Nikon Coolpix S30 im Test: wasserdichte 100-Euro-Kamera für die ganze Familie

von Joshua Goldman und Stefan Möllenhoff am , 16:17 Uhr

Pro
  • gut verständliche Bedienung
  • große Tasten
  • wasserdicht und stoßfest
Con
  • schlechte Bildqualität bei wenig Licht
  • langsam
Hersteller: Nikon Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: BEFRIEDIGEND 6,4 von 10 Punkte
Fazit:

Die Nikon Coolpix S30 ist eine einfache, outdoortaugliche Digicam, die zugunsten der Einsteigerfreundlichkeit auf jeglichen unnötigen Schnackschnack verzichtet. Dementsprechend eingeschränkt ist aber eben auch der Funktionsumfang, und die Bildqualität bei schlechten Lichtverhältnissen enttäuscht.

Die Nikon Coolpix S30 ist eine Kamera für die ganze Familie. Dank wasserdichtem Gehäuse, einfacher Bedienung und rudimentärer Ausstattung eignet sich die Digicam ideal für Gelegenheitsknipser von Jung bis Alt. Allerdings gibt es auch eine Reihe von Einschränkungen. Welche das sind, verrät der Testbericht.

Die beste Kamera nutzt nicht viel, wenn sie der vierjährige Nachwuchs im Planschbecken versenkt. Hier kommt die Nikon Coolpix S30 ins Spiel: Die gerade einmal 100 Euro teure Kamera übersteht Tauchgänge bis drei Meter Tiefe und soll auch kleine Stürze unbeschadet überleben.

Design

Wer allerdings bereits regelmäßig mit Digitalkameras fotografiert hat, wird sich mit der Coolpix S30 anfangs etwas schwer tun. Denn Nikon hat das Tastenlayout im Vergleich zu anderen Coolpix-Modellen verändert und wartet auch mit Unterschieden zum Großteil der restlichen Kompaktkamera-Welt auf. Auf der Oberseite gibt es drei Tasten: ganz rechts den Auslöser, ganz links einen Button zum Starten der Videoaufnahme und in der Mitte den Ein/Aus-Schalter. Die Knöpfe fühlen sich allesamt etwas schwammig an, was wohl an den integrierten Dichtungen liegen dürfte. Bei unserem Testgerät bleibt die Videoaufnahme-Taste nach dem Drücken gelegentlich stecken und will wieder herausgefriemelt werden.

Auf der Rückseite der Kamera befindet sich ein 2,7 Zoll großes Display mit einer eher niedrigen Auflösung von 320 mal 240 Bildpunkten (230.000 Subpixel). Rechts neben der Anzeige gibt es einen Button zum Wechseln in den Wiedergabemodus und ein Vier-Wege-Pad, dessen Nach-oben- und Nach-unten-Tasten auch den optischen Zoom steuern.

Einen Menüknopf gibt es bei der Kamera nicht, dafür aber vier Funktionstasten links neben dem Display, die jeweils die auf der Anzeige dargestellte Funktion übernehmen. Statt für Anfänger kryptischer Bezeichnungen wie „Belichtungsmessung“ gibt es hier simple Optionen à la „Farbe ändern“ oder „Stil wählen“. Im Endeffekt passt man mit diesen Parametern den Aufnahmemodus an, was erfreulich einfach und intuitiv funktioniert. Wer allerdings schon öfters mit anderen Digicams fotografiert hat, muss sich hier erst einmal umgewöhnen.

Der Verschluss, hinter dem sich Batterien, Speicherkarte und Micro-USB-Port verbergen, ist besser geschützt als erwartet. [1]
Der Verschluss, hinter dem sich Batterien, Speicherkarte und Micro-USB-Port verbergen, ist besser geschützt als erwartet.

Die Nikon Coolpix S30 sieht ein wenig nach Spielzeug aus – und fühlt sich auch so an. Wenn die beiden AA-Batterien nicht eingelegt sind, schreit das hohle Plastikgehäuse nicht gerade: „für die Ewigkeit gemacht“. Unsere Test-Tortur hat die Kamera aber anstandslos weggesteckt. So haben wir die Digicam dreimal 60 Minuten lang in einem etwa 60 Zentimeter Wassertiefe liegen gelassen und fünfmal aus derselben Höhe auf eine Sperrholzplatte geworfen. Allerdings sollte man auch mit robusten Kameras sorgsam umgehen. Denn mit etwas Pech werden diese auch beschädigt, wenn sie im Rahmen der Herstellerangaben misshandelt wurden. Herausfordern sollte man es nicht.

Ausstattung

Abgefahrene Aufnahmeprogramme oder detaillierte Einstellungsmöglichkeiten sucht man bei der Nikon Coolpix S30 vergeblich. Aber das macht auch nichts, denn Kamera richtet sich einfach nicht an anspruchsvolle Fotografen, sondern an diejenigen, die ihren Fokus auf einfache Bedienung bei niedrigen Kosten und robuster Bauweise legen. Daher ist das auch nicht als Kritik, sondern eher positiv zu sehen: Nikon verwirrt Einsteiger nicht mit überflüssigen Modi und Programmen. Neben der Automatik gibt es ein paar einfache Extramodi, aber das war’s dann auch schon.

So gibt es beispielsweise ein paar einfache Effekte, beispielsweise den Miniatur-Filter, der das Motiv wirken lässt, als wäre es mit einem Tilt- und Shift-Objektiv fotografiert worden. Ein anpassbarer Weichzeichner steht ebenfalls zur Verfügung. Diese beiden und noch mehr Filter lassen sich auch nachträglich im Wiedergabe-Modus noch auf die Bilder anwenden.

Nikon hat die Bedienung der Coolpix S30 so einfach gestaltet wie möglich. [2]
Nikon hat die Bedienung der Coolpix S30 so einfach gestaltet wie möglich.

Geschwindigkeit

Die Nikon Coolpix S30 ist enttäuschend langsam. Bis nach dem Betätigen des Einschalters das erste Foto im Kasten ist, vergehen zähe 3,8 Sekunden. Und auch die Zwangspause zwischen zwei aufeinanderfolgenden Aufnahmen ist mit 3,3 Sekunden vergleichsweise lang. Mit zugeschaltetem Blitz verschlechtert sich der Wert um noch einmal etwa eine Sekunde. Übrigens gibt es keine Möglichkeit, die Digicam zum blitzen zu zwingen.

Um bei optimalen Bedingungen auf das Motiv zu fokussieren und das Bild einzufangen, benötigt die Kamera recht lange 0,5 Sekunden. Im Zwielicht steigt die Auslöseverzögerung immerhin nur auf 0,7 Sekunden an. Der Serienbildmodus schafft eine maximale Geschwindigkeit von 1,5 fps. Allerdings laufen die Pufferspeicher bereits nach vier Sekunden voll, und dann benötigt die Kamera eine Verschnaufpause zum Abspeichern der Bilder. In unserem Test kommt die Serienbildfunktion allerdings auf lediglich 0,7 Bilder pro Sekunde.

Rechts auf der Oberseite befindet sich der Auslöser, links oben sitzt die Taste zum Starten der Videoaufnahme. [3]
Rechts auf der Oberseite befindet sich der Auslöser, links oben sitzt die Taste zum Starten der Videoaufnahme.

Bildqualität

In Sachen Bildqualität bewegt sich die Nikon Coolpix S30 auf dem Niveau, das wir bei einem Preispunkt von 100 Euro erwartet hätten. Die Kamera liefert recht ordentliche Fotos und 720p-Videos, benötigt dafür allerdings viel Licht. Damit bewegt sich die Digicam auf einer Stufe mit den besten Kamera-Handys. Das gilt übrigens auch für den 1/3-Zoll-Sensor, der 10 Megapixel auflöst. Angesichts der Tatsache, dass die Knipse für den Außengebrauch am Pool, am Strand oder am Badesee gemacht wurde, ist das für die Zielgruppe gar nicht so tragisch.

Wer allerdings nach einer Kamera sucht, die bei wenig Licht noch tolle Fotos schießt, sollte sich besser woanders umsehen. Oberhalb von ISO 200 nimmt das Bildrauschen deutlich zu, und viele Details gehen verloren. Und genau diese Empfindlichkeiten benötigt man, um in geschlossenen Räumen oder in der Dämmerung unverwackelte Fotos schießen zu können. Je weniger Licht, desto mehr Rauschen und desto weniger Details. Bei Sonnenlicht liefert die S30 schöne Ergebnisse, für Umgebungen mit wenig Licht können wir die Kamera nicht empfehlen.

Bei guten Lichtverhältnissen liefert die Nikon Coolpix S30 lebendige und ansprechende Farben. Wer mit den Ergebnissen nicht zufrieden ist, findet ein paar Schieberegler zum Anpassen von Helligkeit, Sättigung und Farbton vor. Mehr Details zur Bildqualität gibt es in der folgenden Fotostrecke.

Die Videoqualität – sowohl über als auch unter Wasser – ist gut genug für YouTube und Konsorten. Es treten Bildrauschen und Artefakte auf, doch bei verkleinerter Betrachtung sehen die Clips ordentlich aus. Der optische Zoom steht während der Aufnahme leider nicht zur Verfügung. Wer unbedingt möchte, kann digital vergrößern, wovon wir aufgrund der schlechten Ergebnisse aber abraten.

Fazit

Die Nikon Coolpix S30 ist eine günstige, familienfreundliche und wasserdichte Schnappschuss-Kamera. Wer in erster Linie draußen bei guten Lichtverhältnissen und eher langsam bewegte Motive fotografiert, wird mit der Digicam keine Enttäuschung erleben. Wer sich damit nicht zufrieden gibt, muss allerdings auch deutlich mehr auf den Tisch legen als 100 Euro.

Geschwindigkeit (in Sekunden)
(kürzere Balken bedeuten bessere Leistung)

Zeit bis zur ersten Aufnahme
Zeit zwischen zwei Aufnahmen (mit Blitz)
Zeit zwischen zwei Aufnahmen (ohne Blitz)
Auslöse- verzögerung (Zwielicht)
Auslöse- verzögerung (Tageslicht)
Canon PowerShot A495 [5]

2
6.7
2.9
1
0.6
Nikon Coolpix L24

2.3
4.9
2.3
0.9
0.5
Canon PowerShot A1200 [6]

2.4
5.9
3
0.9
0.5
Fujifilm FinePix XP20

2.4
3
2.2
1.3
0.8
Nikon Coolpix S30

3.8
4.3
3.3
0.7
0.5

Serienbildgeschwindigkeit (in Fotos pro Sekunde)
(längere Balken bedeuten bessere Leistung)
Fujifilm FinePix XP20

1.3
Nikon Coolpix L24

0.7
Nikon Coolpix S30

0.7

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[4] Testfotos: die Bildqualität der Nikon Coolpix S30: https://www.cnet.de/41563896/testfotos-die-bildqualitaet-der-nikon-coolpix-s30/?pid=1#sid=41563897

[5] Canon PowerShot A495: https://www.cnet.de/tests/digicam/41529630/testbericht/canon_powershot_a495_im_test_schlichte_kamera_fuer_tolle_fotos.htm

[6] Canon PowerShot A1200: https://www.cnet.de/tests/digicam/41553081/testbericht/canon_powershot_a1200_im_test_hervorragendes_digicam_schnaeppchen_fuer_90_euro.htm