Nikon D4 im Vorab-Test: Profi-DSLR mit ISO 204.800 und 16,2-Megapixel-Vollformat-Chip

Videoqualität

Nachdem Canon mit der ersten Full-HD-DSLR 5D Mark II einen ordentlichen Vorsprung hatte, zieht jetzt Nikon Stück für Stück nach und macht seine Spiegelreflexkameras zunehmend interessanter für Videografen. Die Nikon D4 fängt Full-HD-Videos mit drei verschiedenen Formatfaktoren ein. Im Vollformat-(FX-)Modus nutzt die Kamera die gesamte Sensorfläche. Im DX-Modus verkleinert sie den Bereich um den Faktor 1,5, wodurch ein 100-Millimeter-Objektiv eine Äquivalent-Brennweite von 150 Millimetern erhält. Zu guter Letzt ist es noch möglich, einen 1920 mal 1080 Bildpunkte großen Ausschnitt aus der Sensormitte auszulesen, was einem Formatfaktor von 2,7 entspricht. Die 100-Millimeter-Optik aus dem vorherigen Beispiel kommt dann auf ein Äquivalent von 270 Millimetern.

Bei voller 1080p-Auflösung nimmt die D4 wahlweise 30, 25 oder 24 Bilder pro Sekunde auf. Im 720p-Modus stehen 60, 50, 30 und 25 fps zur Verfügung. Die kleinste Empfindlichkeit im Videomodus beträgt ISO 200, die maximale Aufnahmelänge beträgt 20 Minuten. Video-Profis werden sich außerdem über einen sauberen 1080i-HDMI-Ausgang freuen. So ist es möglich, die Videos mit einem externen Rekorder aufzuzeichnen.

Das größte Problem, das wir mit dem Videomodus haben, ist die Positionierung des Live-View-Schalters. Er befindet sich unterhalb des Displays – und lässt sich weder mit der rechten noch mit der linken Hand ohne Umgreifen erreichen. Mit etwas Übung stellt das sicherlich kein Problem dar, aber eine etwas ergonomischere Position hätten wir uns dennoch erhofft. Die Videoqualität ist sehr gut. In unseren Testvideos treten kaum Moiré-Effekte auf. Allerdings gelingen die Clips im FX-Modus nicht ganz so scharf wie erhofft. Die beste Qualität liefert der 2,7-fach-Crop-Modus. Der folgende, mit ISO 2500 aufgezeichnete Clip verschafft einen Eindruck darüber, wie die Videoqualität bei schlechten Lichtverhältnissen ausfällt.

Für die Tonaufzeichnung bietet die D4 neben einem Mikrofoneingang auch einen Kopfhöreranschluss. Dank eines in 20 Stufen einstellbaren Mikrofonpegels lässt sich die Kamera an verschiedenste Aufnahmeumgebungen anpassen – von Kirche bis Konzert. Zwar bietet die DSLR keinen XLR-Eingang, doch dank 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse arbeitet die D4 mit unzähligen Mikros zusammen – nicht nur mit Nikons eigenem ME-1. In Notfällen erledigt auch das interne Mono-Mikrofon seinen Job, fängt allerdings ein leichtes Rauschen ein und kann in puncto Qualität seine externen Kollegen keinesfalls erreichen. Das folgende Video ist mit dem integrierten Mikrofon eingefangen, das darunter mit dem Nikon ME-1.

Ausblick

Die Nikon D4 hat gegenüber der alten Garde von professionellen Spiegelreflexkameras, darunter auch die Vorgängerin D3S, einige deutliche Verbesserungen zu bieten. Darunter sind beispielsweise die enorme Geschwindigkeit, die überarbeitete Videofunktion und der Netzwerk-Anschluss. Unterm Strich ist die D4 ein herausragendes Werkzeug – insbesondere für Sport- und Reportagefotografen. Die zahlreichen kleinen Neuerungen sorgen dafür, dass für so ziemlich jede erdenkliche Aufnahmesituation vorgesorgt ist. Wir warten gespannt auf ein Testgerät der Nikon D4 und die Möglichkeit, sie der neuen Canon EOS 1D X entgegenzustellen.

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