Jabra Supreme: Mono-Bluetooth-Headset mit starker Sprachsteuerung und Störschallunterdrückung

von Brian Bennet und Gerald Strömer am , 18:00 Uhr

Pro
  • leistungsfähige aktive Störschallunterdrückung
  • hohe Lautstärke
  • sehr gute Sprachsteuerung
Con
  • große Ohrschleife und loser Sitz
  • evtl. Software-Upgrade nötig
Hersteller: Jabra Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,0 von 10 Punkte
Fazit:

Es ist schwer, die starke Störschallunterdrückung und Sprachsteuerung des Jabra Supreme zu schlagen. Wer sich nicht scheut, gutes Geld für eine gutes Gerät auszugeben, mit dem Design klarkommt und kein Stereo-Audio an seinem Bluetooth-Headset braucht, dürfte mit dem Supreme hervorragend bedient sein.

Auch wenn Smartphones mittlerweile die reinsten Computer sind, nutzen dennoch viele Anwender ihr Gerät immer noch primär in seiner Kernfunktion: zum Telefonieren. Und für eine ganze Menge dieser Leute ist ein hochwertiges Bluetooth-Headset eine klasse Lösung, wenn man im Auto oder in belebten, geräuschvollen Umgebungen telefonieren will. Wir haben getestet, ob das Jabra Supreme seinem Namen gerecht wird und wirklich ein überragendes Headset ist.

Das Supreme [1] ist ein Mono-Bluetooth-Headset, das Jabra für 99,99 Euro auf den Markt gebracht hat. Mittlerweile ist das hochwertige Headset aber bereits zu Preisen ab gut 60 Euro erhältlich.

Design

Jabras Supreme schwimmt gegen den Strom, was den gängigen Design-Trend von Bluetooth-Headsets angeht: Mit einem Gewicht von unter 20 Gramm ist es zwar sehr leicht, sieht aber nur auf den ersten Blick kompakt aus. Denn wenn man den langen Mikrofon-Arm ausklappt, ist das Supreme ein wesentlich sperrigerer Vertreter seiner Art als das typische Mono-Headset. Aber nicht nur das lange Mikro ist ungewöhnlich; auch das Headset selbst ist mit einer Bauhöhe von knapp über drei Zentimetern ein ziemlicher Brummer. Im Vergleich mit einem schlanken Headset wie dem Jawbone Era mit seinen knapp über 1,8 Zentimetern ist es regelrecht klobig.

Auch die große Ohrschleife trägt zur empfundenen Größe des Supreme bei. Und obwohl die anpassbare Schleife dünn und flexibel ist, ließ sie sich trotzdem nicht fest an das Ohr unseres Testers anpassen. Es hilft auch nicht gerade, dass es sich innerhalb seiner Halterung am Headset selbst hoch und runter bewegen kann. Unser Tester dachte erst, dass das Problem bei seiner Brille zu suchen ist, aber auch ohne Brille war keine wirkliche Besserung zu verzeichnen. Aber selbst so muss man fairerweise sagen, dass das Supreme nie vom Ohr fiel, sobald es einmal „angebracht“ war.

Einen wirklich bequemen und sicheren Sitz für das Supreme zu finden, ist deutlich schwieriger als man denkt. [2]
Einen wirklich bequemen und sicheren Sitz für das Supreme zu finden, ist deutlich schwieriger als man denkt.

Die physischen Bedienelemente des Headsets setzen sich aus einer mittig auf dem Mikro-Arm sitzenden Voice Control-Taste, einer großen Taste zum Annehmen und Beenden von Anrufen auf der Front des Headsets selbst sowie den Lautstärke-Tasten zusammen, die an der Kante des Geräts nahe am Ohr sitzen. Hier findet man auch den von einer kleinen Klappe abgedeckten Mikro-USB-Port des Geräts. Winzige LEDs an der unteren Kante des Headsets geben über Akkuladung und Bluetooth-Status Auskunft und zeigen an, wenn der Akku geladen wird.

Ausstattung

Jabra muss der Sprachsteuerung schon bei der Konzeption des Supreme eine hohe Priorität eingeräumt haben. Sobald man das erste Mal den Mikrofon-Arm ausklappt, gibt das Supreme seinen Besitzer Hinweise und Tipps, wie man das Headset mit dem Smartphone [3] paaren kann. Erfahrene Anwender werden dabei zwar nichts wirklich Neues erfahren (das Headset weist zum Beispiel an, dass man in die Bluetooth-Einstellungen des Smartphones gehen und sich dort mit dem Headset verbinden soll), aber es ist schon praktisch, wenn einem die freundliche Stimme des Supreme den Standard-Pairing-Code ins Ohr flüstert, so dass ihn nicht händisch aus dem Handbuch heraussuchen muss. Uns gefällt auch, dass es eine erfolgreiche Verbindung mit einer entsprechenden Meldung quittiert, was keinen Raum für Missverständnisse lässt.

Jabra setzt die Sprachwahlfunktionen des Supreme optimal ein – und das Ergebnis ist ziemlich beeindruckend. Sobald man die Voice Control-Taste auf dem Mikrofon-Arm drückt, wird das Gerät in den „Lausch-Modus“ versetzt und fordert den Anwender dann auf, ein Sprachkommando zu sprechen – und von denen gibt es viele. Man kann beispielsweise eine Wahlwiederholung oder das Pairing mit einem neuen Gerät anstoßen oder auf die Telefon-Kommandos zugreifen. Die letztgenannte Funktion aktiviert ein Menü für primäre Telefonfunktionen; hier kann man dann beispielsweise über die Nennung des Namens eines Kontakts oder über eine gesprochene Telefonnummer ein Gespräch initiieren.

Nach einem Druck auf die "Voice Control"-Taste wartet das Headset gespannt auf  gesprochene Anweisungen seines Besitzers. [4]
Nach einem Druck auf die „Voice Control“-Taste wartet das Headset gespannt auf gesprochene Anweisungen seines Besitzers.

Man kann das Supreme sogar zur Öffnung des Kalenders nutzen oder sich die verbleibende Akkulaufzeit ansagen lassen. Wenn man vergessen hat, welche Kommandos es überhaupt gibt, kann man sich auch die möglichen Sprachoptionen noch einmal ansagen lassen. Und wenn man schließlich nicht die Voice Control-, sondern die große Taste zum Annehmen und Beenden von Telefonaten drückt, kommt der Nutzer direkt zu den Telefon-Kommandos. Wenn Anrufe eingehen, ist das Annehmen oder Ablehnen ebenfalls mit einem einzelnen gesprochenen Kommando möglich.

Sollte das mit dem Headset gepaarte Telefon keine PBAP-Unterstützung (Phone Book Access Profile) bieten, die viele der Funktionen des Supreme überhaupt erst ermöglicht, fungiert das Gerät als simples manuelles Headset. Alle physischen Tasten dienen dann als traditionelle Headset-Kontrollen. Anrufe nimmt man dann mit einem Druck auf die große zentrale Taste entgegen, zweimaliges Drücken lehnt sie ab. Wenn man gesprochene Ansagen nicht mag, kann man sie unterdrücken, indem man den Mikrofon-Arm ausklappt und dabei die Voice Control-Taste gedrückt hält.

Ein weiteres wichtiges Feature des Supreme ist seine Störschallunterdrückung, die standardmäßig aktiviert ist. Jabra verspricht, dass sie unerwünschte Umgebungsgeräusche wie Wind oder das Dröhnen dichten Verkehrs deutlich reduziert. Wer diese Funktion an die persönlichen Vorlieben anpassen will, sollte sich die Jabra-Supreme-App aus dem Android [5] Market (Google [6] Play) herunterladen. Sie entdeckt das Headset automatisch und ermöglicht die Anpassung der Störschallunterdrückung mittels voreingestellter Profile. Außerdem kann man mit ihr Sprachnotizen aufnehmen und auf ein Log kürzlich getätigter Anrufe zugreifen. Mit dieser App wird das gedruckte Handbuch des Supreme komplett überflüssig, da sie auch die Instruktionen des Supreme abspeichert.

Das Jabra Supreme kann natürlich auch multimediale Audioinhalte wie Podcasts, Musik und Internetradio vom Smartphone streamen. Wirklich viel Sinn macht das aber nicht, da das Supreme nun mal ein Mono-Headset ist. Es ist aber gut zu wissen, dass man jederzeit eine Notfalllösung zur Hand hat, wenn ein für dieses Zweck gedachtes Stereo-Headset (oder ein Kopfhörer) doch einmal ausfällt oder keinen Saft mehr hat.

Performance

Das Pairing des Jabra Supreme mit dem Smartphone – wir testen hier mit je einem Android-Handy mit der Version 2.3 und einem mit 4.0 – ist im Handumdrehen erledigt. Die heruntergeladene Supreme-App stellt sich allerdings erst ein bisschen störrisch an und gibt aus, dass auf dem Headset nicht die aktuellste Software läuft. Da man aber nur mit dieser Software die Störschallunterdrückung konfigurieren kann, ist das ein kleines Problem. Allerdings kein unlösbares: Man muss das Headset lediglich mit dem PC verbinden und mittels der auf der Jabra-Webseite zum Download angebotenen Software [7] auf den neuesten Stand bringen.

Nach einem Blick auf die an der unteren Kante des Headsets sitzenden LEDs weiß man, ob es mit einem Gerät verbunden ist und wie es um den Akku steht. [8]
Nach einem Blick auf die an der unteren Kante des Headsets sitzenden LEDs weiß man, ob es mit einem Gerät verbunden ist und wie es um den Akku steht.

Der Aufwand lohnt sich aber auch, denn das Supreme reduziert Hintergrundgeräusche wirklich sehr gut. Bei während der Rush-Hour und auf belebten Straßen getätigten Testanrufen bestätigten unsere Gesprächspartner, dass das Dröhnen von Autos oder Windgeräusche praktisch nicht zu vernehmen seien. Andererseits berichteten Gesprächspartner aber auch über ein vernehmliches schwaches Zischen im Hintergrund und gaben an, dass das Ende von Sätzen etwas abgehackt klingt – beides vermutlich Zeichen einer aggressiven Audiobearbeitung. Die Audioqualität an unserem Ende ist dagegen gut: Das große Headset klingt sehr klar und hat massenhaft Lautstärke in der Hinterhand.

Laut Jabra ist der Akku des Supreme bei voller Ladung für sechs Stunden Gesprächszeit oder 15 Tage Standby-Modus gut. Im Verlauf unseres Tests lief das Gerät mindestens drei Tage im Standby und wurde für eine ganze Reihe von Telefonaten sowie etliche Streaming-Tests genutzt. Nach all dem liegt die angesagte Akkulaufzeit des Headsets dennoch noch bei vier Stunden – gar nicht mal schlecht.

Fazit

Das Jabra Supreme führt einen stolzen Namen ins Feld und verspricht leistungsstarke Störschallunterdrückung sowie fortschrittliche Sprachsteuerung – und diese Versprechungen hält es auch ein. Es hat zwar durchaus seine Schwächen, aber wenn klare, auch in hektischen Umgebungen sehr gut verständliche Telefonate auf Platz eines der Prioritätenliste stehen, man klasse Sprachsteuerungsoptionen will, mit dem Sitz klarkommt und gewillt ist, gutes Geld für ein gutes Gerät auszugeben, dann ist das Jabra Supreme definitiv einen Blick wert.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[1] Supreme: http://www2.jabra.com/sites/mobile/de-de/products/pages/jabrasupreme.aspx

[2] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41563905/jabra_supreme_detail_02.jpg

[3] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/

[4] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41563905/jabra_supreme_04.jpg

[5] Android: http://www.cnet.de/themen/android/

[6] Google: http://www.cnet.de/unternehmen/google-inc/

[7] zum Download angebotenen Software: http://www2.jabra.com/sites/mobile/de-de/products/pages/jabrasupreme.aspx?tab=support#UID9

[8] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41563905/jabra_supreme_detail_01.jpg