Canon IXUS 500 HS im Test: schicke Fotokiste mit 12-fach-Zoom und beschnittenem Sensor

von Joshua Goldman und Stefan Möllenhoff am , 17:51 Uhr

Pro
  • schickes Design
  • flexibler 12-fach-Zoom
  • sehr kompakt
  • recht schnell
Con
  • gewöhnungsbedürftige Bedienung
  • kurze Akkulaufzeit
  • Foto- und Videoqualität angesichts der Preisklasse enttäuschend
  • kleine, effektiv genutzte Sensorfläche
Hersteller: Canon Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: GUT 6,8 von 10 Punkte
Fazit:

Die Canon IXUS 500 HS ist eine flotte und schicke Ultrakompaktkamera mit einem flexiblen 12-fach-Zoom. Allerdings kann sich die Digicam in puncto Foto- und Videoqualität nicht mehr besonders weit von den besten Kamera-Smartphones absetzen.

Kleiner geht’s fast nicht mehr: Die Canon IXUS 500 HS ist kleiner als eine Packung Taschentücher, bietet aber trotzdem einen zwölffachen optischen Zoom. Außerdem hat der Hersteller die Auflösung mit 10 Megapixeln auf ein sehr sinnvolles Maß gesenkt und scheint sich somit dem Megapixel-Wettlauf zu entziehen. Wie sich die nicht einmal zwei Zentimeter dicke Digicam in der Praxis schlägt, verrät der Testbericht.

Die auf 10 Megapixel gesunkene Auflösung lässt anspruchsvolle Knipser hellhörig werden. Zwar ist der Bildsensor in der IXUS 500 HS – wie bei allen Ultrakompaktkameras – vergleichsweise klein, doch dafür begrenzt Canon die Pixelzahl auf ein erträgliches Maß. In der Theorie bedeutet dass, das die einzelnen Pixel auf dem lichtempfindlichen Chip größer sind und somit mehr Licht abbekommen. Das wiederum erlaubt eine niedrigere Ausleseempfindlichkeit, was wiederum weniger Fehler bedeutet, sie sich in Form von Bildrauschen äußern. Auf gut Deutsch: Das Datenblatt der Canon IXUS 500 HS verspricht eine gute Bildqualität. Doch leider haben der Bildsensor und das Objektiv einen unerwarteten Krähenfuß.

Design

Die Canon IXUS 500 HS gehört definitiv zu den schickeren Kameras. Aber auf dem winzigen Gehäuse bleibt kaum Platz für die Bedienelemente. Sämtliche Tasten sowie der Zoomregler und das Modusrädchen sind sehr klein. Sie überzeugen immerhin in puncto Haptik, sitzen aber so dicht beieinander, dass man gelegentlich einfach den falschen Knopf erwischt.

Die Tasten auf der Rückseite der IXUS 500 HS sind klein und wirken etwas zusammengepfercht. [1]
Die Tasten auf der Rückseite der IXUS 500 HS sind klein und wirken etwas zusammengepfercht.

Deutlich lästiger ist in diesem Zusammenhang allerdings, dass die Kamera auf der Rückseite nicht – wie bei kompakten Digicams üblich – über ein Standard-Vier-Wege-Pad mit mittiger Taste verfügt. Stattdessen sitzen auf der Rückseite vier Buttons in einer länglichen Raute beisammen, die Func.Set-Taste befindet sich darunter statt in der Mitte. Wer nicht besonders viel an den Einstellungen dreht, wird sich daran weniger stören als experimentierfreudige Fotografen. Rechts unten auf der Rückseite der IXUS 500 HS bringt der Hersteller einen Menu-Button unter, rechts oben eine dedizierte Taste zum Starten der Videoaufnahme.

Die kleinen Tasten, Schieber und Taster sind nichts für große Pranken. [2]
Die kleinen Tasten, Schieber und Taster sind nichts für große Pranken.

Die Verbindung mit dem Computer oder Fernseher stellt die Kamera über Mini-USB und Mini-HDMI-Anschlüsse her, die sich auf der rechten Seite des Gehäuses befinden. Auf der Unterseite der Digicam gibt es eine Klappe, die die Fächer für Akku und Speicherkarte beherbergt. Der Stromspeicher lässt sich nicht im Gehäuse aufladen, und die Akkulaufzeit ist 190 Fotos ziemlich kurz. Wer fleißig Full-HD-Videos einfängt, den Serienbildmodus nutzt und/oder die Bildschirmhelligkeit nach oben schraubt, muss mit einer noch kürzeren Reichweite rechnen. Die Aufnahmen speichert die Kamera übrigens auf microSD- anstelle von SD-Karten.

Ausstattung

Die Canon IXUS 500 HS bietet ein recht großzügiges Sortiment an Aufnahmemodi, wobei es sich allerdings in erster Linie um Automatiken handelt. Der Fotograf hat keinen direkten Zugriff auf Blende und Belichtungszeit. Auf der Oberseite des Gehäuses gibt es einen kleinen Schiebeschalter, der zwei Stellungen bietet: Auto für Vollautomatik und alles andere, gekennzeichnet mit einem kleinen Kamerasymbol. Die intelligente Automatik analysiert das Geschehen vor der Linse und ordnet es einem von 58 Motivprogrammen zu. Außerdem merkt sich die Kamera bis zu zwölf Gesichter und priorisiert diese dann bei Fokus und Belichtung. Das funktioniert in der Praxis ganz gut, doch die allermeisten Anwender werden das Feature wohl aus Gründen der Bequemlichkeit nicht konfigurieren.

Kaum zu glauben, aber in diesem Winzling steckt ein zwölffacher optischer Zoom. [3]
Kaum zu glauben, aber in diesem Winzling steckt ein zwölffacher optischer Zoom.

Schiebt der Anwender den Regler auf das kleine Kamera-Symbol, so stehen eine Programmautomatik sowie ein Haufen an Motivprogrammen, Kreativeffekten und ein Zeitlupen-Videomodus zur Verfügung. Allerdings finden sich all diese Aufnahmeoptionen in einer ellenlangen Liste wieder. Häufiges Hin- und Herspringen zwischen den Aufnahmemodi sorgt damit schnell für Frust. Mit Hilfe von Canons Smart Shutter ist es möglich, die Kamera durch bloßes Zuzwinkern zum Auslösen zu bewegen. Alternativ schießt die Kamera auch dann automatisch ein Foto, wenn ein zusätzliches Gesicht vor der Linse auftaucht. So ist bei Gruppenfotos dann auch der Fotograf auf dem Bild zu sehen. Der intelligente Auslöser funktioniert gut.

Die folgende Tabelle zeigt noch einmal die wichtigsten technischen Daten der Canon IXUS 500 HS auf einen Blick.

Hersteller Canon Canon
Modell IXUS 125 HS IXUS 500 HS
Preis 249 Euro 329 Euro
Bildsensor 1/2,3-Zoll-BSI-CMOS 1/2,3-Zoll-BSI-CMOS
Auflösung 16 Megapixel 10 Megapixel
Optischer Zoom 5-fach 12-fach
Brennweitenbereich 24 – 120 mm 28 – 336 mm
Lichtstärke F2,7 – F5,9 F3,4 – F5,6
Belichtungszeiten 1/2000 – 15s 1/4000 – 15s
Bildstabilisator optisch optisch
Empfindlichkeiten ISO 100 – 3200 ISO 100 – 3200
Max. Fotoauflösung 4608 x 3456 Pixel 3648 x 2736 Pixel
Max. Videoauflösung 1920 x 1080 Pixel @ 24 fps 1920 x 1080 Pixel @ 24 fps
Dateiformate JPEG (Foto), H.264 (Video) JPEG (Foto), H.264 (Video)
Manuelle Einstellungen P P
Display 3,0 Zoll; 461.000 Pixel 3,0 Zoll; 461.000 Pixel
Speichermedien SD, SDHC, SDXC SD, SDHC, SDXC
Stromversorgung Lithium-Ionen-Akku Lithium-Ionen-Akku
Akkulaufzeit (CIPA) 170 Fotos 190 Fotos
Anschlüsse USB, AV, HDMI USB, AV, HDMI
Mikrofon mono stereo
Abmessungen 9,3 x 5,7 x 2,0 cm 8,7 x 5,4 x 1,9 cm
Gewicht 135 g 155 g

Geschwindigkeit

Die Canon IXUS 500 HS bietet eine recht flotte Leistung. Bis nach dem Betätigen des Einschalters das erste Foto im Kasten ist, vergehen 2,1 Sekunden. Zwischen jeder weiteren Aufnahme genehmigt sich die Kamera eine Verschnaufpause von 1,9 Sekunden. Mit zugeschaltetem Blitz verschlechtert sich der Wert auf 3,2 Sekunden.

Um bei idealen Bedingungen auf das Motiv zu fokussieren und das Bild einzufangen, benötigt die IXUS 500 HS flotte 0,3 Sekunden. Im Zwielicht steigt die Auslöseverzögerung auf immer noch sehr ordentliche 0,6 Sekunden an.

Der Serienbildmodus schafft im Test 2,8 Bilder pro Sekunde bei voller Auflösung. Allerdings passt die Kamera Belichtung und Fokus nach dem ersten geschossenen Foto nicht mehr an. Verändern sich also während der Serienbildaufnahme die Bedingungen, so misslingt ein Teil der Aufnahmen.

Bildqualität

Unterm Strich ist die Bildqualität der Canon IXUS 500 HS gut bis sehr gut. Doch angesichts dessen, was wir von anderen IXUS-Modellen der HS-Serie gewohnt sind, enttäuscht die Kompakte. Selbst bei den niedrigsten ISO-Empfindlichkeiten sehen die Motive weich und verrauscht aus, wenn man die Bilder vergrößert betrachtet. Damit bietet die 10-Megapixel-Auflösung leider nicht besonders viel Raum für Ausschnittsvergrößerungen. Ab ISO 400 nimmt die Bildqualität deutlich ab – insbesondere die Details verwaschen zunehmend. Immerhin: Bis ISO 800 bleiben die Farben auf einem konstant guten Niveau. Dennoch eignet sich die Kamera nur eingeschränkt für Aufnahmen in geschlossenen Räumen oder unter schlechten Lichtverhältnissen.

Bei ISO 1600 und 3200 vernichten Rauschen und Rauschunterdrückung feine Details fast vollständig. Die Aufnahmen wirken weich, verschmiert und sind von gelben Farbflecken übersät. Unterm Strich eignet sich die Canon IXUS 500 HS am besten für Aufnahmen bei Tageslicht. Wer die Bilder dann nur auf Faebook & Co. hochladen oder in kleinen Formaten abziehen möchte, wird kaum etwas zu meckern haben.

Dennoch: Woher kommt diese eher enttäuschende Bildqualität? Schließlich hätten wir bei einem 1/2,3 Zoll großen Sensor mit 10 Megapixeln vergleichsweise große Bildpunkte erwartet, die wiederum für eine bessere Qualität sorgen sollten. Der Grund ist einfach: Der Bildsensor in der IXUS 500 HS löst 16 und nicht 10 Megapixel auf. Um das 12-fach-Zoom-Objektiv so kompakt zu bauen, musste Canon allerdings ein Stück vom Bildkreis opfern, und damit belichtet die Optik lediglich einen Bereich im Inneren des Sensors.

Das zeigt auch der Vergleich zwischen Realbrennweite und Kleinbildäquivalent-Brennweite im Datenblatt. Die Canon IXUS 500 HS kommt hier auf einen Vergrößerungsfaktor von 7, ihre 16-Megapixel-Schwester IXUS 125 HS auf 5,6. Damit entspricht die Pixelgröße der IXUS 500 HS leider nicht der eines 1/2,3-Zoll-Sensors mit 10 Megapixeln, sondern der eines 1/3-Zoll-Sensors mit 10 Megapixeln. Und da bewegt man sich in dem Bereich, in dem sich auch bessere Kamera-Smartphones ansiedeln – und genau hier sortiert sich die 500 HS auch bei der Bildqualität ein. Schade.

Die Videoqualität der Canon IXUS 500 HS bewegt sich auf einem Niveau mit einfachen HD-Pocket-Camcordern oder besseren Smartphones. Für YouTube und Konsorten oder fürs gelegentliche Betrachten auf dem Fernseher reichen die Clips aus. Allerdings sorgen flotte Schwenks für Ruckeln, und schnell bewegte Objekte ziehen Geisterbilder hinter sich her. Der optische Zoom steht auch während der Videoaufnahme zur Verfügung. Allerdings ist – besonders bei niedrigem Umgebungslärm – der Motor des Objektivs auf den Aufnahmen zu hören.

Fazit

Wer mit der Foto- und Videoqualität seines Smartphones zufrieden ist und eine schicke, kleine Kamera mit langem Zoom und kurzer Auslöseverzögerung sucht, ist hier genau richtig. Wer allerdings bei der Bildqualität Fortschritte machen möchte, sollte zu einer größeren IXUS greifen, beispielsweise der IXUS 1100 HS [5]. Insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen ist der Unterschied deutlich.

Aufnahmegeschwindigkeit (in Sekunden)
(kürzere Balken bedeuten bessere Leistung)

Zeit bis zur ersten Aufnahme
Zeit zwischen zwei Aufnahmen
Auslöse- verzögerung (Zwielicht)
Auslöse- verzögerung (Tageslicht)
Panasonic Lumix DMC-TZ22 [6]

1.9
1.1
0.7
0.4
Sony Cyber-shot DSC-HX7V [7]

1.7
1.4
0.7
0.4
Nikon Coolpix S8200 [8]

1.1
1.5
0.6
0.3
Canon IXUS 500 HS

2.1
1.9
0.6
0.3
Fujifilm FinePix F600EXR [9]

1.9
2.2
0.8
0.4

Serienbildgeschwindigkeit (in Fotos pro Sekunde)
(längere Balken bedeuten bessere Leistung)
Canon IXUS 500 HS

2.8

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[3] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41563817/canon_ixus_500_hs_seite.jpg

[4] Testfotos: die Bildqualität der Canon IXUS 500 HS: https://www.cnet.de/41563816/testfotos-die-bildqualitaet-der-canon-ixus-500-hs/?pid=1#sid=41563817

[5] IXUS 1100 HS: https://www.cnet.de/tests/digicam/41557142/testbericht/canon_ixus_1100_hs_im_test_kompakte_bsi_cmos_kamera_mit_12_fach_zoom.htm

[6] Panasonic Lumix DMC-TZ22: https://www.cnet.de/tests/digicam/41549955/testbericht/panasonic_lumix_dmc_tz22_im_test_schneller_16_fach_superzoomer_mit_gps_und_touchscreen.htm

[7] Sony Cyber-shot DSC-HX7V: https://www.cnet.de/tests/digicam/41555143/testbericht/sony_cyber_shot_dsc_hx7v_im_test_kompakte_zehnfach_zoom_kamera_mit_toller_ausstattung.htm

[8] Nikon Coolpix S8200: https://www.cnet.de/tests/digicam/41558893/testbericht/nikon_coolpix_s8200_im_test_kompakte_und_guenstige_superzoom_kamera.htm

[9] Fujifilm FinePix F600EXR: https://www.cnet.de/tests/digicam/41558393/testbericht/fujifilm_finepix_f600exr_im_test_komplizierte_alleskoenner_kamera_mit_raffiniertem_sensor.htm