Canon IXUS 125 HS im Test: superkompakte Alleskönner-Kamera mit BSI-Sensor

von Joshua Goldman und Stefan Möllenhoff am , 17:27 Uhr

Pro
  • klein und leicht
  • lichtstarkes Weitwinkelobjektiv
  • ausgezeichnete Foto- und Videoqualität
  • viele interessante Aufnahmeprogramme
Con
  • kurze Akkulaufzeit
  • sehr weiche Fotos bei wenig Licht
  • teilweise langsam
Hersteller: Canon Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,4 von 10 Punkte
Fazit:

Die kompakte Canon IXUS 125 HS ist eine solide Ultrakompakt-Kamera, die mit guter Ausstattung und schönen Fotos überzeugt. Allerdings hinterlassen die teilweise etwas zähen Reaktionen und die kurze Akkulaufzeit einen etwas faden Beigeschmack.

Die Canon IXUS 125 HS bietet ein 24-Millimeter-Weitwinkel-Objektiv und einen schnellen 16-Megapixel-Bildsensor in einem gerade einmal zwei Zentimeter dicken Gehäuse. Außerdem an Bord ist der neue Digic-5-Prozessor, der gegenüber der Vorgängerin – soviel sei verraten – für einen Sprung nach vorne bei der Bildqualität sorgt. Was die superkompakte Digicam sonst noch zu bieten hat, verrät der Testbericht.

Die immer besser werdenden Smartphone [1]-Kameras graben den Einsteiger-Modellen wie der IXUS 125 HS zunehmend das Wasser ab. Wer eine Digicam für Schnappschüsse schon im Handy dabei hat, braucht ja schließlich nicht noch eine dedizierte Knipse mit sich herumzuschleppen. Schafft es Canon also mit dem kompakten Modell, die Qualitätslücke zu den besten Kamera-Smartphones groß genug zu halten, um einen Kauf zu rechtfertigen? Immerhin: In puncto optischem Zoom schlägt die IXUS die gesammelte Handy-Konkurrenz schon einmal mühelos.

Design

Im Großen und Ganzen hat sich die IXUS 125 HS äußerlich gegenüber ihrer Vorgängerin nur unwesentlich verändert. Das Metallgehäuse ist etwas eckiger geformt, und die dedizierte Taste zum Starten der Videoaufnahme rückt etwas näher an das Display heran, aber das war’s dann auch schon. Sämtliche Bedienelemente sind flach gehalten und schließen bündig mit dem Gehäuse ab. Dadurch wirkt die Kamera zwar sehr durchgestylt, doch insbesondere das Vier-Wege-Pad mit der mittigen Func/Set-Taste ist etwas frickelig. Der Rest der Knöpfe und auch der den Auslöser umschließende Zoomregler fallen außerdem recht klein aus und könnten Fotografen mit großen Händen vor Probleme stellen. Im Zweifelsfall gilt hier: Try before you buy.

Die Canon IXUS 125 HS ist prinzipiell einfach zu benutzen. Die flachen, bündig mit dem Gehäuse abschließenden Tasten sind jedoch nicht der Gipfel der Fingerfreundlichkeit. [2]
Die Canon IXUS 125 HS ist prinzipiell einfach zu benutzen. Die flachen, bündig mit dem Gehäuse abschließenden Tasten sind jedoch nicht der Gipfel der Fingerfreundlichkeit.

Unabgängig von Größe und Form geht die Anordnung der Bedienelemente der IXUS 125 HS schnell in Fleisch und Blut über. Auf der Oberseite der Kamera finden sich Auslöser mitsamt Zoomring, Ein/Aus-Schalter und ein Schieber zum Wechseln zwischen Automatik und – nunja – dem ganzen Rest. Hinten an der Kamera befinden sich neben der bereits erwähnten Videoaufnahmetaste und dem Vier-Wege-Pad noch zwei Buttons für das Hauptmenü und zum Wechseln in den Wiedergabemodus. Das Display ist wie bei der Vorgängerin 3,0 Zoll groß. Die Auflösung hat der Hersteller allerdings von 230.000 auf 460.000 Subpixel (480 mal 320 Bildpunkte) verdoppelt. Die Anzeige ist erfreulich hell.

Das Menüsystem teilt sich in zwei Bereiche auf: Der Func/Set-Button bringt alle aufnahmerelevanten Einstellungen aufs Display, die Menu-Taste ruft das Hauptmenü mit den tiefgreifenderen Optionen auf. Für Einsteiger in die Welt der digitalen Fotografie bringt die IXUS 125 HS noch ein Hilfe-System mit, das den Anwender mit Tipps und Tricks versorgt, was die Wahl der richtigen Einstellungen angeht. Außerdem erklärt es, wozu der aktuell gewählte Aufnahmemodus gut ist.

Die Canon IXUS 125 HS ist gerade einmal zwei Zentimeter dick - dafür gibt es aber auch "nur" einen fünffachen optischen Zoom. [3]
Die Canon IXUS 125 HS ist gerade einmal zwei Zentimeter dick – dafür gibt es aber auch „nur“ einen fünffachen optischen Zoom.

Für die Verbindung zum Rechner oder Fernseher gibt es einen kombinierten Mini-USB- und AV-Port sowie einen Mini-Ausgang hinter einer kleinen Klappe auf der rechten Seite des Gehäuses. Das Akkufach sowie der Slot für SD-Karten befinden sich auf der Unterseite. Nachdem er sich nicht in der Digicam selbst aufladen lässt, muss man den Stromspeicher wohl recht häufig aus der Kamera herausnehmen. Die IXUS 125 HS erreicht nach den Richtlinien der CIPA gemessen eine Akkulaufzeit von gerade einmal 170 Fotos. Wer den optischen Zoom und den Serienbildmodus kräftig ausnutzt, die Displayhelligkeit nach oben dreht und regelmäßig Full-HD-Videos aufnimmt, muss mit einer noch kürzeren Reichweite rechnen.

Ausstattung

Die Canon IXUS 125 HS verfügt über eine recht breite Palette an Aufnahmemodi. Allerdings sind fast alle davon Automatiken – direkten Zugriff auf Blende und Belichtungszeit gibt es nicht. Der bereits erwähnte Schiebeschalter auf der Oberseite des Gehäuses dient zum Wechseln zwischen Auto und allen anderen Aufnahmemodi, gekennzeichnet mit einem kleinen Kamerasymbol. Die intelligtente Automatik analysiert das Motiv vor der Kamera und ordnet es einem von inzwischen 58 Motivprogrammen zu. Außerdem gibt es eine Gesichtswiedererkennung. Hier merkt sich die Digicam bis zu zwölf Gesichter und behandelt diese dann bei den Einstellungen für Fokus und Belichtung gegenüber Unbekannten bevorzugt und bildet sie auf Fotos möglichst ideal ab. Das funktioniert zwar ganz gut, doch die meisten Anwender werden sich in der Praxis kaum die Mühe machen, ihren Freundeskreis einzulernen.

Der Modus-Schieber auf der Oberseite hat zwei Stellungen: Intelligente Automatik und "Rest". [4]
Der Modus-Schieber auf der Oberseite hat zwei Stellungen: Intelligente Automatik und „Rest“.

Ist der Modusschieber auf die kleine Kamera gestellt, so hat der Fotograf Zugriff auf die Programmautomatik sowie sämtliche Motivprogramme, Kreativeffekte und Zeitlupen-Videofunktion. Allerdings kleben all diese Optionen in einer langen Liste untereinander. Wer hier also regelmäßig den Aufnahmemodus wechselt, muss mit zeitraubenden Scrollorigen rechnen. In der Liste findet sich übrigens auch Canons Smart Shutter. In diesem Modus nimmt die Kamera wahlweise dann ein Foto auf, wenn man ihr zuzwinkert oder wenn sie ein zusätzliches Gesicht vor der Linse erkennt – also den Fotografen. Beide Optionen funktionieren zuverlässig.

Eine vollständige Liste aller Funktionen gibt es im Handbuch auf der Webseite des Herstellers [5]. Die folgende Tabelle zeigt noch einmal die wichtigsten technischen Daten der Canon IXUS 125 HS im direkten Vergleich mit ihrer Vorgängerin.

Hersteller Canon Canon
Modell IXUS 115 HS IXUS 125 HS
Preis 100 Euro 190 Euro
Bildsensor 1/2,3-Zoll-BSI-CMOS 1/2,3-Zoll-BSI-CMOS
Auflösung 12 Megapixel 16 Megapixel
Optischer Zoom 4-fach 5-fach
Brennweitenbereich 28 – 112 mm 24 – 120 mm
Lichtstärke F2,8 – F5,9 F2,7 – F5,9
Bildstabilisator optisch optisch
Empfindlichkeiten ISO 125 – 3200 ISO 100 – 3200
Max. Fotoauflösung 4000 x 3000 Pixel 4608 x 3456 Pixel
Max. Videoauflösung 1920 x 1080 Pixel @ 24 fps 1920 x 1080 Pixel @ 24 fps
Dateiformate JPEG (Foto), H.264 (Video) JPEG (Foto), H.264 (Video)
Manuelle Einstellungen P P
Display 3,0 Zoll; 230.000 Pixel 3,0 Zoll; 461.000 Pixel
Sucher nein nein
Zubehörschuh nein nein
Speichermedien SD, SDHC, SDXC SD, SDHC, SDXC
Stromversorgung Lithium-Ionen-Akku Lithium-Ionen-Akku
Anschlüsse USB, AV, HDMI USB, AV, HDMI
Abmessungen 9,3 x 5,6 x 2,0 cm 9,3 x 5,7 x 2,0 cm
Gewicht 140 g 135 g

Leistung

Die Canon IXUS 125 HS legt in Sachen Geschwindigkeit eine etwas durchwachsene Leistung hin. Um bei optimalen Bedingungen auf das Motiv zu fokussieren und das Bild einzufangen, benötigt die Kamera recht flotte 0,3 Sekunden. Im Zwielicht verschlechtert sich die Auslöseverzögerung auf immer noch sehr ordentliche 0,6 Sekunden.

Dennoch: Die Auszeiten zwischen zwei aufeinanderfolgenden Aufnahmen sind mit 2,2 Sekunden ohne und 3,6 Sekunden mit Blitz ziemlich zäh. Dafür ist die Kamera einigermaßen schnell Einsatzbereit: Bis nach dem Betätigen des Einschalters das erste Foto im Kasten ist, vergehen 1,5 Sekunden.

Im Serienbildmodus hinkt die IXUS 125 HS mit maximale 2,1 Fotos pro Sekunde bei maximaler Auflösung etwas hinter der Konkurrenz hinterher. Dafür laufen die Pufferspeicher bei den teilweise über 10 fps schnellen Marktbegleitern oftmals schon nach einer Sekunde voll. Die Canon-Digicam knipst so lange, bis die Speicherkarte voll ist, oder der Fotograf den Finger vom Auslöser nimmt. Auch eine Zwangspause nach dem Serienbildgewitter zum Verarbeiten der Fotos gibt es hier nicht. Wenn es unbedingt schneller sein muss, gibt es noch einen 5,8 fps schnellen Serienbildmodus, der die Auflösung allerdings auf 4 Megapixel reduziert. Für Facebook & Co. oder kleine Abzüge reicht die Qualität noch aus. In beiden Serienbildmodi sind Fokus und Belichtung übrigens mit dem ersten Foto festgelegt. Ändern sich während des Dauerfeuers die Aufnahmebedingungen deutlich, etwa die Distanz zwischen Fotograf und Motiv, so misslingt ein Teil der Bilder.

Bildqualität

Für ihre Preisklasse bietet die Canon IXUS 125 HS eine sehr gute bis ausgezeichnete Bildqualität. Die mit 16 Megapixeln sehr hohe Auflösung nutzt allerdings eher der Marketing-Abteilung des Herstellers als dem Fotografen. Aber wer die Aufnahmen nicht gerade in 100-prozentiger Vergrößerung betrachtet, sollte mit den Ergebnissen zufrieden sein. Die Aufnahmen eignen sich am besten fürs Internet oder für Abzüge kleiner DIN A4. Unter optimalen Verhältnissen geschossene Bilder sehen aber auch im 45-mal-30-Zentimeter-Format noch gut aus.

Wie bei den allermeisten Kompaktkameras gilt auch hier: Je mehr Licht, desto besser. Nachdem die Canon IXUS 125 HS auch bei ISO 800 noch recht ordentliche Fotos liefert, eignet sie sich auch recht gut für Aufnahmen in geschlossenen Räumen oder bei Dämmerung. Die Aufnahmen bei hohen ISO-Werten verlieren zwar deutlich an Schärfe, gehen für kleine Formate aber noch in Ordnung – und zeigen deutlich, dass die Smartphones den dedizierten Kameras eben immer noch nicht das Wasser reichen können. Nur von ISO 3200 sollte man lieber komplett die Finger lassen.

Die Fotos bringen lebendige und strahlende Farben mit, wirken gleichzeitig aber nicht unnatürlich. Die Belichtungsautomatik liefert zuverlässig gute Dienste. Wie praktisch alle Kompaktkameras hat jedoch auch die IXUS 125 HS bei konstrastreichen Motiven mit überbelichteten Bildbereichen zu kämpfen. Im Gegensatz zu anderen mit BSI-CMOS-Sensoren ausgestatteten Kameras verfügt dieses Modell nicht über eine HDR-Automatik, die mehrere mit unterschiedlichen Helligkeiten geschossene Fotos miteinander kombiniert, um den Dynamikbereich zu verbessern. Mehr Details zur Bildqualität sowie eine Reihe von Testfotos gibt es in der folgenden Fotostrecke.

Die Videoqualität hat sich gegenüber der Vorgängerin deutlich verbessert. Zwar sorgen Kameraschwenks nach wie vor für Ruckler, und schnell bewegte Motive sorgen für Geisterbilder. Doch die Aufnahmen sehen auch auf großen HD-Fernsehern noch ordentlich aus und machen auf dem Rechner oder mobilen Endgeräten definitiv eine gute Figur. Erfreulicherweise steht während des Filmens nun auch der optische Zoom zur Verfügung, wenngleich der Objektivmotor beim Verändern der Brennweite leicht auf den Aufnahmen zu hören ist. Neben Full-HD-Videos fängt die Kamera auch Zeitlupen-Aufnahmen mit wahlweise 120 oder 240 fps ein. Die Auflösung ist hierbei dann allerdings auf 640 mal 480 beziehungsweise 320 mal 240 Pixel reduziert.

Fazit

Es ist eine Schande, dass Kameras wie die Canon IXUS 125 HS immer stärker mit der Smartphone-Konkurrenz zu kämpfen haben. Einerseits ist das verständlich, denn Handys werden bei den Fotos immer besser – aber im direkten Vergleich wird dann doch klar, wie viel schneller eine echte Digicam ist und wie viel besser die Fotos und Full-HD-Videos gelingen. Selbst die Kreativ-Filter, die die IXUS mitbringt, können mit dem mithalten, was die diversen Apps derzeit zu bieten haben. Wer genug von den mäßigen Handy-Schnappschüssen oder seiner Uralt-Kamera hat und nach einer überdurchschnittlich guten kompakten Digicam mit flexiblem Weitwinkelobjektiv sucht, sollte sich dieses Modell definitiv näher ansehen.

Geschwindigkeit (in Sekunden)
(kürzere Balken bedeuten bessere Leistung)

Zeit bis zur ersten Aufnahme   
Zeit zwischen zwei Aufnahmen (mit Blitz)   
Zeit zwischen zwei Aufnahmen (ohne Blitz)   
Auslöse- verzögerung (Zwielicht)   
Auslöse- verzögerung (Tageslicht)   
“ class=“g4″>Panasonic Lumix DMC-FX90 [7]

2.1 
2 
1.1 
0.6 
0.3 
Sony [8] Cyber-shot DSC-WX9

1.1 
3.8 
1.7 
0.7 
0.4 
Canon IXUS 125 HS

1.5 
3.6 
2.2 
0.6 
0.3 
Canon IXUS 220 HS [9]

1.3 
3.6 
2.2 
0.9 
0.5 

Serienbildgeschwindigkeit (in Fotos pro Sekunde)
(längere Balken bedeuten bessere Leistung)
Sony Cyber-shot DSC-WX9

7.7 
Canon IXUS 220 HS [9]

3.2 
Canon IXUS 125 HS

2.1 

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[5] Webseite des Herstellers: http://www.canon.de/Support/Consumer_Products/products/cameras/Digital_Compact/Digital_IXUS_series/IXUS_125_HS.aspx?type=download&page=1

[6] Testfotos: die Bildqualität der Canon IXUS 125 HS: https://www.cnet.de/41563718/testfotos-die-bildqualitaet-der-canon-ixus-125-hs/?pid=1#sid=41563722

[7] “ class=“g4″>Panasonic Lumix DMC-FX90: https://www.cnet.de

[8] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[9] Canon IXUS 220 HS: https://www.cnet.de/tests/digicam/41554254/testbericht/canon_ixus_220_hs_im_test_geniale_ultrakompakt_kamera_fuer_automatik_knipser.htm

[10] Panasonic Lumix DMC-FX90: https://www.cnet.de/tests/digicam/41558848/testbericht/panasonic_lumix_dmc_fx90_im_test_lichtstarke_ultrakompakt_kamera_mit_wlan.htm