Asus Transformer Pad Infinity 700 im Vorab-Test: Android-Tablet mit Full-HD-Display

von Andrew Hoyle und Gerald Strömer am , 14:18 Uhr

Das Asus Transformer Pad Infinity 700 ist die nächste Evolutionsstufe des beliebten Transformer Prime und bietet ein verbessertes Display sowie physische Änderungen zur Eliminierung von GPS-Problemen – und natürlich einen neuen Namen. Vielschreiber können beruhigt sein: Auch dieses Tablet kommt mit dem praktischen Keyboard-Dock.

Das Tablet wird in 3G-/WLAN- sowie reinen WLAN-Versionen auf den Markt kommen, die allerdings ärgerlicherweise unterschiedliche Prozessoren haben werden: Das WLAN-Modell bringt einen Quad-Core-Prozessor mit, das 3G-Modell nur eine Dual-Core-CPU. Aktuell ist nur die WLAN-Variante namens Transformer Prime Infinity TF700T für den europäischen Markt angekündigt. Die unverbindliche Preisempfehlung beträgt 599 Euro – und bewegt sich damit auf dem Niveau des Transformer Prime [1].

Design

Der Look des Infinity unterscheidet sich nicht großartig von dem des originalen Prime, was uns freut. Denn das Prime schaffte es, richtig schlank auszusehen und dennoch robust genug zu sein, um damit notfalls Diebe in die Flucht zu schlagen.

Das Infinity hat die gleiche Metallkonstruktion wie das Prime und hinterlässt einen ähnlichen soliden Eindruck: Es verwindet oder biegt sich nicht und lässt auch kein Knarren hören, wenn wir kräftig am Gehäuse drücken und zerren. Da sowohl das Chassis des Tablets als auch das des Keyboard-Docks aus Metall gefertigt sind, fühlt sich die Kombination enorm stabil an, wenn das Infinity wie ein Laptop zusammengefaltet wird.

Das Infinity hat zudem das gleiche glatte, metallische Finish wie das Prime, was uns persönlich sehr gut gefällt. Wer aber einen kantigeren, raueren Look vorzieht, wird das Infinity nicht unbedingt zu seinem Top-Favoriten machen.

Wer auf einen glatten Metall-Look steht, wird beim Transformer Pad Infinity glücklich. [2]
Wer auf einen glatten Metall-Look steht, wird beim Transformer Pad Infinity glücklich.

Das Tasten-Layout auf dem Keyboard-Dock wurde ebenfalls nicht geändert. Auch das freut uns, denn auf der Tastatur des Prime ließ es sich überraschend komfortabel tippen. Tastaturen dieser Größe findet man normalerweise an Netbooks, und sie sind oft genug schwierig zu nutzen, da man die Finger regelrecht zusammenquetschen muss, um die richtigen Tasten zu erwischen. Die Klaviatur des Prime war diesbezüglich deutlich besser – und auch das Infinity gibt ein komfortables Schreibwerkzeug ab.

Der einzige Unterschied zum Prime findet sich auf der Rückseite des Tablets. Hier wurde das Gehäuse wahrscheinlich in Reaktion auf die User-Beschwerden bezüglich GPS- und WLAN-Problemen geändert, die auf das Gehäusedesign des Prime zurückgeführt wurden. Asus hat diese Probleme allerdings nie öffentlich eingestanden; laut dem Hersteller funktioniert das Transformer Prime „in allen Bereichen und innerhalb aller gesetzten Parameter wie erwartet“. Dennoch ist es gut zu sehen, dass der Hersteller Anstrengungen unternommen hat, um die „nicht existierenden“ Probleme zu eliminieren.

Ausstattung

Eines der wichtigsten Upgrades gegenüber dem Prime ist der Bildschirm. Der 10,1 Zoll große Touchscreen des Prime löst 1200 mal 800 Pixel auf und punktet mit extremer Helligkeit und kräftigen, lebendigen Farben. Das Infinity dagegen verbaut einen Touchscreen mit einer Auflösung von 1920 mal 1200 Bildpunkten – das ist mehr als Full-HD (1920 mal 1080 Pixel). Das wie das Prime auf der Super-IPS+-Technologie basierende Display strahlt eine überragende Lebendigkeit aus, handhabt die Farben sehr gut und ist schön hell – laut Hersteller 600 cd/m². Insgesamt hinterlässt das Display einen sehr guten Eindruck.

Als Betriebssystem des Infinity kommt die neueste Android [3]-Version 4.0 zum Einsatz, die auf den Namen Ice Cream Sandwich (ICS) hört. Das Prime kann man zwar auf Ice Cream Sandwich aktualisieren, aber ausgeliefert wird es mit dem Vorgänger Honeycomb.

Unserem ersten Eindruck nach ändert sich mit Ice Cream Sandwich gegenüber Honeycomb nicht so viel, wie man vielleicht meinen möchte. Das ICS-Interface des Infinity sieht identisch aus und funktioniert auch genau wie das des Honeycomb-Prime – und das ist keine schlechte Sache, denn die Bedienung des Prime ist angenehm und einfach.

Das Infinity wird es in zwei Modellvarianten geben: Eine LTE-fähige 4G-/3G- und eine reine WLAN-Version. Wer mobiles Breitband-Internet benötigt, wird sich für das LTE-Modell entscheiden und einfach eine SIM-Karte einschieben. Wer das Tablet nur im Bereich kabelloser lokaler Netzwerke nutzen will, nimmt sich das WLAN-Modell des Infinity. Derzeit ist – wie eingangs erwähnt – aber nur die WLAN-Variante für den deutschen Markt angekündigt. Ob das LTE-Modell später folgen wird, ist derzeit noch nicht bekannt.

Das Problem ist nur, dass das WLAN-Modell mit Nvidias Quad-Core-Prozessor Tegra 3 (1,6 GHz) bestückt ist, der schon im Prime für überragende Performance sorgte, während das LTE-Modell nur einen Snapdragon-Prozessor vom Typ S4 MSM8960 integriert – und das ist eine Dual-Core-CPU.

Die Tastatur macht auch beim Verfassen längere Texte eine gute Figur. [4]
Die Tastatur macht auch beim Verfassen längere Texte eine gute Figur.

Auf unsere Frage gegenüber Asus, warum das so ist, erhielten wir nur die recht vage Antwort, dass 3G besser mit einem Dual-Core- als mit einem Quad-Core-Chip zusammenarbeitet. Unser Asus-Ansprechpartner auf dem MWC [5] konnte uns diesbezüglich keine schlagkräftigen technischen Hintergrundinformationen liefern. Wir schieben an dieser Stelle mal eine Vermutung ein: Der Snapdragon S4 integriert bereits eine Multi-Mode-fähige 3G/4G-Einheit im Chipsatz, was vermutlich Konzeption und Produktion vereinfacht und die Kosten niedrig hält.

Komisch ist nur, dass das günstigere Transformer Pad 300, das es ebenfalls in 3G- und WLAN-Variante geben wird, in beiden Fällen mit einem Tegra 3 bestückt ist. Auf unsere Frage, warum das beim günstigen 300 funktioniert, aber nicht beim Premium-Modell Infinity 700, haben wir leider keine Antwort erhalten

Ergo ist man als Fan mobilen Breitbandinternets gezwungen, sich entweder ohne ersichtlichen Grund mit einem schwächeren Dual-Core-Prozessor im Infinity zufriedenzugeben, oder sich mit der älteren, dafür aber mit einem stärkeren Quad-Core-Prozessor bestückten Ausführung anzufreunden – irgendwie suboptimal.

Performance

Wir haben die Quad-Core-bestückte WLAN-Version des Infinity ausprobiert, und es war genau so schnell und flink, wie man es von einem solchen Turbo-Tablet erwarten darf. Beim Wechseln zwischen den Homescreens gibt es keinerlei Verzögerungen, und Apps öffnen sich praktisch unmittelbar. Das soll nicht heißen, dass das Dual-Core-Modell langsam wäre. Aber wie stark die beiden Modellvarianten und wie groß die Unterschiede wirklich sind, wird sich erst zeigen, wenn sie in einem noch kommenden Test unter der Last unserer Benchmark-Suite keuchen.

Fazit

Das Transformer Pad Infinity ist eine optimierte Version des Transformer Prime und zeichnet sich vor allem durch das hochauflösende Touchscreen-Display aus. Mit den Änderungen am Chassis sollten im Idealfall auch die berichteten GPS-Probleme des Prime der Vergangenheit angehören. Es mag zwar eines der besten aller derzeit verfügbaren Android-Tablets sein, aber wegen der bizarren Prozessorbestückungen werden wahrscheinlich etliche Interessenten frustriert abwinken.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41563892/asus-transformer-pad-infinity-700-im-vorab-test-android-tablet-mit-full-hd-display/

URLs in this post:

[1] Transformer Prime: https://www.cnet.de/tests/handy/41557491/testbericht/ausfuehrlicher_testbericht_asus_eee_pad_transformer_prime_android_tablet_mit_quad_core_prozessor.htm

[2] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41563892/asus_transformer_pad_infinity_700_03.jpg

[3] Android: http://www.cnet.de/themen/android/

[4] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41563892/asus_transformer_pad_infinity_700_04.jpg

[5] MWC: http://www.cnet.de/themen/mwc/