Sony Cyber-shot DSC-TX20 im Test: Outdoor-Digicam für stilbewusste Abenteurer

von Joshua Goldman und Stefan Möllenhoff am , 18:40 Uhr

Pro
  • schick und kompakt
  • schnell
  • gute Ausstattung
  • wasserdicht und stoßfest
Con
  • enttäuschende Bildqualität
  • kleines und glattes Gehäuse unter Wasser unhandlich
Hersteller: Sony Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,0 von 10 Punkte
Fazit:

Die Sony Cyber-shot DSC-TX20 sieht zwar nicht so aus, kann aber einiges an Prügel wegstecken. Wer auf der Suche nach einer Ultrakompaktkamera ist, die alle Abenteuer mitmacht und dabei in puncto Design keine Kompromisse eingehen möchte, ist hier genau richtig. Zumindest, wenn die Fotos in erster Linie für Facebook & Co. oder kleine Abzüge herhalten sollen.

Mit der Sony Cyber-shot DSC-TX20 beweist Sony, dass eine wasserdichte und stoßfeste Kamera nicht unbedingt wie ein Traktor aus dem letzten Jahrtausend aussehen muss. Das edle und schlanke Gehäuse der Digicam taucht bis zu fünf Meter tief und übersteht Stürze aus 1,5 Metern Höhe. Ob der stylische Rambo auch bei der Bildqualität und der Ausstattung überzeugen kann, verrät der Testbericht.

Eines vorweg: Das schicke Design ist ein zweischneidiges Schwert. Denn mit dem winzigen Gehäuse ist die Digicam für Menschen mit sehr großen Händen nur eingeschränkt geeignet, und die glatte Metalloberfläche wird in Kombination mit Wasser ziemlich glitschig. Auf der anderen Seite schindet eine sehr funktional gehaltene Pentax Optio WG-2 [1] auf der Poolparty keinen Eindruck – die TX20 dagegen schon.

Design

Wie gesagt: Wer kleine Hände hat, wird mit der TX20 vermutlich gut zurecht kommen. Wir hatten mit unseren größeren Flossen jedenfalls unsere Schwierigkeiten, die Kamera zu halten, wenn diese nass und/oder kalt waren. Außerdem kommt es immer wieder vor, dass wir unfreiwilligerweise die Finger unserer linken Hand fotografiert haben. Das Objektiv sitzt einfach sehr weit im Eck oben auf der Vorderseite. Ein weiteres Problem ist, dass der Touchscreen unter Wasser nicht richtig funktioniert. Sony [2] schlägt vor, das berührungsempfindliche Panel zu deaktivieren, wenn man mit der Kamera auf Tauchstation geht. Allerdings ist es dann nicht mehr möglich, den Aufnahmemodus zu wechseln – dieser sollte also vor dem Schwimmen entsprechend eingestellt sein. Anpassungen sind nicht so ohne Weiteres möglich. Zu guter Letzt fängt der Slide-Mechanismus auf der Vorderseite potenziell Dreck und Sand ein und schleift diesen dann in die Vorderseite des Gehäuses ein.

Der Fotograf schaltet die Kamera durch Herunterschieben des Frontcovers ein. [3]
Der Fotograf schaltet die Kamera durch Herunterschieben des Frontcovers ein.

Wenn die Kamera trocken ist, reagiert der Touchscreen sehr flott. Allerdings ist der 3,0-Zoll-Bildschirm – verglichen auch mit aktuellen Smartphones – recht klein. Zusammen mit der Anordnung der Icons sorgt das dafür, dass wir gelegentlich mal die falsche Funktion treffen. Im Lieferumfang ist ein kleiner Stylus enthalten, der sich an die Handgelenkschlaufe anklipsen lässt. Mit ihm gelingt die Bedienung deutlich präziser als mit dem Finger. Aber jedes Mal zu dem Mini-Stift zu greifen, ist eben nicht ganz so komfortabel.

Ansonsten schlägt sich die Kamera in Sachen Bedienung einwandfrei. Wer schon einmal mit einer Digicam fotografiert hat, kann sofort loslegen. Und auch blutige Anfänger bekommen Starthilfe von der TX20: Auf der Digicam selbst ist nämlich ein vollwertiges Handbuch gespeichert, das alle Funktionen bereitwillig erklärt.

Die Bedienung der Sony Cyber-shot DSC-TX20 ist einfach gehalten. Wer einmal nicht weiter weiß, erhält mit einem Klick auf das Fragezeichen eine Hilfestellung. [4]
Die Bedienung der Sony Cyber-shot DSC-TX20 ist einfach gehalten. Wer einmal nicht weiter weiß, erhält mit einem Klick auf das Fragezeichen eine Hilfestellung.

Die Cyber-shot DSC-TX20 setzt im Gegensatz zu etlichen anderen aktuellen Ultrakompakt-Modellen auf vollwertige SD-Karten und Sonys proprietäre Memory-Stick-Medien – und nicht auf die windigen microSDHC-Kärtchen, die lose viel zu schnell verloren gehen. Der Stromspeicher lässt sich in der Kamera selbst aufladen. Dabei kommt allerdings kein Standard-USB-Kabel, sondern eine proprietäre Strippe zum Einsatz. Und wer diese verliert oder bei der Urlaubsreise zu Hause vergessen hat, muss sich genau dieses spezielle Kabel nachkaufen.

Ausstattung

Neben ein paar zusätzlichen Unterwasser-Modi, darunter auch eine Tauch-Version von Sonys Schwenkpanorama-Modus, hat die Cyber-shot DSC-TX20 im Wesentlichen die selben Aufnahmeprogramme zu bieten, die sich auch in den anderen Cyber-shot-Kameras mit rückseitig belichteten Bildsensoren finden. Darunter sind auch die drei Automatiken: Einfach-Modus, Intelligente Automatik und Überlegene Automatik.

Der Einfach-Modus streicht – mit Ausnahme der Bildgröße – alle Einstellungsmöglichkeiten und vergrößert den auf dem Display dargestellten Text. Die Intelligente Automatik analysiert das Motiv vor der Linse, ordnet es einem von zehn Motivprogrammen zu und aktiviert bei Bedarf Gesichtserkennung, Dynamikbereichsoptimierung und Bildstabilisator. Die Überlegene Automatik fügt dann schließlich noch drei Aufnahmemodi hinzu, die mehrere Bilder miteinander kombinieren und dadurch bessere Ergebnisse erzielen. Namentlich sind das Handgehalten bei Dämmerung, Anti-Bewegungsunschärfe und Gegenlichtkorrektur-HDR. Diese Modi sorgen in der Praxis durchaus für bessere Ergebnisse, funktionieren aber nur bei unbewegten Motiven fehlerfrei.

Der Modus "Hintergrundunschärfe" setzt zwei mit unterschiedlichen Fokuspunkten geschossene Fotos so zusammen, dass das Motiv scharf und der Hintergrund unscharf erscheint. [5]
Der Modus „Hintergrundunschärfe“ setzt zwei mit unterschiedlichen Fokuspunkten geschossene Fotos so zusammen, dass das Motiv scharf und der Hintergrund unscharf erscheint.

Zusätzlich gibt es noch eine Reihe von manuell anwählbaren Motivprogrammen. Darunter findet sich beispielsweise das Feature Hintergrundunschärfe, das den Hintergrund für einen professionelleren Look weichzeichnet. Außerdem sind noch die sieben Bildeffekte HDR-Gemälde, Sattes Monochrom, Miniatur, Spielzeugkamerea, Pop-Farbe, Teilfarbe und Soft High-Key.

Eine vollständige Liste aller Funktionen gibt es im Handbuch auf der Webseite des Herstellers [6]. Die folgende Tabelle zeigt noch einmal die wichtigsten technischen Daten der Sony Cyber-shot DSC-TX20.

Hersteller Sony
Modell Cyber-shot DSC-TX20
Preis 350 Euro
Bildsensor 1/2,3-Zoll-BSI-CMOS
Auflösung 16 Megapixel
Optischer Zoom 4-fach
Brennweitenbereich 25 – 100 mm
Lichtstärke F3,5 – F4,6
Belichtungszeiten 1/1600 – 4 s
Bildstabilisator optisch
Empfindlichkeiten ISO 125 – 3200
Max. Fotoauflösung 4608 x 3456 Pixel
Max. Videoauflösung 1920 x 1080 Pixel @ 50i
Dateiformate JPEG (Foto), MTS, MP4 (Video)
Manuelle Einstellungen P
Display 3,0 Zoll, Touchscreen, 921.000 Pixel
Sucher nein
Zubehörschuh nein
Speichermedien SD, SDHC, SDXC, Memory Stick
Stromversorgung Lithium-Ionen-Akku
Akkulaufzeit (CIPA) 250 Fotos
Anschlüsse USB, AV, HDMI
Mikrofon mono
Abmessungen 9,6 x 5,6 x 1,8 cm
Gewicht 133 g

Leistung

Im Großen und Ganzen ist die Sony Cyber-shot DSC-TX20 recht flott unterwegs. Nachdem der Fotograf die Kamera durch Herunterschieben der Linsenabdeckung eingeschaltet hat, dauert es 1,4 Sekunden, bis das erste Foto im Kasten ist. Zwischen jedem weiteren Bild genehmigt sich die Digicam eine Verschnaufpause von 1,5 Sekunden ohne und 3,6 Sekunden mit Blitz.

Um bei optimalen Lichtverhältnissen auf das Motiv zu fokussieren und das Bild einzufangen, benötigt die TX20 0,4 Sekunden. Im Zwielicht verschlechtert sich die Auslöseverzögerung auf 0,7 Sekunden. Der Serienbildmodus stemmt zehn Bilder pro Sekunde bei voller Auflösung. Wie bei den allermeisten Digicams, die in dieser Geschwindigkeitsklasse unterwegs sind, gibt es anschließend eine mehrsekündige Verschnaufpause zum Abspeichern der Aufnahmen auf die SD-Karte. Außerdem passt die Kamera Fokus und Belichtung nach dem ersten geschossenen Foto nicht mehr an. Wenn sich die Aufnahmebedingungen während des Serienbilddauerfeuers ändern, beispielsweise die Entfernung zwischen Motiv und Fotograf, so misslingt ein Teil der Bilder.

Die Sony Cyber-shot DSC-TX20 ist für eine Outdoor-Kamera überdurchschnittlich hübsch. [7]
Die Sony Cyber-shot DSC-TX20 ist für eine Outdoor-Kamera überdurchschnittlich hübsch.

Bildqualität

Die Fotoqualität der Sony Cyber-shot DSC-TX20 geht in Ordnung, ist aber lange nicht so gut wie die der „normalen“ Sony-Kompaktkameras mit rückseitig belichteten Bildsensoren. Selbst bei verkleinerter Betrachtung und niedriger ISO-Empfindlichkeit sehen die Aufnahmen weich aus. Die gute Nachricht ist hier allerdings, dass das Bildrauschen bei steigenden ISO-Werten nur langsam zunimmt. Zudem lässt die Farbwiedergabe erst ab ISO 1600 nach. Damit liefert die Kamera bei wenig Licht unterm Strich noch ordentliche Bilder. Nur zu genau – respektive vergrößert – sollte man sich diese eben nicht ansehen, weder auf dem Bildschirm noch in gedruckter Form.

Neben der Rauschunterdrückung ist auch das Objektiv an der weichen Bildwirkung schuld. Die Mittenschärfe ist gut, doch zum Rand und zu den Seiten hin lässt die Abbildungsleistung merklich nach. Bei verkleinerter Betrachtung am Bildschirm oder bei kleinformatigen Abzügen fällt das wenig auf, insbesondere wenn sich das Motiv in der Bildmitte findet. Wer allerdings empfindlich auf Unschärfen reagiert, sollte die Fotos zumindest per Bildbearbeitung nachschärfen. Mehr Details zur Bildqualität der Sony Cyber-shot DSC-TX20 gibt es in der folgenden Fotostrecke.

Die Sony Cyber-shot DSC-TX20 liefert sowohl über als auch unter Wasser eine sehr gute Videoqualität. Als Formate stehen MTS und MP4 zur Auswahl, wobei das erstere die bessere Bildqualität bietet. Während der Aufnahme eines jeden Clips fängt die Kamera bis zu zehn 10-Megapixel-Fotos ein. Außerdem funktioniert der optische Zoom während der Aufnahme. Ansonsten gelten für den Videomodus dieselben Plus- und Minuspunkte wie für die Standbilder: Für YouTube & Co. oder den PC-Bildschirm geht die Qualität schon in Ordnung, auf dem großen Full-HD-Fernseher im Wohnzimmer sehen die Aufnahmen schon durchwachsen aus.

Fazit

Die Sony Cyber-shot DSC-TX20 ist sowohl in puncto Bedienung als auch in Sachen Aussehen von den „normalen“ Ultrakompaktkameras der Cyber-shot-Serie kaum zu unterscheiden, bietet aber ein wasserdichtes und stoßfestes Gehäuse. Allerdings stellt sich das Design in den Outdoor-Abenteuer-Situationen gelegentlich als eher hinderlich heraus. Wer auf der Suche nach einer überdurchschnittlich robusten Ultrakompaktkamera ist und sich am vergleichsweise hohen Preispunkt sowie der durchwachsenen Bildqualität nicht stört, kann hier bedenkenlos zuschlagen.

Geschwindigkeit (in Sekunden)
(kürzere Balken bedeuten bessere Leistung)

Zeit zwischen zwei Aufnahmen (mit Blitz)
Zeit zwischen zwei Aufnahmen (ohne Blitz)
Auslöse- verzögerung (Zwielicht)
Auslöse- verzögerung (Tageslicht)
Panasonic Lumix DMC-FT3 [9]

2.2
1
0.7
0.4
Sony Cyber-shot DSC-TX20

3.3
1.5
0.7
0.4
Pentax Optio WG-2 [1]

2.9
2.8
0.9
0.7

Serienbildgeschwindigkeit (in Fotos pro Sekunde)
(längere Balken bedeuten bessere Leistung)
Sony Cyber-shot DSC-TX20

10

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41563977/sony-cyber-shot-dsc-tx20-im-test-outdoor-digicam-fuer-stilbewusste-abenteurer/

URLs in this post:

[1] Pentax Optio WG-2: https://www.cnet.de/tests/digicam/41563906/testbericht/pentax_optio_wg_2_im_test_langsame_outdoor_digicam_mit_guter_ausstattung.htm

[2] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[3] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41563977/sony_cyber-shot_dsc-tx20_iso_oben.jpg

[4] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41563977/sony_cyber-shot_dsc-tx20_hinten.jpg

[5] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41563977/sony_cyber-shot_dsc-tx20_hintergrundunschaerfe.jpg

[6] Webseite des Herstellers: http://www.sony.de/support/de/product/DSC-TX20

[7] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41563977/sony_cyber-shot_dsc-tx20_vorne.jpg

[8] Testfotos: die Bildqualität der Sony Cyber-shot DSC-TX20: https://www.cnet.de/41563973/testfotos-die-bildqualitaet-der-sony-cyber-shot-dsc-tx20/?pid=1#sid=41563977

[9] Panasonic Lumix DMC-FT3: https://www.cnet.de/tests/digicam/41553957/testbericht/panasonic_lumix_dmc_ft3_im_test_gps_kamera_panzer_fuer_orientierungslose_actionfreaks.htm