Nikon D4 im Vorab-Test: Profi-DSLR mit ISO 204.800 und 16,2-Megapixel-Vollformat-Chip

Anschlüsse

Mit der D4 beschreitet Nikon neue Wege in puncto Konnektivität. Zusammen mit der EOS 1D X von Canon ist sie die erste DSLR, die über einen Ethernet-Anschluss verfügt. Wer keinen Kabelsalat mag, kann die Kamera auch mit Hilfe eines optional erhältlichen Drahtlos-Adapters ins nächste WLAN einklinken. Leider stand uns der Adapter während des kurzen Testzeitraums nicht zur Verfügung. Sobald sich das ändert, werden wir diesen Artikel aktualisieren.

Die Nikon D4 bietet neue Konnektivitätsoptionen via Ethernet und WLAN.
Die Nikon D4 bietet neue Konnektivitätsoptionen via Ethernet und WLAN.

Immerhin: Den Ethernet-Anschluss konnten wir ausprobieren. Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie sich die Netzwerkanbindung der Nikon D4 nutzen lässt. So ist es beispielsweise möglich, auf den Speicherkarten abgelegte Fotos zu betrachten und zu übertragen. Auf Wunsch stehen auch FTP- und HTTP-Modi zur Verfügung. Im HTTP-Modus ist es möglich, via Browser vom Computer, Tablet oder Smartphone auf die Kamera zuzugreifen, einfache Einstellungen zu treffen und Fotos zu schießen. Einen integrierten DHCP-Server bietet die Kamera nicht. Wer die Digicam also direkte mit dem Notebook verbinden möchte, muss sowohl der D4 als auch dem Notebook manuell eine statische IP-Adresse zuweisen. Für die automatische Konfiguration ist es erforderlich, dass sowohl die Nikon D4 als auch der Rechner an einem Router hängen, die dann den DHCP-Server bereitstellen.

Sobald die Kamera mit dem Rechner verbunden ist, kann der Fotograf die Aufnahmen auf den Speicherkarten betrachten und ein paar einfache Einstellungen anpassen. So stehen beispielsweise die PASM-Modi, Belichtungseinstellungen, Auslöser, Belichtungsmessungs- und Autofokus-Optionen zur Verfügung. Außerdem ist es auch möglich, den Live-View-Modus durch einen Klick auf das LV-Icon auf dem Display zu aktivieren. Anschließend fokussiert ein Klick an die entsprechende Stelle die Kamera. Leider ist die zeitliche Verzögerung über die Ethernet-Verbindung größer, als wir gedacht hätten. Außerdem zehrt der Ethernet-Betrieb kräftig am Akku.

Leistung

Die Nikon D4 spricht professionelle Sport-Fotografen an – und enttäuscht nicht. Bis nach dem Betätigen des Einschalters das erste Foto im Kasten ist, vergehen gerade einmal 0,08 Sekunden. Zwischen jedem weiteren JPEG-Foto genehmigt sich die Kamera eine Auszeit von lediglich 0,15 Sekunden. Im RAW-Modus steigt der Wert einen Tick an: auf immer noch herausragende 0,20 Sekunden. Die Auslöseverzögerung ist mit 0,01 Sekunden kaum spürbar.

Das Fokussystem der D4 ist absolut ausgezeichnet. Es verfügt über die selbe Anzahl und Anordnung von Autofokus-Punkten wie die D3S – 51 Stück. Außerdem ist die Kamera unglaublich schnell und findet den korrekten Fokuspunkt selbst in sehr dunklen Umgebungen zuverlässig. Alle 15 Kreuzsensoren stehen außerdem bei Objektiven ab einer größten Blendenöffnung von F5,6 zur Verfügung.

Im Serienbildmodus schlägt sich die Nikon D4 ebenfalls hervorragend: Wir messen zehn Fotos pro Sekunde. Allerdings stand uns keine XQD-Karte zur Verfügung – daher konnten wir die Profi-Kamera „nur“ mit einer normalen CompactFlash-Karte testen. Wir haben auf eine Karte vom Typ Lexar Professional 16GB 1000x gesetzt. Mit voller Serienbildgeschwindigkeit stemmt die Nikon D4 etwa 60 JPEG-Fotos in Fine-Qualität, bis sie das Tempo drosselt. Im RAW-Modus geht sie nach 53 Aufnahmen etwas in die Knie. Um die mit RAW-Aufnahmen gefüllten Pufferspeicher zu leeren, benötigt die D4 22 Sekunden.

Der Akku bietet eine CIPA-Bewertung von 2600 Aufnahmen, was deutlich unter der Leistung der D3S liegt. Allerdings hat Nikon in einem Interview kürzlich versprochen, dass aufgrund von Verbesserungen im Serienbildmodus mit dem neuen D4-Akku mehr Fotos pro Ladung möglich sind als mit der D3S. Eine Unterstützung für USB 3.0 gibt es leider nicht. Da hätten wir bei einer 6000 Euro teuren Kamera mehr erwartet.

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