit, einen elektronischen Sucher anzuschließen. Und bei einer unverbindlichen Preisempfehlung von 849 Euro dürfte es ruhig auch ein Schwenkdisplay geben.

Auch wenn Samsung sehr früh – sogar noch vor Sony – bei den Systemkameras dabei war, sind die Koreaner mit ihrem NX-System bislang noch nicht so wirklich in die Gänge gekommen. Die NX200 soll das nun ändern, mit einem neuen 20-Megapixel-Bildsensor, einem überarbeiteten, erwachseneren Design und nicht zuletzt auch einer Reihe von neuen Objektiven. Ob Samsung mit der NX200 der große Wurf gelungen ist, verrät der Testbericht.

Waren die spiegellosen Systemkameras vor zwei Jahren noch völlige Exoten, so hat inzwischen jeder namhafte Hersteller mindestens ein System auf dem Markt – der Kamera-Gigant Canon ist derzeit (noch) die einzige Ausnahme. Dementsprechend sieht sich Samsung [1] einer mächtigen Konkurrenz gegenüber: von Olympus die E-P3 [2], von Panasonic die GX1 [3], von Sony die NEX-5N [4], von Pentax die K-01 [5], von Nikon die 1 V1 [6] und so weiter. Aber auch Samsung war nicht untätig – und hat den Marktbegleitern einiges entgegenzusetzen.

Design

Die Samsung NX200 sieht deutlich eleganter und erwachsener aus als ihre direkte Vorgängerin NX100 – und ist ein ganzes Stück kompakter als ihre Schwestern NX10, NX11 und NX5. Auch haptisch haben die Koreaner einer Sprung nach vorne gemacht: Die Kamera ist gleichzeitig kompakter und liegt dennoch besser in der Hand als die NX100. Das Gehäuse ist aus Metall gefertigt und fühlt sich solide sowie hochwertig verarbeitet an.

Das rückseitige 3,0-Zoll-Display ist hell und bietet gute Kontraste sowie nahezu unbegrenzte Blickwinkel – was auf die AMOLED-Technologie zurückzuführen ist. Außerdem macht der Bildschirm auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch eine gute Figur – solange sich Spiegelungen vermeiden lassen. Leider ist die Anzeige nicht dreh- und schwenkbar aufgehängt. Außerdem fehlt der kleine Anschluss zwischen Display und Zubehörschuh, der bei der NX100 dazu diente, einen elektronischen Aufstecksucher mit Bilddaten zu versorgen. Damit steht diese Option hier leider nicht zur Verfügung. Pfui.

Schade: Der Anschluss für den elektronischen Aufstecksucher zwischen Display und Zubehörschuh ist verschwunden. [7]
Schade: Der Anschluss für den elektronischen Aufstecksucher zwischen Display und Zubehörschuh ist verschwunden.

Die Bedienung gibt keine Rätsel auf. Auf der Oberseite des Gehäuses bringt der Hersteller den Auslöser unter, der von einem Ein/Aus-Schalter eingefasst ist. Dahinter sitzen ein Einstellrädchen sowie der Moduswahlschalter. Weiter links findet der Zubehörschuh seinen Platz, der rechts und links von zwei Stereomikrofonen flankiert ist.

Auf der Rückseite des Gehäuses dominiert das Display. Rechts oben gibt es eine Daumenablage, die zwar griffig aussieht, in der Praxis aber nicht so viel Halt bietet, wie wir es uns wünschen würden. Links daneben findet sich eine dedizierte Taste zum Starten der Videoaufnahme, darunter ein Button für die Belichtungskorrektur. Weiter unten folgen schließlich ein Menüknopf und eine mit Fn markierte Taste, die die wichtigsten Aufnahmeparameter auf das Display bringt. Leider lassen sich die hier angebotenen Optionen nicht durch andere austauschen. Eine Möglichkeit, benutzerspezifische Einstellungen abzuspeichern, gibt es hier ebensowenig wie eine Erklärung, wieso manche Parameter aufgrund bereits getroffener Einstellungen nicht zur Verfügung stehen beziehungsweise ausgegraut sind.

Weiterhin sitzt auf der Rückseite ein Vier-Wege-Pad mit mittiger Ok-Taste, das von einem zweiten Einstellrädchen eingefasst ist. Damit hat der Fotograf für Blende und Belichtungszeit jeweils ein Drehelement zur Verfügung. Das Pad dient neben der Navigation durch die Menüs auch zum Aufrufen der Einstellungen von Autofokusmodus, Selbstauslöser und Serienbild, ISO-Empfindlichkeit sowie zum Anpassen der auf dem Bildschirm dargestellten Informationen. Mit der mittigen Ok-Taste wählt der Fotograf außerdem auch das Fokusfeld aus. Ganz unten gibt es schließlich noch einen Button zum Wechseln in den Wiedergabemodus sowie eine Funktionstaste, die sich mit einer Reihe von verschiedenen Funktionen belegen lässt: Abblenden, One-Touch-Weißabgleich, One-Touch-RAW+JPEG und Reset. Bei der Wiedergabe dient die Funktionstaste auch zum Löschen von Fotos.

Rechts am Gehäuse befindet sich eine kleine Klappe, die HDMI- und USB/AV-Port beherbergt. [8]
Rechts am Gehäuse befindet sich eine kleine Klappe, die HDMI- und USB/AV-Port beherbergt.

Auf der rechten Seite des Gehäuses befindet ein kleines Türchen, hinter dem sich HDMI- und USB-Anschluss verbergen. Die Fächer für Speicherkarte und Akku verbergen sich hinter einer kleinen Klappe auf der Unterseite der Kamera. Mit 320 Fotos pro Ladung kann die Reichweite des Stromspeichers leider nicht ganz überzeugen. Die Vorgängerin NX100 hatte hier noch 100 Aufnahmen mehr zu bieten. Eine Klinkenbuchse zum Anschließen eines externen Mikrofons gibt es leider nicht.

Ausstattung

Samsung hat nicht nur die Kamera, sondern auch seine i-Function-Objektive überarbeitet. Das neue 18-bis-55-Millimeter-Kitobjektiv ist mit einem Blendenbereich von F3,5 bis F5,6 – wie alle Standard-Kitobjektive in dieser Preisklasse – recht lichtschwach, fühlt sich aber hochwertiger und edler an als die ältere 20-bis-50-Millimeter-Linse. Dafür ist die Optik aber auch ein ganzes Eck sperriger. Aber wirklich kompakte Zoom-Objektive gibt es derzeit ausschließlich bei Panasonic mit der X-Serie-Linse Lumix G X Vario PZ 14-42mm F3,5-5,6 [9].

Samsungs i-Function-System besteht im Wesentlichen aus einer Taste auf dem Objektiv. Nach einem Druck auf diese öffnet sich ein vom aktuellen Aufnahmemodus abhängiges Menü, das sich mit dem Fokusring der Linse durchblättern lässt. So soll gewährleistet sein, dass der Fotograf seine Handposition nicht verändern muss, um nur schnell einen Parameter anzupassen. Das System funktioniert ähnlich wie bei den Kompaktkameras Canon PowerShot S100 oder Olympus XZ-1. Wie das Eingabesystem genau arbeitet, zeigt unser Video zur Samsung NX100 [10]. Wer schon viel fotografiert hat, wird das System in der Praxis eher links liegen lassen – schließlich hat man sich ja schon auf seine Bedienung eingeschossen. Aber insbesondere Neulingen dürfte i-Function durchaus den Einstieg erleichtern. Welche Parameter in den i-Function-Menüs der jeweiligen Modi auftauchen, lässt sich in den Einstellungen konfigurieren.

Kleine Kamera, riesiges Objektiv: Die meisten Optiken wirken an der NX200 überproportional groß. [11]
Kleine Kamera, riesiges Objektiv: Die meisten Optiken wirken an der NX200 überproportional groß.

Wie es sich für eine 640 Euro teure Kamera gehört, verfügt die Samsung NX200 über die Halbautomatiken Blenden- und Belichtungspriorität sowie einen komplett manuellen Modus. Im manuellen Modus dient das Rändelrädchen auf der Oberseite der Kamera zum Einstellen der Verschlusszeit, das Rädchen am Vier-Wege-Pad ist für die Blende zuständig. In den Halbautomatiken steuern beide Drehelemente den jeweils zu konfigurierenden Parameter, in der Programmautomatik verschieben sie die Balance zwischen Blende und Belichtungszeit.

Außerdem ist auch eine Automatik an Bord, die das Geschehen vor dem Objektiv analysiert und selbsttätig das dazu passende Motivprogramm auswählt. Wer möchte, kann die Motivprogramme auch händisch auswählen. Es stehen insgesamt 15 Stück zur Verfügung. Darunter finden sich in erster Linie Standards wie Landschaft, Portrait und Feuerwerk. Außerdem ist noch ein Feature namens Tonbild an Bord, das zum Foto einen kurzen Audioclip aufnimmt. Wie das dann konkret aussieht, haben wir bereits an anderer Stelle erklärt [12].

Ein Druck auf die [13]
Ein Druck auf die „Fn“-Taste ruft das sogenannte Smart Panel auf, das die wichtigsten Aufnahmeparameter bereit hält.

Für Panoramafans gibt es eine Funktion, die nach einem Schwenk mit der Kamera über das Motiv automatisch ein Ultrabreitbild zusammenrechnet. Das funktioniert in der Praxis recht gut, allerdings bewegt sich die Auflösung der Panorama-Bilder im Bereich um die 7 Megapixel. Die Qualität ist für Facebook & Co. ganz in Ordnung, eine Fototapete kann man mit den Aufnahmen beileibe nicht ausdrucken.

Ebenfalls eher für Facebook geeignet sind die sogenannten Magic-Rahmen, mit denen sich der Fotografierte beispielsweise in Schwarzweiß in einen Retro-Fernseher oder auf ein an einer Wäscheleine aufgehängtes T-Shirt verpflanzen lässt. Außerdem sind noch eine Reihe von Smart Filtern an Bord, die sich zum kreativen Spielen oder zum Aufpeppen langweiliger Fotos eignen. Zur Auswahl stehen Vignettierung, Miniatur, Fischauge, Skizze, Anti-Nebel, Halbton, Soft-Fokus, Antik-Film 1, Antik-Film 2 und Negativ. Etwas dezenter gehen die diversen Fotofilter zu Werke, die sich unter dem Punkt Bildassistent vereinen. Hier finden sich neben Farbprofilen wie Lebhaft, Retro, Kühl und Natur auch drei benutzerdefinierte Slots, in denen der Anwender selbst Werte für Farbe, Sättigung, Schärfe und Kontrast festlegen kann.

Die Samsung NX200 bietet eine Belichtungsreihenfunktion, die leider nur maximal drei Aufnahmen umfasst. Immerhin lässt sich der Umfang in Drittelblendenstunden auf bis zu plus und minus drei Lichtwerte einstellen. Darüber hinaus gibt es auch Fotoserienfunktionen für Weißabgleich und Bildeffekte. Eine HDR-Automatik bietet die NX200 übrigens nicht. Dafür hat die Kamera ein Feature namens Smart Range an Bord, das den Kontrast verbessern soll. Der Effekt ist allerdings eher subtil.

Im Videomodus nimmt die Samsung NX200 Clips mit bis zu 1920 mal 1080 Pixeln mit 30 Vollbildern pro Sekunde auf. Wer sich mit 1280 mal 720 Pixeln zufriedengibt, wird mit 60 Bildern pro Sekunde belohnt. Das sorgt insbesondere bei Aufnahmen von schnell bewegten Objekten für deutlich weichere Bewegungen. Wer auf HD-Auflösung verzichten kann, darf sich bei 640 mal 480 Bildpunkten über 120 fps freuen. Allerdings sind die Zeitlupen-Funktionen etwas gewöhnungsbedürftig zu erreichen: Sie verstecken sich im Hauptmenü beim Videoreiter hinter der Option Multi-Bewegung 0,5x beziehungsweise 0,25x. Hier gibt es übrigens auch die Optionen auf 5-, 10- und 20-faches Zeitraffer.

Positiv gibt es beim Videomodus noch anzumerken, dass die NX200 neben einer Programmautomatik auch die halbautomatischen Modi Blenden- und Verschlusspriorität sowie einen komplett manuellen Modus bietet. Umso trauriger ist es dann allerdings wieder, dass eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse zum Anschließen eines externen Mikrofons fehlt.

Hersteller Nikon Olympus Pentax Samsung
Modell 1 V1 E-P3 K-01 NX200
Preis (günstigstes Kit) 640 Euro 720 Euro 685 Euro 640 Euro
Bildsensor CMOS (13,2 x 8,8 mm) Live MOS (17,3 x 13,0 mm) CMOS (23,7 x 15,7 mm) CMOS (23,5 x 15,7 mm)
Auflösung 10 Megapixel 12,3 Megapixel 16,3 Megapixel 20,3 Megapixel
Empfindlichkeiten ISO 100 – 6400 ISO 200 – 12.800 ISO 100 – 25.600 ISO 100 – 12.800
Formatfaktor 2,7 2,0 1,5 1,5
Serienbildgeschwindigkeit 5 fps 3,0 fps 3,0 fps 7,0 fps
Sucher elektronisch optional (elektronisch) nein optional (elektronisch)
Autofokus Phasenvergl.-AF mit 73 Punkten Kontrast-AF mit 35 Messfeldern Kontrast-AF mit 81 Messfeldern Kontrast-AF mit 35 Messpunkten
Belichtungsmessung k. A. 324 Zonen 1024 Messfelder 221 Felder
Verschlusszeiten 1/16.000 – 30 s 60 – 1/4000 s, Bulb bis 30 min 30 – 1/4000 Sekunde, Bulb 30 – 1/4000 s, Bulb
Blitz nein integriert integriert optional (im Lieferumfang)
Display 3,0 Zoll, fest, 921.000 Pixel 3 Zoll, fest, 610.000 Pixel, OLED 3,0 Zoll, 921.000 Pixel 3-Zoll-AMOLED, fest, 614.000 Pixel
Touchscreen nein ja nein nein
Bildstabilisator optisch mechanisch mechanisch optisch
Videofunktion 1080p, H.264 1080i, AVCHD 1080p, H.264 1080/30p, H.264
Mikrofoneingang ja ja ja nein
Kopfhörerausgang nein nein nein nein
Max. Akkulaufzeit (CIPA) 350 Fotos 330 Fotos 500 Fotos 330 Fotos
Abmessungen 11,3 x 7,6 x 4,4 cm 12,2 x 6,9 x 3,4 cm 12,1 x 7,9 x 5,9 cm 11,7 x 6,3 x 3,6 cm
Gewicht 383 g 321 g 560 g 220 g

Objektive

Wer ein EVIL-System auf dem Markt etablieren möchte, muss derzeit in erster Linie gegen Olympus und Panasonic antreten. Die beiden Konzerne setzen auf den gemeinsamen Micro-Four-Thirds-Standard. Das bedeutet, dass Olympus-Optiken auch mit Panasonic-Kameras funktionieren und andersherum. Und das wiederum sorgt dafür, dass es für dieses System die mit Abstand größte Auswahl an Objektiven zur Verfügung steht. Samsung gibt ordentlich Gas und versucht, den Abstand mit einer Handvoll Objektive zu verkleinern.

Neben dem Kitobjektiv, das den typischen Brennweitenbereich von 18 bis 55 Millimetern abdeckt, gibt es noch drei Pancake-Objektive mit 16, 20 und 30 Millimetern und größter Blende von F2,4, F2,8 respektive F2,0. Dazu gesellt sich ein 60-Millimeter-F2,8-Makroobjektiv und eine 85-Millimeter-Portraitlinse mit maximaler Blende von F1,4. Darüber hinaus bietet Samsung noch eine 18-bis-200-Millimeter-Superzoom-, eine 50-bis-200-Millimeter-Telezoom- und eine etwas kompaktere 20-bis-50-Millimeter-Standardzoom-Optik an.

Leistung

Im Großen und Ganzen ist die Samsung NX200 recht flott unterwegs, offenbart hier leider aber ein paar Schwächen. So kommt sie nur vergleichsweise langsam in die Puschen: Bis nach dem Betätigen des Einschalters das erste Foto im Kasten ist, vergehen etwa 1,6 Sekunden. Auch die Verschnaufpausen zwischen den Fotos fallen recht lang aus: Im JPEG-Modus sind es 1,3 Sekunden. Auch bei der Wiedergabe von Aufnahmen – insbesondere von RAW+JPEG-Bildern – wirkt das Menü träge.

Um bei optimalen Lichtverhältnissen scharfzustellen und ein Foto einzufangen, benötigt die Samsung NX200 0,3 Sekunden. Im Zwielicht verschlechtert sich die Auslöseverzögerung auf 0,6 Sekunden. Das sind beides recht ordentliche, aber nicht herausragende Werte.

Die Samsung NX200 schafft im Serienbildmodus Kont. hoch 6,9 Fotos mit voller Auflösung pro Sekunde. Allerdings laufen die Pufferspeicher bereits nach elf Fotos voll – also nach weniger als zwei Sekunden. Mit der Einstellung Kont. niedrig sind drei Aufnahmen pro Sekunde drin, womit sich dann auch ein längerer Zeitraum überbrücken lässt. Wer sich dagegen höhere Geschwindigkeiten wünscht, muss auf Auflösung verzichten: Die Einstellung Burst-Signal stemmt bis zu 30 fps – mit immerhin noch 5 Megapixeln. Wie die allermeisten Kameras ohne Spiegelkasten eignet sich jedoch auch die NX200 nur eingeschränkt für Serienbildaufnahmen. Denn sie bietet kein Live-Fenster auf das Motiv, sondern zeigt stattdessen im Foto-Dauerfeuer immer nur das zuletzt geschossene Bild an. Das macht es sehr schwer, schnell bewegte Motive zuverlässig im Visier zu behalten.

Bildqualität

Die Samsung NX200 beschert uns bei der Bildqualität eine positive Überraschung. Die Kamera liefert bis einschließlich ISO 1600 noch sehr brauchbare Ergebnisse. Bis einschließlich ISO 400 gelingen die Aufnahmen sehr sauber, und man muss hier schon genau hinsehen, wenn man Artefakte entdecken möchte. Ab ISO 3200 lässt die Bildqualität dann deutlich nach – das Farbrauschen auf den JPEG-Bildern nimmt ab hier sprunghaft zu und verstärkt sich bei ISO 6400 weiter. ISO 12.800 schließlich eignet sich nur noch für Notfälle.

Wer den Umweg über das Rohdatenformat geht, kann aus den Fotos in puncto Bildrauschen gut eine Blende herausholen. Ein paar Handgriffe in Adobe Camera RAW reichen aus, um mit ISO 3200 noch ansehnliche Ergebnisse zu produzieren. Bei ISO 6400 ist dann aber auch die Geduld der RAW-Bilder erschöpft, und die Qualität lässt merklich nach.

Bei der Farbwiedergabe schlägt sich die Samsung NX200 sehr gut. Die Fotos sehen hell und lebendig aus und liegen recht nah an der Realität, sind jedoch wie bei vielen Kameras in dieser Klasse etwas zu stark gesättigt. Der Bildsensor kommt auch mit hellen und sehr intensiven Farben gut klar, allerdings scheitert hier die JPEG-Umwandlung, und es kommt zu Detailverlusten. Der Umweg über das RAW-Format hilft hier weiter. Die Belichtungsautomatik leistet zuverlässig gute Dienste. Mehr Details zur Bildqualität und massig Testaufnahmen gibt es in der folgenden Fotostrecke.

An der Videoqualität dürften die meisten Hobbyvideografen nichts auszusetzen haben – jedenfalls bei guten Lichtverhältnissen. Hier gelingen die Aufnahmen scharf, hell und satt. Moiré-, Aliasing- und Rolling-Shutter-Effekte halten sich recht gut in Grenzen. Bei schlechten Lichtverhältnissen bricht die Qualität allerdings deutlich ein, hier haben die Clips insbesondere mit einem sehr geringen Tonwertumfang zu kämpfen. Der Klang, den das Stereo-Mikrofon liefert, ist ordentlich.

Fazit

Die Samsung NX200 macht vieles besser als ihre Vorgängerin NX100 und insbesondere in puncto Bildqualität einen deutlichen Schritt nach vorne. Leider vermissen wir einige Features, die man bei einer unverbindlichen Preisempfehlung von 849 Euro durchaus erwarten darf, darunter ein beweglich aufgehängtes Display und einen Sucher, oder zumindest die Möglichkeit, einen anzuschließen. Wer darüber hinwegsehen und sich mit den gelegentlich etwas zähen Reaktionen anfreunden kann, erhält aber inzwischen für gut 200 Euro unter UVP eine durchdachte Systemkamera mit hervorragender Bildqualität.

Aufnahmegeschwindigkeit (in Sekunden)
(kürzere Balken bedeuten bessere Leistung)

Zeit bis zur ersten Aufnahme   
Zeit zwischen zwei Aufnahmen (RAW)   
Zeit zwischen zwei Aufnahmen (JPEG)   
Auslöse- verzögerung (Zwielicht)   
Auslöse- verzögerung (Tageslicht)   
Panasonic Lumix DMC-GX1 [3]

1 
0.6 
0.5 
0.6 
0.3 
Olympus E-P3 [2]

0.6 
0.8 
0.7 
0.6 
0.3 
Samsung NX200

1.6 
1.3 
1.3 
0.6 
0.3 
Pentax K-01 [5]

1.8 
2.7 
1.6 
0.9 
0.6 

Serienbildgeschwindigkeit (in Fotos pro Sekunde)
(längere Balken bedeuten bessere Leistung)
Samsung NX200

6.9 
Olympus E-P3 [2]

2.9 
Pentax K-01 [5]

2.9 

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41563639/samsung-nx200-im-test-evil-kamera-mit-neuem-20-megapixel-aps-c-sensor/

URLs in this post:

[1] Samsung: http://www.cnet.de/unternehmen/samsung/

[2] Olympus die E-P3: https://www.cnet.de/tests/digicam/41554473/testbericht/olympus_e_p3_im_test_blitzschnelle_systemkamera_mit_turboloch_bei_der_bildqualitaet.htm

[3] Panasonic die GX1: https://www.cnet.de/tests/digicam/41557628/testbericht/panasonic_lumix_dmc_gx1_im_test_schnelle_evil_kamera_fuer_anspruchsvolle_fotografen.htm

[4] Sony die NEX-5N: https://www.cnet.de/tests/digicam/41556074/testbericht/sony_nex_5n_im_test_superkompakte_systemkamera_fuer_videofreaks.htm

[5] Pentax die K-01: https://www.cnet.de/tests/digicam/41563627/testbericht/pentax_k_01_im_test_systemkamera_sonderling_mit_gigantischer_bildqualitaet.htm

[6] Nikon die 1 V1: https://www.cnet.de/tests/digicam/41556050/preview/nikon_1_v1_im_vorab_test_edel_schnappschuss_kamera_mit_wechselobjektiven.htm

[7] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41563639/samsung_nx200_hinten.jpg

[8] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41563639/samsung_nx200_iso.jpg

[9] Lumix G X Vario PZ 14-42mm F3,5-5,6: https://www.cnet.de/tests/peripherie/41555790/panasonics_powerzoom_objektiv_angetestet_superflache_14_42mm_optik_fuer_micro_four_thirds.htm

[10] Video zur Samsung NX100: https://www.cnet.de/videos/messen/41537735/samsung_nx100_so_funktioniert_das_neue_i_function_bediensystem_am_objektiv.htm

[11] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41563639/samsung_nx200_oben.jpg

[12] anderer Stelle erklärt: https://www.cnet.de/galerie/41539991/page/5/beispielfotos_die_bildqualitaet_der_samsung_nx100.htm

[13] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41555651/samsung_nx200_menu.jpg

[14] Testfotos: die Bildqualität der Samsung NX200: https://www.cnet.de/41563638/testfotos-die-bildqualitaet-der-samsung-nx200/?pid=1#sid=41563639