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Fujifilm X-Pro1 im Test: "Leica für Arme" mit gigantischer Bildqualität

Leistung

Es gibt keine Ausschweife oder Ausreden: Die Fujifilm X-Pro1 ist enttäuschend langsam. Dafür sind in erster Linie die zähe Bildverarbeitung und der dürftige Autofokus verantwortlich. Traurig ist in diesem Zusammenhang auch, dass das herausragend scharfe 35-Millimeter-Objektiv noch deutlich langsamer unterwegs ist als die 18-Millimeter-Linse, die in puncto Abbildungsleistung dafür schwächer ist. Nachdem wir die 35-Millimeter-Optik im Test deutlich mehr eingesetzt haben und sie die alltagstauglichere Linse ist, kam sie auch bei unseren Geschwindigkeitsmessungen zum Einsatz. Die folgenden Messwerte für die Auslöseverzögerung sehen bei Verwendung der 18-Millimeter-Optik also etwas günstiger aus.

Um bei optimalen Bedingungen auf das Motiv scharfzustellen und das Foto einzufangen, benötigt die Fujifilm X-Pro 1 0,5 Sekunden. Im Zwielicht verschlechtert sich die Auslöseverzögerung auf 0,8 Sekunden. Damit kann die Kamera unsere Erwartungen an ein Modell in dieser Preisklasse einfach nicht erfüllen.


Im Lieferumfang mit der X-Pro1 ist diese Ledertasche enthalten. Ein Loch auf der Unterseite für das Stativgewinde gibt es allerdings nicht.

Bis nach dem Betätigen des Einschalters das erste Foto im Kasten ist, vergeht eine Sekunde. Das ist langsamer als bei vielen Konkurrenten, geht aber noch in Ordnung. Zwischen jedem weiteren JPEG-Foto genehmigt sich die Digicam eine Auszeit von 1,4 Sekunden. Im RAW-Modus steigt der Wert auf 1,5 Sekunden. Das ist zwar nicht vernichtend langsam, aber gerade bei Candid-Aufnahmen oder bei der Straßenfotografie frustrierend. Wer hauptsächlich im Studio knipst, wird sich daran wohl weniger stören.

Ironischerweise ist der Serienbildmodus ziemlich gut. Mit 5,2 Fotos pro Sekunde macht er eine recht flotte Figur, und der Hybrid-Sucher arbeitet im optischen Modus völlig verzögerungsfrei. Wer die Geschwindigkeit voll auskosten möchte, sollte allerdings eine schnelle Speicherkarte bereithalten. Der Unterschied zwischen einer 30 MBit/s schnellen SanDisk Extreme III und einer 95 MBit/s schnellen SanDisk Extreme Pro ist deutlich spürbar.

Wie bei allen Kameras in dieser Klasse ist die Akkulaufzeit ein trauriges Kapitel. Bei der Fujifilm X-Pro1 gehen nach 300 Aufnahmen die Lichter aus.

Die folgende Tabelle zeigt noch einmal die wichtigsten technischen Daten der X-Pro1 im Vergleich mit den beiden EVIL-Kameras Sony NEX-7 und Samsung NX200:

Hersteller Fujifilm Samsung Sony
Modell X-Pro1 NX200 NEX-7
Preis (UVP, Body) 1590 Euro 849 Euro 1199 Euro
Bildsensor CMOS (23,6 x 15,6 mm) CMOS (23,5 x 15,7 mm) CMOS (23,5 x 15,6 mm)
Auflösung 16,3 Megapixel 20,3 Megapixel 24,3 Megapixel
Empfindlichkeiten ISO 100 – 25.600 ISO 100 – 12.800 ISO 100 – 16.000
Formatfaktor 1,5 1,5 1,5
Serienbildgeschwindigkeit 6 fps 7 fps 10 fps
Sucher optisch-elektronisch nein elektronisch
Autofokus 49 Felder 35 Felder 25 Punkte
Belichtungsmessung 256 Zonen 221 Felder 1200 Zonen
Verschlusszeiten 1/4000 – 30 s 1/4000 – 30 s 1/4000 – 30 s
Blitz optional optional (im Lieferumfang) integriert
Display 3,0 Zoll, fest, LCD, 854 x 480 Pixel 3,0 Zoll, fest, OLED, 640 x 480 Pixel 3,0 Zoll, schwenkbar, LCD, 640 x 480 Pixel
Touchscreen nein nein nein
Bildstabilisator optisch (via Objektiv) optisch (via Objektiv) optisch (via Objektiv)
Videofunkion 1080/24p, H.264 1080/30p, H2.64 1080/50p, AVCHD 2.0
Mikrofoneingang nein nein ja
Kopfhörerausgang nein nein nein
Max. Akkulaufzeit (CIPA) 300 Fotos 330 Fotos 350 Fotos
Abmessungen 14,0 x 8,2 x 42,5 11,7 x 6,3 x 3,6 cm 12,0 x 6,7 x 4,3 cm
Gewicht (nur Gehäuse) 400 g 220 g 340 g

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CNET.de Redaktion

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  • Headline
    Kurze Anmerkung zum Stil und Ton:

    Jemand der 2200 Euro für eine Kamera aufbringen kann, würde ich nicht als arm bezeichnen. Zudem solltet ihr, auch wenn es verlockend - reißerisch ist, solche Headlines zu vergeben, diese überdenken. Ganz besonders deshalb, weil wirklich mittellose Menschen dadurch diskriminiert werden. Auch wenn diese Leute hier nur indirekt geimeint sind.

    LG
    HB

    • AW: Headline
      Hallo Herr Bröd,

      vielen Dank für Ihre konstruktive Kritik. Es lag natürlich keineswegs in unserer Absicht, mittellose Menschen mit unserer Headline zu diskriminieren oder zu verletzen. Im Gegensatz zu den Leica-Kameras, die gut und gerne das Zwei- bis Dreifache kosten, ist die Fujifilm X-Pro1 aber eben eine vergleichsweise günstige Alternative, wenn es denn unbedingt eine Kamera in diesem Stil sein soll. Daher bitten wir, die salopp formulierte Überschrift in diese Relation zu setzen und nicht verletztend zu sehen.

      Beste Grüße,
      Stefan Möllenhoff, CNET.de

  • Fehler in der Tabelle
    Für die NX200 gibt es (leider) keinen elektronischen Sucher...

    • AW: Fehler in der Tabelle
      Hallo,

      vielen Dank für den Hinweis, das ist natürlich korrekt. Ich habe den Fehler korrigiert.

      Beste Grüße,
      Stefan Möllenhoff, CNET.de

    • AW: Fehler
      Hallo Jan,

      vielen Dank für den Hinweis, ich habe den Bericht entsprechend korrigiert.

      Beste Grüße,
      Stefan Möllenhoff, CNET.de

  • Hilfreicher Test
    Ein sehr hilfreicher Test, der mich allerdings in der Überzeugung bestärkt hat, daß die X-Pro1 noch kein DSLR-Ersatz ist. Als verwöhnter D700'er erwarte ich in diesem Preissegment einen abgedichteten Body und eine Autofokus-Geschwindigkeit auf DSLR-Niveau.

  • Fuji X Pro 1
    Es wäre sinnvoll, den Verkaufspreis einer Kamera aus Ihren Bewertungen herauszulassen bzw sollte der Preis nicht Wertungssachverhalt sein. Wenn jemand sich für eine Kamera wie Leica oder Fuji X PRO 1 entscheidet, dann ist ein hoher Preis stillschweigend akzeptiert wie wenn jemand einen Ferrari kauft. Sinnlos, nun deswegen Bewertungsabschläge zu machen. Wer das Geld für ein Spitzenprodukt ausgeben will, der hat ja den Preis im Vorwege akzeptiert. Der monetär begründete Bewertungsabschlag beeinträchtigt lediglich die Plausibilität der Leistungsbewertung.

  • Leica
    technisch gesehen ist die Leica so was wie ein BildröhrenFernseh.Manche erkennen eben die Zukunft zu Spät.

    • AW: Leica
      Was letztlich zählt ist das Bildergebnis und da ist Leica nicht nur bei der Optik so weit vor der japanischen Konkurrenz, daß diese noch jahrelang üben muß, um den Vorsprung einzuholen. Mechanik bei Canon - schauerlich; die klappern ja schon im Laden. Aussage eines Canonvertreters in Berlin: Bei Sonne wandert der Fokuspunkt wegen der Objektiverwärmung. Um dies zu vermeiden müsse man eben aus dem Schatten heraus fotografieren. Service für Cameras wird bei Canon auch bei Proficameras sieben Jahre nach Abkündigung des Modells eingestellt. Professionell sieht anders aus. Ich fotografiere mit Leica M3, M5, Canon EOS 20 D und EOS-1 N (leider inzwischen defekt und kein Service mehr). Bis auf ein einziges Objektiv setze ich inzwischen wegen mangelnder Qualität bezüglich Schärfe und Farbwiedergabe nur noch adaptierte Leica-R Objektive an der Canon ein. Autofocus brauche ich nicht und ein dreißig Jahre altes R-Objektiv sticht locker jedes neue Canon Objektiv aus.

      • Eine absurde Meinungsansammlung. Schau Dir mal an, womit die Fotografen im Dschungel, Krieg, am Speilfeldrand oder in Berlin fotografieren: Canon & Nikon...aber klar, alle keine Ahnung!

  • Fuji x pro 1
    Eine Fuji x pro 1 - ist n i c h t mit einer Leica M - Mess-Sucherkamera vergleichbar
    Die meisten User können mit einer Mess-Sucherkamera nicht umgehen
    R.Sieder
    fotografiere mit Leice M 6 - 7 - 8

  • X1-Pro vs. M9
    Hallo Herr Grunin, hallo Herr Möllenhoff,

    wieso erwähnen Sie so oft die Leica M9, stellen sie aber der X1-Pro kein bisschen gegenüber? Stattdessen vergleichen Sie die X1-Pro mit Kameras, die vom Konzept her ziemlich weit auseinander liegen und noch nicht mal einen optischen Sucher haben. Das macht keinen Sinn.

    Desweiteren würde mich interessieren, ob der Fokusring wieder nur ein "drive-by-wire" Konzept wie bei der X100 besitzt oder ob jetzt endlich eine mechanische Verbindung zu den Linsen besteht.

    Wie ist die Akkulaufzeit im Vergleich zur X100? Bei der X100 komme ich sehr weit mit einem Akku (weit >1000 Fotos). Ich halte die Kamera aber größtenteils am Auge mit dem fantastischen und sehr hellen optischen Sucher. Das macht den meisten Spaß (insbesondere bei schlechten Lichtbedingungen) und senkt den Energieverbrauch, weil sich das Display dabei abschaltet.

    Viele Grüße
    Peter F.

  • X-Pro 1 Vergleich mit Leica M9
    Hallo,

    es ist erstaunlich, dass immer wieder die X-Pro 1 mit einer M9 verglichen wird. Schon alleine die Tatsache, dass es sich bei der Fuji um alles andere als eine Messucherkamera handelt lässt diesen Vergleich in Sinnlosigkeit verpuffen. Ausssagen wie "Leica für Arme" verlieren in diesen Zusammenhang jegliche Seriösität...

    Lediglich der Stil und das Bedienkonzept erinnern
    an die alten Tage der Fotografie. Und das ist auch gut so!
    Aktuelle System- u. DSLR-Kameras sind überladen mit
    Funktionen und Programmen sodas es am Ende schwer
    fällt sich auf das eigentliche Motiv zu konzentrieren. Mal
    ganz zu schweigen von den dreifach belegbaren Knöpfen
    und schaltern etc. ... Diese Kameras erinnern mittlerweile eher an teure Spielzeuge und Gadgets..
    Und genau an der Stelle setzt Fujis
    Konzept an. Es redutziert auf das Notwendige! Sicherlich
    ist so etwas nicht Jerdemanns Sache. Aber der Erfolg
    der X100, X10 und der X-Pro 1 sprechen eindeutig ihre
    eigene Sprache! Fuji beweist, dass niemand einen
    fünfstelligen Betrag investieren muss um Freude an
    purer Fotografie geniessen zu dürfen!

    Keine momentan erhältliche Kamera ist perfekt. Das sollte
    jedem bewusst sein der sich für eine Neuanschaffung
    entschieden hat. Die Stärken der jeweiligen Kamera sollten
    zum Profil und Anspruch des Fotografen passen. Und man
    sollte ein positives Gefühl haben sobald man seine Kamera
    in der Hand hält. Sie soll einen motivieren rauszugehen und
    sich auf das konzentrieren worauf es ankommt: Fotografieren!

    Ich persönlich habe meine Canon DSLR-Ausrüstung aufgegeben
    und bin auf die X-Pro 1 umgestigen. Und ich bin mit dieser
    Entscheidung mehr als glücklich. Wer auch immer jetzt
    meint mich als Fuji-Fanboy zu bezeichnen der soll es
    meinetwegen tun. Dann muss er aber auch wirklich jeden
    so bezeichnen der von seinem erstandenen Produkt
    überzeugt ist...

    In diesem Sinne
    TimoB

  • X-Pro1
    Sehr geehrte Frau Grunin, sehr geehrter Herr Möllenhoff,

    Als gut verdienender Freiberufler kann man mich nicht zu den Armen zählen. Trotzdem habe ich es mir erlaubt eine
    sogenannte "Leica für Arme" zu kaufen. In der stillen Hoffnung sie keinem Bedürftigen weggeschnappt zu haben,
    verbleibe ich mit freundlichen Grüßen,

    Fritz.

    • Ich habe mir in 2016 eine X-Pro1 gekauft und nutze die Kamera mit Nikkor Ai Objektiven. Die Kamera verfügt weder über Wifi noch über Touchscreen. Fokussiert werden kann über den elektronischen Sucher, aber meistens schätze ich die Entfernung ab und stelle sie am Objektiv ein. Blende wähle ich am Objektiv. Das Herausstellungsmerkmal dieser Kamera ist der optische Sucher. Anders als mit anderen spiegellosen Kameras lassen sich mit der Fuji über 1000 Bilder mit einer Batterie machen, wenn auf den elektronischen Sucher verzichtet wird. Der Titel passt, finde ich. Die X-Pro1 ist gebraucht für ein paar Hundert Euro zu haben. Im Handling und in der Bildqualität merke ich den Unterschied zur Leica M9 nicht. Einschränkung, diese Aussage bezieht sich auf die Weise wie ich fotografiere, insbesondere auf den Verzicht über den Sucher zu fokussieren. Im letzteren Punkt liegt die Leica dann doch vorn.

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